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Filo Rings

18. Februar 2024
KI und die Kopfschmerzen die sie macht!

“Automatische Super-Auflösung”
schreit es von Microsoft alle Fotografen an.

Tolle Zukunftsaussichten. Na da werden die Klaumeisen aber jubilieren…
Ist das nicht alles Wahnsinn und hat mit Fotografie gar nichts mehr zu tun?
Killt das nicht alle persönlichen Bemühungen?

Angefangen hat der ruinöse Fotografen Killer vor einem Jahrzehnt als man plötzlich aus CAD Daten perfekt geränderte „Produkt Fotos“ generieren konnte. Somit hatte sich die „Brot und Butter Fotografie“ des Studio Fotografen erledigt weil Handelsketten Kataloge hatten sich ebenfalls verabschiedet. Nun bekommen wir „kostenlose“ Skalierung PLUS KI „Kunstprodukte“ oder eine Mischung aus ECHT und FALSCH wie man das auch immer sehen möchte. Ich glaube wir hier machen für unser Leben gerne Bilder/Videos unabhängig von den verwendeten Gerätschaften. Wir halten die Hersteller mit unserem Umsatz am Leben. Wer braucht dann noch eine Systemkamera? Vielleicht Vogelkundler, Event-Fotografen! Den Rest macht jeder mit dem billigsten geschenkten Smartphone –perfekt skalierte „Tele“ Ausschnitte inklusive! Na dann auf ein NEUES! Ich glaube da waren noch Farben, Pinsel und Leinwände im Dachboden – Nö…. geht auch nicht weil die KI Werke wie die von Caspar David Friedrich aus dem Ärmel schüttelt!

Ja es sind sch…. Zeiten für Kreative. Und leben können auch nur noch ein paar Sänger, Sportler und Schauspieler, aber von Fotos?
Man müsste immer wieder einen neuen Dreh finden, der dann rasch kopiert und platt gemacht wird.
Da liegt der gewaltige Nachteil digitaler Welten, jeder kann, überall. Sonst klaut er halt!
KI ist ja nur begrenzt abschaltbar, im Smartphone schon längst nicht mehr und in VF-Kameras auch nicht mehr immer.

Wer von den üblichen Verdächtigen hier, lebt den tatsächlich von seiner Fotografie? Diese sind sicher betroffen, gerade wenn es in Richtung Produkt und Werbefotografie geht. Aber als Hobbyist kann einem doch völlig egal sein, was KI und Co. alles können. Man fotografiert doch für sich und seine Liebsten und hört nicht auf, nur weil es eine KI besser kann. Im besten Fall ist KI ein hilfreiches Tool, im schlimmsten Fall eben nicht. Noch einmal, für berufstätige Fotografen schlimm, aber sonst soll die KI doch machen was sie will, solange die Kamerahersteller dieser Welt nicht aufgeben und die Produktion der Kameras einstellen.

Du hast in grossen Teilen recht, aber in einem Punkt möchte ich widersprechen, denn die KI-Bilder betreffen auch uns Hobbyisten, plötzlich wird mein wirklich gutes Bild abgewertet, weil jemand ein mittelmäßiges Bild mit KI-Inhalten aufpeppt und es neben meinem steht. Und noch etwas, KI-Bilder bzw. die Möglichkeit Bilder der absurdesten Art darzustellen führt zwar kurzfristig zu Ahh und Ohhs, aber mittel- und langfristig zu Desinteresse beim Zuschauer, alleine schon, weil man gar nichts mehr können muss um spektakuläre Bilder zu kreieren.

Das könnte stimmen – wenn man ohnehin nur „seine“ Familie, Hund, Katze, Grundstück beständig ablichtet und diese nicht auch von anderen „genauso“ abgelichtet werden.
Aber ich wollte gar nicht nur aus Berufs-Fotografen-Sicht sprechen… warum sollte ich mit einer aufwendigen Systemkamera reisen, wenn alle mit SP neben mir stehen und alles schon eine Milliarde Mal abgelichtet und durch die KI aufbereitet wurde?
Das Hobby ist doch auch in dem Moment futsch, wo ich nicht wirklich kreativ sein kann und etwas (zumindest im überschaubaren Umfeld) einzigartiges fotografieren und zeigen kann!
Ich kann das sogar auch öfter mit dem SP – aber alle, die diese Fotos dann sehen, machen sie nach und die Idee ist futsch.
So meinte ich das.
Ein Ölgemälde macht noch so leicht keiner nach und ein gemeißeltes Standbild auch nicht – aber das werden Maschinen auch bald drauf haben.

