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Filo Rings

Kategorie ‘Objektive im Test’

4. Oktober 2018
Sony Tele-Fotografie

Sony Alpha 7R3 mit 5.6/100-400 mm und TC2x Konverter = f:11/800 mm bei ISO 12.800:


Bild Zwei: Extremer Ausschnitt aus Bild eins!

 

Und dann, volles Risiko, trotz wenig Licht, die Zeit auf 1/60 Sekunde reduziert um auf 5000 ISO zu kommen – 800 mm mit IBIS frei Hand:

also wer jetzt noch auf Canon und IS schwört, der macht sich was vor – das leistet Canon einfach mit keinem Sensor und mit keinem 100-400 mm!
Und wenn man einen Blick auf das Bokeh wirft…
Aber wünschenswert ist natürlich trotzdem ein 2.8/400 mm bzw. 5.6/800 mm – damit man nicht schon um 18 Uhr einpacken muss…


Wieder 12.800 ISO plus starker Ausschnitt von 50%

 
 

17. August 2018
Objektiv – Weisheiten – SERIENSTREUUNG

Nicht allen ist es bewußt, dass es vor allem bei Objektiven drei verschiedene Möglichkeiten gibt.
1. Das Objektiv ist nur mittelmäßig und/oder harmoniert nicht besonders gut mit ihrem Kamera-Sensor
Das tritt vor allem bei Objektiven auf, die älter als 5 Jahre alt sind, kann aber auch bei brandneuen Objektiven der Fall sein. Bedingt durch Fertigungstoleranzen oder einfach dadurch, das das Objektiv einfach nicht perfekt zu berechnen war oder dann nicht mehr zum angepeilten Verkaufspreis passen würde.

2.Das Objektiv war bei Erscheinen super zufriedenstellend und auch ich habe im Test weitgehend lobende Worte gefunden.
Es kann aber durch die Behandlung oder durch neueste Sensortechnik nach einigen Jahren optisch disqualifiziert sein. Nicht selten werden aber auch Objektive im Verlauf der Fertigung mit größeren Toleranzen oder gar sparsamer gefertigt und werden dann dem Ruf – dem Testurteil nicht mehr gerecht.

SERIENSTREUUNG

Zwei Gedanken dazu:

Tests in Zeitschriften und in kommerziellen Internetplattformen/Foren sind UNTERHALTUNG, letztlich nur dazu da, die Seiten mit der Herstellerwerbung zu füllen.

Die beste Objektiv-Rechnung, die sauberste Fertigung, die motivierteste Endkontrolle, der vorsichtigste Versand und Auslieferung – nützen fast gar nichts, wenn die Mechanik des Objektives nicht hochwertig und dauerhaft ist.

Das ist auch der Grund, warum lensrentals die Objektive früh und gerne zerlegt, dann WISSEN die, wo die Schwachstellen wirklich liegen.
Da fällt dann auf, wenn die Abdichtung nicht so aufwendig ist (Sony), wenn die Konstruktion eigentlich wenig reparaturfreundlich ist und überhaupt welcher Aufwand für die Konstruktion aufgewendet wurde.
Da wird dann offensichtlich das Canon bei nicht wenigen Objektiven den meisten Aufwand treibt und viel Erfahrung hat und Sigma sich bei Art- und Sport-Objektiven erheblich verbessert hat, das rein mechanische Objektive wie von Zeiss, Voigtländer, Leica höhere Präzision und Haltbarkeit sicherstellen können.

