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Kategorie ‘Kameras im Test’

2. Januar 2020
Nikon Z50 – Nikon kann’s auch klein und fein

Was kleines zum neuen Jahr?
Nikon hat ein besseres Rezept gerührt als Canon und arbeitet künftig nur noch mit einem Bajonett: Z.
Ich nutze Nikon FX und zuletzt die D500 und mag die teuren Objektive und Kameras der Marke. Ich bin sehr häufig enttäuscht von Kit-Zoom-Objektiven. Ein Vergleich mit lichtstarken Festbrennweiten oder Zooms verbietet sich und ist unfair. Aber zwangsläufig vergleicht man mit anderen lichtschwachen Zooms. Canon, Fuji, Sony Zoom-Objektive sind im Preisbereich unter 500€ diesem Nikkor 16-50 mm deutlich unterlegen. Und das Bajonett aus Polykarbonat zeigt sich bei der leichten Bauweise keineswegs nachteilig. Es hat keinen Motorzoom und sein Tubus wackelt auch nicht so wie ein Kuhschwanz bei den Mitbewerbern.

450 g ohne – 580g mit Objektiv 16-50 mm, Akku und Speicherkarte

En Detail:
Nikon-Neulinge sollten bedenken, Nikkor-Objektive werden im Gegensatz zu vielen anderen Marken gegen den Uhrzeigersinn abgeschraubt. Wer schon einmal mit Sony oder Nikon fotografiert hat, wird hier irritiert sein und sich umstellen müssen.
Die bisher verfügbaren neuen DX-Objektive sind versenkt um sie kompakt zu halten, sie müssen immer erst in die Fotoposition gebracht werden. Die Idee ist gut, aber mancher muß sich umgewöhnen.
Eine normalgroße Hand findet an dem ungewöhnlich tiefen Griff guten Halt, auch der kleine Finger hängt nicht in der Luft. Das ist heute bei kleineren Gehäusen schon beinahe die Ausnahme.
Das Gehäuse ist links nackt, was mir wenig gefällt. Immerhin sitzt der Hauptschalter hier perfekt vorgelagert auf dem Griff um den Auslöser – besser geht es nicht.
Der mechanische Verschluss ist neu, er vibriert nicht mehr, ist erheblich leiser. Er klingt satt und präzise, kein quietschen oder nachklappern. So lange man nicht blitzen möchte oder schnelle Bewegungen einfangen will (Achtung Bildverzerrungen durch Rolling shutter beim elektronischen Verschluss) empfehle ich jedoch meistens den elektronischen Auslöser zu verwenden – er ist lautlos.
Nikon weiss, das kleiner nicht besser ist. Eine Kamera muss satt in der Hand liegen, sonst ist sie für hochlichtstarke Objektive oder gar Tele-Brennweiten nicht wirklich geeignet.
Mancher wird über den Sensor, der nur 21 MP Bilddateien liefert, stolpern und die Kamera angesichts der Konkurrenz von Fujifilm (26 MP) und Canon (32 MP) einen Nachteil unterstellen. In der Praxis liegt aber der Nachteil jetzt eher bei Canon, weil plötzlich kein M-Objektiv mehr gut genug, hochauflösend genug ist.
Ich finde bedauerlich das Nikon strikt seinem Klapp-Monitor-Design folgt und die Möglichkeiten so abgesehen vom Sucher, im Hochformat so beschneidet. Auch den Verzicht auf einen Info-Display  auf der Kamera halte ich für einen Fehler in allen Kameraklassen.

SUCHER
Das Sucherbild ist groß, angenehm und hell und deutlich schöner, als alle Mitbewerber unter 1000€. Das der Sucher kaum in schattigen Ecken rauscht ist sehr angenehm, aber seine Auflösung bleibt mit 2,4 MB relativ gering. Auch der große Monitor löst nur 1 MB auf, das reicht kaum um die Bildschärfe und Qualität rasch zu beurteilen.

AUTOFOKUS:
Die Kamera fokussiert flott, aber eben nicht auf dem Niveau von Sony und auch Fuji hat sich sehr angestrengt um Nikon zu überholen. Trotzdem geht die Scharfeinstellung immer stärker in die Richtung der Vollautomatik, Motive und Augen werden erkannt und gleich richtig fokussiert – hier kann Nikon in Zukunft noch viel Können per Firmware nachliefern.

Wofür Nikon DX?
Es gibt leider zu viele Menschen, die glauben mit einer größeren Angel fängt man automatisch größere Fische, mit einem schnelleren Auto kommt man schneller durch den Verkehr etc. Und so glauben auch erschreckend viele, die gerne fotografieren, man braucht einen Vollformatsensor um beste, beindruckendste Fotos zu realisieren.
Nikon ist aus meiner Sicht ganz richtig digital durchgestartet, 1999 mit der D1 und dem in der Fläche halbiertem DX-Format und mußte leider 2007 mit der D3 dem massiven Druck von Canon weichen und auch sogenanntes Vollforrmat einführen (FX). Der große Konkurrent seit der Geburt von EOS-Autofokus und elektronischer Blendenübertragung verschaffte sich hier ein zweites Mal einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und hämmerte den Kaufinteressenten ein, größer = immer besser. Bewußt wurden ab da die APS-C Objektive schlechter und weit weniger ambitioniert gehalten (kein L, wenige Lichtstarke Objektive, kaum Überarbeitungen von Fassungen und Glas).

Und Nikon hatte ab 2008 mit der D700 und Folgekameras auch gute Erfolge in der Preisklasse ab 2000€, obwohl Nikon’s DX Kameras schon für 800€ beste Fotoqualität mit deutlich kleineren Objektiven lieferten. Nikon hatte die Vernunft-Lösung und mußte doch trotz seiner großen Erfolge mit D200, D300, D500 dem großen Konkurrenten folgen und Vollformat ähnlich pushen. Aber sie hatten immer den Nachteil, dass sie mit dem Sensor zaubern mußten, denn das F-Bajonett war einfach sehr klein im Durchmesser.
Heute ist die Situation etwas verändert. Vollformat Kameras und insbesondere Objektive sind groß und schwer, mehr Last als Lust und seit 10 Jahren erlauben noch kleinere und modernere Kamerasysteme noch kompaktere Fotoausrüstungen (mFT) ohne mechanischen Spiegelreflex-Ballast.
Nikon landete mit seiner kleinen, aber teuren Serie 1 international keinen Erfolg, war einfach zu früh dran und die Kundschaft war nicht bereit so kleine Kameras mit so deutlich schwächeren Sensoren, zu kaufen. Nikon hat sich daher spät entschlossen, endlich mit komplett neuem, großen Bajonett einem spiegelfreien FX-Vollformat und jetzt auch dem DX-Halbformat neues Leben einzuhauchen. Und Fuji, Leica und vor allem Sony ernsthaft zu folgen. Nikon bietet jetzt das volle Format in Z6 & Z7 Kameras und das halbierte, kompaktere Format für kleinere Objektive in der Z50 an.

