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Filo Rings

Kategorie ‘Kameras im Test’

30. Juni 2026
Natur- & Tier- Fotografie heute

Seeschwalben, Austernfischer & Robben
Die Natur ist viel brutaler als wir in unseren Bunkern wahr haben wollen.

Die Robbenbestände haben sich gut erholt die letzten Jahre. Aber gleichzeitig haben wir dieses Jahr das größte, schlimmste Vogelsterben. An den Brutplätzen ist teilweise fast die Jungvogelschar verendet und auch die Hälfte der Adulten. Ich konnte im Juni einiges mit der Nikon Z9 und 800 mm  dokumentieren – Achtung nichts für schwache Nerven:

Mir scheint, Vögel sind unbewußt ein besonders brutales Völkchen. Denn wie lange da Fische an der Luft, in der Sonne nach Luft schnappen müssen, bevor sie lebendig in einen Schlund kommen, oder die Maus und der Frosch, die aufgespießt noch lange Leben, bis sie den Kampf dann in einem Hals beenden. Also wenn Menschen dagegen über brutal, spielende Katzen herziehen, dann übersehen sie das Verwalten der Vögel wohl völlig. Auch die schönen Seeschwalben haben den kleinen Fisch oft endlos lange zappelnd im Schnabel, bis sie ihn verschlingen oder einem Jungen übergeben.

Hier sieht man gut, wie wichtig ein Zoom ist, kaum schlagen die Vögel die Flügel hoch, passt nichts mehr ins 2:3 Rechteck, man ist mit 600-800 mm einfach zu nah dran.Dann ist ein 100-500 mm Gold wert, wenn man schnell genug reagiert und der AF auch weiterhin ein Auge findet. Kehrt etwas Ruhe ins Motiv und ich will gerne die Strukturen heraus arbeiten, brauche ich wieder 800 mm.

Licht und Motive wechseln sehr schnell, alles jenseits von Blende f:5.6 scheint vergeblich, aber auch f:6.3 reicht noch und selbst f:7.1 passt auch noch oft. Hingegen wären f:2.8 und f:4.0 schon wegen der geringen Schärfentiefe problematisch und zwingen einen sowieso dazu Richtung f:8 zu schließen. Aber aus weiter Entfernung hat man kurze Zeiten zur Verfügung und kann f:2.8 zum wunderbaren herauslösen nutzen. Nur dann hat man knapp 4 Kilo im Arm, braucht bald zumindest ein Einbein-Stativ und ist längst nicht mehr so flexibel im Verfolgen der Bewegung. Dann bewährt sich jedes Zoom , das mit Kamera nur rund 2 bis 2,5 Kilo wiegt. Also, das eine perfekte Objektiv kann es nie geben.

 

Wessi aus Berlin…
Ich bin ein Wessi, der zu lange mit Mauer in Berlin gelebt hat – 30 Jahre und ich habe mir einige Städte im Osten angesehen,
Stralsund, Potsdam und Leipzig sind ganz ok. Dresden ist nicht meine Welt, Ost-Berlin auch nicht wirklich, viel zu leer, zu weitläufig zu propagandamäßig missbraucht.
Rügen, Zingst, Darf und Elbsandstein-Gebirge sind dufte – keine Frage. Die Mecklenburgische Seenplatte ist spannend, aber da wohnen mir viel zu viel fehldenkende Menschen, die immer argwöhnisch bleiben.

Natur-Fotografie bietet unfassbar viele unterschiedliche Motive, bei immer anderen Lichtverhältnissen.

Sie beinhaltet die reine Landschafts-Fotografie, die Tier-Fotografie und die Nah- sowie Macro-Fotografie.
Diese Vielfalt macht es schwierig, eine Ausrüstung, bestimmte Objektive und eine Technik zu empfehlen. Es ist wichtig zwischen Nah- und Fern-Fotografie zu unterscheiden. Zwischen einer Ausrüstung für die Reise-Fotografie und der für ganz gezielte Motive. Nach der Umwälzung des Fotomarktes durch den Autofokus und die digitale Fotografie ist heute der Bildstabilisator vor allem in den Tele-Objektiven beinahe nicht mehr aus der Natur-Fotografie weg zu denken. Nach mehr als 29 Jahren mit allen Systemen in der Natur- und Tier-Fotografie sind für mich vier Systeme entscheidend und haben sich durch ihre Qualität, Schnelligkeit, Witterungsschutz und Langlebigkeit ausgezeichnet:

Canon Eos
Nikon
Fujifilm
Panasonic – Olympus MicroFourThirds

Bei den Systemen von Leica, Pentax, Sony und Sigma werden nur eingeschränkt geeignete Objektive angeboten und sie erfüllen die hohen Forderungen für mich bisher nicht in den wichtigsten Punkten!
Robustheit, Dichtigkeit, Verlässlichkeit, Bedienung, Akku-Versorgung, Objektiv-System

Was braucht ein Natur-Fotograf heute in seinem Rucksack?

– Zwei robuste Kameragehäuse
(bevorzugt eins Vollformat und eins mit kleinerem Sensor)

– Ein stabiles Stativ (bevorzugt Carbon)

– ein hochauflösendes Weitwinkel-Objektiv für die Landschafts-Fotografie (bevorzugt Canon EF 4,0/16-35 mm L IS, Zeiss Distagon 2,8/21 mm, Fujifilm 4.0/10-24 mm) oder gleich die Mittelformat Fujifilm GFX mit 4,0/25 mm

– ein hochauflösendes, lichtstarkes Macro-Objektiv (bevorzugt Canon 2,8/100 mm L IS; Nikon 2,8/105 mm VR; Olympus 2,8/60 mm Macro)

– ein leichtes, lichtstarkes Reportage-Tele-Zoom-Objektiv 2,8/70-200 mm (bevorzugt: Nikon 2,8/70-200 mm FL VR oder Panasonic 2.8/35-100 mm)

– ein langbrennweitiges Teleobjektiv
(bevorzugt 2,8/300 mm L IS II; 4,0/500 mm VR Nikon)

– Idealerweise auch ein starkes Tele-Zoom-Objektiv
(bevorzugt: Sigma 5,0-6,3/150-600 mm; 4.5-5.6/100-400 mm Fujifilm, 4.0-6.3/100-400 mm Leica Panasonic mFT)

Zusätzlich sind je nach Arbeitsweise natürlich noch andere Objektive wichtig:

Ein Tele-Macro-Objektiv, ein leichtes Tele-Objektiv und ein leichtes Superzoom für täglich (bevorzugt: Sigma 2,8/150 mm Macro; Nikon 4.0/300 mm VR PF, Canon 4,0/400 mm DO IS II; Olympus 4.0/24-100 mm mFT)

Viel Übung und viel Erfahrung mit den Motiven ist unerlässlich. Die Weißheit von Fritz Pölking, dass ein Natur-Fotograf mindestens 15 Jahre intensive Foto-Erfahrung auf dem Gebiet der Natur-Fotografie braucht, um dauerhaft herausragende Fotos zu belichten – stimmt auch heute noch – selbst in unserer rasanten Zeit!