Die Schauspieler und Drehbuchautoren braucht es auch nicht mehr allzu lange und bei Spotify werden mittlerweile PRO TAG mehrere Tausend AI generierte Songs hochgeladen. Willkommen in der Zukunft
Wie meinst Du funktioniert die „automatische Untertitelübersetzung“ auf YouTube? 
Mit dem Platin Business Abo auf Zoom kannst Du das auch haben. Immerhin kannst Du dort auch noch einen menschlichen Interpreter buchen, der dann von irgendwo auf der Welt zugeschaltet ist. Die KI präselektiert für das HR in Großunternehmen auch längst die Bewerber oder monitort die Leistung der Angestellten. KI ist längst überall.

KI ist ein Haufen stinkender Mist

Weil die Kameragehäuse kaum noch wesentlich verbessert werden können und wirklich neue Errungenschaften ausser bei OMDS eher selten sind, versuchen die Hersteller mit künstlich Intelligenten Versprechen auf sich aufmerksam zu machen.
Dagegen spricht jedoch immer, dass die Kamera trotz Millionen eingelesener Motive und Lichtsituationen schlicht und einfach nicht weiß, was oder gar wen wir fotografieren. Tante Gustl hat nun einmal ein anderes Gesicht als Onkel Paul und die Verwandten aus den USA oder den westindischen Inseln haben wieder ganz andere Gesichter, Augen und Physiognomie.
Ganz abgesehen von Landschaften, deren ideale Belichtung und Schärfentiefe bis heute nicht von einer KI erraten werden kann (auch viele Fotografen beherrschen das nicht).
KI ist im alleegünstigsten Falle ein winziger Ausschnitt des Massengeschmacks!
Wir fotografieren jedoch in den allermeisten Fällen, um uns von den Smartphone-Knipsern und allen anderen Reflex-Massen abzuheben. Also diese Gleichmacherei aller Bilder, ist zugleich deren Tod – da bleibt dann null Kreatives übrig, wenn ich mich in die Hände der KI begebe. Vor 35 Jahren ist Minolta mit intelligenten XI Kameras und Programmkärtchen gescheitert und auch Canon’s Barcode Reader verschwanden schnell wieder in der Versenkung. Nur KI ist jetzt gekommen um zu bleiben.
KI kann niemals innovativ sein!
(Es sei denn ein kreativer, innovativer Geist trimmt sie vorher darauf, aber dann folgen wir auch nur diesem Geist und sind ebenfalls selbst nicht mehr kreativ und innovativ!).Der ganze KI-Gedanke ist bei innovativer Fotografie genau genommen von vornherein zum scheitern verurteilt.

KI ist darauf getrimmt Fotos auszuspucken, die Millionen Menschen bereits gemacht haben.

Niemand hat Taubenfotos eingelesen, also scheitern die Kameras an Tauben (Die A9III, R3, Z8, OM-1, G9II, S2 sind keine Ausnahmen). Man hat Millionen von Fotos analysiert um einen stets passenden automatischen Weißabgleich zu bauen. Nur passt er halt nicht bei Motiven, die nicht millionenfach vorkommen. Es verhält sich doch so: Wenn Millionen Fotografen schon Adler mit Fisch im Maul abgelichtet haben – welchen Punkt kann ich setzen, will ich da der Millionundeinste sein? Mit Pinguin-Fotos aus der Arktis könnte man die Straßen pflastern und der CO2-Ausstoß der Flotte an Pinguin-Fotografen-Luxus-Expeditionsdampfern erreicht mittlerweile den von 5 Millionen Autos.
Es ist alles schon fotografiert? Nicht wirklich. Die Welt ist ja jeden Tag auch neu und das Licht lässt alles anders wirken. Es gibt Häuser, Menschen Tiere, Landschaften, die nie jemand gut fotografiert hat, bevor sie abgerissen wurden oder gestorben sind. Es gibt Millionen von Dingen, die Bedeutung haben. Und von denen die KI keine Ahnung hat.
Wir sind individuelle Menschen. Und wenn wir machen, was die KI will, dann kann uns die KI leicht ersetzen, für immer.

