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Kategorie ‘Objektive im Test’

1. März 2018
Objektiv-Adapter – neuer Versuch: Canon an mFT

Ich bin vielleicht schon zu alt für den Scheiss…
alle Welt spielt mit Adaptern, nur ich habe dauernd etwas zu meckern.

Adapter Commlite für rund 180€
Inzwischen habe ich ihn erneut ausprobiert und das Exemplar bot keinen Autos´Fokus, an keinem meiner Canon Objektive, weder an der Olympus E-M1II noch der Panasonic G9, beim ersten Test hatte ich keinen AF mit EF-S Objektiven aber alle anderen funktionieren. Also bitte Vorsicht beim Kauf, nur beim seriösen Händler mit Rückgaberecht kaufen oder gebraucht nur, wenn es die Möglichkeit gibt die Objektive auszuprobieren.
Offenbar gibt es da Firmware-Probleme – Inkompatibilitäten und das chinesische Produkt kann leider nicht aktualisiert werden.

Adapter werden meistens von sparsamen Menschen verwendet. Was passiert wenn man sie aus Sicht eines hohen Anspruchs verwendet?

Der chinesische Adapter ist herausragend verarbeitet, alles glatt, alles präzise, schweres Material, alles sauber.
Ich habe gleich das 2.8/300 mm Canon mit Adapter an der Olympus E-M1II verbunden. AF klappt, ruckelt sich aber etwas zu recht. AF-C geht auch, aber ist nicht vergleichbar mit einer DSLR von Canon. Die Bildstabilisierung ist wählbar, entweder die des Objektives, oder die der neueren mFT-Kameras. Letztlich fand ich die Wirkung der kamerainternen BS besser. Das war zu befürchten und schreckt mich noch nicht.
Die EFs Objektive passen ebenfalls, wunderbar – nur Autofokus liefert keines meiner EFs-Objektive mit dem Adapter. Obwohl das so angekündigt war.

Was fällt sonst auf?
Der Akku an der E-M1II schlägt früh Alarm – der Stromverbrauch verdoppelt sich durch das Canon Objektiv – mindestens. Auch an der GH5/G9 wird der Strom spürbar schneller verbraucht als mit mFT-Objektiven.

EOS – mFT
Welche Objektive lohnen sich? Vergessen Sie besser die Objektive aus den 90iger Jahren: 20 mm – 1.8/28 mm – 1.4/50 mm – 1.8/85 mm – 2.0/100 mm – 4.0/300 mm – 5.6/400 mm –
und bleiben Sie skeptisch bei den Objektiven vor 2010 wie: 1.2/50 mm L – 1.2/85 mm – 3.5/180 mm –
Wenn Sie hohe BQ anstreben und auf wenig Bildfehler (CA) wert legen, sollten Sie diese Objektive eher meiden.
Superweitwinkel oder gar Fisheye machen auch keinen Sinn an mFT – die Konstruktionen sind zu groß und nicht für die hohe Auflösung am kleinen Sensor gemacht.

1.2/50 mm L                                               1.2/100 mm
1.8/50 mm STM                                        1.8/100 mm
2.8/100 mm Macro L IS                        2.8/200 mm
2.0/135 mm L                                            2.0/270 mm
2.8/200 mm L                                           2.8/400 mm
2.0/200 mm L IS                                      2.0/400 mm
2.8/300 mm L IS II                                 2.8/600 mm
2.8/300 mm L IS II + 2x                       5.6/1200 mm
4.0/400 mm DI iS II                              4.0/800 mm
2.8/24-70 mm                                          2.8/48-140 mm
4.0/24-105 mm L IS II                          4.0/48-210 mm
2.8/70-200 mm L IS II                         2.8/140-400 mm
4.0/70-200 mm L IS II                         4.0/140-400 mm
5.6/70-300 mm IS II                             5.6/140-600 mm
5.6/100-400 mm L IS II                       5.6/200-800 mm
4.0/200-400 mm L IS x 1.4x              4.0/400-800 mm
2.8/35 mm STM Macro                        2.8/70 mm
2.8/60 mm Macro                                  2.8/120 mm
5.6/18-55 mm STM                                5.6/36-110 mm
5.6/18-135 mm STM                              5.6/36-270 mm

Diese Brennweiten (Bildwinkel) und Lichtstärken klingen reizvoll, oder? Leider sind sie es aber so nur selten in der Praxis.
Canon EOS EFm Objektive passen nicht!

