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Filo Rings

Kategorie ‘Objektive im Test’

22. August 2019
AF-Objektiv-Schlüssel-Technik: Canon, Nikon, Sigma


Warum bringt die Firma Nikon immer Jahre verspätet Objektive praktisch gleicher Bauart wie Canon?

Man kann an den Neuvorstellungen der Objektive ganz deutlich erkennen, das Nikon die allermeisten Objektive einfach „nachbaut“. Sie nehmen sich eine Canon-Neuerscheinung vor, geben sie zu den Ingenieuren und dann dauert es einige Jahre (meist 3-10 Jahre) , bis Nikon ein vergleichbares Objektiv hat. Es gibt nur wenige, spannende Ausnahmen die Nikon nicht abgekupfert hat oder wo Nikon eigene Wege geht.
Nikon hat nicht das 2.8/65 mm Lupen-Objektiv, dass Canon bereits 1999 vorgestellt hat.

Nikon hat das 1996 vorgestellte 4.0/400 mm DO oder die anderen DO Objektive sehr lange unbeantwortet gelassen – erst 2014 erschien mit dem 4.0/300 mm PF eine Antwort mit vergleichbarer DO-Bauweise. Das ist auch schon für mich die positivste Ausnahme. Denn das 4.0/400 mm wurde nur von wenigen Fotografen jemals akzeptiert. Es ist nicht so wesentlich leichter wie ein 2.8/300 mm und aus diesem lässt sich mit 1.4x Extender schnell ein 4.0/400 mm machen – dann wiegt es immerhin 675g mehr.
Canon baute an einem 4.0/600 mm DO und keiner weis ob das je auf dem Markt kommt. Nikon soll zusätzlich am 5.6/600 mm PF rechnen – das scheint der bessere Weg. Daraus ist nur ablesbar, dass Canon und bald auch Nikon die DO-Technik im Griff haben und forcieren um am Ende mindestens vergleichbar leicht bauen zu können, wie Systeme ohne Spiegel und Systeme mit kleineren Sensoren.

Objektivtechnik:
Das Pentax, Sony, Leica und alle anderen jahrelang hinter Canon und Nikon her hinkten, daran waren wir gewohnt – doch wie verhält es sich mit den beiden gleich aufgestellten Rivalen Canon und Nikon?

Ultraschall-AF-Technik:
Canon 1987 – Nikon 1998 – 11 Jahre Vorteil Canon
Canon 2.8/300 mm L USM (1987)
Nikon AF-S 2.8/80-200 mm ED (1989)
Nikon AF-S 2.8/300 mm ED (2001)

Erstes AF-Ultra-Tele:
Canon 5.6/1200 L USM (07-1993)

Erstes Super-WW-Zoom:
– 3 Jahre Vorteil Canon
Canon 2.8/17-35 mm L USM (04-1996)
Canon 2.8/16-35 mm L USM (12-2001)
Nikon AF-S 2.8/17-35 mm ED (1999)

Erstes lichtstarkes Reportage-WW-Zoom:
– 5 Jahre Vorteil Canon
Canon 2.8/24-70 mm L USM (11-2002)
Nikon AF-S 2.8/24-70 mm ED (2007)

Erster Bildstabilisator im Wechselobjektiv:
– 5 Jahre Vorteil Canon
Canon 1995 – Nikon 2000
Canon 4.0-5.6/75-300 mm (1995) – 4.0/300 mm L IS (1997)
Nikon 4.5-5.6/80-400 mm ED VR (2000)

Erste DO-Leichtbauweise:
Canon 2001 – Nikon 2015 – 14 Jahre Vorteil Canon
Canon 4.0/400 mm DO IS (2001)
Canon 4.5-5.6/70-300 mm DO (2004)
Canon 4.0/400 mm DO IS II (2014)
Nikon 4.0/300 mm PF (2015)
Nikon 5.6/500 mm PF (2019)

Erstes Lupen-Objektiv für KB-AF-Kamera:
Canon 1999 – Nikon ???
Canon MP-E 2.8/65 mm

TSE – Ultra-WW-Bauweise:
Canon 1991 – Nikon 2008 – 7 Jahre Vorteil Canon
Canon 4.0/17 mm TSE L – 2009
Nikon 4.0/19 mm PC-E (2016)

Erstes 10 fach Zoom:
Canon 1993 – Nikon 2005 – 12 Jahre Vorteil Canon
Canon 3.5-5.6/35-350 mm L
Nikon AF-S 3.5-5.6/18-200 mm VR (2005)

Erstes Fish-Eye-Zoom KB-Vollformat:
(Pentax – Tokina)
Canon 2011 – Nikon 2017 – 6 Jahre Vorteil Canon
Canon 4.0/8-15 mm Fisheye
Nikon AF-S 4.5/8-15 mm Fisheye

Aluminium-Carbon-Leichtbauweise:
Canon 2011/2012 – Nikon 2014/2015
– 3 Jahre Vorteil Canon
Canon 2.8/300 L IS II – 2.8/400 L IS II – 4.0/500 L IS II – 4.0/600 L IS II – 5.6/800 L IS II

Super-Leichtbauweise Super-Tele-Objektiv:
Sony 2018 – Sony 2.8/400 mm GM
Canon Ende 2018 2.8/400 mm – 4.0/600 mm
Sony 2019 – Sony 4.0/600 mm GM
Nikon ???
– ½ Jahr Vorteil Sony – 3 Jahre Vorteil Canon
Canon 2.8/400 L IS III – 4.0/600 L IS III