Denn allenfalls 15% aller Fotofans wollen mehr als 2000€ für ihre Fotoausrüstung ausgeben und die weitaus meisten wollen kompaktere, leichtere Kamerasysteme. Das bietet die Z50 zu Preisen um 1000€ inklusive 16-50 mm Kit-Objektiv.
Canon sieht für mich alt aus, mit seiner M-Serie im kleinen Halbformat, die gar nicht mit dem EOS-Vollformat kompatibel ist und beeilt sich sein neues R-System preiswert attraktiv zu machen (EOS RP 1400€ mit Adapter aber ohne Objektiv). Und Canon wird dem Beispiel Nikons folgen müssen und die halbierte Sensorfläsche mit EOS R Bajonett anbieten müssen, um ernst genommen zu werden.
Das halbierte Format (auch weiterhin fälschlich APS-C genannt) bietet Schärfentiefe, die meistens den Fotos gut tut und ist durch die kompakteren Ausrüstungen auch weit besser für die Reise-Fotografie geeignet. Doch in manchen anderen Bereichen kehrt sich das ins Gegenteil um. Überall wo hohe Lichtstärke gefragt ist, sei es weil wenig Licht vorhanden ist, oder kürzeste Belichtungszeiten notwendig sind, ist Halbformat im Nachteil.

Nikkor-Objektive:
Das 6.3/16-50 mm VR braucht man.
Im Telebereich ist das 4.0/300 mm PF als 4.0/450 mm eine Super Ergänzung (siehe Fotos)
Das 6.3/50-250 mm hat mich nicht komplett überzeugt, hier ist ein 5.6/70-300 mm VR die bessere Wahl.
Ich bleibe ein Fan vom 1.4/105 mm – vor allen anderen Tele-Festbrennweiten.
Ich hoffe die sehr guten Sigma DC Objektive 1.4/16 mm, 1.4/30 mm und 1.4/56 mm erscheinen für Nikon Z.
Und Nikon sollte rasch ein 2.8/16-55 mm VR und 2.8/40-140 mm VR sowie 4.0/10-20 mm folgen lassen.

Im Vergleich:
Gut 85%des verbleibenden Systemkamerakunden war bisher APS-C und diese Kunden wünschen sich Kameras mit Objektiv für maximal 1000€.
Vergleichbar mit dieser Nikon Z50 sind fairerweise nur Sony Alpha 6100, Fujifilm X-T30, Canon EOS M5, die alle bis auf Canon (noch kleiner) das gleiche Sensorformat wie Nikon anbieten und eigene Objektive dafür anpassen.
Alle können sehr gute Bildqualität liefern, Canon etwas schlechter, Fujifilm, dank dem neuesten Sensor mit etwas mehr Auflösung, Sony ist durch den integrierten Reportage-Sucher etwas kompakter und weniger griffig. Und jetzt kommt Nikon mit der Z50 und dem wirklich erstaunlich kleinen und scharfen 16-50 mm dazu. Wenn man alle 4 Kameras vor sich stehen hat, fällt sofort auf:
Nikon ist am griffigsten, das Design am gewagtesten, Fuji X-T30 ist kaum griffig und sehr logisch „altbacken“, Sony 6100 verschwindet in großen Händen ist aber deutlich kompakter, Canon ist auch weniger griffig und hat ein schon veraltetes Konzept aber sehr gewohnte Bedienung und flüssige Monitor-Bedienung.
Beim genauen Vergleich hat die Nikon Z50 beim Sucher und in der Handhabung für mich ganz klar die Nase vorn und dank des Kit-Objektives ein Gewinner.

UNTER DEM STRICH:
Ich bin ganz angetan von diesem ganz neuen Nikon-Kamerakonzept, dass sich an die Z6 anlehnt.
Aber hart betrachtet, hat Nikon seine DX-Kamera gleich kastriert:
Den mechanischen Verschluss, den Sensor, den Akku, den internen Buffer-Speicher, die niedrige Sucherauflösung, kein voll beweglicher Monitor, kein IBIS, kein Sensorschutz etc. alles dem Preis und der kleineren Baugröße geopfert. Da ist also in Zukunft Platz für eine deutlich leistungsgesteigerte Kamera jenseits 1500€.
Canon überzeugt keineswegs mehr. Beide Foto-Dinos haben nicht erkannt, wem die Stunde schlägt und was heute technisch möglich und zur Unterstützung sinnvoll ist.

Die Z50 ist für meine Bedüfnisse nicht schnell genug und auch die Reaktionen sind etwas gebremst, das ist dem Prozessor geschuldet, hierbei ist letztlich auch der Preis unter 1000€ zu berücksichtigen. Erst gegen die deutlich teureren Nikon D500 oder Fuji X-T3 kann sie nicht mehr antreten. Als Objektiv wünscht man sich zumindest ein 4.0/16-55 mm – aber das kleine Zoom ist wegen seiner Lichtschwäche wirklich leicht und sehr kompakt und ist optisch allen früheren Kit-Objektiven wie den 18-55 mm überlegen.
Das Z DX 4.5-6.3/50-250 mm VR ED kommt ebenfalls mit VR-Bildstabi und ist besonders kompakt aufgrund seiner versenkten Bauweise. Es fokussiert flott und bietet auch immerhin einen Abbildungsmaßstab von 1:4. Allerdings geht seine Auflösung vor allem an den Rändern im Telebereich etwas verloren.
Was bei Nikon noch fehlt sind weitere Objektive und Alternativen von Tamron, Sigma und anderen. Ob und wie schnell Festbrennweiten erscheinen, ist zunächst ungewiss. Wenn sie, wie die anderen Z-Vollformat-Objektive nicht mit VR-Bildstabi ausgerüstet sind, wird der fehlende interne Stabi der Z50 zum Problem bei wenig Licht oder langen Brennweiten.

Das Kreuz mit den kleineren, preiswerteren Systemkameras ist der Akku. Sie sind um Gewicht und Größe einzusparen immer mit verkleinerten Akkus unterwegs, weshalb die Kameras nicht optimal sind für Fotofreunde die, wie ich, gerne Bildserien erstellen. Man kann zwar mehrere Akkus kaufen und in die Hosentasche stecken, aber dadurch wird alles wieder größer, schwerer und teurer.

Mögliche optische Qualität: ****** (6/8)
Mechanik: ****** (6/8)
Autofokus: ***** (5/8)
Bildstabilisierung: ***** (5/8)
Preis-Wert: ******  (6/8)
Spaß-Faktor:  ****** (6/8)

Kaufempfehlung:
Für Nikon-Fans, Starter und bisherige Smartphone-Fotofreunde sicher eine gute Wahl.

