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Kategorie ‘General’

26. Januar 2012
Sony Zeiss Sonnar T* 1,8/24 mm NEX

Da ist es ja endlich – der zeitbeste Grund eine Sony Nex Kamera zu kaufen – das Sony Zeiss Sonnar T* 1,8/24 mm

Es bietet den oft begehrten Bildausschnitt eines 1,8/36 mm Reportage-Objektivs, dass man im letzten Jahrhundert sehr gerne und erfolgreich einsetzte.

Die Verpackung ist monströs, 20 cm lang 11 cm breit und hoch, zunächst glaube ich an eine Verwechslung, besonders weil ich die handlich-kleinen microFourThirds Objektive gewohnt bin. Deren Kartons sind selbst bei mehr Brennweite halb so groß.
Nach vorsichtigem Lösen des weißen Sony Siegels st0ße ich auf dicke Wellpappe und fein abgeteilt, auf vier klein gefaltete Bedienungsanleitungen, eine auch auf Deutsch. Und – das ist eine Besonderheit bei Zeiss-Objektiven – ein Zettel mit der Seriennummer, dem Linsenquerschnitt und einer echten japanischen Unterschrift eines japanischen Inspektors – der dieses einzelne Objektiv zuletzt in seinen prüfenden Händen hatte. Unter der Wellpappe kommt ein schwarzer Kunstlederbeutel mit einem orangenem Rand zum Vorschein, der auch mit 15 cm Länge und 9 cm Durchmesser, riesig wirkt.

Das Sonnar-Objektiv ist dann zum Glück doch nur noch 6,5 cm lang und mit aufgesetzter Sonnenblende 7,5 cm dick. Mit  Deckeln und Sonnenblende belastet es meine Tischwaage mit 270g Gewicht.

Die Sonnenblende macht einen Hochwertigen Eindruck, scheint auf den ersten Blick sogar aus Metall. Erst bei genauerem Hinsehen entdecke ich das ein 2 cm breiter, hauchdünner Aluminium-Ring in die Polycarbonat-Sonnenblende eingelassen ist. Clever! Genauso sind ja auch schon die Objektive verarbeitet, Metallfeeling kaschiert das Innenleben aus hochwertiger Plaste. Also wenn schon Plaste, dann so. Panasonic kann das mit seinem 2,5 cm kurzen 1,7/20 mm Pancake, dass nur 100 g wiegt allerdings sehr leicht toppen. Und selbst das Leica Summilux 1,4/25 mm mFT ist merklich kürzer und leichter. Richtig geil ist die Naheinstellgrenze der Zeiss-Festbrennweite, 7 cm ab der Frontlinse des Objektives – da weiß ich sofort was mich bei Leica-M-Objektiven immer ärgert… 70 cm sind heute eine Zumutung. Abbildungsmaßstäbe von 1:7,7 (Panasonic) und schlimmer machen mir nicht wirklich Freude – doch das schwarze Sonnar bietet 1:4 – das ist eine ganz andere Welt bei dieser Brennweite.

Der Autofokus ist mir immer bisher besonders wichtig und auch das schöne Zeiss Objektiv ist wieder relativ langsam, sowohl an der Nex 5n als auch an der Nex 7. Das ist jetzt ein gefühlter Eindruck, die Panasonic G3 ist mit 1,7/20 mm noch langsamer, aber die Olympus E-P3 fokussiert mit allen Festbrennweiten erheblich schneller und sicherer, auch bei wenig Licht. Hier muß Sony noch mächtig nachlegen und die kommende Olympus Kamerageneration wird noch schnelleren AF bieten…

Beim ersten Einsatz fühlt sich die Kombination Nex 5n mit Zeiss schon recht kopflastig an, die 270 g ziehen mächtig nach unten, weil die Nex ja nur 280 g alleine wiegt.