Micro-Ultraschall-Antriebe:
Canon 1915 – Nikon 2017
– 2 Jahre Vorteil Canon

BL-Linsen-Glas:
Canon 2015 – Nikon ???
Canon 1.4/35 mm L II
Canon R 1.2/85 mm L

Erstes Zoom-Objektiv mit eingebautem Konverter:
Canon 2013 – Nikon 2018 – 5 Jahre Vorteil Canon
Canon 4.0/200-400 mm L IS USM x1.4x
Nikon 4.0/180-400 mm ED VR FL x1.4x
Olympus 4.5/150-400 mm +1,25 mm PRO IS

Erstes Ultra-WW-Zoom:
Sigma 4.5-5.6/12-24 mm
Canon 4.0/11-24 mm L IS (2015)

Erste ultra-lichtstarke Festbrennweite:
Canon 0,95/50 mm L
Voigtländer 0,95/25 mm

Nikon’s eigene Autofokus-Objektiv-Wege:

DC-Technik zur Steuerung der Hintergrund-Unschärfe – 1990
AF 2.0/105 mm DC
AF 2.0/135 mm DC

Erstes Micro-Zoom:
AF 4.5-5.6/70-180 mm Micro (1997)

Erstes Macro-Objektiv mit VR-Bildstabilisator:
Nikon 2.8/105 mm VR – 2006

Erstes höchstlichtstarkes Tele jenseits 85 mm:
Nikon AF-S 1.4/105 mm – 2016

Erstes Supertele mit berechnetem Konverter:
Nikon AF-S 5.6/800 mm VR FL – 2013

Erstes lichtstarkes Super-Weitwinkel-Zoom:
Nikon 2.8/14-24 mm – 2007

Erstes AF-Super-Tele Zoom:
Nikon 4.0/200-400 mm – 2004

Erstes AF-Super-Tele-Zoom in fester Lichtstärke über 400mm:
Nikon 5.6/200-500 mm – 2015

 

Bei den DSLR-Kameras hat Nikon offensichtlich wieder die Führungsrolle übernommen.

Nikon hatte die 1, da hat Canon noch lange keine EOS M Kamera eingeführt
Nikon hatte die D750 längst vor der EOS 6DII

Nikon deklassiert mit der D500 alles, lange vor einer 7DIII

Nikon hat eine D850 und Canon setzt nichts dagegen

 

Objektive wie ein: 1.4/35 mm, 4.0/300 mm; 4.5-5.6/100-400 mm sind zwar neu für einige frische Systeme, doch deshalb keineswegs innovativ. Ein kompaktes, schnelles 4.0/300 mm mit Bildstabilisator hatte Canon schon vor 19 Jahren und ein 5.6/100-400 mm IS auch schon vor 18 Jahren. Canon ist neben Nikon und Sigma schon seit Jahrzehnten der Innovationsmotor der Objektiv-Fertigung.
Heute versuchen vor allem Olympus, Panasonic und Fujifilm kleinere, leichtere Hochleistungs-Objektive zu schaffen.

Doch was gab es in den letzten Jahrzehnten, seit Einführung des Autofokus 1985 von Minolta wirklich innovatives?

Zweifelsfrei sind die Leica-M-Objektive die kleinsten, leichtesten und abbildungsmäßig besten Objektive auf dem Weltmarkt.
Wenn man bedenkt das selbst Objektive für kleinere Bildformate (mFT-APS-C) oft kaum kleiner sind und die Abbildungsleistung meist nicht erreicht wird, ist das sehr deutlich. Vor allem die Summicrone mit f:2.0 Ausgangslichtstärke sind die besten und beliebtesten festen Brennweiten auf dem Markt. Mit Lichtstärke f:2.8, f:2.5 und f:2.4  war Leica nie so erfolgreich und selbst f:1.4 und f:0.95 haben Konkurrenz bekommen.
Allerdings haben auch alle Leica M-Objektive einen entscheidenden Nachteil, sie fokussieren alle nur einen Bereich von 0.70 bis unendlich und sind im Bereich unter etwa 1.50m nicht sonderlich herausragend. Damit sind sie im Nahbereich kaum eine Empfehlung wert. Es bleiben Reportage- und Strassen-Objektive, am beliebtesten sind 35 mm und 50 mm gefolgt von 28 mm, 24 mm und 75 mm. Immerhin hat es Leica geschafft den Bereich der Brennweiten auf 16-135 mm auszudehnen. Es gibt Objektive wie das 2.0/75 mm, 2.0/90 mm und das 3.4/135 mm, doch das sind im M-System schon Exoten, da es nicht wirklich Freude macht und sehr ungewohnt ist mit einem Tele den Bildausschnitt und die Schärfe im M-Sucher fest zu legen.

Die bedeutendsten Leica M-Objektive:
Summilux 1.4/21 mm Asph FLE
Summilux 1.4/24 mm Asph FLE
Summicron 2.0/28 mm Asph
Summilux 1.4/35 mm Asph FLE
Summicron 2.0/35 mm Asph
Noctilux 0.95/50 mm Asph
Summilux 1.4/50 mm Asph
Summicron 2.0/50 mm Asph

Doch die machen allesamt an anderen Sensoren, als dem Leica-Sensor keine so gute Figur und liefern an Sony Alpha-Kameras und anderen Vollformatkameras leider keineswegs Höchstleistungen. Das schaffen sie nur an Leica M oder SL Kameras.