Ich habe in 30 Jahren hunderte verschiedene Objektive aller Marken eingesetzt und wenn ich mir genau ansehe, WIE viele Objektive konstruiert und gefertigt sind, dann darf ich nur im Idealfall, bei Behandlung wie ein rohes Ei, davon ausgehen, daß damit jahrelang sehr gute Bildleistungen erzielt werden können.
aktuelle Schatten-Beispiele:

Sony 16-50 mm – 16-70 mm – 18-105 mm – 10-18 mm – 24-105 mm
Olympus 12-50 mm – 14-42 mm – 14-150 mm – 75-300 mm – 45 mm – 35 mm – 40-150 mm PRO – 12-100 mm PRO –
Panasonic 7-14 mm – 12-60 mm – 45-200 mm – 100-300 mm –
Fujifilm 18-135 mm – 55-200 mm – 100-400 mm – 18 mm – 27 mm
Nikon 24-120 mm – 18-35 mm – 28-300 mm – 70-300 mm – 16-85 mm – 18-105 mm – 18-140 – 18-200 mm – 18-300 mm – 55-200 mm

Canon 20 mm – 50 mm – 85 mm – 100 mm – 8-15 mm – 17-40 mm – 24-105 mm – 10-22 mm – 10-18 mm – 17-55 mm – 18-135 mm – 18-200 mm – 55-250 mm – 75-300 mm – 70-300 mm STM
Tamron 150-600 – 16-300 – 10-24 mm – 18-400 mm
Sigma 12-24 mm – 17-70 mm – 24-105 mm – 70-200 mm – 120-300 mm – 150-600 mm – 300-800 mm, Zeiss Milvus und viele andere

Was nicht heißt, das sie am Anfang nicht “super” sind.
Zoom-Objektive sind wegen ihrer komplexeren Struktur deutlich stärker gefährdet, selbst die beste Leistung bei einer einzelnen Brennweite nicht lange aufrecht erhalten zu können.

 

Ich habe mir angewöhnt viele Objektive nach 1-2 Jahren ab zu geben, (bevor sie Leistung einbüßen) neu zu kaufen, andere zu kaufen.
Viele Objektive von Kollegen bieten schon nicht mehr die Leistung, die sie beim Kauf hatten.
Hinzu kommt, dass Gläser altern und je mehr Spezialgläser verwendet werden, desto stärker kann der Einfluss einer solchen Alterung nach 5 und mehr Jahren sein. Glas ist keinesfalls für die Ewigkeit, jedenfalls nicht ohne sich zu verändern. Mir erzählt niemand glaubhaft, dass ein 20 Jahre altes Objektiv noch Höchstleistungen bringt oder sich gar mit neuen Konstruktionen aus den letzten 2-3 Jahren messen kann. Selbst Zeiss schlägt heute mit OTUS und Leica mit Aspherical alles was sie bisher produziert haben an Detailauflösung und Schärfe.
Sicher bestehen Objektive nicht nur aus perfektionierten Leistungskurven, sondern müssen auch ein besonderes Bild liefern und das können ältere Objektive häufig sehr gut.

Wenn Canon L, oder Nikon FL auf eine Fassung schreibt, ist sie sehr oft sehr hochwertig und ein neueres Modell ist meistens noch einmal deutlich verbessert – das sehe ich so bei nicht allen Herstellern.
Auch Sigma hat da sehr viel getan – war aber auch zwingend notwendig, nur übertreiben sie es jetzt schon wieder maßlos.

Mechanisch gefällt mir vieles von Leica, von Canon, von Fujifilm (bis auf Deckel, Sonnenblenden, Blendenringe) einiges von Nikon, von Pentax, von Panasonic sehr gut – bei Sony, Olympus, Tamron, Sigma bin ich oft enttäuscht, selbst wenn PRO, Zeiss, SP, Sport, Art darauf stehen.

Aber das sind nur meine Erfahrungen. Wichtig ist, wenn man ein zufriedenstellendes Objektiv im Sinne von so gut wie erwartet, bekommen hat, es sehr sorgfältig zu behandeln und nach jahrelanger Dauernutzung eben auch rechtzeitig zu ersetzen.

Ich gehe jetzt nicht weiter ins Detail, denn das ufert aus, lensrent gibt ja schöne Einblicke in die Mechanik der Objektive, die sich in der Praxis auch nach Jahren noch bestätigen.