Erster Praxis-Eindruck, schön gemacht von Zeiss, zwar noch langsamer AF – aber das wird mit neueren Kameras besser, sagenhafte Nahgrenze – schön schwarz und Metall – behalte ich. Der Preis von 1000€ ist natürlich nicht von schlechten Eltern, nur Leica nimmt für vergleichbare optische Leistung und erstklassige Mechanik den 3,5 fachen Preis für Handmade in Germany. Wenn sich die Bildqualität dem Leica Summicron ebenbürtig zeigt, ist es die 1000 € auf jeden Fall wert und meine kanadischen und japanischen Kollegen bestätigen genau das. Hier wird offensichtlich was Olympus für die Pen Reihe noch zwingend fehlt : ein Zuiko 1,8/17 mm oder noch besser 1,4/17 mm. (Aber bitte in der Bauweise des 2,0/12 mm aus Metall und in schwarz bitte!)

Ich war nie ein großer Zeiss-Fan, fand die Gläser nie so überragend, zumindest kaum für Contax- und Sony Alpha-Anschluß – aber wenn mehr Zeiss in dieser Qualität für Sony Nex entsteht, könnte ich in Versuchung kommen meine Meinung zu ändern. Geiles Teil!

Warum ist das Sonnar T* 1,8/24 mm nur der zweitbeste Grund eine Nex zu kaufen? Ganz einfach, ich denke, der beste Grund ist ein Leica Summilux 35 mm; oder 50 mm oder ein anderes Objektiv vom besten Objektiv-Hersteller.

Für alle, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, hier können Sie es bei mir direkt bestellen:

Aber ich würde es sehr begrüßen, wenn Sony uns noch mehr Zeiss-Gründe in der Qualität liefert um eine Nex zu kaufen:

Tessar 3,5/12 mm

Tessar 2,8/14 mm

Planar 1,4/33 mm

Planar 1,4/60 mm

Macro-Planar 2,8/70 mm

 

Erste Test-Aufnahmen mit meinem Kater “Poule” – Sony Nex 5n mit f:1,8 bei 1000 ISO und aus teilweise nächster Nähe – einfach Klasse!

 


 

Veröffentlicht in General, Objektive im Test

 

15. Januar 2012
Objektiv – Charakter

Tagebuch-Gedanken: 2012-Januar-15

Jedes Aufnahme-Objektiv hat einen Charakter.

Ein Zoom-Objektiv unterscheidet sich wesentlich in der Bildwiedergabe von Fest-Brennweiten mit gleicher Brennweite, selbst bei gleicher Lichtstärke. Selbst zwei Objektive mit gleichen Daten unterschieden sich und sogar zwei Objektive gleichen Typs aus gleicher Serie können sich unterscheiden, wenn auch sehr geringfügig und oft nicht wahrnehmbar. Denn Glas ist kein einheitlicher Rohstoff der immer gleich ausfällt und je mehr Gläser verwendet werden, desto größer die möglichen Unterschiede.(das gilt im Übrigen auch für Ferngläser, Spektive, Mikroskopier-Objektive, Vergrößerungs-Objektive, Projektions-Objektive etc.)
Wenn Fotografen auf ihr 1,2/85 mm Canon, auf das 1,4/85 mm Zeiss, auf die Zuiko-Objektive von Olympus wie 2,0/150 mm, auf ein 2,8/105 mm Micro-Nikkor, ein 1,8/77 mm Pentax Limited, auf ein 0,95/25 mm Voigtänder oder eines der zahlreichen Summilux, Summicron oder andere Leica Objektive schwören – dann ist das selten Spinnerei – sondern sie lieben dessen Farb- Schärfe- und Wiedergabe-CHARAKTER. Erst im direkten Vergleich werden Unterschiede sichtbar. Ich weiß genau warum ich die Zeiss-Objektive weniger mag und die Leica-Objektive liebe , aber deshalb sind die Zeiss-Objektive keinesfalls per se optisch schwächer in der Abbildungsleistung – sie gefallen mir nur weniger. Warum Menschen mit Olympus fotografieren? Ganz einfach, weil sie den Vergleich zu Canon, Nikon, Pentax, Zeiss oder Sony kennen und wissen, das Zuiko einen ganz ausgeprägten, eigenen Charakter hat.