NIKON Z9 / Z8 Bildstabilisierung
Nikon, Sony und Canon geben ja neuerdings immer gerne mit ihrer Bildstabilisierungs-Leistung an.
Also Aufnahmen von Eichhörnchen auf kürzerer Distanz mit 4.5/400 mm und TC14 oder 6.3/600 mm aus ruhiger Hand werden bei 1/100 Sekunde allenfalls aus Zufall einigermaßen scharf/unverwackelt.
1/500 Sekunde ist sicher, aber schon 1/250 Sekunde bringt mehr verwackelte Fotos.
So etwas bin ich von der OM-1 im MFT gar nicht mehr gewöhnt, um da zu verwackeln müßte man schon im Sturm stehen.
Auch die Fujifilm GFX100II fällt durch verwackelte Fotos auf, schon bei 250 mm Brennweite und Zeiten, die länger sind als 1/50 Sekunde.
Also glauben Sie bloss nicht alles Marketinggeschwätz!

Foto-Geräte Schwemme 2024
Canon und Nikon und die Gebrauchthändler sitzen auf einem verrückt großem Haufen, von derzeit kaum verkäuflichen Kameras und Objektiven.
Praktisch zeitgleich werden dem Handel jetzt große Mengen an B-Ware von EF-Objektiven und EOS Spiegelreflexen, Nikon F-Objektiven und D-Kameras zugeführt. Genau genommen müßten sie zum halbierten UVP verkaufen und Adapter mitliefern, aber das drückt dann auf die überhöhten Preise von RF und Z-Objektive.
Sony hat dagegen nur ein paar Objektive aus erster Generation E noch in der Halle, die haben ihr altes Bajonett schon lange abgewickelt.
Olympus scheint in den letzten Zügen viel zu viel produziert zu haben und so sitzt OMDS immer noch auf vielen Kameras und Objektiven für MFT.
FujiFilm hat APS-C Fans, ob die noch lange ausreichen? Die Objektivpalette ist großenteils veraltet und lässt an 40 MP-Sensoren gewaltig Federn. Also auch die müssen den Verkäufen mächtig auf die Sprünge helfen. Bei GFX-Mittelformat verhält es sich wohl anders, die wollen mit Macht und Rabatten in den VF-Markt und zumindest zu Nikon und vor L-Bajonett aufschließen.
Nur Leica und Panasonic L haben diese Sorgen eher nicht, produzieren nur kleinste Stückzahlen und verkaufen ohnehin sehr wenig. Für Panasonic ist das eher bitter, denn damit ist klar, dass sich ihr L-Bajonett wohl nie gegen die wichtigeren anderen 3 VF-Bajonette durchsetzen kann.

Was wird aus MFT?
Mancher fragt sich, wie wollen OMDS und Panasonic MFT noch gegen günstiges Vollformat (Canon R8, Nikon Z5 etc) oder deren aufkommendes Halbformat (R7, Z50) überleben? Zumal auch die Objektive durch Konstruktionen wie 9/200-800 mm, 7.1/100-500 mm, 8.0/100-400 mm, 6.3/180-600 mm oder von Tamron und Sigma für Sony jetzt leichter und teilweise günstiger werden.
Das fragen sich aber nur die, die den schnellen Stacked-Sensor  nicht einrechnen oder die Videofähigkeiten von Panasonic.
Allerdings müßten beide Anbieter jetzt neue Konstruktionen vorlegen. Es war ein Fehler, dass oft mittelmäßige 2.8/35-100 mm II und 6.3/100-400 mm II heraus zu bringen, die Änderungen sind zu gering. Es ist auch ein Fehler, einfach die schweren, übergroßen Vollformat-Konstruktionen von Sigma zu übernehmen (150-600 mm an MFT). Das lockt kaum einen noch Fotointeressierten zur Geldausgabe.
Und aus Japan kommen gar noch schlechtere Nachrichten als man bei uns schon täglich hört, die Gesellschaft ist überaltert (noch deutlich stärker als bei uns) und die älteren geben kaum noch Geld aus, alle sparen und das Hobby Fotografie liegt im Siechtum. Auch das Filmen wird daran nichts ändern. Denn Teles muß man am soliden Dreibein-Stativ mit hochwertigen Dreh-Schwenk-Neige-Kopf betreiben und sich viel Arbeit mit Ton und Schnitt machen. Das ist für die Jungen erst einmal sehr reizvoll, doch wenn sie merken das sie bei YouTube den ganz kurzen Geldhalm ziehen und alle zigtausend “Verfolger” weder glücklich noch reich machen, dann ist auch das vorbei.
Der Vorsprung von professioneller Musicvideo-, Werbe-, Spiele-Industrie (von Kino- und Netflix/Apple/Prime Filmen ganz zu schweigen) und den leidensfähigen Naturfilmern ist einfach zu groß. Da hält kaum jemals jemand lange mit.
Ich selbst bleibe zuversichtlich und bin mit 4.5/150-400 mm und 2.8/40-150 mm bestens ausgestattet. OMDS hat einfach noch großen Vorsprung in elektronischen Ausstattungs-Merkmalen.