 
 

6. August 2018
Das BESTE Tele-Objektiv

So wurde das neue Sony 4.5-5.6/100-400 mm GM dieser Tage gerne betitelt – DXO meinte mal wieder theoretische Messergebnisse verbreiten zu müssen.
SORRY, der Kern mag richtig sein,
aber schon die Überschrift impliziert etwas falsches – ein ZOOM wird nie das schärfste Tele-Objektiv am Markt sein.

Wie man bei erfahrenen Testern und Fotografen nachlesen kann, haben Tele-Zoom-Objektive IMMER bei der Anfangsbrennweite oder im besten Falle bei einer mittleren Brennweite die höchste Auflösung.
Im Vergleich mit einer festen Brennweite verliert jedes Zoom, erst recht bei Endbrennweite und offener Blende.

Ich habe jetzt seit 30 Jahren mit allen Tele-Zooms und Tele-Festbrennweiten aller Marken intensiv gearbeitet.
Habe meine Kameras immer noch den bestmöglichen Objektiven gekauft und nicht umgekehrt, wie es sonst gemacht wird – für mich ist völlig irrelevant welcher Markenname an der Seite steht.
Das Schärfenergebnis und die Fehlerfreiheit hängen auch in hohem Maße vom Autofokus, vom Sensor, von der Bildstabilisierung, (bzw verwendetem Stativ, Kopf, Befestigung, Untergrund), der Atmung und nicht zuletzt der Erfahrung mit Tele-Objektiven, ab.
Wer mit einem Tele arbeiten und höchste Schärfe/Auflösung will und die Kosten nicht scheut, wird sich heute die beste und schnellste Kamera am Markt kaufen (Sony Alpha 9 – mit Abstand folgen: Nikon D500, D5) und wird eher als zweite Kamera wohl ein Vollformat-Gehäuse nutzen (Nikon D850 – EOS 5DIV) und dann zeigen 2.8/400 – 4.0/500 – 4.0/600 mm – 5.6/800 mm ihre Stärken.
Wer leichter und freihand arbeiten will, oder muß, wird sich gerne ein Tele-Zoom zulegen, auch da ist es nicht so schwer das beste am Markt durch echte Vergleiche heraus zu finden:
1. Sony 4.6/100-400 mm GM
2. Canon 5.6/100-400 mm L IS II
3. Nikon 5.6/200-500 mm VR
4. Fujifilm 5.6/100-400 mm
5. Sigma 6.3/150-600 mm Con.
6. Tamron 6.3/150-600 mm G2

Sony hat gewaltig Schritte beim AF getan, der AF ist jetzt in Schnelligkeit, in Motiv- & Augen-Erkennung und auch oft in der Präzision, überlegen. Eine Alpha 9, Alpha 6400 – die inzwischen preiswert zu haben sind ändern alles!

Also wer Sony kauft, kauft teuer – der Preis ist mit 2600€ fast schon absurd (weil geringe Stückzahlen).
Der Nachfolger des 5.6/70-400 mm sieht bei 400 mm etwas besser aus. Es ist mechanisch solide, hat eine aufwendige Blende und einen guten Abbildungsmaßstab (aber Canon kann es noch besser).
Der AF ist an allen Alpha 7 Kameras der ersten und zweiten Generation war nicht sonderlich schnell, die Generation 3 und noch deutlicher die Alpha 9 haben das grundlegend geändert.
Jeder kann glauben was ihm plausibel erscheint.
Aber ein bestes Tele-Zoom hängt von vielen Kriterien ab – die man kennen sollte.
Und DXO ist ein theoretisches Testmuster, das sich in der Praxis als wenig tauglich erweist.

Oft, wenn Motive ihre Entfernung zur Kamera ändern sind Zooms ein wichtiger Foto-Partner. Im Tierpark und auch in der Wildnis ist ein Zoom eine sehr wichtige Zusatzausstattung zum 2.8/300 mm oder 4.0/500 mm.