Doch Fujifilm gräbt Leica langsam das Wasser ab, nicht nur, dass eine Fujifilm X-T3 leichter kleiner und handlicher ist, und sie die gleichen fantastischen Möglichkeiten zum Überblicken des Motiven im Sucher bietet (außer dem eigentlichen Bildrahmen ist auch der Bereich um das Motiv herum sichtbar und somit der ideale Moment weit besser abschätzbar) und zusätzlichem elektronischen Live-Bild im Sucher mit allen Korrekturen, Filterungen – so wie das Bild tatsächlich werden wird – nein auch die Fujinon-Objektive überholen Leica.
Damit gibt es erstmals eine echte Alternative zur Leica M – wenn auch mit halbierter Sensorfläche – das bringt jedoch in den meisten Fällen mehr Vorteile, als Nachteile (größere Schärfentiefe, kleinere Bauart). Fujifilm hat aus meinem Blickwinkel nur den Fehler gemacht, den Fotografen gewohntes zu bieten und sich nicht an das idealere 4:3 oder gar an ein quadratisches 1:1 Bildformat heran gewagt.
Bei Fujifilm sind nicht alle Objektive mit schnellstem AF versehen und der Blendenring ist ebenfalls nicht bei allen perfekt umgesetzt, sichere Tipps auf Leica-Niveau sind aber:
2.8/14 mm
1.4/16mm
1.4/35 mm
1.2/56 mm
2.0/90 mm
2.8/50-150 mm
4-5.6/100-400 mm

Canon 4.0/200-400 mm L IS x1,4
Am Anfang war ein 4.0/200-400 mm Nikkor mutmanuellem Fokus, das wurde von berühmten Fotografen wie Art Wolfe sehr geliebt, dann kam endlich das AF-S 4.0/200-400 mm VR, was für mich ein guter Grund war um mit dem Nikon System zu arbeiten und 2010 wurde es halbherzig mit besserem VRII ausgestattet. Aber warum musste es so lang und so schwer sein? Immerhin der erreichbare Abbildungsmaßstab ist mit 1:3,7 sehr beachtlich.
Canon hatte dann 2012 endlich ein Einsehen und brachte das sehr innovative 4.0/200-400 mm L IS mit einschwenkbarem 1,4x Extender, das zusätzlich noch mit einem weiteren Konverter eingesetzt werden kann.
Doch es bleibt lang und schwer, ist aber schneller und schärfer als das Nikkor und deutlich kostspieliger.
Heute müßte es ein: 4.0/50-300 mm x2 mit Bildstabi sein, mit eingebautem 2x Konverter.

Tamron 5.0-6.3/150-600 mm VC USD SP
Am Anfang der Super-Telezoom-Riesen die bis 500 mm und 600 mm reichten, standen manuelle Canon 5.6/150-600 mm und Tokina 5.6/150-500 mm. Dann folgten einige unbefriedigende, preiswerte Konstruktionen, ein Sigma 6.3/50-500 mm war ganz brauchbar und sogar das sauschwere 5.6/300-800 mm fand den Weg auf den öffentlichen Markt, Olympus hatte immerhin ein 2.8/90-250 mm für den kleinen mFT-Sensor, doch erst die handliche und 1900g leichte Konstruktion von Tamron: 5.0-6.3/150-600 mm mit leisem AF und Bildstabilisator ebnete den Weg. Inzwischen ist es als verbesserte G2 Version erhältlich, besser abgedichtet, besser verarbeitet und mit Konvertern kompatibel. Sigma folgte mit 2 Konstruktionen 150-600 mm und sogar Nikon mußte ein 5.6/200-500 mm bringen. Als nächstes sollte ein leichteres 6.3/100-600 mm möglich sein.

Canon 4.0/11-24 mm L USM
Canon 4.0/400 mm DO
Canon 4.0/8-15 mm Fisheye-Zoom
Canon 2.8/65 mm Lupe
Canon 2.0/200 mm
Canon TS-E 4.0/17 mm
Tokina 2.8/60-120 mm – Sigma 2.8/50-150 mm
Sigma hat mit dem 1.4/20 mm ART seinen eigenen Rekord gebrochen
Sigma 2.0/24-35 mm
Sigma 1.8/135 mm
Sigma 2.8/180 mmm
Sigma 2.8/150 mm
Sigma 2.8/120-300 mm
Sigma 2.8/200-500 mm
Pentax 1.8/135 mm
Olympus 2.8/7-14 mm
Olympus 1.8/8 mm Fisheye
Fujinon 1.4/16 mm
Fujinon 1.2/56 mm
Tamron 3.5-6.3/16-300 mm
Voigtländer 0.95/10.5 mm
Zeiss Sony FE 1.8/24 mm

SIGMA war immer besonders kreativ und brachte so machen Stein ins Rollen.
Nachdem Sigma jahrelang mit den Zoom-Brennweiten neue Bereiche erobert hat, liegt heute der Schwerpunkt auf kostspieligen, hochlichtstarken Festbrennweiten.
Der verwendete Begriff “ART” suggeriert dann auch gleich im Unterbewusstsein, das aus jedem Knipser damit ein Künstler werden kann.