Panasonic hat jetzt doch noch seine Kompakt und Super-Zoom-Kameras komplett abgewickelt und stellt keine mehr her.
Sony und Canon und ein bisschen auch Nikon sind hier die letzten Mohikaner.

Gerüchte?
“Gerüchte kommen von irgendwelchen Maulwürfen, die nicht so leicht zu identifizieren sind. Eventuell sitzen die auch beim Zulieferer, der 2 und 2 zusammenzählt um sich sein Bild zu machen. Wenn die neue Kamera fertig entwickelt ist, dann kommen die Zertifizierungsstellen ins Spiel und kurz vor Erscheinen des Werbematerials und Videos/Fotos fürs Netz. Spätestens dann sickern belastbare Informationen durch. Hersteller haben in der Regel überhaupt kein Interesse daran, dass Informationen über neue Produkte ans Licht kommen. Einfach, weil sich die alten Produkte schlechter verkaufen, wenn bald ein verbesserter Nachfolger zu haben sein könnte. Das gilt nicht nur für Kameras.”

Diese Meinung halte ich für nicht stimmig! Heute nicht mehr!
Hersteller wollen unbedingt vorher wissen, was der Markt noch für gutes Geld in großen Stückzahlen kaufen will!!!
Und dazu dient eben auch das lancieren von „Ideen“ und „Konzepten“ und die Reaktionen darauf.
Wer glaubt, da liest keiner mit, irrt sich gewaltig.
Da entwickelt keiner mehr etwas in der einsamen Fabrikhalle.
Schon vor 20 Jahren wurde ich von den japanischen Konstrukteuren auf der Photokina befragt (als wir im Gespräch über neue Objektive fachsimpelten) wie viele lassen sich verkaufen?
Das Herstellen war nie ein Problem, letztlich lässt sich vieles an Objektiven günstig herstellen (abgesehen von Marketing, Vertrieb etc) und später mit viel Gewinn verkaufen.
Aber heute wird die Schere immer enger, schon ein paar Flops, falsche Preiskalkulation oder zu harte Konkurrenz und jeder Hersteller gerät ins taumeln.
Rumors-Seiten sind Gold wert – für die Hersteller und werden sehr genau gefüttert.
Ich wäre auch sehr dafür hier mehr Umfragen zu platzieren, um genau weiterzugeben, was viele von uns wollen.


Tamron 6.3/50-400 mm kaufen?

Oder sonst ein 100-400 mm Zoom?
Kaufen Sie sich kein 5.6 oder gar 6.3/100-400 mm, auch nicht das schicke Tamron 6.3/50-400 mm.
Ich durfte es kürzlich wieder testen.
Es kann einfach nicht wunderbares, keines von ihnen!
Das Canon 2.8/70-200 mm wäre brauchbar, wenn es doch nur Konverter dafür gäbe.
Panasonic/Leica bauen erst keine Konverter.
Nikon mit seinem Z 2.8/70-200 mm weiß immerhin wie Schärfe geht und beide TC’s passen.
Noch besser gelingt es mit dem Sony 2.8/70-200 mm GM II –
warum jemand von Tamron oder Sigma diese albernen 50-400 mm oder 100-400 mm Zoom’s kauft, werde ich nie verstehen.
Ach so ja, sie kosten nur 1200-1500€…

 

Ich lerne es gerade wieder einmal,
ich muß mich intensivst mit der Mittelformat auseinandersetzen, um ihr Potential auszuschöpfen und ihr auch den Zauber zu entlocken.
Trotz modernster Technik und aller Regeln und Moden – denen man auch gerne mal ausweichen darf – gibt es trotzdem das geschulte Auge und ein einfühlsames Herz & Hirn hinter jedem eindrücklichen Foto.
Also alle Technik und alles Geld nutzen nicht wirklich viel, wenn man nicht seine Maler & Dichter kennt und kein Gefühl für die Motive entwickelt.
Aber die Kamera/System-Beherrschung muß sein. Man muss sich Zeit geben.

 


Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht