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Filo Rings

Kategorie ‘General’

22. Juli 2022
Juli – Besser wird’s nicht mehr

Durch die Entwertung unserer Euro-Währung gegenüber dem lästigen Dollar, sind weitere Preissprünge bei allen Elektroartikeln, Fotogeräten und eine weitere Verknappung zu erwarten. Auch Smartphones, mit ihrer kurzen Haltbarkeit, gibt es bald nicht mehr für 1400€, sondern erheblich teurer. Qualitäts-Markt-Führer Apple war klug genug auf eigene Chips zu setzen und deren Produktion auch wieder schrittweise in die USA zu holen. Und wer glaubt mit einem Chinaphone zu sparen, der soll das tun und den höheren “Preis” dann später nachzahlen.
Und so ähnlich, wenn auch etwas ungefährlicher sehe ich es auch mit den Chinalinsen, in Massen überschwemmen sie den Fotomarkt. Ich gehe kaum noch darauf ein, aus gutem Grund.
Ich kann vom Kauf generell nur abraten. Wenn ich schon mit einem Foto-System fotografieren und Filmen will, dann doch auch konsequent mit japanischem oder deutschem Glas.

Mit jedem Kauf von der China-Ware reduzieren wir die Auswahl und Innovation der japanischen Foto-Industrie, das sollte jedem klar sein. Nicht dass ich ein ausgesprochener Japan-Fan wäre, aber schaue ich mir an was uns Leica mit japanischer Technik zum durchgeknallten Preis verkauft, also dann sind mir die letzten japanischen Hersteller lieber.
Die Auswahl an Bajonetten schrumpft, der Höhepunkt von 2018 ist überschritten, ab jetzt geht es nur noch Bergab.
Auch wenn einige Systeme scheinbar noch produziert werden, doch Canon EF, EF-S, EF-m, Nikon F, Pentax K, Pentax 645, Leica TL spielen am Markt keine Rolle mehr.
Besonders das Beispiel Pentax ist hier sehr bitter, nach furiosen Z645,  K3 und K1 Kameras kann man nicht mehr mit der Technik schritt halten, will nicht spiegelfrei anbieten und wird deshalb sang und klanglos verschwinden. Bei Canon und Nikon wird es wenigstens einen Nachall auf die jahrzehntelang erfolgreichen Bajonette geben.
Geblieben sind uns realistisch nur 7 Bajonette:
Sony Alpha E
Canon RF
Nikon Z
Leica-Panasonic-Sigma L
Panasonic-OMS MFT
Fujifilm FX
Fujifilm GFX
Vier mal Vollformat, und je einmal Mittelformat, Halbformat, MicroFourThirds.
(Von DJI-Hasselblad soll zwar wieder eine MF Kamera kommen, aber große Bedeutung sehe ich darin nicht. Auch Sony soll angeblich ein Mittelformat-Kamera-System planen und Leica S ist auch noch da)

Ich habe zur Zeit Sony Alpha 1, Canon R5, Nikon Z9 und OMS OM-1 zum testen aller Objektive zur Verfügung (und zum Verleihen an die Leser).
Vier Pro-Kameras, das hatte ich auch noch nie. Aber die Einschränkungen zu den nächsten Kameras sind einfach zu groß, als das sich für mich A7IV, A7RIV, R6, Z7II lohnen könnten.
Die OM-1 werde ich jetzt bald im Familienkreis abgeben, da OMS nicht in der Lage ist, mir dauerhaft ein 4.5/150-400 mm Tele zu beschaffen. Damit bleibt die Kamera aber immer im Zugriff.
Mein Hauptsystem bleibt Sony, auch wenn ich es die letzten Monate kaum verwendet habe – das lag aber am intensiven Test vieler Nikon-Objektive. Dass jetzt Nikon bei mir Sony ablöst sehe ich noch nicht. Nikon ist sehr schlecht gestartet und nur die Tele-Objektive reißen es jetzt nicht heraus. Im WW-, Normal, Macro, und kleinem Tele-Bereich sehe ich Nikon weiter für mich nachteilig. Aber ich teste mich durch, an der Z9 sieht einiges anders aus, dazu bald mehr.
FIRMWARE
Inzwischen konnte ich schon wieder einige Zeit mit der neuen Z9-Firmware arbeiten, doch leider ändert das nichts wirklich an der Erkennung, kleiner, kontrastarmer Motive und weit entfernter Motive und wenn schnelle Motive verfolgt werden sollen, der AF sitzt nicht so häufig richtig auf den Augen – und anerkante Kollegen wie T&C Northrop und andere, kommen zu dem gleichen Schluß,
Wir haben die relativ wenigen 493 AF-Messfelder (im Vergleich zu über 1000 bei Canon und OM-1 und 759 bei Sony), sowie die Motoren in den neuen Teles im Verdacht, die offensichtlich mehr für gleichmäßiges Fokussieren im Video-Modus als für High-Speed-Fotografie ausgelegt sind.
Ich stehe da im regen Austausch und vertrete keine Einzelmeinung. Und es liegt mir absolut fern, da irgendeinen Hersteller zu bevorzugen, mir sind die Namen und Hersteller gleichgültig, ich will nur bessere Chancen auf der Motivpirsch. Und ich hätte ja nicht Z9 und Z800 gekauft, wenn ich nicht hoffte, das Nikon sich da noch verbessert. Eine weitere Verbesserung ist bei der Erkennung von Menschen und der Schnelligkeit bei der Augenerkennung realisiert worden.
Und umso erstaunlicher, habe ich die Tage bei einem Schwarm mit Staren wieder festgestellt, wie schnell und gleichbleibend das Canon 11/800 mm, trotz der Lichtschwäche, da dran bleibt und sich kaum beeirren lässt. Es sind 4 komplett unterschiedliche AF-Philosophien und Canon hat da mit seinem Double-CMOS offensichtlich einen Vorteil.
Inzwischen habe ich auch das Z 4.5/400 mm S zur Verfügung und schon einiges an Fotos damit realisiert, auch dazu werde ich einen eigenen Bericht liefern.
Bei Canon steht jetzt auch eine Verbesserung der Firmware an – die werden versuchen ihren Vorsprung zu halten.
Olympus hat deutlich durch die neue Firmware gewonnen und ist kaum schwächer als Canon und Sony.
Nur Sony ist extrem ruhig, entweder abasten sie wirklich an etwas Großem (Mittelformat) oder sie warten einfach mal was Nikon und Canon so auf der Pfanne haben um dann mit weiteren Neurechnungen und Konstruktionen wieder alle Aufmerksamkeit auf sich zu beziehen.
Gerade hat Canon neue Firmware für R3, R5, R6 zur Verfügung gestellt. Diese hilft hauptsächlich der R3 um noch schneller und noch effizienter zu werden, bei der R5 bringt sie nicht viel neues.
Es bleibt dabei, dass Canon leider nicht Faktor 2.0x erlaubt und auch sonst vieles ausbremst.

Es sind wieder zahllose Gerüchte im Umlauf über neue Objektive von Canon, Sony und Co – Patente werden geschützt – aber das heißt noch gar nichts, da können wir keinen Penny drauf verwetten.
Ich bin weiter sicher, dass irgendwann ein 2.0/70-140 mm L kommt und ob ein 1.8/135 mm L oder gar ein 1.4/135 mm kommt werden wir sehen.


Die Fotos entstanden auf Sylt – ich war das erste Mal da und habe mal in die meisten Ecken hinein geschaut – mein Gesamtfazit: Leider geil!
Neben Helgoland ist die Insel ein echtes Licht Deutschlands, muß man erlebt haben.
Auch Amrum fand ich grossartig, außer dass die da automatische Bürgersteige haben, die Mittags und früh Abends hochklappen – die Insel ist mehr etwas für die unbedingte Erholung,
verwunderlich, dass es da Internet gibt 🙂
Fotos mit iPhone 13 Pro.

Alles andere und wie wir verkohlt, verstrahlt, verwindet und ausgequetscht werden…
Alle wundern sich, warum auch der Strompreis um 91% seit Februar gestiegen ist, das ist so einfach wie unglaublich, weil wir einen kleinen Teil des Stroms durch die Verstromung von Gas herstellen und der Gesamtpreis  an der teuersten Herstellung des Stromes bemessen wird!
Mein schlimmstes Thema, Atom-Kraft, ein Lebenstrauma. Unglaublich? Schaut mal “Plusminus” vom 20.07. in der ARD-Mediathek.
Jetzt schaufeln sich Stromkonzerne Milliarden-Gewinne in die Kasse – Kriegsgeld – sie werden vermutlich jeden Tag den Aggressor P. preisen. Und unsere Regierung kann und will offensichtlich nicht sofort dagegen handeln.
Die absolut schlimmste Variante uns mit Energie zu versorgen, diese wie sogar heute noch zu einem großen Anteil in die Nachbarländer zu verkaufen
Nichts haben wir so teuer, mehrfach bezahlt wie die A-Kraft und es hört nicht auf, schon wieder diskutieren Geldgeier und die größten Dammschwätzer darüber die A-Kraft weiter zu nutzen – weil andere es ja auch tun und wir sie jetzt brauchen. Man möchte diese Menschen auf dem A-verseuchten Planeten zurück lassen, wenn es doch nur einen zweiten gäbe.
Wir werden hier verarscht, es ist weit schlimmer als die Tiere gehalten werden und nur minimal besser als in Diktaturen, wir leben in der Diktatur des Geldes – Demokratie ist nur ein offenes Mäntelchen, aber keinesfalls real existent.

Also Gaspreise 140% teurer, Strom 91% gestiegen, Ölpreis explodiert, erheblich gestiegene Zinsen, Wertverlust der Währung, weiter gestörte Lieferketten, ach ja die Pandemie gibt es auch noch und wir sind die Dümmsten in diesem Spiel.Und das alles ist noch nichts gegen die Aufheizung des Planeten und über 1000 Hitzetote in Portugal nur diesen Sommer.
Das jeder schützt, was er hat, liegt ja leider in unserer Natur und daher haben selbst die schlimmsten Parteien wie FDP, AFD und Co eine Berechtigung bei einigen Einwohnern des Landes.
Aber wir müssen jetzt schnell und schmerzlich lernen zu teilen, zu verzichten und trotzdem gut zu leben – bzw. sogar besser.
Es darf nicht sein, das einige – nicht wenige Porsche fahren, andere sogar eigene Flugzeuge und Inseln besitzen und der Rest ausblutet und vertrocknet.
Keiner weiß wie und es ist alles miteinander verwoben und viel komplexer als alle Worte – aber es muß eine Systemveränderung her.

Ich denke, wir sollten uns alle jeden Tag wieder klar machen:
Reichtum entsteht nur dadurch, dass wir anderen etwas wegnehmen oder Erben (dann haben die Vorfahren das mit erledigt) und vielleicht noch ein bisschen durch hohe Nachfrage für ein Produkt oder eine Leistung. Wir alle tun das, meist unbewußt, aber oft auch ganz bewußt.  Ich bin da auch nicht besser als fast alle Menschen hier im Land. Auch ganze Staaten tun es durch Steuern, die viel zu hoch oder doppelt und dreifach erhoben werden.
Gestern kam ein Bericht, dass die ganzen Beamtenruhestands-Rücklagen durch Aktien-Portfolios mit ExxonMobile, Nestle und hundert anderen “Dreckfirmen”, die den Planeten jeden Tag verarmen und brennen lassen und die Menschen ausbeuten und wegen denen es hier erst zu den heißen Sommern, Katastrophen und Krankheiten gekommen ist. Kapitalismus ist keinesfalls besser als Diktatoren die Länder und Menschen , von Natur und Tieren ganz zu schweigen, ausbeuten. Wer Aktien und Geldanlagen nicht extrem sorgfältig aussucht und überwacht – macht sich erheblich schuldig am Zustand der Welt.
Ich “teste” auch ganz andere Dinge, so habe ich mir jüngst aus persönlichem Bedarf wieder Rasierer genauer angeschaut. Die Platzhirsche Braun und Philips finde ich für mein Gesicht letztlich oft weniger geeignet, die Geräte sind laut und sehr überteuert. Die meisten Friseure bei denen ich war, verwenden Panasonic, so kam ich schon vor gut 15-20 Jahren zu der Marke. Sie sind haltbarer und effizienter, wer täglich lange rasiert, weiß das dies entscheidend ist. Meinen LS -EV67 habe ich vor gut 6 Jahren gekauft und jetzt wurden mir die Scherblätter zu teuer, rund 50€ beim Preis von rund 150€ für den gesamten Rasierer sind happig. Japaner verfolgen ja oft die Praxis, preiswertes Grundgerät, aber teure Ersatzteile!
Trotzdem, bevor ich jetzt das Scherblatt wieder erneuere, habe ich mir das gesamte Gerät noch einmal gekauft. Er hat exakt das gleiche Aussehen und die Bezeichnung und wie mein bisheriger, die Neuheitenzyklen sind hier nicht häufig, Motoren und Scherblätter ausgereift. Doch so stimmt das nicht.
Was mich immer ärgerte, vor allem beim Campen, war meist der halbe Campingplatz wach, wenn ich den Rasierer anwarf und im kleinen Bad dröhnt er gewaltig in den Ohren. Ganz anders der Neukauf, er ist hörbar leiser und angenehmer, das Rasurergebnis gelingt noch besser und schneller.
Ja es ist aus Umweltschutzgründen nicht gut, wenn man ganze Geräte öfter tauscht, allerdings wenn die neue Technik einen solchen Sprung macht…
Und so ist das bei vielen Dingen unserer täglichen Benutzung, sie sind entweder nicht zu Ende gedacht (was ist das schon?) oder es gibt neue Erkenntnisse und am Ende steht das bessere Ergebnis.
Wirklich sparen sollten wir vielleicht wirklich besser bei der täglichen Dusche und bei den Raumtemperaturen um den Planeten und sich selbst weniger zu belasten. Und Klima-Anlagen sind eben des Teufels Rattenschwanz in dieser Problematik. Einerseits dienen sie der Arbeitsfähigkeit und Sicherheit – andererseits vernichten sie das Klima auf diesem Planeten für immer.
Menschen leben in großer Menge da, wo sie besser nicht siedeln (Beispiel: Washington D.C., Ahrtal und 1000 andere Plätze).

Nach meinen Gedanken können sich Menschen ruhig die Köpfe einschlagen – aber die Colatteral-Schäden: Tiere, Pflanzen, Umwelt – bin ich nicht bereit zu akzeptieren!
Ich sage inzwischen auch Veganern, Vegetarierin etc mit Nachdruck: Auch Pflanzen sind Lebewesen mit Gefühlen und Sozialwesen!
Wir alle wissen viel zu wenig – zu wenig über Zusammenhänge, vergessen und beachten zu viel.
BESSER WIRD ES NIE MEHR!

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

 

14. Juli 2022
Lichtmalerei mit Canon 2.8/100 mm L Macro SA

Wasserbubbel aus einem Brunnen.

Ich habe mir jetzt doch das RF-Macro von Canon mit SA gekauft.
Denn heute ist mehr begehrt denn ja, die persönliche, einzigartige Kunst-Fotografie, die nicht von digitalen Programmen und Smartphones realisiert werden kann!
Es gibt die Lichtmalerei jenseits der superscharfen Fotografie und die habe ich immer besonders geliebt.
Das beste Beispiel dafür war seit 83 Jahren das Leica M-Thambar und jetzt will ich wissen, was mit dem Canon 2.8/100 mm L Macro SA geht.
Derzeit versuche ich es noch spielerisch auszuloten.
Endlich sind Lichtbubble wie sonst nur mit dem sehr alten einem Leica Thambar 2.2/90 mm oder anderen sehr alten Objektiven möglich.
Ich habe das ganze ausgereizt, Canon R5 mit 1.6x Faktor und offene Blende im starken Gegenlicht das herabperlende Wasser eines Brunnens abgelichtet und dabei SA ganz eins plus gedreht und manuell fokussiert.
Extrem scharfe Fotos kann das Macro-Objektiv bis 1,4:1 sowieso – doch mich interessieren seine anderen Eigenschaften.
Was wirklich wieder zum verzweifeln ist, es sind keine Konverter dafür erhältlich. Ein Ausschnitt mit 160 mm und dann nur 17 MP befriedigt nicht komplett – da bringt die R7 hoffentlich eine weitere Verbesserung. Trotzdem wäre mehr Brennweite hilfreich und ein 1.8/135 mm SA bis etwa 1:2 wäre noch ein Traum.
Solche besonderen Objektive sind das Salz in der Suppe, ohne wird schnell alles fade.

Bevor ich jetzt abschweife, zwei Bilder die verdeutlichen wie stark der Unterschied mit diesem einmaligen Macro-Objektiv ist:

Bild I = Normal
Bild II = maximale Einstellung Plus
Bild III = maximale Einstellung Minus
Zum Glück blieb meine Modell-Mama ruhig sitzen und genoß ihre Nuss – weil oft genug beschwert sie sich laut genug über meine Anwesenheit, sie ist meine Anwesenheit und Kameras noch nicht gewohnt: TschakTschakTschak…

Nikon und Sony lassen derzeit solche Objektive vermissen.
Obwohl alles einmal mit Nikkor 2.0/135 mm DC und 2.0/105 mm DC sowie mit Minolta 2.o/100 mm STF angefangen hatte – nach dem Leica Thambar-M (Thambar bedeutet: Von Schönheit geblendet) aus den 30er Jahren (1935 – es wurden nur rund 3000 Stück gefertigt), natürlich. Verschleiern, blenden und verwischen konnte schon das Thambar und jetzt auch das Canon 2.8/100 mm L Macro.

Heute kann man endlich die Wirkung solcher Objektive im Sucher sehen und annähernd beurteilen. In der Canon R5 sahen die Ergebnisse im Moment der Aufnahme noch mal deutlich spektakulärer aus und in der fertigen Bilddatei sind sie leider etwas gedämpft. Woran das genau liegt kann ich noch nicht sagen. Aber mit einer Spiegelreflex war die Bildwirkung gar nicht abschätzbar. Ich konnte dang meinem Freund FGM ausgiebig mit dem Leica M-Thambar und Zentralfilter von 1935 mm fotografieren. Das war leider keine pure Freude, weil der Sucher eben nicht zeigt, wie die Motive dann wirken und auch in der Rückschau die Wirkung nicht komplett zu erahnen ist.
Ein original M-Thambar gibt es seit 2020 wieder für verrückte 5950€. Sein stufenlos einstellbarer Blendenbereich reicht von 1:2,2 bis 1:25 bei 90 mm Brennweite. Die Weichzeichnung ist bei größter Blendenöffnung am intensivsten und läßt dann kontinuierlich nach, bis das Objektiv bei Blendenstufe 1:9 beginnt, knackscharf abzubilden. Ein serienmäßig mitgelieferter Zentralfilter bringt einen nochmals minimal weicheren Effekt und ist im Blendenbereich von 1:2,3 bis ca. 1:7,5 verwendbar.
Der spezielle Weichzeichnereffekt nimmt zum Bildrand hin zu. Das Thambar hat eine einzigartige Bildwirkung die abgeblendet zusätzlich von einer sehr aufwendigen Blendenkonstruktion mit 20 Blendenlamellen unterstützt. Diese beschert ein besonderes Bokeh mit teilweise kreisrunden Abbildungen bis tief in den Fotohintergrund.
Genau so kann das Canon 100 mm L Macro nicht brillieren, es hat nur 9 Lamellen und abgeblendet sehen die Kreise nicht mehr so gut aus.
Trotzdem stößt Canon hier endlich wieder in den Bereich der künstlerischen Linsen vor.

Die weiche Welle und wie sich die Porträt-Fotografie entwickelte.

Die beliebteste Brennweite ist bis heute das 85 mm, das wurde bis an die Grenzen getrieben und es gab früh 1.7/85 mm und Canon hat seit 1989 ein 1.2/85 mm
Für mich beginnt alles mit dem Leica 2.2/90 mm Thambar – damit hat Leica den blinden Fleck mit der Zentralblende im Bildzentrum erfunden.
(FGM: Der Vorsatz zum Thambar wird gemeinhin als Zentralblende bezeichnet, weil er die zentralen Strahlen ausblenden soll. Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand hat kein anderer Hersteller dieses System für die Weichzeichnung benutzt. Verbreitet war die Siebblende (Imagon), die Duto-Scheibe mit den konzentrischen Ringen und das Zeiss-Softar mit einer Oberfläche nach Art von “Rauhputz”. Und da gab es noch das Variosoft von Minolta, bei dem die Position der Linsen zueinander verändert wurde. Eine Zentralblende als Zubehör gab es m. W. nie zu kaufen, die muss man sich wohl selbst basteln. Oder man hat eben das Ding vom Thambar. Einzeln ist die absolut nicht zu bekommen, es gibt genug unvollständige Thambare, deren Besitzer praktisch keine Aussicht haben, ihr Objektiv zu komplettieren. Von manchen Leitz-Sachen gibt es zwar Replikas, aber da Leitz sehr aufwendig gearbeitet hat, sind diese Replikas in der Regel unverschämt teuer und manche Sachen kann man mit vertretbarem Aufwand gar nicht nachbauen. Denn wenn schon Nachbau, dann muss es aussehen wie das Original.  Was ich irgendwo noch haben müsste, ist eine aufsteckbare Siebblende, wenn ich mich recht erinnere, sogar verstellbar wie beim Imagon.  
Ein Objektiv habe ich noch, dass einen Test lohnen würde. Das Astro Portrait 2.3/150 aus der Vorkriegszeit  ist zwar kein expliziter Weichzeichner, aber als Portraitobjektiv mit mäßigem Kontrast konzipiert worden. Zusammen mit der großen Öffnung und mit der geringen Schärfentiefe gab das schon die Bilder, die in der Vorkriegszeit als “künstlerisch” begehrt waren. Und dann noch unvergütet. Da Astro die Wechselstelle seit den dreissiger Jahren nie geändert hat, habe ich auch einen Adapter für Leicaflex, mit dem R-Adapter geht es also sogar an die EOS. Und an mFT kriegt man ohnehin Alles dran. Und wenn wir schon bei Weichzeichnern sind: Das Leitz Summarex 1.5/85 und das Hektor 2.5/125 sind bekannt dafür, bei voller Öffnung sehr weich zu zeichnen, bei Abblendung werden sie dann richtig scharf.  Das 125-er wurde sehr gerne für Portrait benutzt. Die sind bei mir beide vorhanden.)

Das umgekehrte Prinzip: Apodsitation ist die absichtliche Vignettierung der Randbereiche – die Bildmitte bleibt unverändert und scharf. So etwas gab es schon früh als Filter in der Großformatfotografie um unerwünschte Vignettierungen bei Superweitwinkel-Konstruktionen zu korrigieren.


»Das Thambar Objektiv ermöglicht Aufnahmen mit einer romantischen Bildästhetik , die in dieser Form mit anderen Objektiven nicht realisierbar und
die auch heute in digitaler Nachbearbeitung nicht reproduzierbar ist.«
Viele Hollywood-Star-Fotos sind in den 30ern mit dem Leica Thambar entstanden.

