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Filo Rings

16. September 2011
Nikon D7000

Wird es Zeit wieder eine Nikon zu kaufen?
Aus meiner Sicht hat Nikon hier eine interessante Kamera vorgestellt (wenn man einmal von den 500 Euro Krabbeltisch-DSLR-Gehäusen wie D3000 absieht). Die D90 hat mir nie gefallen, fühlte sich schon zu wenig wertig, zu wenig wie Nikon an, denn eine Kamera mit einem genarbten Polycarbonat-Griff, die noch nicht einmal eine griffige Gummierung hat – kann technisch so spannend sein wie sie will.
Was nicht gut in der Hand liegt bleibt für mich letztlich uninteressant.
Das Gehäuse der D7000 ist 150g leichter als die D300s und deutlich kompakter und nur 70g schwerer als die Plastik-Kamera D90.
Sie hat einen Metallkern aus Magnesiumlegierung, der die Elektronik unten, hinten und oben stabilisiert – nur vorne wird wieder ein spezielles Fasermaterial eingesetzt um Gewicht zu sparen. Das ist ein enormer Schritt in die richtige Richtung. Wer es partout schwer mag, kauft den wertigen Handgriff MB-D11 dazu und legt einen zweiten Accu ein.
Die D300s war kein großes Update und lies Canon und Sony und Pentax ganz schönen Vorsprung, weil die alle auf 14-18 MP setzten und das werbewirksam vermarkten. Nikon zieht jetzt nach auf 16 MP CMOS Sensor aus angeblich eigener Produktion. Das ist gut für Nikon und offenbart war in letzter Zeit mit Hochdruck so viele neue VR II Objektive erscheinen.
Die mögliche Empfindlichkeit ist für die die Rausch-Spezialisten und Nachtschwärmer von 100-25.600 ISO sicher wichtig. Bildergebnisse sind auch bei 3200 ISO noch sehr rauscharm und relativ Detailreich, trotz erhöhter Auflösung. Ich hätte allerdings ein besseres Ergebnis bei 6400 ISO erwartet, letztlich ist sie so nicht besser als eine Eos 7D.
Mir fehlen auch hier wieder die Einstellung auf 50 ISO oder besser 25 ISO.


Der Autofokus entspricht leider nicht ganz dem der D300s, ist aber doch um ein vielfaches ausgefuchster als der in der D90, D3100, D5000, der in der Eos 60D, in der K7 und den Sony-Kameras. Nikon hat der D7000 ein Hochleistungs-AF-System mit 39 Messfeldern (inkl. 9 Kreuzsensoren), einen neuen 2016-Pixel-RGB-Belichtungs-Sensor (der leistungsfähigste bislang) für die Belichtungs- und Motivanalyse, und auffällig viele Bedienelemente eingebaut.
Mir ist immer der Autofokus besonders wichtig und hier schlägt Nikon eine Canon Eos 60D oder die Sony Kameras: Alle Kreuzsensoren arbeiten, wie bei Nikon gewohnt, bis Blende f:5,6. In der Praxis gibt es keinen großen Absturz im Vergleich zur D300s und eine deutliche Verbesserung gemessen an den preiswerteren Kameras.
Die Bildstabilisierung findet weiterhin nicht im Kameragehäuse statt. Viele Nikon-Fans werden diesen Einwand irritierend oder lächelnd zur Kenntnis nehmen, hat doch Nikon einen bisweilen sehr wirksamen VR in den Objektiven.
Der erste VR Bildstabilisator zeigt jedoch weniger Wirkung je höher die Auflösung und je höher der Vergrößerungsfaktor. Und da er aus übertriebenem Gewinnstreben oder technischem Unvermögen nicht im Kameragehäuse sitzt und dann mit jeder Kamera verbessert werden kann – für alle Objektive – muß es ständig neue Objektive geben. (und jetzt bitte nicht das Argument, dass der IS/VR in den Objektiven ja viel wirksamer sei, das hat sich als unwahr erwiesen und ist allenfalls im Einzelfall mal richtig – und ein ruhigeres Sucherbild spielt in der Praxis auch keine wesentliche Rolle – ein Unterschied ist allenfalls bei mehr als 400 mm Brennweite im direkten Vergleich sichtbar).
Am Ende lächeln die Nutzer von Olympus, Sony und Pentax Kameras, sie sparen Geld und sind immer auf dem neuesten Stand der Technik, auch mit älteren Objektiven!