Wichtigstes Zubehör für die Natur-Fotografie ist neben der Kenntnis vom Motiv und Licht, der Kamera und geeigneten Objektiven, oft auch ein Stativ. Es präzisiert nachhaltig die Bildaussage und sorgt auch beim Fotografen für die nötige Ruhe. Außerdem ist bei längeren Tierbeobachtungen ein Freihand-Einsatz ermüdend.

Stative…
Nur ein stabiles Stativ verhilft oft zu bester Schärfe und perfekter Bildgestaltung. Grundsätzlich ist das richtig, aber ein stabiles Stativ alleine vermeidet nur Verwacklungsunschärfe. Die viel schlimmere Vibrationsunschärfe, die durch Spiegel und Verschluss in der Kamera entsteht, wird meist durch einen ungeeigneten Kopf noch verstärkt. Am sichersten ist es, gar keinen Kopf oder nur eine Kalotte und ein Stativ ohne Mittelsäule zu verwenden. Die Spiegelvorauslösung und die Verwendung des Selbstauslösers oder Fernauslösers führt am ehesten zu vibrationsfreien Fotos. Auch dabei sollte der Fotograf seine Kamera fest in der Hand halten, wie sonst auch. In vielen professionellen Kameras kann der Spiegel mit der Spiegelvorauslösung glücklicherweise vor der Aufnahme aus dem Strahlengang geschwenkt werden. Dadurch verursacht er dann keine Erschütterungen mehr, was besonders in der Nahfotografie und bei kritischen Zeiten von 1/30 bis 1/8 Sekunde Belichtungszeit wichtig ist.

Bildstabilisierung
Ist heute der Schlüssel zur modernen Tele-Fotografie. Waren früher schon Aufnahmen mit 300 mm ohne Stativ nur bei sonnigem Himmel machbar, sind heute selbst Aufnahmen mit 600 mm bei schlechteren Lichtverhältnissen realisierbar. Bildstabilisierung beschreibt heute einen optischen und mechanischen Ausgleich der Bildunschärfe, die durch längere die Verwacklung der Kamera bei Belichtungszeiten ab 1/60 Sekunde aus freier Hand deutlich sichtbar wird. Ab dieser Belichtungszeit neigt jeder Mensch, je nach verwendeter Brennweite dazu, eine Kamera nicht mehr ruhig genug zu halten. Selbst Stative, je nach Untergrund und Verbindung mit der Kamera – können ab 1/30 Sekunde manchmal keine verwackelten Bilder verhindern.

Um diese häufige Fehlerquelle der Fotografie zu minimieren wurde die Bildstabilisierung erfunden. Sie stellt eine Art Gegenbewegung zum Zittern durch den Fotografen, den Untergrund oder das Objektiv dar. Und im Idealfall führen beide Bewegungen zu einem ruhigen und knackscharfen Bildergebnis. Die Bildstabilisierungs-Technik ist mit den Bezeichnungen IS, VR, OS, Mega OIS, SteadyShot, VC und SR an Objektiven und Kameras gekennzeichnet. Sogar die zwei lichtstärksten Tele-Objektive: 2,0/200 mm und auch das Canon 5,6/800 mm Super-Tele-Objektiv werden heute, trotz höchster Lichtstärke und hohem Eigengewicht, bildstabilisiert angeboten. Sie wären sonst kaum freihändig einsetzbar.

Ganze Systeme setzen heute auf die Bildstabilisierung, Minolta machte in den Kameras den Anfang und heute werden in Sony-, Olympus-, Panasonic- und Pentax- Kameras praktisch alle Objektive wirksam stabilisiert. Das zeigt deutlich die Bedeutung der Funktion. Auch im Weitwinkelbereich ist der Stabilisator nützlich, wenn der Fotograf auf Blitzlicht verzichten möchte oder nur mit einem Aufhellblitz die Lichtstimmung unterstützen möchte

Inzwischen sind System-Kameras ohne diese Technik kaum noch denkbar. Sony hat Kamera-Modelle mit verbessertem „SuperSteadyShot“ und hat zusätzlich eine Lösung für große „vollformatige“ Sensoren entwickelt. Olympus hat in den OM-D Modellen 5-Achsen Bildstabilisatoren. Bis auf die Objektiv-Hersteller Tokina und Zeiss, bieten inzwischen praktisch alle bedeutenden Hersteller bildstabilisierte Lösungen für Fotos aus freier Hand und sogar für die Arbeit mit Stativen mit Verwacklungsreduzierung an. Die Beherrschung von Brennweiten wie 300 und 400 mm für Aufnahmen aus freier Hand sind heute dank der Bildstabilisierung oft kein Problem mehr. Selbst bei starkem Wind oder unruhigem Untergrund, oder beweglichen Fahrzeugen hilft der Bildstabilisator entscheidend.