Mehrere schwere Festbrennweiten kann man oft nicht mehr mitnehmen und es wird auch zu teuer, da man für jede letztlich ein Kameragehäuse braucht, da der Objektivwechsel sich häufig schwer bis unmöglich gestaltet.
Sinnvoll ist es aber 1.8/135 mm – 2.8/300 mm und ein 4.0/500 mm mit Konvertern zu besitzen, wenn man sich intensiv mit Tier-Fotografie beschäftigt.
Die neuesten Zoom-Objektive, insbesondere von Sony und Canon, haben aber noch einen ganz anderen Vorteil, sie fokussieren erheblich schneller als die Super-Tele-Festbrennweiten – da in denen viel mehr Glas bewegt werden muß und auch durch die Lichtstärke und reduzierte Schärfentiefe Fokusfehler schneller auffallen und präziser korrigiert werden muß. (Sigma, Tamron, Sony sind bisher leider eher langsam mit der Fokussierung in den Zooms)

Lichtstärke f:4.0 finde ich meist erstrebenswert, aber das haben viele Entwickler noch nicht erkannt, es fehlt unbedingt ein 4.0/50-300 mm
und aus dem 4.0/200-400 mm sollte besser ein 4.0/100-400 mm oder sogar ein 4.0/100-500 mm werden.
MFT ist sicherlich tagsüber auch sehr gut einsetzbar, vor allem an der G9 mit dem 20 MP Sensor ohne Filter – hier ist auch die vergrößerte Schärfentiefe meist ein Gewinn, aber auch hier fehlen noch mutige Objektive: 2.0/150 mm – 4.0/400 mm – 5.6/500 mm – neuester Bauart.
Auch für Fujifilm Halbformat ist eine noch viel schnellere Kamera mit größerem Akku und Tele-Festbrennweiten sehr wichtig, denn das 5.6/100-400 mm ist nur ein sehr guter Anfang – 2.4/200 mm – 2.8/300 mm – 4.0/400 mm sollten folgen.
Ein Problem wird aber bei MFT und erst recht bei 1″ Sensoren immer bleiben – der kleine Sensor reagiert mit zu hohem Bildrauschen in der Dämmerung – bei spätestens 1600 ISO ist schluß – daher verwenden die meisten lieber Halbformat-Sensoren – denn eine kurze Belichtungszeit ist oft zwingend erforderlich.

Eine Sony Alpha 9 mit 5.6/100-400 mm etabliert sich langsam als verlässlicher Partner für die professionelle Tier-Fotografie und auch das vorhandene 2.8/400 mm schneidet mindestens so gut ab, wie die Brennweiten von Nikon und Canon. Im Sportbereich hätte ich derzeit noch große Bauschmerzen wenn ich mit Canon und Nikon DSLM-Technik losziehen müßte.

Ein lautloses System ist sehr wichtig, ein Sensor mit geringstem Bildrauschen und großen Reserven sowieso und eine hohe Serienbildgeschwindigkeit über einen längeren Zeitraum ist auch nützlich, aber ohne die besten und schnellsten Objektive – fehlt das wichtigste.
Ich halte in der Praxis im Tele-Bereich auch gar nichts von Adapterlösungen, schon Konverter sind problematisch genug.
Deshalb auch immer wieder mein Gedanke, Canon und Nikon können sich nur retten, wenn moderne, lautlose Kameras ohne Spiegel mit identischem Auflagemaß erscheinen.
Und an den neuesten Tele-Objektiventwicklungen von Canon, Nikon, Sigma, Tamron ist auch genau das ablesbar – eine schlankere Kamera – für die man komplett neue Objektive braucht oder einen Adapter ist nicht wirklich akzeptabel.
Auch der Ansatz von Canon M ist für anspruchsvolle Fotografie falsch, so wie der von Nikon 1 falsch war. Wenn der Fehler wegen der 2-3 cm Gewinn an geringerer Bautiefe beim Vollformat und beim Nikon Halbformat wiederholt wird – dann gewinnen Fujifilm und Sony das Rennen.

und – das Canon und Nikon unbedeutender werden – dass kann letztlich niemand ernsthaft wollen.