Wenn Sie mal richtige CA-Farbfehler sehen wollen – hier Bitteschön: Canon EF 1.2/50 mm L IS

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Das Adaptieren von fremden Objektiven ist nur dann eine brauchbare Idee, wenn man bereit ist aufwendige Nachbearbeitung in RAW durchzuführen. Also wer anders als ich, sowieso dauernd mit RAW arbeitet, wird sich da leichter tun.
Wer aber jede Woche hunderte oder gar tausende neue Fotos schafft, wird irgendwann erkennen, das Motive und Licht nicht so häufig eine RAW-Bearbeitung brauchen und sie alles nur verzögert. Nur aus dem eigenen Perfektion-Anspruch ständig RAW-Dateien zu speichern, ist nicht mein Weg. Selbst Kollegen, die sich jahrelang mit mir gestritten haben, mich fast mitleidig angesehen haben – weil ich auf JPEG setzte – sind inzwischen von der Bearbeitungszeit, dem Aufwand und von Adobe sehr genervt – aber jeder wie er mag – jeder macht sich sein Leben selbst zu schwer oder vielleicht auch zu leicht.
Die Vorstellung ein cooles Canon EF 1.2/50 mm L an mFT zu nutzen hat auch mich beflügelt – der Absturz kam jäh und heftig – schon nach den ersten Fotos, die ich mir auf dem Monitor ansah – grausame CA. Ja die können beseitigt werden – aber will ich das?
Und letztlich kostet so eine Bearbeitung immer auch Bildinformation – Bilddetails. Und es ist auch richtig, dass ein 1.2/45 mm von Olympus eine sauteure Alternative ist – aber sie ist auch ohne Nachbearbeiten absolut frei von CA und anderen heftigen Bildfehlern.
Das Olympus 1.2/45 mm durfte ich testen, es hat eine sehr angenehme Schärfe und wenn einem die Arbeit mit mFT gefällt – gibt es keinen Grund mehr hier ein Canon Objektiv zu adaptieren.

Ich habe auch das wunderbare Canon 5.6/100-400 mm L IS II an der mFT ausprobiert – hier gibt es keine schlimmen CA, der AF geht ganz gut (aber kein Vergleich zu einer Canon Kamera!), man profitiert wegen der genialen Nahgrenze und Abbildungsmaßstab bis 1:3.2.
Trotzdem, das Panasonic-Leica 6.3/100-400 mm ist so viel kompakter, schneller und sinnvoller, da sind die ⅓ Blende Lichteinbuße und die etwas schlechtere Zoom-Einstellung schnell vergessen.

Nur ein Canon-Super-Tele kann eine echte Bereicherung sein, sowohl 2.0/200 mm – 2.8/300 mm – 4.0/400 mm – 2.8/400 mm – 4.0/500 mm – 4.0/600 mm als auch 5.6/800 mm können mit Stativ und ruhigen Motiven, eine echte Bereicherung für den kleinen mFT-Sensor sein. Denn auch eine Canon EOS 5DSR oder Nikon D850 liefern nicht so hohe Auflösung bei vergleichbarem Bildausschnitt.
Ebenso spannend ist der Einsatz eines 2.8/100 mm Makro-Objektivs. Da kann man glatt die in die Jahre gekommenen 2.8/150 mm Sigma und 3.5/180 mm Canon L Makros vergessen und auch das schwere Sigma 2.8/180 mm macht da keinen Sinn mehr. Mit Canon 2.8/100 mm bekommt man eine tolle große Abbildung bis 2:1 aus guten Abstand und ein 1.5x Keno Konverter kann zusätzlich eingesetzt werden. Das gleicht dann endlich die Schwäche von Olympus und Panasonic aus. Denn 2.8/60 mm, 2.8/45 mm sind zwar gelungen, aber es fehlt einfach an Brennweite.