Canon, Nikon und Panasonic/Leica haben mit ihren bildstabilisierten Objektiven nun scheinbar das Nachsehen. Canon und Nikon betonen unisono, das der Stabilisator im Objektiv entscheidende Vorteile bringt:

– besserer Wirkungsgrad im Tele- und Macro-Bereich
– spezielle Anpassung an ein bestimmtes Objektiv
– stabilisiertes und ruhiges Sucherbild

Die Stabilisierungs-Einheit IS im Objektiv kostet letztlich 50-200 Euro und es werden mit steigender Auflösung immer bessere Stabilisatoren gebraucht. Mit dem Stabilisator in der Kamera, können die Objektive auf 5 Linsen verzichten und mit höherer Auflösungsfähigkeit und Transparenz zum günstigeren Preis mit weniger Gewicht realisiert werden.
Firmenvertreter und schlaue Anwender halten dagegen, dass alte MF und AF – Objektive sich doch ohnehin kaum mit den neuesten Digitalsensoren vertragen und die Meisten nicht auf die Idee kommen, sich ein altes Objektiv zuzulegen und es vielleicht nur 1% der Nikon-Nutzer betrifft… Doch selbst die alten Olympus Zuiko-Objektive werden noch gerne mit guten Ergebnissen an eine digitale E-Kamera gesetzt und auf den Nikon-Fotograf warten wahre Schätze an Weitwinkel und Teleobjektiven. Sigma’s Bemühen um bildstabilisierte Zooms mit langen Brennweiten ist sehr lobenswert. Wenn ich das 50-500 mm bildstabilisiert will, kaufe ich mir eine Pentax K1. Dumm ist nur, dass es die HSM-Objektive kaum für Olympus/Pentax/Sony gibt und sie daher auch nicht stabilisiert werden können. Für die IS und VR-Systeme von Canon und Nikon sehe ich durchaus noch eine Zukunftschance bei bestimmten Brennweiten und in besonders kritischen Fotomomenten. In einem Macro-Objektiv wie dem 2,8/105 mm VR oder in Teleobjektiven ab 400 mm macht der Bildstabilisator sicherlich auch weiterhin Sinn und kann eine höhere Wirkung und ein ruhigeres Sucherbild erzielen.
Tolle Fotos mache ich und ich mache sie auch mit kleinen Sensoren und kamerainternem Bildstabilisator – alles andere ist Augenwischerei, davon kann keine Industrie leben – außer der Filmindustrie.

Wenn ich heute eine neue Kamera für unter 700 Euro kaufen würde, dann nur eine Pentax KP oder Olympus E-M10III, wegen dem Bildstabilisator! Wollte ich 1500 Euro ausgeben, wären die K3II von Pentax oder die E-5 von Olympus meine heißen Favoriten. Die Sony Alpha 700 gefällt mir nicht so gut und das Objektivsystem sagt mir gar nicht zu, aber sie ist technisch auch auf der Höhe der Zeit.

Wir erleben in allen Bereichen einen Beschleunigungseffekt – in manchen sogar einen Zoom-Effekt. In der Fotobranche und bei mir persönlich äußert es sich so, dass die Mitmenschen immer unruhiger werden, immer schneller etwas Neues brauchen und haben wollen.

Bild-Sensor & Bildqualität:

Immer mehr detaillierte Tests mit 20-30 Seiten analysieren die neuesten Kameras. Doch sagen sie auch etwas Konkretes aus? Erleichtern sie tatsächlich die Kameraauswahl, haben die Daten, denn was anderes ist es ja letztlich nicht, einen entscheidenden Einfluss auf die Bildqualität und das Foto das wir haben möchten?

Kaum!

Die Computer-Freaks und Pixel-Zähler haben längst erkannt, dass die Netto-Dateigröße des Bildes, je nach Kamera unterschiedlich ist. Sogar Kameras mit praktisch baugleichem Sensor wie die Nikon D7500, D5600; Pentax KP und diverse Sony Kameras glänzen mit unterschiedlichen Datenmengen und versprechen verschiedene Bildergebnisse. Deshalb ist offensichtlich die jeweils firmeneigene Softwareabstimmung dafür zuständig, aber in der Praxis sehe ich darin kein echtes Problem. Die Farben kommen bei Pentax und Olympus Kameras sehr natürlich und ich kann für meine vielfältigen Anwendungen keinen sichtbaren Nachteil aus der rechnerisch kleineren Bilddatei ableiten. Hier sollte man auf dem Boden bleiben und den Test-Fieber-Virus nicht mit echten Fotos verwechseln. Nicht selten wird hier in mikromäßigen Details künstlich nach Unterschieden gesucht, da sonst keine mehr auszumachen sind. Das ist etwas was sich ja heute durch unsere ganze künstliche Welt zieht, um ein vermeintlich besseres Produkt oder einen besseren Sportmenschen von anderen abzuheben wird mit hunderttausendstel Sekunden, mit Nanometern und auch mit unfairen Mitteln gekämpft. Vieles gedopt!

Alles Gaga!

Die ISO Empfindlichkeit kann nur über eine Unterbelichtung auf höhere Werte als ISO 1600 angehoben werden und leider ist sie auch auf 100 ISO begrenzt. Obwohl das geringste Bildrauschen bei 100-200 ISO entsteht und es sich auch bei ISO 50 erhöht, halte ich diese Empfindlichkeitsstufe in einigen Situationen für sehr hilfreich. Hier sollten die meisten Hersteller unbedingt nachbessern. Ich würde sogar einen Bereich von ISO 25 bis 25.000 favorisieren.

Was tun, wenn man 500 mm bis 1000 mm für seine Vogel- oder Wild-Tier-Aufnahmen benötigt?

Besonders im langen Telebereich jenseits von 300 mm Brennweite sind gebrauchte Objektive sehr begehrt. Denn die allerwenigsten können und wollen Neupreise zwischen 5.000 und 13.000 Euro für ein Super-Tele bezahlen. Wie kommt man zum Super-Tele?

1. Eine Digicam mit Zoom bis in den Telebereich kaufen.
Keine schlechte Möglichkeit, aber man wird damit beim jetzigen Stand der Technik nie mit einem Spiegelreflex-Foto vom größeren Sensor mithalten können. Außerdem fehlen ein heller Sucher ohne Verzögerung, eine schnelle Reaktionszeit und natürlich die Lichtstärke. Aber zum Üben, für Reise-Eindrücke oder den Sonntagsspaziergang im Wald und für Teenager eine ganz phantastische Möglichkeit ihre Ideen in Bilder umzuwandeln. Mein Tipp Panasonic FZ1000.