Filmen in HD
Verkaufsargument sind heute die Filmfähigkeiten, alles schreit nach FullHD, auch wenn das schnitttechnisch kaum zu bewältigen ist und mit geringer Schärfentiefe an den relativ großen Sensoren nicht wirklich viel Sinn macht – seis drum, Nikon hat den hochgehypten „Rolling-Schutter-Effekt“ in den Griff bekommen, der Autofokus wird auch beim Filmen nachgeführt, und manuelle Film-Einstellungen (Zeit, Blende, ISO) sind jetzt machbar. Für Nikon ist es wichtig eine topaktuelle Kamera mit HD-Filmfunktion im Portfolio zu haben, nachdem D300s; D90 und D700 eingefleischte Filmer ja durchweg eher enttäuscht haben. Aber Filmen ist eine ganz andere Technik und verlangt viel mehr Auseinandersetzung. Wenn sie HD-Filme schneiden wollen fangen die Probleme sofort an und sie brauchen viel Geld, Zeit und Geduld um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Vom Ton einmal abgesehen, der jetzt wenigstens über externe Buchse in Stereo aufgezeichnet werden kann.
Wenn man etwas filmisch dokumentieren will, ist HD Auflösung eine sehr gute, sehr schnelle Möglichkeit, alles andere wie Full HD oder gar zukünftig 3D wird mühsam.

Die D7000 zeigt 100% des Bildes im Sucher und auf dem hochauflösenden Monitor, wobei die Sucherbildvergrößerung mit 0,94 nicht besonders groß ausfällt. Auch ist leider kein runder Suchereinblick vorgesehen, der angenehmer ist.
Die Bildfrequenz von 6 Bildern pro Sekunde ist sehr gut und die Auslöseverzögerung sehr kurz.
Eine willkommene idee ist auch die gleichzeitige Verwendung von zwei SD-Karten. JPEG und RAW können so getrennt gespeichert werden, oder alle Dateien doppelt gespeichert oder kopiert werden – sehr löbliche Funktionen.

Wenn ich es auch bedaure das die schnellere, handlichere CF-Karte – die man nicht so schnell verliert und sich nicht leicht beschädigen lässt – nicht verwendet werden kann.
Sie ist nicht perfekt, aber immerhin sehr wirksam gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet und wird auch hier der D300s kaum nachstehen.
Die Nikon D7000 (1189 Euro)ist da und lässt die D300s alt aussehen.
Die 7000 ist eine digitale SLR im DX-Format 24,6×15,6 mm mit 16 Megapixeln, die preislich in der Mittelklasse wildert und Canon und Sony zeigt wie es geht – was Olympus und Pentax schon längst tun. ein aufwendiges, teures Glasprisma mit 100-%-Sucherbild kann sich sehen lassen und ist ein letztes Aufbäumen vor der Evolution durch elektronische Sucher, wie sie Panasonic, Olympus und Sony schon vollzogen haben.

Besonders gelungen fand ich bisher die Batteriegriffe der Nikon D300 und D700 Kameras, das setzt sich auch hier fort, ein hochwertiger, teurer Griff wird optional angeboten – der MB-D11 kann entweder einen ebenfalls neuen, leistungsstärkeren Akku EN-EL15 oder aber 6 AA-Batterien oder AA-Akkus aufnehmen. Er ist wie das Gehäuse auch aus einer Magnesiumlegierung gefertigt. Er dürfte wieder gutes Geld in Nikons Kassen spülen und wird sicher über 200 Euro kosten.
So weit so positiv!