Was man beim Adaptieren noch sehr gut sieht:
Der Kleinbildfilm hat sehr viele Bildfehler verziehen, doch heutige Bildsensoren verzeihen nichts. Wer heute keine Spitzenobjektive verwendet, wird keine Spitzenfotos bekommen.
Man sieht auch, welchen Aufwand vor allem Olympus, Panasonic, Leica und Fujifilm in ihre neuesten Objektiventwicklungen stecken müssen. Und natürlich mogeln sie auch alle, denn viele Fehler werden erst über Kamera-Software oder Nachbearbeitung so weit reduziert, dass sie kaum noch auffallen.

Also wer Adapter liebt – weiter so.
Für mich, im täglichen Gebrauch, ist es nur eine kleine Lösung für fehlende Super-Tele-Konstruktionen – aber sobald die Hersteller spiegelfreier Kameras diese anbieten, wird es auch Zeit sie anzuschaffen. Für die ganzen Weitwinkel- und Normal-Objektive ist der kleine mFT-Sensor nicht der richtige Partner und auch Fuji kann hier nicht punkten. Da wird dann auch die bisherige Attraktivität des Sony Alpha Vollformats deutlich. Denn hier liefern dann mit RAW-Bearbeitung alle Objektive eine unverändert gute oder schwache Vorstellung.
Wenn Sie über Super-Tele verfügen, sollten sie an mFT mit einer Olympus E-M1II oder Panasonic G9 arbeiten – jeweils am besten mit Zusatzgriff und 2 Akkus. Canon bietet sich hier deutlich eher an als Nikon, ein Canon 2.8/300 mm ist 500g leichter und auch an mFT knackscharf.

 

 
 

2. Februar 2018
Filter-System: Manfrotto Xume


Manfrotto XUME Filteradapter

Ein magnetischer Filteradapter hätte schon vor Jahrzehnten erfunden und gut umgesetzt werden müssen. Ist das Manfrotto jetzt gelungen?
Das XUME System (wer denkt sich solche Namen aus?) besteht aus letztlich vier Teilen: Objektivadapter – Filterhalter – Filter – Deckel

Für meinen Geschmack sind das gleich 2 Teile zu viel.
Das System soll seine Vorteile überwiegend im Weitwinkelbereich mit Neutralgrau- und POL-Filtern ausspielen. Doch genau da ist nicht selten entscheidend wie dick das aufgesetzte Filtersystem ist – denn sonst drohen Randabschattung oder zumindest Vignettierung.
Aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, verwende ich heutzutage praktisch gar keine mechanischen Filter mehr – ich filtere nachträglich in aller Ruhe mit NIK-Filtern am Bildschirm. Zugegeben, völlig polarisieren oder Reflexe beseitigen gelingt mit Software nicht immer zufriedenstellend.
Die ganzen tollen Super-Weitwinkelkonstruktionen, die es heute gibt, haben oft eine gewölbte Frontlinse – davor lässt sich fast nie sinnvoll ein Filter anbringen.
Polarisationsfilter filtern das Licht ohnehin nur gleichmäßig, wenn die Brennweite am Vollformat nicht weniger als 28 mm oder 74° beträgt. Schon bei 84° (24 mm) kann nicht mehr das gesamte Bild gleichmäßig polarisiert werden. Viele wissen das nicht oder ertragen diese Ungleichheit, aber spätestens unterhalb von 90° wird das ein Problem im Bild. Mal ganz abgesehen davon, dass die Weitwinkel-Fotografie heute besonders „in“ ist und bis in Bereiche von 11 mm (VF) ausgelebt wird – was nur wenigen Motiven gut tut.
Auffallen um jeden Preis ist heute die Devise.
Ich habe auf Reisen maximal ein 4.0/16-35 mm Weitwinkel-Objektiv dabei – wenn ich mehr ins Bild bekommen muss, bewege ich mich oder mache mehrere Aufnahmen.