Als ART werden angeboten: 1.8/14 mm – 1.4/20 mm – 1.4/24 mm – 1.4/28 mm – 1.4/35 mm – 1.4/40 mm – 1.4/50 mm – 1.4/85 mm – 1.4/105 mm – 1.8/135 mm – 2.0/24-35 mm – 2.8/24-70 mm – und für das Halbformat, DX: 1.8/18-35 mm – 1.8/50-100 mm – 1.4/30 mm.
Wirklich wichtig und fotografisch sehr gut einsetzbar finde ich davon nur: 1.4/35 mm – 1.8/135 mm und 2.8/24-70 mm
Wie immer ist Sigma nicht sonderlich konsequent, nicht nur die Lichtstärken f:1.4 oder 1.8 sondern auch 2.0 und sogar 2.8 werden mit ART bezeichnet.
Für den SPORT sind bisher nur 3 Objektive vorgesehen: 2.8/120-300 mm – 5-6.3/150-600 mm und 4.0/500 mm.

 
 

30. Juli 2019
Objektive beschränkt oder neues Fass aufmachen

um die Ecke gucken, ist sauwichtig! Bitte nicht die beschränkte Abbildungsleistung beurteilen, die Aufnahme erfolgte durch dickes Glas…

Objektiv Beschränkung – Festbrennweiten ohne Konverter?

Ich finde es extrem beschränkt, das alle Autos praktisch gleich sind, einer Mode folgen und noch viel schlimmer ist das bei Objektiven. Immer wieder 2.8/24-70 mm – 2.8/70-200 mm und dann Festbrennweiten ohne Ende – Japaner wagt doch endlich mal Neues.

Ok, jetzt haben wir endlich leichte 400 mm und 600 mm Super-Tele – alle zufrieden und keiner denkt mehr weiter. Wenn sich Nikon und Panasonic jetzt beweisen wollen und den Kuchen endlich neu aufteilen wollen, müssen sie etwas anderes anbieten.

Nein nicht einfach 300 und 500 mm – sie müssen Super-Tele mit integriertem Konverter anbieten – Festbrennweiten wie 2.8/300 mm und 2.8/400 mm mit 2.0x Konverter zum Einschwenken.

Bitte keinen 1.4x Konverter, das brauchen nur „Angsthasen“, wenn dann richtig.
Die beiden Zooms mit 1.4x Schwenk-Konverter also Canon 4.0/200-400 mm und Nikon 4.0/180-400 mm war spannend, aber viel zu schwer, zu unhandlich und Canon hat den Schwenkhebel für mich falsch platziert. Nikon hat es besser gemacht, bei Sportfotografen finden die Konstruktionen vielGegenliebe, auch wenn sie kaum schärfer als preiswerte Zooms 60-600 mm oder 150-600 mm oder 100-400 mm mit Konverter, sind.
Ich folgere daraus und aus den vielen älteren Fotografen und auch Jungen, die ungerne mit Konvertern hantieren – das es endlich Zeit wird für Festbrennweiten mit integriertem Schwenk-Konverter.
Das beseitigt das Risiko bei der Montage, hält Staub, Schmutz und Feuchtigkeit aus dem optischen System fern, kann kompakter und optisch noch besser (weil angepasst) realisiert werden.
Die Konstruktion müßte nicht so viel schwerer und auch nicht mehr als 500-1000€ teurer werden. Anstatt immer größere Zoom-Bereiche ab zu decken – wäre es im langen Brennweitenbereich für weiter entferte Motive viel sinnvoller neue llichtstarke Festbrennweiten mit integriertem Konverter anzubieten. Also Sigma, Tamron, wo bleiben 2.8/300 mm +2.0x – 4.0/400 mm +2.0x – 2.8/400 mm + 2.0x – 4.0/500 mm + 2.0x?

Aber stimmt – ich soll ja mal zufrieden sein und nicht gleich wieder ein neues Fass aufmachen … sorry, ich bin nun einmal so.

Ich bin sicher Manchem zu brutal und zu indifferenziert,  zu pointiert in meinen Vergleichstest-Ausführungen. Geschuldet der großen Mühe und dem Zeitaufwand, kann ich oft nicht einmal so einfach im Bild belegen, warum das eine Objektiv entschieden besser ist, als das andere. Ich werde aber nach meinen Vorstößen immer wieder, von Menschen mit ausreichend Erfahrungen – gegen alle Marketing- und Finanzmaximierung-Bemühungen – auf wundersame Weise bestätigt. Ich fühle erst, welches Objektiv mir mehr liegt und dann sehe ich es auch sehr rasch in Vergleichsaufnahmen – hier ein paar Erkenntnisse zum beliebten 2.8/70-200 mm – die für meine Leser nicht neu sind – aber kaum anzuzweifeln:

2.8/70-200 mm altbekannt, altbewährt?