Bildbeispiel – Polarfuchs –
seit 20 Jahren fragen mich alle Fotofans & Leser immer wieder:
Gibt es einen sichtbaren Unterschied zwischen einem
Canon EF 2,8/400 mm L IS II Profi-Super-Tele
und dem beliebten Canon EF 5,6/100-400 mm L IS ?
 

Ja – es gibt ihn und er ist sichtbar!
Hier: abgelichtet mit; Canon Eos 7D & 2,8/400 mm L IS II  f:2,8

Unvergleichlich – Blende 2,8 bei 400 mm – damit ist es jedem 4,0/500 mm überlegen und wird auch nicht vom 4,0/600 mm und nicht vom 5,6/800 mm geschlagen – mal ganz abgesehen vom Handling und Gewicht…

Ob es 10.500 € wert ist – muß jeder mit seinem Geldbeutel ausmachen und hängt von der Häufigkeit ab – mit der man es nutzt. Es ist in erster Linie ein Tierfotografen – Objektiv geworden, so schön leicht (3,8 kg) jetzt und so eine sagenhafte Nah-Einstellung und Qualität (2,7 m)!

Für die Sport-Fotografen, die es häufiger gerne verwenden, ist es eigentlich fast zu schade, diese Auflösuung und geringe Schärfentiefe brauchen die eigentlich kaum und sie können ISO 6400 und mehr benutzen. In der Tierfotografie verbietet sich das und Tiere bewegen sich oft so schnell, das auch 1/1000 Sekunde bei Offenblende und 800ISO schon sehr kritisch sein kann und 1/2000 Sekunde gebraucht wird! Es ist das Objektiv für Bewegung – wenn jede Nuance zählt.Dennoch favorisiere ich das halb so schwere und erheblich kompaktere 4,0/400 mm DO weil ich es immer freihand einsetzen kann und dem Tier folgen kann und F:4,0 der perfekte Kompromiss ist. Das sind auch die Gründe warum die Systeme von Nikon und Sony für mich uninteressant sind – sie biten kein 4,0/400 mm an und haben auch andere Schwächen. Das einzige was ich neben Canon noch im Supertelebereich einsetze ist die Olympus E-5 mit dem sagenhaften 2,8/300 mm (entspricht 2,8/600 mm Bildausschnitt) – es ist zwar etwas langsamer im Fokus – aber noch einen Tick schärfer und verträgt sich excellent mit beiden Konvertern und ist noch handlicher. Nichts gegen Nikon, aber weder 4,0/200-400 mm VR noch 4,0/500 mm sind da echte Konkurrenz.

 

Polarfuchs –
Der Unterschied zwischen einem 2,8/400 mm und dem 5,6/100-400 mm L IS 

Achten Sie auf den Hintergrund!
abgelichtet mit; Canon Eos 7D & 2,8/400 mm L IS II  f:5,6

Polarfuchs –
Der Unterschied zwischen einem 2,8/400 mm und dem 5,6/100-400 mm L IS
Achten Sie auf den Hintergrund!
abgelichtet mit; Canon Eos 7D & 5,6/100-400 mm L IS
(ausgesuchtes Spitzenexemplar)  f:5,6

Das 100-400 mm ist scharf, keine Frage – aber es vignettiert bei Offenblende viel stärker und es zeichnet ganz anders und gibt den Hintergrund bei identischer Blende ganz anders wieder als eine 2,8/400 mm L IS – und das trifft auch auf das 4,0/400 mm DO IS zu – das ich praktisch immer verwende!Das Zoom ist prima, wenn man flexibel sein muß – aber die Bildqualität mit der Festbrennweite ist immer sichtbar überlegen!