2. Ein vorhandenes Zoom wie 70-200 mm; 70-300 mm oder 100-400 mm mit einem Konverter verlängern.
Gut gedacht, aber optisch meist nicht sinnvoll. Da Zooms ohnehin schon einen mehr oder weniger großen Kompromiss darstellen, treten mit einem Konverter noch stärkere Abbildungsfehler auf. Bei der Endbrennweite ist dann kaum mehr Auflösung als mit einer Digicam zu erwarten. Lohnenswert ist nur die Brennweitenverlängerung mit 1,4 x Konverter bei den lichtstarken Zooms 2,8/70-200 mm; 2,8/120-300 mm; 4,0/200-400 mm. Mit vertretbaren Einbußen sind manche 5,6/100-400 mm (Canon ISII, Fujifilm) auch noch mit 1,4 x Konverter einsetzbar. Vom Einsatz mit 2 Fach oder gar 3 Fach Konverter möchte ich bei Zoom-Objektiven ganz abraten! Dann wirklich lieber eine Digicam mit Stabilisator und Autofokus. Denn die Zoom-Objektive mit Endlichtstärke f: 5,6 können meistens mit Konverter nicht mehr automatisch scharf gestellt werden. Und manuelles Scharfstellen ist in diesem Brennweitenbereich sehr mühsam.

Nicht geeignet für Konverter sind:
6,3/50-500 mm Sigma;
5,6/70-300 mm Sony,
5,6/80-400 mm Nikon
6,3/100-400 mm Sigma
6,3/150-600 mm Tamron
6,3/150-600 mm Tamron,

Bedingt geeignet für 1,4x Konverter sind:
5,6/100-400 mm Canon
5,6/100-400 mm Fujifilm

Ganz anders sieht es da beim Olympus mFT-System aus, wo fast alle Telezooms auch mit 1,4 x Konverter noch brauchbare Ergebnisse zeigen.

Gut geeignet für Konverter sind daher:

2,8/70-200 mm aller Hersteller
4,0/70-200 mm Canon/Nikon
4,0/200-400 mm L IS Canon
2,8/120-300 mm Sigma
2,8/40-150 mm Olympus

3. Eine preiswerte Festbrennweite mit Konverter verlängern.
Wer ein 2,8/200 mm; 4,0/300 mm oder gar noch längere Festbrennweiten hat, kann diese auch mit sehr guten Bildergebnissen um den Faktor 1,4 x oder 2,0 mal verlängern. Festbrennweiten mit Lichtstärke f:5,6 sind hier jedoch wieder nicht geeignet, zumal sie keinen Autofokus mehr gestatten.

4. Ein gebrauchtes Tele mit 400-800 mm Brennweite kaufen. Achtung Canon-Nutzer:
Alle Teles der ersten L-Baureihe wie 1,2/85 mm; 1,8/200 mm; 2,8/300 mm; 2,8/400 mm; 4,5/500 mm; 4,0/600 mm werden mittlerweile schon seit mehr 10 Jahren nicht mehr hergestellt. Das bedeutet, dass es dafür keine Ersatzteile mehr gibt. Wenn der alte USM-Autofokus seinen Geist aufgibt, was nach intensiver Nutzung etwa alle 5-6 Jahre vorkommt, kann er nicht mehr repariert werden. Da die manuelle Fokussierung bei diesen Objektiven noch drive by wire (wie heute übrigens auch bei Olympus!) geschieht, also nur funktioniert wenn der USM-Motor funktioniert und mit Strom versorgt wird – ist nach einem Defekt überhaupt keine Scharfstellung mehr möglich! Und das Super-Tele ist dann wertlos! Auch Nikon und Pentax werden meist nur Ersatzteile für 10-15 Jahre bevorraten, aber deren alte Objektive waren weit weniger anfällig und können zur Not immer noch manuell fokussiert werden! Da Minolta schon seit etlichen Jahren keine neuen Teleobjektive mehr konstruiert hat und alles an Sony verkauft wurde, befürchte ich auch hier das die AF 2,8/300 mm Apo; AF 4,5/400 mm Apo; AF 4,0/600 mm Objektive nicht mehr lange repariert werden können. Bei Olympus fürchte ich in einigen Jahren die gleichen Probleme, denn der AF-Antrieb ohne SWD ist nur eine Krücke, ganz abgesehen von der geringeren Geschwindigkeit.

Gebraucht empfehle ich daher besonders folgende AF-Objektive:
Canon EF 2,8/300 mm L IS / L IS II
Canon EF 2,8/400 mm L IS / L IS II
Canon EF 4,0/400 mm DO IS II
Canon EF 4,0/500 mm L IS / L IS II
Canon EF 4,0/600 mm L IS / L IS II
Nikon AF-S 2,8/300 mm
Nikon AF-S 2,8/400 mm
Nikon AF-S 4,0/500 mm
Nikon AF-S 4,0/600 mm
Pentax FA 2,8/300 mm
Pentax FA 5,6/250-600 mm
Pentax FA 4,0/600 mm
Sigma Sport 4.0/500 mm
Minolta 4,5/400 mm
Minolta 4,0/600 mm

Patagonien mit Olympus

Wie kaum ein anderes fotografisches Gebiet lebt die Naturfotografie immer von vielen Details und stellt höchste Anforderungen an Fotograf und Equipment. Ein scharfes Tele-Objektiv ist nicht genug, es muß sehr scharf, sehr brillant sein, dazu konvertertauglich, hochwirksam bildstabilisiert und mit sehr schnellem Autofokus bei höchster Lichtstärke. Solche Objektive gibt es, sie kosten ab 8.000 € aufwärts. Wollen Sie für Ihre Leidenschaft weniger ausgeben, geht der Spießrutenlauf los.

Lichtstarke Zooms
Es gibt nur 5 lichtstarke Zooms, die schnell und hochauflösend arbeiten und auch noch wenigstens einen 1,4 x Konverter verkraften:
Canon 4,0/200-400 mm L IS + 1,4 x Ext.
Nikon 4,0/200-400 mm VR II
Olympus 2,8/90-250 mm
Olympus 2,8-3,5/50-200 mm
Sigma 2,8/120-300 mm OS

Noch einige Worte zu Natur-Fotos:

Tiere und ihre natürliche Umwelt werden von uns Menschen immer stärker und schneller verdrängt und vernichtet!