R. Cicala, der 2006 LensRentals in Memphis Tennessee hoch gezogen hat, hat die meisten aktuellen Reportage-Tele aktuell neu mit mTF Kurven und knappen Worten bewertet.
Wie in den meisten Fällen, weiß er genau wovon er redet und ich stimme mit ihm in der Theorie – in der kritischen Labormessung unter Idealbedingungen, überein.
Ein 2.8/70-200 mm ist fast immer besser bei 4.0 als ein 4.0/70-200 mm – aber der Unterschied ist mit dem neuesten Canon 4.0/70-200 mm L IS II sehr geschrumpft!
Sony patzt bei diesem Zoomtyp total, sowohl 2.8/70-200 mm GM als auch 4.0/70-200 mm G sind wenig beeindruckend. Optisch nicht, mechanisch nicht und der AF ist auch vergleichsweise lahm und der Abbildungsmaßstab ist schwach – bei beiden Zooms. Ich habe zunächst immer das Canon Zoom adaptiert und seit neuesten nutze ich das beste Tele-Zoom dieser Art, das Nikkor 2.8/70-200 mm FL an Sony Kameras. Genauso nutze ich am liebsten das preiswerte und sehr gute 1.8/50 mm STM Canon an Sony Kameras und ganz sicher nicht die 50iger von Sony.
Sony sollte hier unbedingt rasch tätig werden und seine 2 Objektive auf’s Altenteil schicken.
Sigma mag es zwar wieder scharf hin bekommen haben, aber die neue SPORT-Version ist mechanisch wieder so misslungen, das mir nichts positives dazu einfällt, außer das es eben sehr scharf in der Bildmitte ist. Es ist zu schwer, zu lang, zu schwacher Abbildungsmaßstab, zu teuer…

In der Praxis sind jedoch viele kleine Unterschiede gar nicht in einem Foto sichtbar, selbst bei 48-61 MP kaum. Trotzdem, wer es auf die Leistungs-Spitze treiben will und unabhängig von Kamera und Sensor wissen will, welcher Hersteller kann es mit welcher Version am besten:

9. Sony 2.8/70-200 mm GM
8. Tamron 2.8/70-200 mm SP
7. Panasonic 2.8/35-100 mm
6. Sigma 2.8/70-200 mm Sport
5. Pentax 2.8/70-200 mm
4. Fujifilm 2.8/50-140 mm
3. Canon 2.8/70-200 mm L IS III
2. Nikon 2.8/70-200 mm FL
1. Olympus 2.8/40-150 mm PRO

Für Sony sehe ich es genauso, ich würde weder mit dem 4.0 noch dem 2.8 arbeiten wollen und immer Canon oder Nikon adaptieren. Zumal beide Sonys nicht überzeugend schnell fokussieren. Tamron und Sigma sind noch sehr gut. Für Pentax gilt das ähnlich, aber es gibt für das System keine Alternative. Panasonic baut superklein und leicht, aber zu teuer und erreicht nicht den Bildausschnitt. Fujifilm sollte niemand unterschätzen, die Schärfe und Handling sind super. Nikon schlägt hier erstmals Canon deutlich bei 200 mm.
Und Olympus ist der Joker, das Bokeh nicht so überzeugend – aber dafür der Bildausschnitt von 80-300 mm bei der hohen Lichtstärke – das ist unschlagbar! Und es gibt endlich 1.4x und 2.0x Konverter mit schnellem AF.
Ich bin sehr gespannt auf das neue, versenkte 2.8/70-200 mm L R und ob Nikon den gleichen Weg einschlägt…

Und wer wirklich Bokeh und Hintergrund-Trennung braucht – der fotografiert heute viel sinnvoller mit 1.8/135 mm – 2.8/300 mm oder 1.4/85 mm.
Wenn man f:2.8 nicht permanent braucht, lohnt es sich das leichtere, kompaktere Canon oder Nikon 4.0/70-200 mm zu kaufen.

 
 

2. Juli 2019
Olympus 3.5-6.3/12-200 mm in der Praxis


Olympus 3.5-6.3/12-200 mm Super-Zoom E-M1II

Wichtiger denn je, bei jeder Bewertung: Aus welchem Gesichtspunkt und mit welchen Erfahrungen bewertet die Person?
Ich teste seit 30 Jahren Objektive auf die Eignung für vorbestimmte Motive bei unterschiedlichen Licht- und AF-Situationen. Immer in der Praxis, immer auf der Suche nach dem besten, aktuellen Kompromiss. Perfektion existiert nur in der Fantasie und Objektive zeigen je nach Einzelstück und Kamerasensor sehr unterschiedliche Leistungen. Ich bin kein Fan von „Marken“ oder „Systemen“ sondern von der Fotografie an sich. Ich fotografiere mit allen Herstellern und habe mich niemals von einer Marke versklaven lassen.

Ich nutze Olympus seit der E-1 und mag die teuren Objektive und Kameras der Marke. Ich habe trotzdem zusätzlich immer Kameras & Objektive von Nikon, Panasonic, Canon, Fuji und Sony in Verwendung. Ich bin sehr häufig enttäuscht von Super-Zoom-Objektiven. Ein Vergleich mit lichtstarken Festbrennweiten verbietet sich und ist unfair. Aber zwangsläufig vergleicht man mit 2-3 Zooms die weniger Brennweiten-Bandbreite aufweisen und dann sehen diese Superzooms praktisch immer im Telebereich und an Bildrändern schwach aus, besonders die, die bisher von Sigma, Canon, Nikon, Sony und Tamron im Preisbereich unter 800€ angeboten werden. Oft ist auch ihr Fokus langsam und sie sind im Nahbereich kaum brauchbar (Tamron 18-400 mm z.B.).