Die Hersteller nennen das heute gerne Bokeh und mancher denkt es sei abhängig von der Form der Blende und der Anzahl der Blendenlamellen – die Blende spielt eine gewichtige Rolle, aber nur dann wenn auch abgeblendet wird – nicht aber bei Offenblende! Das wird häufig vergessen! Auch wenn nur 1-2 Stufen abgeblendet wird, ist der Einfluß der Blende noch nicht so gewaltig groß. Herausragende Objektive verwenden mindestens 9 machmal sogar 10 oder 11 Blendenlamellen um ein kreisrundes Schließen der Blende sicher zu stellen (Leica, Voigtländer etc).

Diese Bildbeispiele betrachte ich auch als kleine Rechtfertigung dafür, warum ich das Canon 5,6/100-400 mm oft so sehr kritisiere, von seiner Mechanik einmal abgesehen –

ich war viele Jahre mit Canon 4,5/500 mm und dann mit 4,0/600 mm und 2,8/400 mm Objektiven auf Motivsuche – der Unterschied zum viel verwendeten Tele-Zoom ist einfach gewaltig. Das trifft iim übrigen genauso auf das Nikon 80-400 mm, das Sony 70-400 mm und alle Sigma und Tamron-Zooms zu und etwas schwächer auch auf das Olympus 50-200 mm.

Deshalb sind Tele-Zooms für mich immer ein Notbehelf.

Sie haben ihre Sonnenseiten:

– viel leichter

– viel kompakter

– sehr schnell – besonders das Canon mit Schiebezoom und rasend schnellem  AF

– preiswert 1300€ gegen 10.500 €

Aber auf der Schattenseite:

– nicht Konvertertauglich

– vignettieren sehr stark

– haben eine deutlich größere Unruhe im Bildhintergrund

– sind schwach abgedichtet

 

Die Unterschiede bestehen natürlich auch zwischen Leica-Objektiven und allen anderen, oder zwischen einem Leica 1,4/90 mm und einem Canon/Nikon 1,4/85 mm.

Solche Fragen bekomme ich häufig gestellt:

Hallo Harry,
habe in Deinem Fototagebuch den Beitrag über die Leica-Objektive gelesen.
Zweifelsohne sind sie das Beste was man im Objektivbereich für Geld kaufen kann. Mich würde interessieren, ob dieser Unterschied im Vergleich zu Nikon- oder Canon Festbrennweiten wirklich (merklich) sichtbar oder nur messbar ist?

Zuerst einmal der Faktor:  Geld –

es ist wie bei Apple, bei Porsche (nicht mehr so ganz) bei Rolex – die Produkte sind nur relativ teuer – in Wahrheit sogar günstig, weil Leica Objektive sehr begehrt sind (die allermeisten) und sich leicht verkaufen und ihr Geld behalten, bzw oft auch steigern, weil sie jedes Jahr teurer werden. Also das Argument, 4000€ für ein Objektiv ist zu teuer – gilt nicht.