Gerne vergessen wird auch, das Fusel, Staub, Haare und Kratzer auf so weitwinkligen Objektiven schon leicht abgeblendet schnell sichtbar werden. Das Problem verstärkt sich noch mit dem Einsatz von Filtern – denn die staubfrei zu halten ist sehr aufwendig.

Was Manfrotto da zum gesalzenen Preis vorgestellt hat (33€ + 15€ + 15€ plus Filter) ist eine nette Idee, aber für mich nicht wirklich zu Ende gedacht.
Da die Objektive meist nicht von Hause aus magnetisch sind, braucht es natürlich einen zum Filter-Durchmesser passenden Adapter – doch an dem müßte ein magnetischer, quadratischer Filter in ausreichender Größe platz finden. Alles andere macht für mich wenig Sinn. Ein dickes System aus 3 Teilen vorschrauben und dann noch einen Deckel davor anbringen – nein Danke.

Objektive mit deutlich konvexen – gewölbten Frontlinsen:
Sigma:
2.8/4.5 mm
3.5/8 mm
2.8/10 mm
2.8/15 mm
1.8/14 mm
2.8/20 mm
1.4/24 mm
1.4/35 mm
4.5-5.6/8-16 mm
4.0/12-24 mm
4.5-5.6/12-24 mm

Tamron:
2.8/15-30 mm
3.5-5.6/10-24 mm

Nikon:
2.8/14 mm
1.8/20 mm
1.4/24 mm
1.8/24 mm
2.8/14-24 mm
4.0/12-24 mm
4.5/8-15 mm
3.5-5.6/10-24 mm
2.8/14-24 mm
4.0/16-35 mm

Canon:
2.8/14 mm
4.0/17 mm T-SE
1.4/24 mm
3.5/24 mm T-SE
4.0/8-15 mm
4.0/11-24 mm
2.8/16-35 mm

Fujifilm:
1.4/16 mm
4.0/10-24 mm

Olympus:
1.8/8 mm
2.8/7-14 mm

Panasonic:
4.0/7-14 mm

Sony:
4.0/10-18 mm
4.0/12-24 mm
2.8/16-35 mm
4.0/16-35 mm

Samyang:
3.5/7,5 mm
2.8/8 mm
2.8/10 mm
2.0/12 mm
2.8/14 mm

Iaowa:
2.0/7.5 mm
2.8/12 mm
2.0/15 mm

Irix:
4.0/11 mm

Tokina:
3.5-4.5/10-17 mm
2.8/11-16 mm
2.8/11-20 mm
4.0/12-28 mm
2.8/16-28 mm

Zeiss:
2.8/15 mm
2.8/18 mm
3.5/18 mm

und noch einige mehr! Ich meide diese Konstruktionen wann immer es geht – aber genau die sind heute besonders begehrt für Effekte, für Himmelfotografie, für Unterwasser, für Landschaften, um Tieren dicht auf die Pelle zu rücken.
Trotzdem – Filter schmälern hier nicht nur die Abbildungsqualität erheblich, sie führen auch zu weit mehr optischen Schwierigkeiten, als das sie nützen.