 

 

Bemerkenswerte Weichzeichner und Bokeh-Zauberer:
– Voigtländer Petzval (1840) f:1:3.6 erlaubte erstmals scharfe Porträts mit Belichtungszeiten unter 1 Sekunde
– Leica Thambar 2.2/9 cm (1935) 2984 Exemplare mit Zentralblende
– Rodenstock Imagon
– Dreamagon 4.0/90 mm
– Lomography Zenith Petzval 2.2/85 mm (2013 – Wirbel Bokeh)
– Lomography Zenith Petzval 1.9/58 mm (2016 – Wirbel Bokeh)
– Meyer-Görlitz 2.8/100 mm Trioplan (2015 – 15 Blendenlamellen, 3 Gläser = Seifenblasen-Bokeh)
– Leica Thambar 2.2/90 mm (2017)

 

 

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12. Juli 2022
Neue Canon VF-Objektive 1.8/24 mm Macro & 6.3/15-30 mm

 

Grundsätzlich muß ich Canon loben, dass sie immer wieder Objektive herausbringen, die – wie soll ich es ausdrücken? preisgünstig? für preisbewußten Einsteiger und Massen-Linie, sind?
Das Problem ist, 700€ und 750€ sind ja alles, aber kein Kleingeld, auch nicht für die vielversprechende Weitwinkel-Festbrennweite die jetzt auch 1:2 kann und sogar f:1.8/24 mm Lichtstärke bietet und noch weniger für ein 4.5-6.3/15-30 mm Zoom, auch wenn es KB-Vollformat ausleuchtet.

Allerdings im Vergleich mit MFT, wo Objektive wie 2.8-4.0/8-18 mm, 2.8/7-14 mm und 4.0/8-25 mm angeboten werden, die alle einen Listenpreis von gut jenseits 1000€ haben – ist Canon hier schon wieder mit 700€ sehr preiswert. Zumal die Objektive für MFT der Bildsprache eines f:8.0 oder allenfalls f:5.6 entsprechen. Und bei Fujifilm FX oder Sony E  ist es keineswegs besser und alle diese sind nicht für Vollformat gerechnet wie das neue Canon. (Die Lichtstärke sieht stärker aus, letztlich macht das aber ein großer VF-Sensor durch gesteigerte Lichtaufnahme mindestens 1-2 Blenden wett)
Auch bei Gewicht und Abmessungen können alle Objektive für kleinere Sensorformate Canon hier nicht einholen.
Es kommt eben immer darauf an, in welchem Verhältnis man die Zahlen betrachtet.
Canon erhöht damit seine RF Objektivangebot auf 30 verschiedene Exemplare plus 2 Telekonverter und hat darin auch zwei Objektive für das neue Halbformat realisiert.

Beim neuen 1.8/24 mm IS STM Macro haut Canon, wie schon mit dem 1.8/35 mm IS STM Macro, eine Kerbe wo sonst alle anderen nur “langweilige” Einheitsware bieten, die oft über 1000€ kostet und nur 1:4.5 (1.8/24 mm) Abbildungsmaßstab bieten. Ob das gegen die aktuellen Smartphones mit Super-Macro dann ausreicht, ist eine ganz andere Frage, aber ein 24 mm Macro bis 1:2 mit hoher Lichtstärke hat es bisher nie gegeben. Tamron war bisher der einzige, der solche Macro-Eigenschaft bot, aber nur mit Lichtstärke f:2.8 und mit Preisen von 550€ bis 650€ fast schon grotesk teuer.

 

Was ist sonst so passiert…
Klangheimlich haben sich weitere zwei Foto-Systeme verabschiedet:
Leica hat sein CL-Halbformat-System beerdigt – sehr schade, aber hier fehlte es wohl am Willen eine preiswerte Alternative aufzubauen.
Canon verabschiedet sich leise weiter von seinem ersten spiegelfreien System, Canon-M.
Leider hatte hier Canon ein abgewandeltes Bajonett, das jetzt nur noch mit EF-DSLR-Objektiven von früher kompatibel ist.

 

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