Wenn man 4000€ hat, ist es super günstig. Der erste Unterschied von Leica zu Canon, Nikon, Sony, Pentax, Zeiss, ist die Mechanik –
Jahrzehntelang haltbar und die optische Leistung bleibt erhalten!
Dann mußt du bedenken, jedes Objektiv hat einen Charakter, einen eigenen Zauber und der bestimmt letztlich wie du dein Motiv aufnimmst und wiedergibst – Leica ist Leica und Nikon ist Nikon – das muß einem liegen und zu einem passen.
Ich kann nicht mit Zeiss, die sind mir oft zu kühl, zu hart, sogar zu scharf. Scharf und hochauflösend alleine sind nicht wichtig, ich verkaufe viele Bilder, die ich mit billigen Zooms erstellt habe. Für Leica mußt du reif sein, es macht keinen Sinn, gleich damit anzufangen… ich hab mir nur gesagt, ich hab alles gehabt und ich will keine M9 – die ist mir zu langsam, zu groß, zu unhandlich, schränkt mich zu sehr ein, aber Leica Summilux an einer Pen oder Nex, das ist meine Welt, beweglicher Monitor, präziser Sucher, hohe ISOs möglich, leicht scharfzustellen – aber manchmal hab ich auch einfach Lust auf ein billiges 14-42 mm AF-Objektiv. Ich habe aber schon so einge Fotos gemacht, in denen ich und andere eindeutig sehen – das geht nur mit Leica, die Farben, die Schärfe, die Weichheit, die Tiefe etc und ich gebe lieber 4000€ für Leica aus als 1500 für ein CanNik AF-Objektiv – allerdings braucht man auch nur 1-2 Leica Objektive… bis dann im Herbst ein neues System erscheint, das auch wieder Macro und Tele kann… mal sehn was da wird. Hoffe das schärft deinen Blick etwas und wenn du etwas brauchst, schreib mir – kann ja immer fast alles besorgen.
Natürlich spielen auch Kameras und ihre Aufnahme-Sensoren oder die verwendeten Filme eine Rolle, geben eine Farb-Charakteristik vor – aber die wird für meinen Geschmack überbewertet.
Hier einmal ein Foto realisiert mit Sony Nex 5n und Leica M-Summilux 35 bei Offenblende f: 1,4
Auf diesem sehr spontanen Offenblend-Bild ist für mich der Charakter eines Leica-Summilux-Objektives sehr gut erkennbar – die Aufnahme wäre so mit anderen Objektiven nie möglich.
 

Veröffentlicht in General, Objektive im Test

 

11. Januar 2012
Nikon D4 – Leistungs-Spitze?

Nikon D4 – Leistung mit Kompromissen

2007 konnte Nikon mit der D3 erstmals wieder viele Fotografen für sich begeistern und sogar einige von Canon weglocken, denn Canon zeigte ausgerechnet beim Autofokus deutliche Schwächen und Probleme – aber Canon blieb bei den meisten Objektiven deutlich überlegen. Nach über vier Jahren eine neue Profikamera – früher hat es immer 8 Jahre gedauert, bis eine neue F herauskam, die dann aber deutliche technische Neuerungen brachte.

Nikon pusht die Limits nicht wirklich – Nikons Versprechen sind wieder all zu vollmundig – die Werbung bei Nikon ist weiterhin völlig losgelöst vom Produkt!

Das ist Werbung ja meistens, aber selten so krass wie bei Nikon.

In der heutigen, schnelllebigen Zeit erwarte ich auch von der neuen Nikon Profikamera deutliche Innovationen.

Inzwischen gibt es längst Profi-Kameras mit eingebautem Aufhellblitz,

mit voll beweglichem Monitor,

Kameras mit Autofokus über den Bildsensor an jedem Punkt des Sensors,

Kameras mit Berührungsempfindlichem Monitor, die man sogar sofort am Monitor auslösen kann,

Kameras die das Bild 5-15 fach vergrößern oder die Kanten deutlich hervorheben um leichter mit den besten Objektiven der Welt arbeiten zu können (Leica M, Zeiss; Olympus OM),

Kameras die meist druckfähige JPEGs liefern

Nikon konzentriert sich auf eine geringe Erhöhung der Auflösung auf 16 MB – was grundsätzlich positiv zu werten ist – aber gleichzeitig signalisiert, es wird wieder eine D4x erscheinen mit deutlich mehr als 20 MP. Nikon wird also hier nicht der neuen Taktik von Canon folgen – eine schnellste Profikamera für alle Anforderungen mit 18 MP.

Ich finde immer noch, dass die Kameras viel individueller werden müssen, wenn ich den beweglichen Monitor will und den Blitz, dann muß Nikon das liefern.

Nikon hat verbessert, das ist ganz offensichtlich, nur reicht das um jetzt schon wieder für eine Kamera 6000€ zu verlangen?