LICHT:
+ schon sehr gute BQ mit Kit-Objektiv erreichbar
+ relativ guter Elektro-Sucher für die Preisklasse – besser als Sony, Canon, Olympus
+ die Haptik ist noch gut, fast komplette Bedienung rechts
+ noch attraktiver Preis
+ Z-Bajonett kompatibel mit allen Z Objektiven
+ AF auch mit Nikon F-Objektiven sehr gut, nach Sony und Olympus am Drittbesten
+ AF Empfindlichkeit -4 bis +19
+ Augen- + Motiv-Erkennungs-Autofokus
+ 1500 Serienaufnahmen in JPEG kein Problem, alles mit einem Akku
+ wird nicht warm
+ leichtes Magnesium-Gehäuse, angenehm griffig
+ schneller AF – 209 AF-Punkte
+ angenehm vibrationsarm & leise – oder lautlos
+ tolle Farbzeichnung, klasse Weissabgleich
+ eingebauter Mini-Blitz – nur für mechanischen Verschluss
+ wenig Staub-Probleme
+ bis zu 11 Bilder pro Sekunde (JPEG) oder 9 in RAW möglich
+ Zeitlupe mit 120p
+ Preis mit Kit-Objektiv oder 2 Objektiven gut angemessen
+ RAW-Bearbeitung in der Kamera möglich
+ bis zu 100 Serienbilder in JPEG, 30 in RAW+JPEG

SCHATTEN:
– noch wenig Objektivauswahl ohne Verwendung des FTZ-Adapters
– eher für kleine Hände
– keine deutsche, ausführliche Bedienungsanleitung
– Gewichtsersparnis auch durch neuen, kleineren Akku
– höheres Bildrauschen als 24/26 MP Mitbewerber deutlich ab 1600 ISO
– AF-Einstellung verwirrend, keine extra Taste
– AF-Felder/Seriensequenz nicht schnell wählbar
– Akku nur für Z50, Energie-Reichweite für Einzel-Aufnahmen 300-400, Video begrenzt
– kein interner Bildstabilisator, „nur Objektiv-VR“
– Ladegerät ohne Kabel, Akku sehr schwergängig
– Blitz (auch eingebauter) zündet nicht im Lautlos-Modus
– Taste +/-  schwer erreichbar
– Tastenverteilung ist eher dürftig und spezielle Einstellungen nicht schnell & einfach
– verwirrende Bedienung, sehr gewöhnungsbedürftig
– Speicherkarten-Entnahme neben Akku ist fummelig
– nur 1/4000 mechanische Verschlußzeit bei 1/200 Synchronisation
– beweglicher Monitor nicht im Hochformast nutzbar
– keine Helligkeitsautomatik für Monitor
– rund 1,5 Sekunden Einschaltverzögerung
– kein Info-Display oben
– kein 3:4 Modus
– dämliche alte 2 Punkt-Gurtaufhängung
– nur USB 2.0-Micro Anschluß, veraltet, kann nicht über Powerbank aufgeladen werden
– NFC und GPS fehlen manchem
– kein optionaler Zusatz-Griff
– keine Sonnenblenden zu den Objektiven dazu geliefert (wenig bisher lieferbar)
– kein zusätzlicher Eingang für Blitz oder Kopfhörer-Ausgang
– 4K Video mit nur 30p
– keine besondere Abdichtung gegen Staub, Sand oder Regen

 Das ist kritisch betrachtet und eignet sich eher als eine Wunschliste für eine Z500.

Nikon DX Z 3.5-6.3/16-50 mm VR
2019-10
Preis: 350€ uvp. Einzeln
Gewicht: 137g mit Frontdeckel
Filter: 46 mm Gewinde
Das Objektiv verwendet so weit sichtbar keine Metalle und die Gläser sind komplett in Polycarbonat gefasst. Das macht es leicht und kompakt, lässt Anwender vielleicht an Haltbarkeit und Robustheit zweifeln – was aber die Zeit erst zeigen muss.

Von allen preiswerteren Kit-Zooms finde ich dieses im Vergleich fraglos optisch am besten und mechanisch trotz Polycarbonat sehr zufriedenstellend.

LICHT:
+ sehr schmal und kompakt, versenkt, 3cm dick in Transportstellung
+ schon sehr gute BQ mit Kit-Objektiv erreichbar
+ sehr preiswerte Zugabe
+ sehr leicht
+ alles läuft leise und spielfrei
+ 46 mm kleines Filtergewinde
+ guter VR 1,8 Sekunde freihand war bei 50 mm unverwackelt

SCHATTEN:
– keine Sonnenblende mit geliefert
– hoher Einzelkaufpreis
– Abblenden besser nur bis f:11, sonst Beugungsverluste)
– keine Anzeigen am Objektiv
– keine programmierbare Taste
– einfache Blendenkonstruktion aus 7 Lamellen
– leider variable Naheinstellgrenze von 0,20m (WW) bis 0,30m (Tele) und nur 1:5 möglich

 

Veröffentlicht in General, Kameras im Test, News-Blitzlicht

 

10. November 2019
Canon EOS 90D – M6II Praxiseindrücke

Canon EOS 90D

Canon behauptet wirklich ernsthaft mit Doppel-CMOS den bessern, schnelleren AF zu haben – besser als was? Als das was sie hatten? Vielleicht – besser als Sony sicher nicht.
Schnellere Einsatzbereitschaft 0,5 Sek, ja das stimmt.

Das neue Canon Halbformat-Gehäuse ist jetzt tatsächlich ein Zwitter. Die tollen Beschreibungen gelten meist nur im LiveView – also ausschließlich beim Fotografieren über den immerhin komplett beweglichen 3“ Monitor. Also dann verfügt man nicht über den Sucher. Das hat aber dann gleich den Nachteil, das man sich in der Jackentasche den Platz für Akkus abzweigen muss – denn die Kamera braucht dann gefühlt 3x mehr Strom – im Unterschied zur Benutzung des 100% Spiegelreflexsuchers mit echtem Glasprisma.
Für’s Filmen und Knipsen funktioniert das prima – aber wer im hellen Tageslicht sein Motiv genau beurteilen will, wird den Sucher verwenden.
Und für den gelten dann komplett andere Fotobedingungen! Das gilt für den Autofokus insbesondere, aber auch für den fehlenden elektronischen Verschluss und weitere Einschränkungen.

Der Sensor mit 33MP ist wieder eine neue Höchstleistung von Canon. Häufig hat Canon vor allen Anbietern die Auflösungsgrenzen gesprengt (EOS 90D, EOS 5DIV, EOS 5DSR, EOS 5D etc.) und bringt auch heute mehr Pixel pro Quadratmillimeter auf den Sensor als alle anderen APS-C, als alle mFT und sogar alle Vollformat und Mittelformat-Kameras.
Das sind 25% mehr Auflösung als alle 24MP-Sensoren bieten – das ist nicht wirklich viel, schon gar nicht bedeutend – zumal dieser Auflösungsvorsprung allenfalls mit dem 2.8/60 mm Makro und besten L-Objektiven sichtbar wird und dann auch nur bei niedriger Empfindlichkeit.
Wo das auch hinführt, ist klar: Kritische Fotografen werden keineswegs höhere Push-Empfindlichkeiten als 800 ISO verwenden können und selbst alle weniger rauschsensibilisierten Anwender werden bei 1600 ISO, spätestens bei 3200 ISO ihre Fotos bei wenig Licht nicht mehr gefallen.
Damit befindet sich das kleine Canon-Halbformat (Faktor 1.6x!) im Bereich von mFT, wenn nicht gar 1“ Kameras ab 800 ISO. Zum Ausschneiden und Tele-Effekt gewinnen, taugt der Sensor letztlich allenfalls bei gut beleuchteten Motiven. Doch schon von unten beschattete Vogelaufnahmen im Flug können da problematisch sein. Hier ist wie auch bei mFT und 1“ Sensoren die präzise Belichtung und der passende Weißabgleich (wenn nicht gar RAW) bei der Aufnahme kaum verzichtbar. Schon leichte Fehlbelichtungen, zu schattige oder dunkle Bereich im Motiv lassen deutliches Farbrauschen erkennen. Aus meiner Praxis steht man aber leider auch mit einer EOS 5DSR nicht besser da, denn sie rauscht etwa genauso stark und lässt Ausschnitte nur bei gut beleuchteten und perfekt belichteten Motiven zu. Ganz anders eine Nikon D850, Sony A7RIII, Panasonic S1R oder gar Sony A7RIV – die Ausschnitte auf Halbformat-Niveau bei deutlich geringerem Bildrauschen zulassen.
Allerdings kosten die auch das 2-4fache.
Das Farbrauschen kann auch das beste Objektiv nicht ausgleichen, denn bei Lichtstärke f:2.8 ist ja im Telebereich schon Schluss mit lustig. Nur im Porträtbereich stehen inzwischen einige f:1.2 und f:1.4 Lichtstärken beim Handel.
Am Ende eines Foto-Urlaubs bringt der 32 MP-Sensor keine Vorteile, aber dafür einige Nachteile beim bearbeiten und archivieren.
Sicher habe ich mir auch von dem größten Sensor-Hersteller einen Sensor mit mehr als 30 MP auf Halbformat gewünscht – aber um den Preis, den Canon hier offenbart – bin ich dann doch froh das Sony, Nikon, Pentax bei 24 MP und Olympus/Panasonic bei maximal 20 MP bleiben. Selbst der Ausreißer von Fujifilm – die 26 MP in X-T3 und X-Pro3 bringen schon verrauschtere Fotos bei wenig Licht ab 1600ISO als der 24 MP-Sensor. Beim Bildrauschen ist die EOS 90D einer Fuji X-H1, X-T2, Sony Alpha 6…, Pentax K3II, Nikon D7500 um 2 Stufen unterlegen!
Das zeigt sich ab 100 ISO, da noch nicht so krass, aber ab 800 ISO sieht man es gleich im Unterschied.