Unsere Bevölkerungsdichte ist zu hoch und unser „Konsumdurst“ schier unstillbar. Es gibt heute noch zu viele dumme und fahrlässige Menschen, die Müll oder gar Zigaretten achtlos wegwerfen, die sinnlos mit fetten Diesel-SUV durch die Gegend ballern, bei Aldi Lebensmittel in Plaste-Verpackungen kaufen! Sorglos und dumm vernichten wir den letzten Rest unserer natürlichen Umwelt, tauschen bedenkenlos Natürlichkeit gegen Luxus-Industriegüter ein. Viele Tiere haben den Rückzug angetreten. Deshalb wird es fast täglich schwerer, gute Aufnahmen von wild lebenden Tieren und scheinbar unberührter Natur zu bekommen. Landschaftsfotos werden schon überwiegend mit Filtern und anderen Tricks verfremdet, um überhaupt noch ansprechende Fotos zu erhalten. Richtiges „Wildlife“ gibt es auf diesem Planeten kaum noch. In Deutschland sind die Bedingungen für dieses Hobby besonders schlecht, denn bei uns lebt kaum noch ein Säugetier in wirklicher Wildnis. Deshalb beschränkt sich die Fotografie wildlebender Tiere praktisch auf die Macro- und Vogel-Fotografie. Wie die meisten meiner Kollegen sehe auch ich in der Tier- und Naturfotografie eine Möglichkeit, auf den Wahnsinn der Welt- und Tiervernichtung aufmerksam zu machen!

Womit ließe sich das besser erreichen als mit Fotos?

Fotos einer vernichteten und bedrohten Welt und Fotos einer scheinbar noch heilen, natürlichen Welt. Kameras sind immer sinnvoller als Gewehre, Fotos schaden nur, wenn sie verfälscht werden, oder wenn man sich, andere und die Motive einer Gefahr aussetzt. Dies geschieht leider häufig, da sich immer mehr Menschen mit einer Schnappschuss-Kamera an den Bären in Kanada oder auch ans heimische Vogelnest heranpirschen. Wenn jemand Spaß an Tier-Fotos hat, so stehen ihm heute alle Wege offen, es gibt sogar kompakte Digicams für unter 300 € die einen Bildausschnitt von 800 mm Brennweite erlauben (wenn auch wenig Bildqualität!). Jeder kann ein guter Beobachter der Natur werden und fast jeder kann sich dazu mit der bestmöglichen Fotoausrüstung ausstatten.

Fotografie ist heute mehr…

Ich schreibe hier immer über Fotografie, heute im Jahr 2017, kann jedoch auch ich kaum noch übersehen, dass die digitale Technik einen Trend ausgelöst hat, der von dem eigentlichen Fotografieren weg führt. Fotos werden zum großen Teil in einer Bildbearbeitung eines Computers erstellt. Wirklich gefallen will mir das nicht. Auch früher wurden bei Vergrößerungen ja schon Ausschnitte, Gradationen, Filter, Helligkeit, Kontrast, Einkopierungen und manches mehr vorgenommen, es ist heute dennoch etwas anderes. Es kann jetzt von einem Könner der den PC/Mac beherrscht, aus einem bedeutungslosen, nichts sagendem, technisch total misslungenen Bildchen ein künstlerisch spannendes und bewegendes, technisch ausgereiftes Foto gezaubert werden. Nur halte ich das eben nicht mehr für Fotografie! Denn hier wird nicht mehr mit Licht, gemalt, keine Kamera, kein Objektiv und keine lichtempfindliche Schicht benutzt. Hier findet keine „Berührung“ mehr mit dem Motiv statt. Es braucht aus meiner Sicht einen eigenen Namen, Digipainting, Pixxeling oder etwas anderes verrücktes. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich nutze auch den Mac und seine Möglichkeiten, aber ich nutze sie immer um eine bereits vorhandene, ausdrucksstarke Fotografie noch zu intensivieren – nicht um sie überhaupt erst zu schaffen. Daher bezieht sich alles was Sie bei mir Lesen immer auf Fotografie im eigentlichen Sinne, es geht mir immer zuerst um Motive, Licht und Objektive… erst am Rande sind für mich Kameras, Sensoren, Computer, Bildbearbeitungs-Software etc. interessant. Vielleicht hält mich mancher für arrogant und besserwisserisch, ich komme manchmal so an, ich kann das auch nicht völlig abstellen… denn ich bin jemand der fast immer genau weiß, was er will und meistens auch wie er es erreicht; jemand der sich wenig beirren lässt; jemand der seinen Weg geht!

Wege anderer sind bestenfalls interessant… ich hasse es andere nachzuahmen oder gar zu kopieren, ich übernehme nichts ohne es zu hinterfragen, zu durchleuchten…

 
 