–       neuer besserer 16 MP Sensor  mit Empfindlichkeit von 100 bis 12.800 ISO

–       endlich ISO 50 bis sogar ISO 200.000 einstellbar, bei reduzierter Qualität

–       neuer Hochleistungsverschluß bis 400.000 Auslösung getestet

–       neuer Accu

–       mittlerer AF-Sensor arbeitet bis f:8 – also bei manchen Objektiven noch mit TC-20 Konverter

–       moderner Videotechnik in HD

–       51 AF-Sensoren – 15 Kreuz-Sensoren (die sind entscheidend)

–       10 B/pro Sekunde mit AF (bisher 9)

–       Bild-Monitor in 3,2 Zoll (bisher 3“)

–       Endlich Landschafts- & Porträt Grundeinstellung

–       Gesichtserkennung

–       Neuer Weißabgleich

–       Fast halbierte Batteriekapazität…

–       Gut 800€ teuerer als D3s

 

Die Berufsfotografen, die sich auf Porträts und Hochzeiten, Lendschaften und Architektur sowie Studio und Werbung spezialisiert haben, werden sicher lieber zur Nikon D3x, zur Hasselblad, zur Leaf, zur Pentax 645D, zur Leica S2 oder gar Canon Eos 1DX greifen.

 

Letztlich bringt die D4 nur wenige Neuerungen sie ähnelt heute noch der Nikon F5, die Ergonomie ist nur geringfügig verändert und verbessert worden, aber der Accu hält schon erheblich länger. Die Kamera ist 60g leichter und vielleicht bringt der neue Accu noch etwas Gewichtreduktion.

Die echte Innovation fehlt – bei Canon genauso. Innovation bringen heute eine Olympus E-P3; Panasonic GH2; Sony Nex 7 – da sehen Canon und Nikon wirklich sehr blass aus. Klar kann man das nicht wirklich vergleichen, weil ich an diese Kameras meine Canon Profi-Super-Teleobjektive mit 300 mm und mehr Brennweite nicht anschließen kann und es noch kein 2,8/70-200 mm und keine Konverter gibt – ganz zu schweigen von der Abdichtung und der superprofessionellen Verarbeitung. Doch für alle Motive, die ich mit 14 bis 135 mm fotografieren möchte und das sind bei weitem die meisten, bringt mir jede dieser Kameras mehr Spaß, bessere Bedienungen, mehr Möglichkeiten bei weit weniger Volumen und Gewicht und die Bildqualität können sie bei Empfindlichkeiten bis 3600 ISO dank Leica M Objektiven sogar deutlich überholen.

Eine Nikon D4x wird kommen, jedoch sicher nicht vor Mitte 2013.

 

Was verdient endlich eine Änderung:

–       die schlechte Gurtaufhängung

–       das schwere Gehäuse wiegt immer noch 1340g (einsatzfähig)

–       den langsameren SD-Kartenschacht und damit gemixte Karten mag nicht jeder

–       weiter nur 1/250 Blitzsynchronzeit und 1/8000 Belichtungszeit

Letztlich braucht die Kamera um wirklich innovativ zu sein:

–       einen anderen Verschluß, der viel schneller ist und keine Erschütterungen liefert

–       einen wirklich funktionierenden Staubschutz

–       1/500 Blitzsynchronzeit und 1/16000 Belichtungszeit – zumindest

–       einen voll beweglichen Monitor

–       einen Touch-Screen mit Auslösemöglichkeit

–       einen eingebauten, schnellen Blitz zum Aufhellen

Erstaunlich und frustrierend finde ich, das die Nikon- und Canon Technologie grundsätzlich den gleichen technischen und sogar haptischen Weg gehen.

Beide Kameras bekommen plötzlich gleiche –„neue“ Technik:

–       empfindlichere AF-Technik bis Lichtwert -2 (hat Olympus schon seit 3 Jahren)

–       größerer 3,2 Zoll Monitor – feststehend

–       beide kein eingebauter Blitz

–       kein Touch Screen

–       beide zwei Joysticks

–       beide CF und SD Kartenschacht

 

Wenn man den Versprechungen glauben darf, verlässt Canon jedoch mit der Eos 1DX den Pfad und trennt nicht mehr die hochauflösenden Hochzeitskameras von den Pressekameras und vereint die Technik im 18 MP Gehäuse und Nikon wird sicherlich nächstes Jahr eine D4X mit höchster Auflösung präsentieren.