 
 

13. Dezember 2017
Leica DG 2.8/200 mm Elmarit Power OIS mFT

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Olympus 4.0/300 mm im Vergleich mit Leica 2.8/200 mm Leica OIS hier mit Konverter 1.4x 

Wir leben jetzt in einer Weitwinkelzeit.
Wir müssen froh sein, wenn überhaupt neue, innovative Tele-Objektiv-Konstruktionen vorgestellt werden. Zumindest empfinde ich das so!
Ausgelöst durch die Möglichkeiten und die Filme der 80iger und 90iger Jahre lebten wir lange in einer Tele-Zeit, doch das wurde durch neuartige WW-Konstruktionen wie 2.8/16-35 mm – 2.8/14-24 mm – 4.0/11-24 mm – 1.8/20 mm – 1.4/24 mm verändert. Die Sehgewohnheiten haben sich nicht zuletzt auch durch die Smartphones verändert. Heute wird der weite Bildwinkel sogar bei Gesichts-Porträts weitgehend akzeptiert – verzerrte Wirklichkeit. Heute wollen viele alles mit im Bild haben, viel Raum, viel Tiefe. Das echte Tele, jenseits 200 mm hat spürbar an Attraktivität eingebüßt. Selbst Tierfotografen versuchen heute nicht selten mit dem Ultra-Weitwinkel-Zoom das Motiv in den Sensor zu saugen. Doch ein bisschen Distanz, die Konzentration auf das Wesentliche und eine gigantische Detailgenauigkeit ist weiterhin bin jedem Teleobjektiv möglich.

Ich freue mich sehr, daß Leica und Panasonic ein neues 2.8/200 mm Microfourthirds-Objektiv entworfen haben und sogar 2 neue Konverter dazu liefern. Der 1.4x wird sogar mit dem Objektiv zusammen verkauft.

Doch bei aller Freude frage ich mich, warum es so eine olle, langweilige Brennweite und nicht wenigstens ein 2.8/250 mm oder noch besser ein 2.0/180 mm geworden ist – das dann einem 5.6/500 mm Super-Tele oder 2.0/360 mm Lichtriesen entspricht.
Canon und Nikon bieten seit langem 2.8/200er oder 2.8/180iger Objektive an, sie sind noch heute erhältlich für deutlich unter 1000€. (allerdings sind sie vor Jahrzehnten entworfen und nie für digitale Sensoren gedacht gewesen – trotzdem schlagen sie sich optisch noch sehr gut!)
Ich weiß, ich bin ja nie zufrieden – letztlich brauchen viele für den Telebereich auch für die kleinen Sensoren ein 2.8/300 mm um in der Bereich von 600 mm und sogar 1200 mm vor zu stoßen.
Ein 4.0/300 mm, wie das von Olympus ist noch keine perfekte Lösung, auch wenn es relativ kompakt, leicht und schnell ist. Gerade an kleinen Sensoren ziehe ich häufig die Lichtstärke der Brennweite vor und f:4.0 ist für Tiermotive schon grenzwertig, sowohl in der Dämmerung, als auch um schnelle Zeiten für Bewegung zu erreichen.
Die Lichtstärke f:2.8, die kürzeste Belichtungszeiten erlaubt, ist einfach oft zwingend notwendig.
Das Leica schafft 6.5 Stufen Bildstabilisierung an der G9 – GH5 und E-M1II werden per Firmware-Update folgen. Das ist bisher unerreicht im Telebereich und schlägt sogar das erstaunliche 4.0/300 mm PRO IS, das 5-6 Stufen liefern kann.

Ich hatte Gelegenheit das neue Leica Objektiv mit dem 300 mm von Olympus zu vergleichen:

 

Leica-Panasonic DG 2.8/200 mm Elmarit Power OIS
3000€ – 1250g – 17,4 cm – 1:2.5 –

Licht:
– relativ kurz
– sehr solide Metallverarbeitung
– 6.5 Stufen 5-Achsen-Bildstabilisierung an der G9
– kleine Stativschelle, die kaum stört
– endlich wieder Blendenring
– lange, solide Sonnenblende
– winziger 1.4x Konverter mitgeliefert

Schatten:
– nicht wirklich leicht
– nur 1:2.5 Abbildungsmaßstab verglichen mit KB
– keine so schnelle Umschaltung auf manuelle Fokussierung möglich
– Blendenring nur mit 1/3 Werte – Blödsinn
– Sonnenblende nicht eingebaut
– Stativschelle klickt nicht und dreht ohne Wiederstand durch
– 1.4x Konverter mit allen anderen Objektiven bisher nicht kompatibel
– sehr hoher Preis