20. September 2024
CANON EOS R5II

Ich hatte den Artikel schon vor einigen Wochen geschrieben und jetzt etwas korrigiert – mit gebrochenem Arm rechts bin ich leider deutlich gehandykappt.
Canon benennt sie ganz unübersehbar EOS R5 Mark II und genauso altmodisch und unbeholfen geht es in der dünnen, schwarzen und zu groß geratenen Pappschachtel weiter.
Gezwungenermaßen muß auch Canon endlich auf die üblichen Kunstoffeinlagen und zahllosen Tütchen verzichten. Diese Kamera kommt erstmals in Pappe mit faserigen Stofftüchern. Ja hurra Canon liefert, anders als andere, noch ein Ladegerät mit. Der Ärger geht gleich erst richtig los: einen USB-C Anschluß sucht man am Ladegerät weiterhin vergebens. Also da muß ich Nikon ja als besonders fortschrittlich loben und selbst OMDigital liefert optional ein Doppelladegerät, mit USB-C Anschluß. Für mich sind Verpackung und Strom in der Kamera die 2024 neu ausgeliefert wird und die beste ihrer Klasse sein will, schon ein Zeichen.
Ein Zeichen, dass bei Canon alte Männer für alte Anwender bauen und zusammenstellen, bloß nichts verändern. Außer dem Preis – natürlich. Denn mit 4.800€ ist sie nach Sony A1, A9III, Nikon Z9, Canon R3 und bald R1 eine der 6 teuersten Kameras am Weltmarkt im Vollformat.
Die Kamera ist sehr rau, was meinen Händen gar nicht gefällt, was sie aber sofort von allen anderen Markenherstellern unterschiedet. Die neue Beschichtung hat allerdings einen Sinn: Kratzer und Schrammen sollen vermieden und nicht sichtbar werden. Während eine OM-1, Sony und vielleicht auch manche Nikon nach einer Weile feinste Kratzer zeigen – bleibt das bei Canon Kameras weitgehend unsichtbar.
Der Akkuschacht und die selbst rastende, ungesicherte Speicherkartenklappe sind wie wir es von allen vorherigen Canon Kameras kennen. Das mag angenehm vertraut wirken und bisher meist ohne Schäden funktioniert haben, aber innovativ nachgedacht wurde hier nicht. Ganz im Gegenteil zum Akku selbst, hier wurde wieder intensiv nachgedacht wie man alternative Akku-Anbieter wie K&F und viele andere, von der Stromversorgung ausschließt.
Der mitgelieferte, neu überarbeitete Canon-Akku ist diesmal völlig ungeladen. Seine Energie reicht nicht einmal um den Tag und die Uhrzeit einzustellen – er ist schlicht leer. So vergehen lästige 3 Stunden, wenn man kein USB-C Kabel sofort an die Kamera anschließen kann. Meine eilig heraus gekramten Patina Akkus wurden beide sofort mit einer Error-Meldung aus der Kamera aussortiert! Nur wer hat, wenn er seine frühere Canon Kamera verkauft hat, noch alte Canon Original-Akkus? Denn nur die liefern für eine Weile Strom, geben aber eben nicht die Gesamte Performance und Einsatzdauer frei. Das kann nur der neue Akku. Und genau den, wie schon vor vier Jahren bei der R5, hat Canon noch kaum separat ausgeliefert. Also ein Zweitakku ist in den kommenden Wochen nicht erhältlich. Er wird dann astronomische 120€ kosten.
Der alte muffige Gurt liegt auch wieder dabei.
Also so gut wie die Programmierer des Menü’s sind, so schlecht sind die Stylistin von Zubehör und Kamera. Was spricht dagegen einen wirklich modernes Akku-Ladegerät und Akkus mit USB-C Anschluß beizulegen? Ein neu gestylter Gurt, eine praktikable Einhandbedienung mit 2 zusätzlichen programmierbaren Tasten zwischen Griff und Bajonett, eine neue Speicherkarten-Klappe und neue, moderne Funktionen kann man sich aber wirklich einmal abschauen.
Es ist und bleibt ein Trauerspiel mit dieser Altherren-Firma, die jeden gleich fesselt und knebelt und keinem Freiheiten lässt. Es ist erstaunlich, dass wir damit überhaupt fotografieren können, was wir wollen… Auch die für mich wichtige PRE-Shooting Funktion lässt sich auf keine Taste belegen und die 1.6x Funktion ist auch nicht schnell abrufbar.

 

Menü-Abstimmung
Die Kammera ist am Werk auf P (Belichtungsautomatik) und High-Speed+ Serie eingestellt, RAW ist nicht aktiviert, JPEG auf 8 (Qualität) begrenzt. Ja um Himmels willen wer würde denn jemals so fotografieren? Auch wenn das Menü besonders klar und übersichtlich strukturiert scheint, es muß beim Start vieles eingestellt werden.
Vom besten AF und der besten Motiverkennung gehe ich aus, vom zweitbesten Bildstabilisator ebenfalls (außer OM-1), die beste Dateiverwaltung mit den kleinstmöglichen Dateien wird sie auch wieder haben. Der Weißabgleich wird Sprünge machen und kann kaum lange auf AWD stehen bleiben, erst recht nicht bei Serien.
Es gibt reichlich Funktionen, die sich gegenseitig ausschließen. Wir können nicht den verheißungsvollen neuen Blackout-freien Suchereinblick auswählen ohne uns damit gegen gegen die neue natürliche Sucheransicht zu entscheiden. Um nur spontan eines zu nennen.
Bei mir war so eine Kamera in 15-20 Minuten eingestellt, das gelingt mit den meisten Kameras  heute so nicht mehr.

 

Interner Speicher:
Wer sich fragt, warum die R5II so preiswert ist, hier kommt die Antwort:
230 Bilder RAW
150 Bilder RAW+JPEG
damit liese sich leben – ABER, das gilt nur für mechanische Verschlußauslösung!
93 Bilder RAW
85 Bilder RAW+JPEG
90 Bilder nur JPEG
gilt dann bei elektronischer Verschlußauslösung! Damit kann ich nur schwer leben!
Immerhin leert sich der Speicher zwischendurch relativ schnell – abhängig von der Art und Geschwindigkeit der SD oder besser CFX Karte mit mindestens 18000x.
Aber, wenn wir jetzt das Pre-Shooting – oder Vorauslösung, wie es bei Canon genannt wird, nutzen, dann ist die Kamera sehr schnell blockiert. Dann sind nur sehr kurze Serien über wenige Sekunden möglich.
Nach wenigen Bilder wird bereits die Kamerabedienung gesperrt und es vergeht manchmal (ich weiß noch nicht genau warum und ab wann – wenn der interne Speicher nur noch 30 Bilder Rest anzeigt wird es schon kritisch) endlose Zeit, bis die Kamera wieder kurz aufnahmebereit ist.
Bei 20 BpS kann ich rund 4-5 Sekunden am Motiv bleiben, aber nichts mehr an den Einstellungen ändern
Bei 30 BpS kann ich rund 3 Sekunden am Motiv bleiben
Und das gilt erschreckenderweise genauso im 1.6x Ausschnitt – also mit viel kleinerer Bilddatei! Das war bei der R5 ganz anders.
Wenn ich eine OMDigital OM-1II daneben stelle, 256 RAWs elektronisch und es wird keine Bedienung blockiert. Der Canon-Kameragriff wird dann auch schnell mal deutlich warm.
Nikon schafft 300-450 Bilder – wird dann zwar irgendwann langsamer und bietet nicht mehr die schnellste Serienbildgeschwindigkeit, doch man verpasst kaum eine Szene.
Canon ist auch nach 16 Jahren noch nicht in der Lage vollelektronische Kameras zu bauen und den mechanischen Verschluss raus zu werfen.