Ich werde daran erinnert, man muß immer vorsichtig sein, was man sich wünscht – alles hat einen Preis.
Was helfen könnte, wäre eine andere Sensor-Architektur und neue Dateiformate. Aber offenbar ist die Industrie noch nicht in der Lage hier preiswert Abhilfe zu schaffen.
Autofokus
Beim AF durch den Sucher ist fast alles beim Alten, hier spielt Double-CMOS und 55000 Felder keine Rolle. Der AF ist sehr abhängig vom Licht, von der Blenderöffnung des Objektivs.
Erst auf dem Monitor gibt es andere Möglichkeiten, also mehr als 5500 Messfelder auf rund 88% der Bildfläche. AF-Tracking kommt dazu und bedeutet, dass die Kamera selbstständig das Motiv sucht, erkennt und verfolgt und diese Technik wird mit jeder neuen Kamera verbessert und Sony beherrscht sie am besten, aber noch längst nicht annähernd perfekt. Canon kann hier nicht wirklich punkten und bei Filmaufnahmen gar nicht.
Ausschließlich auf dem Monitor decken theoretisch 5500 Felder und hier stehen dann endlich auch Motiverkennung, Augen-Such-AF und Motiv-Tracking zur Verfügung.
Immer noch wird mit 10-11 Bildern pro Sekunde geworben – die gelten aber nur, wenn der AF nicht nachfährt – also wenn das Motiv festbetoniert steht – und dann frage ich mich – wozu dann eine Bildserie notwendig sein soll? Ja es gibt Experimente und wissenschaftliche Anwendungen – aber die sind kaum alltäglich und deshalb sind diese Serienwerte nur eins: Irreführend.

Wie ist die EOS 90D sonst so?
Wer die 80D und Vorgänger kennt, wird mit der Kamera gleich vertraut sein. Blitz, Griffigkeit, Programme und Verteilung sind bewährt und selbst der gute Akku ist hier erhalten geblieben.
Aber auch die Nachteile bleiben, der falsch platzierte Auslöser, Größe und Gewicht, stark abhängiger AF (von der Justierung der verwendeten Objektive), 45 Kreuzsensoren im Zentrum, 10 B/Sekunde mit AF durch den Sucher – da kann der AF kaum schritt halten.
Der berührungsempfindliche 3“ Monitor löst nur 1 MP auf (Nikon doppelt so hoch bei neueren Kameras), er lässt bis zu 11 B/Sekunde zu, denen der AF-Nachführmodus leidlich besser folgen kann, nur an Spitzenleistungen kann Canon hier nicht anknüpfen. Immerhin ist der Double-CMOS-AF präziser als durch den Sucher und die meisten anderen preiswerten DSLR-Kameras.
Nur 30 RAW Dateien oder 60 JPEG Belichtungen sind in Folge möglich – das klingt ausreichend, ist aber bei schnelleren Bildserien nicht wirklich viel, nach nur 3-6 Sekunden kann man Bewegungen bereits nicht mehr folgen.
Sie verfügt weiterhin über den mechanischen Verschluß bis 1/8000 Sekunde, der vor allem für Blitz- und Mischlichtsituationen und schnellen Bewegungen (gegen Rolling Shutter) wertvoll ist. Er rattert nicht wirklich laut, aber eben auch nicht lautlos. Das kann nur der elektronische „Verschluß“. Dieser reicht allerdings nur bis 1/16.000 Sekunde und eben nur bei Blick auf den Monitor.
Mit gut 700g ist sie deutlich gewichtiger als Fuji, Sony und Nikon-Kameras ohne Spiegelreflextechnik, die es nur auf rund 450g-550g bringen, wenn auch zumeist mit kleinen Griffen oder anderer Bauweise. Wobei alleine das Glasprisma den größten Anteil am Gewichtsunterschied haben dürfte.

Kaufempfehlung:
Ich hätte sie gerne gekauft und mit 70-300 mm STM, 100-400 mm und 2.8/300 mm tolle Naturaufnahmen zu realisieren – aber das wird nur deutlich eingeschränkt bis 1600 ISO möglich sein.
Für Canon-Besitzer – einer drei oder 4 stelligen EOS (800D-2000D) ist sie auf jeden Fall ein Sprung der sich lohnen kann, schon durch den besseren Sucher und Haptik. Für alle die eine 7DII oder 80D besitzen ist sie ein zwiespältiges Erlebnis, da lohnt sie sich nur, wenn man selten jenseits 800 ISO fotografiert – sonst könnte sich Frust einstellen.
Für alle anderen Systembesitzer lohnt sie sich genau genommen gar nicht, es sei denn man will unbedingt bewährte EOS-Objektive ohne Adapter an Spiegelreflex nutzen.
Deshalb wird die Kamera auch kaum ein durchschlagender Erfolg werden. Sie ist mehr eine Übergangskamera, da man im R-System noch Jahre hinterher hinkt und das EFs-Bajonett noch nicht aufgeben kann.
Ich denke, dass die Kamera allenfalls für Filmer interessant sein kann, obschon die mit einer M6II oder künftigen M5II besser bedient werden. Für meine Tierfotografie möchte ich sie nicht haben wollen und die 80D und 7DII haben mir auch nicht mehr wirklich ausgereicht. Für mich bleibt es dabei – Canon hat für 2019/2020 keine einzige halbwegs zufriedenstellende Kamera und selbst die beeindruckenden EOS-Objektive kämpfen daher auf verlorenem Posten.
Die EOS R ist eine lahme Kiste, die durch Adapter noch langsamer wird, von der Rp ganz zu schweigen. Da würde ich tatsächlich eher die EOS Objektive an Sony adaptieren als mit diesen Canon-Kameras weiter zu arbeiten. Und eine mFT-Kamera hat ebenfalls zusätzliche Vorteile und bildtechnisch keine Nachteile zur 90D – bewegt sich auch beim Bildrauschen auf gleichem Niveau. Und die 32 MP helfen ja nur bei 100-400 ISO – also vielleicht einem Landschaftsfotografen – der sich mit VF-EOS oder Sigma-Art-Objektiven behilft.
Das Canon-EFs Halbformat kämpft auf verlorenem Posten – in jeder Hinsicht – und die EOS 90D ändert daran leider nichts. Deshalb war Nikons halbherziger Schritt (weil auch langsame Technik) zur Z50 vielleicht doch der klügere und weiterführende und die Gerüchte melden es bereits, Canon will im Herbst 2020 ein ähnliches Konzept – also eine Art R90 vorstellen aber dann wohl für unbeschränktes EOS-R-Bajonett – dann wären sie nach vielen Jahren in der Irre auf Niveau mit Nikon und Sony – die für DSLM nur ein Bajonett verwenden!