Der Preis im Handel von 900 Euro ist nicht wirlklich günstig, aber die Leistung dafür stimmt.
Weniger gelungen finde ich aber auch einige Punkte:

– Das Nikon auf einen beweglichen Monitor bei einer „Filmkamera“ verzichtet, obwohl ja die D5100 einen hat – ist ein Schlag ins Gesicht!
– Wichtige Funktionen wie der Nachführ-Autofokus sind im Menü gelandet – sehr unpraktisch!
– Nikon will viel Geld mit Objektiven verdienen und alle paar Jahre neue VR-Versionen vorstellen – das ist Mist, zumindest bei den DX-Kameras gehört VR in das Kameragehäuse!!!
Wirkliche Konkurrenz hat Nikon trotz dieses Pakets, die Canon Eos 60D und die neue Canon Eos 600D haben den beweglichen Monitor!
Sony hat Erfolge mit der Alpha 55, 65 und 77; die Pentax K5 und K-r sind gelungen, Olympus bietet bessere Kameras und Objektivtechnik mit eigner Philosophie an.

Nikon Affinikados würde ich die D7000 mit AF-S 3,5-5,6/16-85 mm VR und dem alten AF-S 4,5-5,6/70-300 mm VR empfehlen, das neue 55-300 mm klingt gut, ist es aber nicht und ist sehr langsam bei der automatischen Scharfeinstellung.
Eine schöne noch nicht zu schwere Kombination für unter 1700 Euro die einen Brennweitenbereich von 24 mm bis 450 mm in guter Qualität abdeckt. Wer dann noch dazu das 2,8/60 mm Micro kauft ist bestens und modern ausgerüstet.
Kaufen? Wenn Sie nicht auf eine D400 warten können und schon Nikon-Objektive aus jüngerer Zeit besitzen und über genug Cash auf dem Konto verfügen!
Ich empfehle Nikon–Kameras sonst nur noch Menschen, die reich sind, fotografische Spezialaufgaben abdecken müssen oder vom Kamera-Sammlervirus infiziert sind.
Aus meiner Erfahrung und im direkten Vergleich ist das Nikon System mir zu kostspielig ohne dafür einen Gegenwert in besseren Fotos liefern zu können. Damit meine ich nicht die Kameras, aber die Folgekosten: Objektive, Blitze, Zubehör etc.

Werde ich die Kamera kaufen?
Nein, ich verfüge über Kameras die moderner sind und mehr leisten, wobei ich natürlich gespannt bin wie die Nikon Objektive sich hinter dem ganz neuen, hochauflösenden Sensor machen und welche in Zukunft wieder ersetzt werden sollten.

Mit 15 Jahren Verspätung bringt Nikon jetzt auch mit Macht neue FX-Vollformat Objektive:

AF-S 1,4/24 mm erschien vor einiger Zeit – langsamer AF, optisch 1A

AF-S 1,4/35 mm – langsamer AF, optisch 1A

AF-S 1,4/85 mm – langsamer AF, optisch ok

AF-S 2,0/200 mm VR II

AF-S 4,0/16-35 mm VR – hohe Verzeichnung aber sehr gute Schärfe ab f: 5,6

AF-S 4.0/24-120 mm VR – sehr spannend!

AF-S 3,5-5,6/28-300 mm VR – so lala.

Das kann sich durchaus sehen lassen!

Einiges fehlt aber imm er noch:

AF-S 4,5/50-300 mm VR

AF-S 4,0/70-200 mm VR

AF-S 5,6/80-400 mm VR

AF-S 5,6/150-500 mm VR

AF-S 4,0/300 mm VR

AF-S 4,0/400 mm VR

AF-S 5,6/800 mm VR

da hat Nikon noch viel zu tun!!!


Veröffentlicht in General, Kameras im Test

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