Akku
Nach 3 Stunden und 4503 Auslösungen (meist RAW & JPEG – aber nur die Auslösungen, nicht die Dateien gezählt) steigt der voll geladene Akku aus.
Klingt super, allerdings schafft Sony mit einem Akku bestimmt die doppelte Menge und Zeit und auch die OM-1 hatte ich schon bis 9000 Auslösungen, die Nikon Z9 ähnlich wie bei Sony.

Autofokus
Im Gegenlicht wird es schwierig. da hilft nur manuelles Fokussieren. Apropos, mich ärgert weiterhin kolossal, dass ich die Canon USM oder STM Objektive nicht sofort manuell eingreifen kann – das ist bei Nikon und OMDigital kein Problem!
Sonst, Objekterkennung, Augen-Such-Fokus und AF-C sind vermutlich in den allermeisten Situationen derzeit allen anderen Kameras auf dem Weltmarkt etwas überlegen, bis die R1 und die A1II erscheinen. Trotz meiner Hornhautverkrümmung und Brille (die bisher den Einsatz an der R3 kaum ermöglichten), klappt es mit der R5II jetzt sehr gut und flotter als mit Joystick.
Endlich können auch die lichtschwächeren Teles mit f:11/600 & 11/800 mm mit allen AF-Feldern eingesetzt werden und bekommen so eine neue Berechtigung. Denn leichter kann man mit Supertele bis heute nicht fotografieren und filmen. Der Autofokus soll noch bis zu -6,5EV arbeiten. Im Tiermodus werden vom AF nun auch Pferde automatisch erkannt und verfolgt. Damit sieht man, dass Canon sich weiter auf vielleicht noch honorarträchtige Motive beschränkt.
Im Automatik-Modus wird selbständig zwischen Mensch, Tier und Fahrzeug unterschieden. Endlich kann nun individuell den Autofokus-Bereich mit Rahmen / Zonen eingeengt werden. Fokusfeldgrößen werden jetzt auch ohne Tracking angeboten. 
Das geniale AF-Track-Pad (spezieller Joystick, der nicht bewegt werden muss aus EOS 1D, R3, R1) fehlt wieder!

Bildrauschen
Es wird geredet, die R5 sei hier besser als der Nachfolger. Ich habe es an dutzenden Motiven und unter vielen verschiedenen Lichtstimmungen versucht und das selbst nie sehen können.
Was gemeint ist, dass die Messtechnik bei 6.400 – bis 10.000 ISO bessere Kurven anzeigt – das mag sein.
Ich habe immer sehr viel Wert auf geringes und gefälliges Bildrauschen gelegt. Deshalb haben mich Sony A1, A7RV, Nikon Z9, OMD OM-1, Fuji X-H2, Panasonic G9II auch nie wirklich zufrieden gestellt.
Die Z9 rauscht relativ hässlich, so wie schwarze Briketts und stärker noch als die Sony A1 – also 10.000 ISO sind da schon eine Qual für die Augen. Auch wenn es Entrauschungs-Software gibt, die aber immer auch Bildschärfe/Details raubt. Trotzdem ist die Kamera aufgrund des großen und bedeutenden Z-Bajonetts, für das es die absolut größte Auswahl an AF-Objektiven gibt, für mich der bessere Kompromiss als jede Sony oder Canon.
Die R5 war aus meiner Wahrnehmung beim gefälligen Bildrauschen bis 10.000 ISO bisher die einzige zufriedenstellende Kamera.
Die R5II legt noch eins drauf, die hat sogenanntes Dual-Gain, also 2 verschiedene Rauschempfindlichkeiten oder eine zusätzliche für höchste Empfindlichkeitseinstellungen. Das Bildsignal wird jenseits 800 ISO anders gepusht und behandelt als die niedrigeren Einstellungen.
Bis 20.000 ISO traue ich mich jetzt mit der R5II zu belichten (je nach Licht – bei wenig Kontrast und Licht ist auch sie irgendwann überfordert). Das sind nicht, wie von Canon angegeben 2 Zeitstufen, aber eine volle ist es in jedem Falle.
Die braucht Canon aber auch, weil seine bezahlbar-guten Objektive oft lichtschwächer sind: f:11 – f:8 – f:7.1.
Aber auch sonst ist die neue Kamera allen Nikon-Kameras hier deutlich überlegen und weist weiter Sony und Co in seine Grenzen.