Es gibt für mich nur zwei richtig beeindruckende Super-Zooms, die bis heute realisiert wurden:

Leica 4.5-5.6/14-150 mm FT
Olympus 4.0/12-100 mm PRO IS

Ich war sehr gespannt wo sich dieses extreme und lichtschwächere 12-200 mm einordnen würde.
Aus Erfahrung beurteile ich einige Dinge als störend und schwach, die anderen vermutlich gar nicht auffallen. Und die betreffen oft die mechanische Konstruktion – denn nur die gewährleistet eine dauerhafte Qualität.
Wir sind mit einem Zoom viel schneller am Motiv und das jonglieren mit Festbrennweiten entfällt. Dafür müssen wir eine erhebliche Einschränkung der Lichtstärke hinnehmen, bei Olympus bedeutet das anstatt f:1.2 nur meistens mit f:6.3 fast 5 Blenden Unterschied.
Genau genommen können wir nur 2 Blenden verwenden f:8 und f:11, denn schon ab f:16 verschlechtert sich die mögliche BQ durch Beugung wieder und f:3,5 & 6.3 sind für gleichmäßige Schärfe auch nicht ideal.

Auf den ersten Blick fehlen ein paar Dinge:
Ein Blendenring, der hier aber kaum benötigt wird, da genau genommen allenfalls 3 Stufen zur Verfügung stehen: 6.3, 8.0, 11. Einen Schalter um die Brennweite zu fixieren habe ich bisher nicht vermisst, da der Brennweitenbereich selten durchrutscht und nicht zu leichtgängig ist. Ein programmierbarer Schalter für Sonderfunktionen fehlt hier ebenfalls. Auf das angenehme zurückziehen des Fokusrings zum manuellen Scharfstellen müssen wir hier leider auch verzichten. Der Fokusring ist zwar etwas gedämpft, aber zum dauerhaften manuellen fokussieren lädt er nicht ein. Die Sonnenblende ist sehr kurz und eher ein leichter Schutz vor Berührungen mit der Frontlinse, als eine echte Hilfe gegen tiefergehende Lichtquellen. Ich würde sie mir robuster und vor allem fest integriert und ausziehbar, wünschen. Auch ein Stativadapter ist bei der leichten Konstruktion nicht vorhanden. Aber es besteht keine Gefahr für das Bajonett, wenn man die Kamera mit einem Stativ verbindet. Allenfalls die Verwacklungsgefahr kann zunehmen.

Ein solches Zoom wird entworfen um flexibel auf alle möglichen Motive reagieren zu können. Es kann weder ein Schärfeweltmeister, noch ein Bokeh-Champion sein und bei wenig Licht braucht man Festbrennweiten. Der Brennweiten-Bereich ist eigentlich perfekt. Selbst ein 24-400 mm im Viertelformat bietet schon alles was man meistens braucht – nur eben leider keine hohe Lichtstärke und es kann nicht wirklich klein und federleicht sein. Besonders die Tele-Brennweite bei f:6,3 geht etwas in die Knie. Es hat den geileren Brennweitenbereich, ist mit 460g und 10 cm Baulänge und 72 mm Filterdurchmesser problemlos und unauffällig tragbar und hat einen flotten AF. Nur besonders hohe Auflösung/Brillanz im Tele-Bereich sollten Sie von Objektiven dieser Art nicht erwarten.
Ich habe fast immer das Olympus 2.8/12-40 mm dabei, schon wegen seiner grandiosen Nah-Performance bis 1:1,7, noch öfter nutzte ich die letzten Jahre nur das 4.0/12-100 mm PRO IS. Deshalb hatte ich auch jetzt wieder beide Zooms dabei und die besten Festbrennweiten wie 1.7/15 mm, 1.2/17 mm, 1.8/25 mm, 1.2/45 mm – ganz ehrlich, nachdem ich mit dem 12-200 mm warm geworden war, habe ich bei tausenden Motiven zu 90% nur noch das neue Super-Reise-Zoom 12-200 mm verwendet.
Es bestand einfach keine Notwendigkeit das schwerere 12-100 mm mit seiner kürzeren Reichweite vorzuziehen und die Festbrennweiten kamen nur für gezielte Freistellungen, Bokeh-Aufnahmen und am späten Abend zum Einsatz.
Ich hatte zuletzt das 24-240 mm Sony an der Alpha 7RIII im Praxistest – es ist in fast allen Punkten dem Olympus Zoom unterlegen, selbst mit dem großen, hochauflösenden Sensor sind dann praktisch kaum je bessere Bildergebnisse möglich. Hier stimmt die Werbeaussage von Olympus: „Außerhalb jedes Vergleichs“ ausnahmsweise einmal sehr treffend – es gibt kein vergleichbares Objektiv, das so leicht, kompakt, schnell und so gut ist.

Optische Performance:
So toll wie es klingt, so durchmischt sollte seine optische Leistung normalerweise ausfallen. Doch in der Praxis an vielen verschiedenen Motiven, ist das einfach nicht so.
Ein Zoom erspart einem die Ausschnitte später in der Bildbearbeitung und selbst ein schlechtes, kontrastärmeres Zoom erlaubt bei gewünschtem Bildausschnitt immer bessere Fotos als ein nachträglicher Bildausschnitt, mit den enormen Verlusten an Bildauflösung!