Canon hätte die Probleme wie bei Sony SLT mit einer Folie oder mit einem zusätzlichen Elektrosucher-Anschluß lösen können – aber letzteres wollte Canon nicht, weil heute die weitaus meisten Fotos ohne Sucher entstehen (Smartphone) und der Aufwand sich für EOS nicht mehr lohnt.
Und ja, die Konsequenz daraus kann fast nur heißen, dann lieber gleich einen richtigen Glassucher mit echtem, mechanischem Verschluß – beides frisst kaum Strom und ist uneingeschränkt bei jedem Licht einsatzfähig.

Erst wenn man bereit ist rund 4000€ für ein Kameragehäuse zu bezahlen, kommt man in der besseren, schnelleren neuen Fotozeit für lautlose, Hochgeschwindigkeits-Fotografie an (Sony Alpha 9).

 

LICHT:
+ für Canon-Verwender vertrautes Gehäuse

+ 100% Glasprismen-Sucher mit 0,95x Vergrößerung
+ 1/8000 Sekunde und 1/250 Sekunde Blitzsync mechanisch
+ kurze DSLR-typische Einschalt und Aufwach-Zeit (2x bis 3x schneller als DSLM)
+ noch solide verarbeitet mit guter Griffigkeit
+ Aufhell-Blitz eingebaut
+ voll beweglicher Monitor
+ großes Info-Display auf der Kamera
+ solider, bewährter Akku
+ Schutz gegen Spritzwasser und Staub von außen
+ sehr gute, schnelle kaum eingeschränkte Berührungsfunktion auf dem Monitor
+ endlich ein Fokus-Joystick auf der Rückseite
+ RAW kann in der Kamera bearbeitet werden
+ immerhin schneller SD-Kartenschacht
+ beste Wahl für Video-Filmer aller Canon-Kameras

 

SCHATTEN:
– 25% mehr Auflösung werden von den meisten EFS-Objektiven kastriert

– kein Bildstabilisator an Bord
– 3 Stufen stärkeres Bildrauschen – Farbrauschen als 24 MP Sensoren
– AF-Performance im Sucher heute zu schwach und kaum besser als 80D
– AF Performance Sony um Welten unterlegen
– veraltete EFs Objektive, die überreizt werden durch Sensor
– ISO-Bereich nur von 100 bis 800 ISO bei hoher Schärfe mit wenig Rauschen nutzbar
– deutliches Farbrauschen ab 1600 ISO
– nur 30-60 Aufnahmen in Folge möglich bei maximal 7 bei LiveView und 10 B/Sekunde
– bei Live-View über Monitor steigt der Stromhunger um das 3 fache
– Hauptschalter falsch und unlogisch platziert

– viele Colani-Tasten anstatt Einstellräder
– Monitor spiegelt stark bei heller Umgebung
– Monitor-Gelenk links an der Seite anstatt unten an der Kamera
– kein schneller USB-Anschluß, nur 2.0
– kann nicht mit Powerbank geladen oder gar betrieben werden
– nur ein SD-Kartenschacht
– sehr schlechte Bluetooth-Verbindung
– fokussieren beim Filmen nicht möglich, nur manuell
– relativ groß und schwer

Im Vergleich:
Nur die Spiegelreflexkameras betrachtet:
Auch mit geringerer Auflösung bleibt die Nikon D500 in vielen wichtigen Punkten überlegen. Pentax K3II wird erst Mitte 2020 abgelöst und die Sony Alpha 77II ist auch nur für wenige Käufer interessant. Eine Canon EOS 7DII oder gar 77D oder 800D braucht niemand mehr.
DSLM:
Eine FujiFilm X-T3 und erst recht die X-H1 sind deutlich überlegen und selbst eine Panasonic G9 zeigt sich in vielem überlegen. Sony verfolgt eine andere Bauweise, die mir sehr 
missfällt, technisch bieten sie aber, ausser beim Sucher einiges mehr für’s Geld.

Was nützt ein Auflösungsgewinn von 25%, wenn der nur theoretisch bleibt, mit den meisten Objektiven nicht nutzbar ist und wenn er mit einem erheblich höheren Rauschverhalten einhergeht?
Letztlich kauft man doch neue Kameras kaum wegen Funktionen und Bedienung – sondern weil man sich bessere BQ, die schneller und unkomplizierter, mit mehr Spaß zu erreichen ist. Die Hoffnung lösen weder EOS 90D noch EOS M6II ein.
Ich finde die Schere zwischen 1000€ Kameras und 3000-4000€ Kameras geht weiter auseinander. Früher bot eine EOS 40D noch kaum so deutlich schlechtere Performance als professionelle Kameras im Vollformat – doch heute sind da in den Details schon kleine Welten.
Das trifft besonders auf Canon zu und ist schon bei Nikon und Pentax wesentlich weniger ausgeprägt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das diese Kameras unter 2000€ nur ein Lockstoff für das Vollformat und L-Objektive sind und sie nicht wirklich etwas auf Stand der Technik leisten sollen!
Das ist auch mein Hauptvorwurf aus 30 Jahren EOS und der zeigt sich hier wieder deutlich.

 

 Canon EOS M6II
Canon tut es schon wieder – wie soll man es nennen – Zwietracht sähen?
Wo eine M5II erwartet und logisch wäre, bringt Canon technische Verbesserungen in einer 6II ohne Sucher mit aufpreisempfindlichem Sucher, der kaum auf Stand der Technik ist. Ja, Olympus hatte es einst auch so gemacht, Leica und Sony sind dem gefolgt, aber aus deren Erfahrungen müsste Canon wissen, das die allermeisten Menschen einen Sucher brauchen und wollen – wenn sie nicht das SP verwenden.
So kaschiert hier Canon den Preis und eine M5II wäre sicherlich günstiger zu kaufen – Sucher eingebaut. Und ich weiß aus 30 Jahren Canon, das die Taktik immer ist: Nur keinen Käufer zufrieden machen! Danke Canon, technisch oft brillant, Service noch sehr gut, aber Marketing extrem hinterfotzig!

Die EOS M6II verwendet den identischen Sensor wie die 90D – also alles was ich dazu geschrieben habe, gilt auch hier.
Aber es kommen weitere Nachteile dazu und die würden für mich noch schwerer wiegen als der Vorteil eines spiegelfreien Gehäuses.
Theoretisch kann sie 14 Bilder pro Sekunde, aber mit den lichtschwachen, langsamen Objektiven oder mit Adapter scheint mir das eher eine Illusion. Ohne entsprechend kurze Belichtungszeiten sind ohnehin keine schnelleren Serien als 5 B/Sek möglich.