 

Olympus 4.0/300 mm PRO IS
2600€ – 1475g – 22,7 cm – 1:2.1 –

Licht:
– sehr scharf und kontrastreich
– auch mit 1.4x Konverter noch sehr gut
– Sonnenblende eingebaut und ausziehbar
– 1:2.1 Abbildungsmaßstab verglichen mit KB
– 5-6 Stufen 5-Achsen-Bildstabilisierung an Olympus-Kameras

Schatten:
– nicht wirklich leicht
– kratzempfindlich
– kein Blendenring
– AF-MF-Ring verschiebt sich zu leicht
– Stativschelle abnehmbar, klickt nicht
– kein 2x Konverter verfügbar
– hoher Preis

Das Leica ist 5,3 cm kürzer, hat den schlechteren Abbildungsmaßstab und wiegt nur 225g weniger.
Ich liebe den Blendenring und mich nervt nur das beharren auf 1/3 Klicks – ein Blödsinn der offensichtlich nicht auszurotten ist – 1/2 Werte sind optimal. Wenn ein Blendenring am Objektiv ist, nutze ich meist die offene Blende und drehe am Ring nur, wenn es das Motiv zwingend erfordert.

Der Leica-Preis von 3000€ schreckt mich ab und ich stelle mir auch die Frage, ob mir der winzige 1.4x Konverter die 400€ Aufpreis wert sind, zumal ich lieber das Objektiv gleich mit 2x Konverter kaufen würde. Offensichtlich ist er auf geringe Stückzahlen zurück zu führen, zumal das 100-400 mm Leica-Zoom relativ fair ausgepresst ist und wohl wesentlich häufiger Käufer findet.

Meistens ziehe ich die Lichtstärke der längeren Brennweite vor und empfehle das auch so. Denn besonders in der Tier-Fotografie und bei Sportevents ist die Lichtstärke das wichtigste Kriterium. Durch Ausschnitte erreicht man immer noch einen Tele-Effekt – nur sind da bei dem kleinen mFT-Sensor die Möglichkeiten sehr begrenzt.
Ich habe im letzten Jahr sehr viel mit dem 4.0/300 mm von Olympus gearbeitet und habe häufig sogar mit dem Konverter gearbeitet, auch wenn diese Kombination aus 5.6/840 mm schon sehr grenzwertig ist.
Beim Leica-Panasonic-Objektiv würde ich sicher fast ausschließlich mit 1,4x Konverter arbeiten und mir den 2x Konverter wünschen.
Ob die Kombination dann aber mit dem sehr guten Olympus mithalten kann, konnte ich noch nicht ausreichend prüfen – ein finaler 2x Konverter ist zur Zeit noch nicht lieferbar – ich bin da sehr skeptisch.

Wenn das Leistungsniveau bei 5.6/800 mm bzw. 840 mm Bildausschnitt auf gleichen Niveau sein sollte – hat man mit dem 2.8/200 mm die universellere Lösung, mit kleinerem Packmaß in der Tasche – zum höheren Preis!
An der E-M1II war das Olympus-Tele einen Hauch schneller fertig mit fokussieren – das kann aber bei der G9 ganz anders herum sein. Nur die frühere Logik: “Ein lichtstärkeres Objektiv fokussiert immer schneller als ein lichtschwächeres” – stimmt so heute leider nicht mehr.
Je geringer die Schärfentiefe, desto stärker kann die AF-Präzision leiden – bei mFT ist das aber relativ unkritisch. Hier wird der AF hauptsächlich von der Kamera bestimmt.
Optisch habe ich bei beiden, auch mit 1.4x Konverter noch nichts zum Meckern gefunden – sobald Wetter und Motive es zulassen, werde ich ausgiebig mit dem Leica 2.8/200 mm arbeiten.