Es ist etwas empfindlicher für Überstrahlungen, bei ganz geschlossener Blende kann es nicht mit schönem Blendenstern überzeugen, die CA-Farbfehler werden in den Kameras nicht immer perfekt korrigiert, die stärkere Verzeichnung und Vignettierung sind heute ebenfalls durch Software in der Kamera oder in der RAW-Bearbeitung ausgebremst. Es zeichnet im Weitwinkelbereich sehr scharf, wenn auch die Randauflösung naturgemäß etwas leidet, im mittleren Bereich von 35-100 mm ist es einwandfrei und danach lassen die Brillanz und Auflösung dann etwas zu wünschen übrig. Wenn Sie viele Details im Fotos sehen wollen, ist das 12-200 mm nicht immer das richtige Tele-Zoom für Sie und generell würde ich dann zu Vollformat oder Mittelformat greifen.
Aus meiner Sicht kommt es optisch mit 20 MP Auflösung sehr gut zurecht. Abblenden auf f:8 oder f:11 ist an diesem Zoom bei allen Brennweiten immer ratsam, bei f:16 kann es schon wieder weniger überzeugen.
Bei 100-200 mm Brennweite und geringem Abstand zum Motiv lässt sich trotzdem schön und wirkungsvoll freistellen.
Nahfotografie:
Leider ist die Einstellentfernung kontinuierlich zunehmend, was das Fotografieren in der Nähe etwas erschwert. Bei 200 mm Brennweite wird das Objektiv fast 17 cm lang (mit Sonnenblende 20 cm), der Abbildungsmaßstab beträgt dann 1:4.3 aus rund 70 cm Abstand zum Sensor oder 50 cm zur Frontlinse. Bei manchen Motiven ist auch interessant 12 mm zu verwenden und mit Maßstab 1:2.2 zu fotografieren, aus nächster Nähe.

Autofokus
Außer einem sehr leisen elektronischen Summen ist von der Arbeit des schnellen AF-Motors nichts zu hören. Schneller geht immer, aber an der neuesten Kamerageneration arbeitet der eingebaute AF-Motor ohne große Verzögerungen. Die Treffsicherheit ist bei Olympus nur bei ausreichend Kontrast und Helligkeit sehr gut. Am Abend, bei Sonnenuntergängen und kontrastarmen Motiven ist der AF an seinen Grenzen und das Objektiv einfach zu lichtschwach, da wünscht man sich sofort das 2.8/12-40 mm oder eine noch lichtstärkere Festbrennweite.
Die manuelle Fokussierung erfolgt nur elektronisch und lässt sich ganz gut vornehmen.
Was mich immer etwas nervt, wenn der Nahbereich nicht gleichbleibend vom Weitwinkel- bis in den Telebereich gleich bleibt. Das ist bei kaum einem Reise-Zoom der Fall und auch hier nicht. Es beginnt bei 1 cm ab Frontlinse (22cm ab Sensorebene) und erhöht sich dann kontinuierlich bis auf 38 cm ab Sonnenblende (70 cm bis Sensor) im Telebereich. Das bedeutet, der sensationelle Abbildungsmaßstab von 1:2.2 (bezogen auf Vollformat sogar 1:1!) wird nur bei 12 mm erreicht. Er wäre aber besonders wünschenswert bei 200-300 mm für Schmetterlinge und andere scheue Kleintiere.
Autofokusprobleme habe ich selten festgestellt, Sie sollten aber nie zu schnell zoomen und schnell auslösen, sonst sehen sie ein Verwischen im Bild.

Bildstabilisierung:
Das Objektiv ist nicht bildstabilisiert. Olympus hat einen genialen IBIS in viele Kameragehäuse integriert, besser ist allerdings die Verbindung zu einem zusätzlich stabilisierten Objektiv, wie das beim 12-100 mm PRO IS der Fall ist. Da bin ich von mFT verwöhnt. Sie sollten bei wichtigen Motiven und längerer Belichtungszeit Serienbilder machen, wenn eine Aufnahme bei wenig Licht im Telebereich unverwackelt gelingen soll.

Im VERGLEICH:
Alle diese Super-Zoom-Objektive unterliegen starken Kompromissen. Canon hat einst mit einem 35-350 mm Zoom begonnen und Tamron hat diese Art von Zooms bis heute weiter entwickelt. Sigma ist da eher unter „ferner liefen“ und kann nicht immer Tamrons Leistung erreichen. Pentax, Sony und andere Hersteller lassen beinahe offensichtlich bei Tamron fertigen und wagen solche Konstruktionen nicht selbst.
Canon hat hier bisher nur ein sehr schweres, langes Zoom von 28-300 mm für DSLR zu bieten.
Für mFT gibt es deutlich kleinere, leichtere Konstruktionen, die etwas besser zeichnen können, aber eben erst bei vergleichbar 28 mm beginnen (14-150 mm) und ein geniales Olympus 4.0/12-100 mm (24-200 mm) – dass bisher jeder Konkurrenz in allen Punkten die Show stielt. Vor allem seine Bildstabilisierung ist unvergleichlich.
Insgesamt ist es aber weit spannender, als alles was alle Konkurrenz sonst bietet: das 14-150 mm ist nicht mehr wirklich gut, das 14-140 mm P ebenfalls nicht, das 12-100 mm ist im Telebereich etwas besser und hat kaum Fokusprobleme bei weniger Kontrast. Aber bei Vollformat und Halbformat gibt es keine Konkurrenz, alle 16-300 mm, 24-240 mm, 28-300 mm sind gnadenlos unterlegen.