Nachteile:
– kein Sucher eingebaut – zusätzliche Kosten (230€) und Bauhöhe
– kleinerer Akku – weiteres Ladegerät
– nur 1 langsamer Kartenschacht
– nur Klapp-Monitor – Beweglichkeit fehlt
– nicht kompatibel zu Canon EOS R oder gar EF
– gering auflösender Sucher – zu langsam in der Darstellung bei Bildserien
– nur 1/4000 Sekunde und 1/200 bei mechanischem Verschluss
– maximal 54 JPEGs in Folge

Vorteile: ?
+ klein ohne Sucher
+ Neuere Objektive
+ theoretisch bis 14 B/Sekunde

Was würde ich Canon-Fotografen raten, die nicht auf Niveau der EOS 1DX oder mit teuersten, neuesten L-Objektiven fotografieren?
(wer auf dem teuren Niveau fotografiert, hat ohnehin mehr als eine EOS-Ausrüstung und sicherlich längst eine mFT, Fuji oder Sony – beobachte ich in vielen Fototaschen)
Ergänzen – Umsteigen!
Weg von DSLR, weg vom Bajonett und AF-Fehlfokus Wahnsinn.

Alternativen gibt es viele. Wer es klein und altmodisch liebt, wird sich für Fuji begeistern, wer seine Angst überwindet, wird bei Sony ganz neue Technik und Möglichkeiten finden und wer am liebsten auf Familienreisen und gerne in Nähe zum Objektiv fotografiert wird sich für mFT – also Olympus/Panasonic begeistern.
Der Schwenk zu Nikon wäre jetzt fast zu spät, denn die müssen Z auch erst ausbauen (haben aber deutlichen Vorsprung bei Kameras und bezahlbaren Objektiven!) und jetzt noch eine D500 zu kaufen, ist auch zu spät. Nur die schwere D850 kann weiterhin als DSLR am besten überzeugen. Dagegen ist bei Canon kein Kraut gewachsen.

 

Veröffentlicht in General, Kameras im Test, News-Blitzlicht

 

9. Oktober 2019
Wie weit sind die elektronischen Sucher?

Elektronische Sucher 2019:

Ich sehe das Thema vielleicht zu emotional – doch mit dem Sucher, oder besser Finder, fängt jedes Foto oder auch jeder Film an.
Sicher kann man auf sein Smartphone schauen, auf sein iPad, seinen Computer-Monitor, Fernseher, auf seinen Monitor an einer Kamera und dort das Motiv sehen.
Doch das sind keine Sucher – das hat seine Vorteile in bestimmten Situationen – doch einen Sucher kann all das – bei Tageslicht, bei Sonne, bei Schnee, im Winter, bei Regen – nicht wirklich ersetzen.
Wissen Sucher:
– ein elektronischer Sucher (EVF) ist ein kleiner Monitor der viel Strom braucht und kein Spiegelreflexprisma
– ein EVF-Sucher zeigt immer nur klein gerechnete JPEG-Dateien und Bildinformationen an – kein RAW!
– ein EVF kann und sollte eingestellt und angepasst werden, Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Farben sind veränderbar
– ein EVF kann von Exemplar zu Exemplar unterschiedlich ausfallen und hat mehr Fehlerquellen
– beim EVF ist die Geschwindigkeit der Bilderneuerung entscheidend, 120Hz ist derzeit Spitze
– ein EVF wird von jedem Mensch etwas unterschiedlich beurteilt, jeder hat andere Augen, Farbe, Kontrast, und Helligkeitsempfinden
– mir ist klar, dass man sich auch die Schärfe mit Kontrastkonturen, Zebra und das Histogramm anzeigen lassen kann – aber das hat wenig mit der Qualität der Darstellung zu tun!

Das alles ist mir sonnenklar, ich schaue mir elektronische Sucher seit 11 Jahren in Fotokameras an und noch viel länger in Videokameras. Und ich lasse immer Fotografenkollegen und Menschen, die mit Fotokameras nicht viel zu tun haben, durch den Sucher schauen und komme dann erst zu einer Beurteilung.
So habe ich es auch mit der Sony Alpha 7III gemacht – keiner fand den wirklich gut, egal in welcher Einstellung und im Vergleich säuft er dann zu neuesten Suchern ganz ab.
Den Vergleich zum DSLR-Sucherprisma mache ich gar nicht erst – das sind verschiedene Welten.

Es braucht einen sehr guten elektronischen SUCHER damit man sein Motiv auch bei jedem Licht leicht FINDET und beurteilen kann. Ich finde Kameras wie die Sony Alpha 6400 oder Sony Alpha 7III und ihre Vorgänger sind nicht Fisch, nicht Fleisch.
Auch wenn die sonstige Handhabung inzwischen vertraut und gewohnt ist und der Sensor liefert wie erwartet – so haben sie doch im Vergleich einen lausigen Sucher (Vergleich 7RIII, 7RIV u Fremde wie Z, R, G, X).
Bei SONY fielen mir die Sucher immer am unangenehmsten auf, noch vor Olympus und Pansonic und Fujifilm hat sich von Anfang an am meisten um einen guten Sucher bemüht.
Das war für mich immer einer der Hauptgründe, warum ich eine Sony Nex 6, 6000, 7, 7R, 7RII, Canon EOS M5, Olympus E-M5, Paansonic G5, GH3 alle nur kurz verwendet und schnell abgegeben habe –
Der SUCHER ist entscheidend!

Ein elektronischer Sucher beginnt erst ab 3.7 MP zu überzeugen, das haben Canon & Nikon zumindest richtig erkannt – mussten sie auch, denn man lockt niemanden von der Spiegelreflexkamera weg, mit einem schwachen Sucher.
Abwarten auf Sony Alpha 7000 heißt bei Sony die beste Entscheidung, denn was nützt der beste Sensor, wenn ich keinen ungetrübten, unverrauschten, ungeflimmerten Blick auf mein Motiv habe.
Ich finde immer wieder erstaunlich, dass die anderen Sucher von bekannten Fotografen oder gar Rezensenten als gut eingestuft werden, sie sind allenfalls ausreichend.
Also hoffen wir mal, dass Sony bald in die Vollen geht und andere mitreißt.
Denn der Sucher ist letztlich noch vor den winzigen Sensor-Unterschieden heute eines der Hauptmerkmale für eine Systemkamera.
Zumal die Monitor-Auflösungen meist noch bei unter 1 MP Auflösung herum dümpeln und bisher fast nur Nikon und Leica die Notwendigkeit sehen, zumindest 2 MP zur Verfügung zu stellen. Was sich allerdings dann deutlich im Stromverbrauch niederschlägt.
Hitzeentwicklung und Stromhunger sind auch für alle Hersteller die Hauptwiedrigkeiten, die gegen einen sehr guten Sucher und einen hochauflösenden Monitor sprechen.
Bisher mußte man daher mit einer Sucherauflösung von nur 2.4 MP leben – doch seit 2018 zum Glück nicht mehr – spiegelfrei befreit sich langsam von allen Vorurteilen.

