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Filo Rings

21. Dezember 2022
Monochrome – Gespenst

Ich habe ungezählte, zehntausende Fotos von Menschen in Situationen in SchwarzWeiß entwickelt und vergrößert. Doch uns Menschen ist fast immer das farbige Sehen geschenkt und die Welt scheint farbig zu sein. Deshalb fotografiere ich nicht regelmäßig SW und ich möchte erst recht keine Monochrome-Kamera.
Es gibt trotzdem vor allem bei Porträts gute Gründe die Fotos auf Schwarzweißtöne und Kontraste zu reduzieren. Doch in der Tierfotografie macht es nur selten Sinn – Tiere leuchten nicht umsonst farbig.
Monochrome Kameras wie Leica sie anbietet, sind für mich nie eine ernsthafte Option. Auch dann nicht, wenn sie Vorteile durch noch bessere Kontraste und geringeres Bildrauschen mit sich bringen. Es kann für mich nur umgekehrt laufen, ich kann eine Kamera entweder auf Film-Emulsionen einstellen (Fuji) oder ich stelle erzeuge Farbbilder und wandele sie dann um.
Ein großer Vorteil digitaler Fotografie ist jedoch, ich kann mein Motiv gleich im Suchermonitor auch in SW betrachten und entscheiden wie mir die Umsetzung der Töne und Kontraste gefallen.
Auch Retro-Fotokameras für Filmpatronen halte ich heute für eine verwirrte Idee!
Wo sollen Filme und Entwicklung und Vergrößerungen her kommen?
Wo die Scanner um es dann doch noch schnell und staubfrei zu digitalisieren?
Wo die Verschlüsse die mindestens 1/2000 Sekunde schaffen, wo ausgesprochen gute und zeitgemäße Objektive?
Leica hatte es mit der M6 da einfacher – die allermeisten weden nie eine Film einlegen und die M-Objektive passen seit der ersten M bis zur neuesten – Kein Spiegel im Weg!
Pentax will angeblich den Versuch wagen wieder eine analoge Kamera zu produzieren…
Also wenn, muß Pentax eine spiegelfreie Kamera mit Leica-M-Bajonett produzieren.
Oder konsequenterweise eine 67 Kamera und die wird durch Spiegel und Glasprisma dann wieder 1,5 Kilo schwer.
Ich habe mit Pentax MESuper und LX begonnen ernsthaft zu fotografieren und rund 20 Jahre selbst entwickelt oder Dias belichtet – aber in die Zeitmaschine zurück – will ich auf gar keinen Fall.


Die LX steht hier mit dem besten KB-Suchersystem aller Zeiten neben mir – aber Filme werde ich da nie wieder einlegen und dann versuchen bis maximal 50 mm einwandfrei scharfe Fotos zu bekommen. Das war mit dem 1.4/85 mm bei offener Blende bei Events und Porträts schon schwierig genug und nie vergleichbar, mit dem was ich heute abliefern kann.
Nee Pentax (Ricoh) – eine neue LX stelle ich mir gerne in die Vitrine – aber fotografieren damit? Keine Chance!
Ich bin einfach kein Retro-Mensch. Für mich ist Retro einfach alt, veraltet. Ich höre auch keine Schallplatten mehr und Male nicht mit Bleistiften. Ich würde mir auch keinen alten Porsche, alte Uhren, alte Kleidung aufbewahren – allenfalls als Wertanlage für verirrte Geister, die dann mal wahnsinnig viel Geld dafür zahlen könnten.
Ich bin auch kein Sammler alter Kameras – ich besitze nur ein Dutzend, weil sie mich technisch faszinieren und ihr Wert nicht versandet.
Nur meine alten Fotos, meine Lieblingsfilme, Bücher, Comics, Musik bewahre ich sorgfältig auf.

Wer unbedingt Monochrome will, kann das auch mit Farbe schaffen:

 


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