LICHT:

+ der Foto-Spaß schlechthin – alles in einem und unauffällig
+ sehr leicht und unvergleichlich kompakt
+ sauber verarbeitet
+ schneller, lautloser AF, 95% der Fotos sind scharf
+ noch strammer Zoom, rutscht selten durch
+ Abbildungsmaßstab bis 1:2.2 (12 mm) oder 1:4.3 bei 200 mm aus 50 cm Entfernung
+ gut sitzende, problemlose Sonnenblende mitgeliefert
+ gut abgedichtet gegen Spritzwasser und Staub
+ sehr wenig Vignettierung
+ Frontlinse gerade geführt, dreht nie mit

 

SCHATTEN:

– kein eigener IS Bildstabilisator
– sehr kostspielig
– etwas empfindlicheres Gehäuse
– fließende Naheinstellung von 0,22 m (Ww) bis 0,70m (Tele)
– keine Umschaltung AF/MF mit Ring
– kann Durchrutschen beim Tragen, keine Feststell-Taste
– etwas CA möglich
– keine schönen Blendensterne
– kein Beutel/Tasche mitgeliefert
– verträgt Filter nicht gut (Vignettierung, großer Durchmesser, optisch)

 

Tipp:
Vermeiden Sie besser den Einsatz von „Schutzfiltern“ – sie reduzieren die optische Leistung. Nutzen Sie immer die Sonnenblende zur Verbesserung der Bildaufzeichnung und zum Schutz!

Besonders geeignet für:
Reise-Fotografie in sonnenreiche Länder, für Alltags-Fotografie wenn genügend Licht vorhanden ist. Eingeschränkt durch die Tele-Auflösung auch für die allgemeine Fotografie – es wird nie zu schwer und erregt kein Aufsehen. Für Filmer kann es ein spannendes, sehr leises, Zoom sein, ein motorischer Zoom fehlt.

Eher ungeeignet für:
höchste Anforderungen, Szenen mit wenig Licht, Innenraum-Aufnahmen, reine Landschafts-, Tele- oder Makro-Fotografie. Für die reine Tier-Fotografie im Tierpark oder gezielte Porträts wäre es mir im Bereich 100-200 mm nicht hochauflösend und auch nicht lichtstark genug. Hier leisten Festbrennweiten oder auch das 100-400 mm Panasonic einiges mehr und Tele-Zooms am Vollformat noch viel mehr.

Geeignet für welche Kameras?
Für alle mFT-Kameras von Olympus und Panasonic mit Bildstabilisator – den meisten Sinn macht es an der gehobenen Kameraklasse wie E-M1II, E-M5II und G9.

Resümee:
Dieses Zoom-Objektiv zeigt wieder sehr deutlich, warum microFourThirds-Ausrüstungen ein klarer Gewinn für jeden Fotografen sind. Es ist konkurrenzlos für die meisten Motive. Ich finde das 3.5-6.3/12-200 mm ist das einzige interessante Super-Zoom am Weltmarkt für die Reise und den Alltag. 900€ sind ein sehr stolzer Preis für dieses eher lichtschwache Super-Reise-Zoom, doch ich möchte im Urlaub und zu meinem persönlichen Vergnügen nicht mehr ohne dieses Objektiv verreisen. Wenn ich heute gefragt werde, was möchtest du auf eine Reise mitnehmen, würde ich immer das 12-200 mm zuerst nennen, dazu die Panasonic G9 oder eben die E-M1II. Das 4/12-100 mm habe ich nur bei sehr extrem langen Zeiten vermisst, da es perfekter stabilisiert. Aber doppelt so nah heran Zoomen zu können ist immer ein Gewinn – vor allem da mFT oft keine starken Ausschnitte erlaubt.
Ich weiß nicht wie Olympus das immer wieder schafft, aber seit vielen Jahren setzen sie im Objektivbau konsequent und kontinuierlich die Best-Marken! Da verblassen in der Praxis selbst Leica und Sigma und Co erst recht.
Für mich müßte Olympus jetzt nur endlich vom Einschalter auf der falschen, linken Seite abrücken und einen deutlich besseren und schnellen Sucher finden und noch 1-2 Stufen am Bildrauschen weg kitzeln. Insgesamt ist die G9 die beste und ausgewogenste mFT-Kamera dieser Tage, die E-M1X finde ich technisch spannend aber haptisch komplett misslungen – Olympus ist an der Reihe schnell die M5 und M1 zu verbessern.

Optische Qualität: ******* (6/8 WW) ****** (5/8 Tele)
Mechanik: ****** (6/8)
Autofokus: ******* (7/8)
Bildstabilisierung: **** (4/8)
Preis-Wert: ***  (5/8)
Spaß-Faktor:  ******** (8/8)

Ich hoffe dieser Test war für Sie hilfreich bei der Auswahl des geeigneten Objektives für Ihre Kamera und freue mich über eine kurze Bestätigung.
Wenn sie diese Portfolio-Bilder vergrößern, können Sie erahnen was ich alles mit dem 12-200 mm auf Teneriffa im Mai 2019 fotografiert habe – die Fotos sind nur geschärft und verkleinert – aber noch nicht mit Nik-Filter behandelt. Ich versuche Ihnen in den kommenden Tagen einige fertige Fotos hier zu präsentieren.
Das ist eine Auswahl aus einigen tausend gelungenen Fotos.