Alle Kamerasucher vor den folgenden Kameras kann und werde ich heute deshalb nicht mehr akzeptieren:
Panasonic G9
Panasonic GH5 – GH5S
FujiFilm X-T3
Fujifilm X-H1
FujiFilm GFX50S
FujiFilm GFX50F
Hasselblad X1D
Sony Alpha 7RIII
Sony Alpha 9
Nikon Z6
Nikon Z7
Canon EOS R
Panasonic S1
Panasonic S1R

Was Sony, Leica und Canon in den Kameras mit kleineren Sensoren, beim Blick durch den Sucher, anbieten, ist allenfalls befriedigend aber selten gut genug.
Gerade noch akzeptabel sind:
Olympus E-M1II
Olympus E-M1X = grauenhaft
FujiFilm X-Pro 2
FujiFilm X-T2, X-T3
Sony Alpha 7III = fürchterlich
Leica SL (trotz 4.4 MP Auflösung ein grauenhafter Sucher)
Leica M

 


EVF-Sucher / Finder Unterschiede gegenüber Sucher-Prisma

(Ich vergleiche hier nicht mit den Spiegelsuchern die in preiswerten DSLR-Kameras meist unter 800 € verbaut sind – denn denen würde ich einen elektronischen Sucher vorziehen!).

Der DSLR Sucher mit großem Glasprisma hat ganz klar noch Vorteile und manchem fällt es schwer darauf zu verzichten.
Den bis heute größten, klarsten und schönsten Suchereinblick der Fotowelt bieten nur die Pentax 645Z, 67 und ihre Vorgänger-Kameras!
Am Sucher scheidet sich ja gerne die Fotowelt, sehr viele sind immer noch der Meinung, ohne Spiegelreflex-Sucher-Prisma erreicht man nicht die gleichen Bildergebnisse. So wie man das auch schon bei den anderen Neuerungen der letzten 70 Jahre dachte, Farb-Film; Spiegelreflex-Kamera; Belichtungsautomatik; Autofokus; Bildstabilisierung; Digitalfotografie – es hat nie gestimmt.
Und auch beim Sucher – oder besser Finder (wie im englischen Sprachgebrauch) wird die mirrorless-Monitor-Bauweise das große, 200g schwere Sucherglasprisma schnell bedrängen. Seit 2018 Nikon und Canon erschienen sind, ist es soweit, denn was in Bridgekameras (Superzoom) begann, den ersten Mirrorless-System-Kameras und Sony SLT-Kameras geboten wurde, war oft eher abschreckend. Doch seit gut 3 Jahren bieten Panasonic, Fujifilm, Olympus elektronische Sucher in ihren modernen Systemkameras und Sony, Leica, Nikon und Canon haben endlich erkannt, das sie schnell mitziehen müssen. Wie bisher Panasonic, baut auch Sony den OLED-Sucher fest in eine Alpha 6500 und Alpha 7 ein und bietet ihn in gleicher Technik auch als aufsetzbaren Finder an.
Die ganzen Systemkameras mit Wechselbajonett und Digicams mit fest eingebautem Objektiv, werden für mich durch einen hochwertigen Motiv-Finder erst ernstzunehmende Kameras. So toll die reinen Monitore auch geworden sind, sie können selten den konzentrierten Blick auf das Motiv durch den Finder ersetzen, erst recht nicht bei viel Licht und auch nicht, wenn man präzise sein Motiv beurteilen will.
Der Verzicht auf den Spiegel, die aufwendige Mechanik, den Autofokus- und Belichtungs – Messeinheiten unter dem Spiegel und das Sucherprisma eröffnet allen Kameraherstellern jetzt ganz neue Möglichkeiten. Wo die Leica-Mess-Sucher-Konstruktion noch sehr eingeschränkt ist, aber durch das kurze Auflagemaß immer die besseren Objektive bieten kann – können die Systemkameras letztlich einen gewaltigen Qualitäts- und Komfort-Sprung bieten.
Jetzt können die besten Objektive der Fotowelt an den meisten der spiegelfreien Kameras ihre höchste Bildqualität beweisen. Neue Objektiv-Konstruktionen können viel kompakter und optisch mit höherem Microkontrast und Detailschärfe gefertigt werden. Der Autofokus ist endlich immer präzise, da er nicht mehr über einen Umlenkspiegel justiert werden muß, sondern sofort auf dem Bildsensor arbeitet. Die Vorteile sind enorm, endlich erschließen sich auch mit einer 500€ Kamera, deren wichtigste Bestandteile jetzt der Sensor, mit Prozessor, der elektronische Sucher und der bewegliche Bildmonitor sind, mit entsprechendem Leica, Zeiss oder ausgesuchtem japanischen Objektiv eine ganz neue Abbildungsleistung.

Sicherlich geben bisher noch viele optische Konstruktionen, wie fast alle Objektive von Sony, viele von Samsung, die Zoom-Objektive von Olympus, die Nikon 1 Objektive noch sehr viel anlass zur Kritik. Sie sind mechanisch unbefriedigend und optisch meist gar nicht an die hochwertigen Sensoren mit 20-24MP und mehr angepasst. Doch Abhilfe ist nicht nur durch die manuellen deutschen Objektive in Sicht, sondern auch durch neue AF-Konstruktionen von Zeiss, Fuji, Panasonic und Olympus Zuiko.
Wer weiter DSLR fotografieren will, soll das ruhig tun, doch schon bald könnte die Abbildungsleistung im Bereich von 12-200 mm von den Systemkameras mit hochauflösenden Suchern und besten Objektiven deklassiert sein.

DSLR für: Bewegte Motive, extreme Telefotografie, Hochzeits- und Porträtfotografie und Landschafts- und Architektur-Fotografie
Spiegelfreie Systemkameras für: Reise-, Macro-, Familien-, Events-, Reportage- und Schnapp-Schuß-Fotografie.

Es gibt viele verschiedene Kamera-Sucher – die eigentlich alle besser FINDER heißen würden.
Nach neun Jahren gibt es inzwischen endlich eine Akzeptanz für den elektronischen Sucher, nach den Anfängen mit der Panasonic G1 ist er auch wirklich erheblich verbessert worden. Praktische alle elektronischen Sucher kommen heute von EPSON. 2.360.000 Millionen Pixel lösen die meisten aktuellen Sucher auf, es gibt bei den aktuellen Kameras viele ähnliche Sucher und doch liegen die Unterschiede im Detail.

Alle Sony Alpha Sucher zähle ich zu den schlechteren, sie kommen nicht gut mit hohem Kontrast und noch schlechter mit schlechtem Lichtverhältnissen zurecht.
Fujifilm baut in der X-T2 einen sehr großen und hellen Sucher mit nur wenig Verzögerung.
Im Vergleich fällt doch auf, das er mit kontrastreichen Szenen nicht gut zurecht kommt, dann zeigt er einfach weniger Details.
Ganz anders der besonders schnelle Sucher in der Olympus E-M1II, er kommt merklich besser mit Kontrasten zurecht, wirkt aber nicht so groß und nicht so hell.
Doch im Ernstfall ist mir der Olympus-Sucher lieber.
Spannend war der Vergleich zur Panasonic GH5 – denn den Vergleich zur GH3 oder GH4 gewinnen Olympus und Fujifilm locker.
Die Panasonic hat einen Sucher mit noch mal gesteigerter Auflösung von 3.680.000 MP. Er zeigt viele Details, doch das Bild verblasst leicht durch Seitenlicht, das zwischen Auge und Sucher einfällt. Auch kommt er mir dunkler und kontrastärmer vor und ich muß seine Werte total verändern um mein Motiv klarer zu sehen.
Also beim Sucher steckt weiterhin großes Potenzial, auch der 4.4 Millionen MP auflösende Leica-Sucher ist längst nicht gut genug.
Es muß viel mehr Auflösung und Klarheit und höchste Schnelligkeit beim Bildaufbau her um auch nur halbwegs gegen die ausgereiften Prismensucher zu bestehen.