Canon hat aber dafür eine eigene neue Baureihe mit Filmkameras, die auch fotografieren können – ins Leben gerufen.

Canon trennt hier also an ganz anderer Stelle – Film und Foto – was sicherlich sehr sinnvoll ist.

Letztlich deutet das darauf hin, das die Entwickler sich schon sehr gegenseitig beeinflussen und eng „zusammen arbeiten“ und das beide von Zulieferern abhängig zu sein scheinen, die die neue Technik erst liefern und sie dann zeitgleich bekommen.

Denn es ist keinesfalls so, das die Zwei Fotokonzerne alles selbst entwickeln.

Weder Sucherprisma, noch Verschluß, noch Accu-Technik noch die vielen elektronischen Bauteile werden von Canon und Nikon entwickelt und Nikon lässt sogar seine Sensoren bei Sony oder anderswo herstellen.

Nikon und Canon geben nur den Rahmen vor und bauen das Produkt zusammen, aber reinrassige Kameras eines Herstellers sind sie keineswegs, nicht einmal die meisten Objektive und Gläser werden von den beiden produziert.

 

Letztlich ist die Nikon D4 nur des Amerikaners Sport-Maschine, die jetzt auch Video beherrscht.

Für mich bleibt schon jetzt die sichere Erkenntnis, dass Nikon für meine Fotografie nicht mehr das richtige Equipment liefert, weder die Kamera noch das Objektiv-Sortiment könnten meinen Stil voran bringen. Die Inkompatibilitäten und die Fehlerhäufigkeit in Verbindung mit vielen bisherigen AF-Objektiven hat bei mir dazu geführt alles von Nikon, bis auf eine Test-Kamera und ein Micro-Nikkor abzuschaffen. Ganz abgesehen davon, dass mich die Fähigkeit und Kompetenz von Nikon Deutschland, bei Problemen schnell und unkompliziert Abhilfe zu schaffen enttäuscht hat.

Nur ein gutes, schweres 2,8/14-24 mm, ein 2,8/17-35 mm; 4,0/24-120 mm VR und ein gutes 2,8/24-70 mm retten Nikon nicht.

Vieles im Objektivsortiment ist hoffnungslos veraltet oder langsam (AF):

4,0/300 mm AF-S

4,5-5,6/80-400 mm VR

2,8/17-55 mm AF-S

 

Oder in Europa kaum oder gar nicht mehr noch erhältlich:

2,0/105 mm DC

2,0/135 mm DC

4,0/200 mm Micro-Nikkor

 

Es fehlen bezahlbare, lichtstarke Objektive:

2,8/18 mm

2,0/21 mm

2,0/24 mm

2,0/28 mm

4,0/400 mm

5,6/800 mm

3,5/17 mm PCE

1-5x Lupe

 

Der Eindruck bleibt, die D4 ist eine sehr schwache Kamerageneration – denn die D3 –Kameras brachten starke Verbesserungen.

Ich bezweifle, dass eine D5 in 4 Jahren in ähnlicher Bauweise noch Sinn macht. Bis dahin haben sich fast alle an elektronische Sucher gewöhnt, Spiegelreflextechnik wird nicht mehr gebraucht, die Kamera kann handlicher und flexibler werden – sie braucht den beweglichen Monitor zum Filmen – die D4 ist ein sterbender Dinosaurier.

Wer eine D3 oder D700 Kamera hat, braucht nicht wieder Geld auszugeben – besser auf die D800 warten – die sollte ja auch bis Sommer ausgeliefert werden.

 

Veröffentlicht in General, Kameras im Test