Die Sprünge werden kleiner!
Canon versucht hier mit dem besten Autofokus und einem neuen, schnelleren Stacked-Sensor zu glänzen, dazu der Augensteuerungs-AF und schnelle Filmfunktionen.
Große Sprünge von der R5 sollte man nicht wirklich erwarten, oder doch?
Die Bildqualität können wir im Vergleich zur R5 sichtbar steigern, dazu müssen wir uns nur wieder auf JPEGs oder HEIF einlassen. Denn Canon hat jetzt eine deutliche Bildbearbeitung und Rauschreduzierung an Bord, die sich positiv auf jedes JPEG auswirkt. Das RAW selbst wird jedoch nicht sichtbar besser!
Der AF ist bissiger, erkennt mehr Motive sofort, bleibt aber bei seinen Problemen im Gegenlicht.
Während alle noch über einen Hauch fehlender Dynamik bei 100 ISO streiten (vornehmlich die, die besser Mittelformat kaufen sollten) wird die High-ISO-Performance noch nicht so erkannt. Mein neues Limit bei schattigen Motiven liegt bei 20,000 ISO. Das ist der Bereich in dem Sony (sowohl die 7RV als auch A1) und Nikon Z9/Z8 zu harten Klötzchen neigen, da ist Canon weicher geblieben und besser bearbeitbar. Bei 25.600 ISO geht zu viel Bildinformation, Schärfe und Farben verloren – aber 20.000 ISO sind für schnelle Motive verwendbar und zur Not auch in der Dämmerung nutzbar. Ich weiß, dass es auch jetzt wieder Menschen gibt, die schon 800 ISO als verrauscht empfinden, genauso wie es welche gibt, die viel mehr Schärfedetails bei 200 ISO erwarten. Wie schon gesagt, die sind beim Vollformat sowieso falsch gelandet.
Landschafts-, Architektur- und andere Stativ-Fotografen werden vermutlich auch weiterhin eine R5 von Canon einsetzen, die R5II bringt ihnen nichts wesentliches, bevor sie nicht als R5r mit 60-80 MP erscheint. Und selbst dann würde sie sich nicht mit einer GFX100II messen können und allenfalls eine Sony 7RV überflügeln. Aber für letztere wird ja auch schon ein Nachfolger absehbar. Aus meiner Sicht ist die R5II weiter keine komplette PRO-Kamera – denn wenn ich für einen harten Tag eine Kamera für Dauereinsatz wählen muss, wird die Nikon Z9 von mir zweifelsfrei favorisiert, oder gleich die Sony A1II. Die Canon R1 hätte das ändern können, aber mit 24 MP schießt sie sich ins Aus, wo die Sony A9III bereits ist – beide sind nur interessant, wenn ich sicher weiß, dass ich nicht über 200 mm Brennweite brauche und ich mit Zooms arbeite um keine Bildausschnitte machen zu müssen.
Ganz ehrlich, für nur rund 600€ mehr (Listenpreise unter Berücksichtigung der R5 mit Zusatzgriff) im Vergleich zu einer Nikon Z9 – ist die R5II alles andere als eine PRO-Kamera!
Das beginnt bei der Bedienung, hört bei internen Speicher und dem gesamten Objektivsystem noch längst nicht auf.
Wenn ich diesen Vergleich wage, zur 3 Jahre alten Z9 – dann hat eine R5II selbstverständlich auch geringe Vorteile:
+ Etwas zuverlässigerer AF
+ Etwas bessere Bildstabilisierung (i.V. mit IS Objektiven neuester Bauart)
+ ein schöneres, gleichmäßigeres Bildrauschen, das je nach Licht sogar bei 20.000 ISO noch akzeptiert werden kann
+ HEIF Bilder
(auf bessere Farben, bessere Dynamik und was immer Fans für einen Markenquatsch behaupten, gehe ich hier gar nicht ein)

Objektive:
Leider machen Sony (WW) und Nikon (Tele) vor, wie wir alle am meisten davon haben und Canon probiert Rekorde oder lässt die Zeit gegen sich arbeiten. Die Klassiker an sehr teurem Glaskonstruktionen sind fertig. Der Preis für theoretisch 2-5% bessere und fehlerunterdrückte Transmission steht im krassen Gegensatz zu dem was sonst von Canon geboten wird.
Aber dabei wurde ignoriert, dass Kunden vielleicht viel mehr von: 1.8/14 mm – 1.8/20 mm – 1.4/50 mm – 1.4/85 mm – 2.8/300 mm (Gewichtsvorteil u Preisvorteil!) – 4.5/400 mm – 5.6/600 mm – 6.3/800 mm und von den 80/90er Jahren abweichenden Zooms haben: 2.8/12-24mm – 4.0/20-70 mm – 2.0/70-140 mm – 4.5/50-300 mm – 4.5/100-500 mm
Ich habe nicht den Eindruck, das jeder mit 2.0/28-70 mm und 2.8/100-300 mm unterwegs ist und auch 4.0/10-20 mm – 2.8/15-35 mm begegnen mir extrem selten. Wenn ich den Trinity Nonsens schon lese, fühle ich mich veralbert.
Eine R5II kann bisher auf wirklich wenig spannende Objektive zurückgreifen.

LICHT:
+ grundsätzlich sehr aufgeräumtes und schnell verständliches Menü
+ nur 1 CFExpress Kartenschacht + 1x SD Schacht
+ 5,8 MP Sucher doppelt so hell wie R5
+ Sucher weitgehend frei von Beschlag, mehr Platz für die Nase
+ verbesserter AF – bleibt hinter Sony zurück
+ verringertes High-ISO-Rauschen, auch 20.000 ISO sehen besser aus als bei allen anderen 6.400 ISO
+ endlich erlaubt Canon 1/64.000 Belichtungszeit für hochlichtstarke Objektive und schnelle Szenen
+ der AF reicht bis hinab zu -6.5 EV Empfindlichkeit
+ selbstständige AF-Unterscheidung zwischen Mensch, Tier oder Fahrzeug
+ AF-Bereich kann individuell begrenzt werden
+ Eye-Control-AF II verbessert gegenüber R3 und spürbar besser für Brillenträger
+ teilweise Schalterbeleuchtung
+ 2 seitiges Info-Display

SCHATTEN:
– extremer Preis
– neuer Akku (keine Alternativen passen)
– langsame Einschalt- & Aufwachzeit – keinesfalls PRO-Niveau
– Veraltete Monitor-Beweglichkeit, seitlich mit Parallaxe und nicht abgeschattet v Kamera
– keine Kreuz-AF Sensoren wie R1
– kein Fokus-Stacking in der Kamera
– erstes Bild einer Serie wird fast immer unscharf
– Vorauslösung PRE auf keine Taste programmierbar
– nur 99 Auslösungen (in allen Modi auch bei x1.6) maximal
– dann beginnt die Kamera wichtige Tasten zu blockieren
– Augen-Steuerungs-AF inzwischen brauchbarer, auch mit Brille
– Das AF-Track-Pad (spezieller Joystick) fehlt wieder!
– Motiverkennung schnell verwirrt, das können Sony und Nikon besser
– neue Kamera komplett hinderlich programmiert
– keine 2 programmierbaren Tasten zwischen Griff und Bajonett
– Verbindung zu Apps noch mangelhaft
– Hauptschalter weiterhin schwer mit einer freien Hand zu erreichen
– für den, der zwischendurch filmen will, ist der Drehschalter jetzt links auf der falschen Position
– kein 14 Bit bei Video
– kein GPS
– Dioptrieanpassungs-Rad verstellt sich zu leicht selbstständig
– neue Blitzkontakte, aber jetzt nicht mehr abgedichtet

 

Veröffentlicht in General, Kameras im Test, News-Blitzlicht

 

30. April 2024
Megapixel-Auflösung bei Ausschnitten


Wie viel Auflösung bleibt tatsächlich übrig, wenn man das Foto in der Kamera oder nachträglich beschneidet?

 

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