Vorteile für den elektronischen Finder:

– das Bild kann sofort nach Auslösung betrachtet werden, man braucht die Kamera nicht vom Auge zu nehmen
– heller Bildeindruck unabhängig welches Objektiv, welcher Lichtstärke verwendet wird
– Sucherhelligkeit verstärkt bei wenig Licht (nicht zu unterschätzen, vor allem bei Macro und Tele!)
– deutlich bessere Helligkeit in schattigen Bereichen oder gar bei wenig Licht
– EVF Sucher auf Schwarz-Weiß/Monochrom umstellbar – bessere Konzentration auf Gestaltung und Muster möglich
– extrem kurze Dunkelphase bei Serienbildern (Olympus)
– großes, 100% Sucherbild
– Informationen auf Wunsch, Daten, Gitterlinien, Histogramm einblendbar
– die Konstrukteure können ihn beweglich gestalten
– nur ca. 25 g leicht – erhebliche Gewichtsersparnis und Konstruktions-Gestaltungs-Freiheit
– Bildvergrößerung und High-Eyepoint-Bauweise machbar
– starke Bildvergrößerung und Kantenschärfe (Peaking/Zebra) für manuelle Fokussierung im Finder wählbar
– lautlose, erschütterungsfreie Auslösung ohne Hilfsspiegel
– Farben, Kontrast, Sättigung und Helligkeit regulierbar
– meist kein Staub und Schmutz im Bild sichtbar
– er könnte drahtlos, von der Kamera entfernt betrachtet werden
– letztlich ein enormer Kostenvorteil vor Spiegel- und Prismenblock-Bauweise

Faszination Glas: 1954 konstruierte Pentax (Asjaiflex IIb) die erste wirklich benutzbare Spiegelreflextechnik mit Glasprisma,
Nikon machte den High-Eyepoint-Sucher weltberühmt, die Pentax LX bot das allerbeste Wechselsucher-System; die Sony Alpha 900 hatte den bis heute größten und hellsten KB-DSLR-Glassucher und die Pentax 645Z hat den für mich bis heute besten Sucher aller Kameras. Nur Leica setzte Glas lange Zeit ganz anders ein und bot den berühmten Messsucherkameras nur einen durchsichts-Sucher direkt auf das Motiv. Erst mit den R und S-Kameras unterwarf sich auch Leica dem Spiegelreflexprinzip. Das M-Prinzip hat den Nachteil, dass Brennweiten jenseits 135 mm und alle Brennweiten im Nahbereich nicht sinnvoll eingesetzt werden können – die M ist immer eine reine Reportage- und Reise-Kamera geblieben. Während SLR-Modelle jeweils das gesamte Spektrum aller Motive und Objektive abdenken konnten. Trotzdem ist das Spiegelreflexprinzip letztlich nur eine Hilfstechnik – die nicht unmittelbar zum besseren Bild beiträgt – nur wer mit lichtstarken Objektiven und bestem Sucher konzentriert arbeitet, kann Vorteile aus dem DSLR-Sucher ziehen – durch die größere Klarheit, die ungetrübten Details und Farbgenauigkeit. Dann sind wir aber in einer Preislage bei Kameras über 2000€ und bei Objektiven die besonders im Telebereich sehr kostspielig sind.

Vorteile für das DSLR-Glas-Sucher-Prisma:

– Klarheit (auch 4,4 Millionen Pixel reichen an Glas und Spiegel noch nicht annähernd heran)
– Tonwertreichtum ist bei gutem Licht deutlich besser zu beurteilen
– Reaktion in Echtzeit – keine Verzögerung – keine Nachzieheffekte
– kein Energieverbrauch – nur gering durch Schwingspiegel
– räumlicherer Bildeindruck
– meist Farbneutral
– bessere Beurteilung des Bildes beim Einsatz eines Polfilters

Kurze Beurteilung der aktuellen elektronischen Sucher:

– Panasonic GH5/G9 – höchste Auflösung: 3,4MP etwas dunkel, Seitenlichtempfindlich

– Fuji X-H1 – großes Sucherbild, hohe 3,4 MP Auflösung, rauscharm, sehr gute Farben, aber etwas langsamer im Bildaufbau

– Fuji X-T2 – großes Sucherbild, noch gute 2,3 MP Auflösung, rauscharm, sehr gute Farben, aber etwas langsamer im Bildaufbau

– Fuji X-Pro 2 – optischer und EVIL-Sucher

– Panasonic GX8 /G81 – großes, etwas farbverfälschtes Sucherbild

– Leica Visoflex VF-2 – wenig Bildrauschen, gute Farben – angenehm

– Olympus E-M1II & M1X – noch guter Sucher, gute Farben, nicht zu viel Rauschen, tolle Anzeigen

– Samsung NX1 – OLED – etwas weich, gute Farben

– Nikon 1 V3 – etwas klein, Farben und Rauschfreiheit gut

– Sony Alpha 7III – für mich 2018 der Grusel-Sucher – einfach ein Witz an einer solchen Kamera!

– Sony FDA-EV1S (baugl. Alpha 6000) – sehr hohes Bildrauschen – OLED hier nicht ausgereift, schwache Farbdarstellung

– Sony Alpha 7 – sehr hohes Bildrauschen – OLED hier nicht ausgereift, schwache Farbdarstellung

– Sony SLT Alpha 99II  – heller, großer Sucher, gute Farbdarstellung – wenig Bildrauschen

Also hier bleibt für den EVF-Suchern in den nächsten Jahren noch etwas Entwicklungspotential, Fuji mit der X-T2 und Panasonic und Olympus sind mit den neuen OLED-Suchern bisher auf dem besten Weg.

Eine Auflösung von 2,4 MP kann auch für anspruchsvollste Anwender ausreichend sein, sofern er bei dunklen Bildpartien nicht rauscht.
 Der EVF-Finder muß in vielen Kameras einen noch schnelleren Bildaufbau erreichen und Nachzieheffekte beseitigen. Ein Sensor zum Umschalten zwischen Finder und Kameramonitor ist sehr sinnvoll.

Ein optischer Sucher kann auch ein Motiv in der Tiefe darstellen – ein EVF bleibt immer ein “Bildschirm” der Tiefe nur simulieren kann
nicht umsonst wird beim Film eine Ausschnitts-Lupe zur Bestimmung des Filmbildes verwendet – hier könnte es in Zukunft einen räumlicheren Bildeindruck am Finder-Monitor geben.

Der heutige Standard ist: 3,6 MP bei 120Hz Bildwiederholfrequenz!
Das bieten inzwischen 13 Kameras:

Panasonic G9
Panasonic GH5 / GH5s
Fujifilm X-H1
FujiFilm X-T3
Fujifilm GFX50s / GFX50f
Sony Alpha 9
Sony Alpha 7RIII
Leica SL
Nikon Z7 / Z6
Canon EOS R

 

Fuji E-X1 zeigt den bisher optisch schönsten elektronischen Sucher

 

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