Tresor  
Filo Rings

Kategorie ‘Objektive im Test’

23. Januar 2014
Objektiv-Mode – 45 neue Festbrennweiten im Überblick

Neuer Modetrend – weg mit den lichtschwachen Kit-Zooms und her mit lichtstarken Festbrennweiten wie 1,8/25 mm; 1,4/35 mm; 1,4/50 mm etc.

Jetzt wo Kit-Zooms a la 3,5-5,6/18-55 mm endlich richtig gut sind (siehe Canon 18-55 mm STM) und für kleines Geld viel Leistung zeigen, mit Bildstabilisator, schnellem leisen AF und sehr brauchbarer, manueller Fokussierung sind sie kaum noch gefragt. Zu lange haben Canon, Nikon, Sony und Co nur Mist produziert und mit ihren Kameras verkauft – inzwischen haben das immer mehr Fotofreunde satt – auch Canon und Nikon müssen umdenken und ihre Kameras künftig auch wieder mit 1,8/35 mm oder 1,8/50 mm anbieten.

Es kommen wieder mehr Fotografen zu der Erkenntnis, das 2-3 lichtstarke Einzelbrennweiten mehr Fotofreude machen als jedes lichtschwache Zoom.

Eine Fuji mit 2.8/14 mm – 1.4/35 mm – 1.2/56 mm

Eine Panasonic mit 1.7/15 mm – 1.7/20 mm – 1.7/42,5 mm

Eine Olympus E-M1 mit 1,8/17 mm – 1,8/25 mm – 1,8/45 mm

Eine Sony Nex mit 2,8/12 mm Zeiss – 1,8/24 mm – 1,8/55 mm

Eine Sony Alpha mit 2,8/35 mm – 1,8/55 mm – 1,8/85 mm

Sind wieder sehr gefragt.

Wenn ich aufgrund dieser Objektive derzeit ein System empfehlen sollte, dann die Fujifilm X-T1 mit den 3 Objektiven – allerdings kostet der Spaß dann auch rund 4000€.

Preislich günstiger ist die schnellste Kamera, die Olympus E-m1 mit den 3 Objektiven für 2800€.

Nikon ist preislich unattraktiv, bei Sony fehlt es noch an einer richtig guten, ausgereiften Kamera und Panasonic ist derzeit nicht so günstig wie Olympus.

Da tun sich dann noch deutliche Lücken auf. Früher hatte man sich an der Leica M meist für 2 Kombinationen entschieden:

2,0/35 mm – 2,0/50 mm – 2,0/90 mm

2,8/24 mm – 2,0/35 mm – 2,0/75 mm

Eine Verdopplung der Brennweite macht häufig am meisten Sinn. Einigen ist das 50iger besonders wichtig und anderen ein 24 iger und 35 iger – ein 90iger oder zumindest 75iger brauchen früher oder später alle Fotografen. Und ein zusätzliches Macro ebenfalls. Hier klafft eine große Lücke, man könnte Macro-Fotografie und Porträt-Tele gut zusammenführen, wie das Olympus früher immer tadellos mit 2,0/90 mm und 2,0/50 mm Macro gelang. Doch ein scharfes Tele-Macro liefert selten eine ideales Porträt-Objektiv, es sei denn es ist hochlichtstark und liefert dann eben nicht höchste Kontraste und Detailschärfe bei Offenblende.

 

Es wird wichtig, dass die Hersteller hier endlich mal aufwachen:

Olympus/Panasonic brauchen zumindest ein 1,4/50 mm Macro-Tele.
Fujifilm ein 1,8/60 mm Macro-Tele, was auch für Sony Nex und Canon EOS M wichtig ist.
Und auch das vielbeschworene Kleinbild-Vollformat lässt schon seit Jahrzehnten ein 2,0/90 mm Macro-Tele vermissen.

Fujifilm setzt klar auf das neue Verlangen nach Festbrennweiten und gibt seinen Kunden am ehesten was sie wollen, sogar mit höchsten Lichtstärken wie f:1,2 und f:1,4.

Sony Nex scheitert immer noch an guten Objektiven, zwar sind die Zeiss 1,8/24 mm und Zeiss 1,8/55 mm perfekt – aber dazwischen fehlen ein 2,0/16 mm und 1,4/34 mm.

Eine wichtige Rolle spielt Zeiss Touit – mit 2,8/12 mm – 1,8/32 mm – 2,8/50 mm Macro ist Zeiss beachtlich gestartet. Doch jetzt fehlen noch: 2,0/16 mm – 1,8/24 mm – 1,8/60 mm – 1,8/90 mm

Die optisch und mechanisch besten Festbrennweiten für kurzes Auflagemaß der System-Kameras unter 90 mm.

Bei der Kamera-Auswahl sollten vor allem auch die Objektive helfen, denn Sie sind letztlich – ganz gleich über welches DSLR-System Sie jetzt verfügen – völlig unabhängig in Ihrer Auswahl. Nur Olympus hat bisher seine FT-Objektive perfekt in sein mFT-System integrieren können. Weder Nikon, noch Canon, noch Sony ist das bisher überzeugend gelungen.

Noch ein paar Worte zur Lichtstärke an spiegelfreien Systemkameras:

Mit der Lichtstärke sollten wir alle umdenken, vor allem bei Brennweiten unterhalb der Normalbrennweite. Bei Kleinbildkameras galt noch – je lichtstärker desto besser in der Nutzung (hellerer Sucher) – Leica hat die durchweg höchste Abbildungsleistung mit allen f:2,0 Summicron Festbrennweiten. Noch höhere Lichtstärken (f:1,4 / f:1,8) bringen in der Fotografie selten nennenswerte Vorteile, sie sind nur größer, schwerer, teurer und mit mehr Bildfehlern behaftet. Eine hohe Lichtstärke ist für ein helleres Sucherbild nicht mehr notwendig und bringt beim Freistellen keine echten Vorteile. Allenfalls im Nahbereich ergeben sich geringste Unterschiede im Bildhintergrund.

Alle Objektive die lichtstärker als f:3,5 sind, ermöglichen der System-Kamera schneller und präziser die Schärfe zu finden – daher sind für Action-Bilder meist lichtstarke Festbrennweiten allen Zooms spürbar überlegen. Aber der Unterschied zwischen f:1,4 und f:2,0 oder f:2,8 macht sich kaum beim AF bemerkbar.

Freistellung beginnt tatsächlich erst bei Normal-Objektiven etwas an Bedeutung zu gewinnen und spielt vor allem bei leichten Tele-Brennweiten eine große Rolle. Ein 2,8/60 mm Tele zu kaufen, halte ich für Unsinn solange es kein Macro ist, dann kann ich auch ein Zoom verwenden. Um eine geringe Schärfentiefe zu ermöglichen brauche ich lange Brennweiten ab 75 mm und zusätzlich hohe Lichtstärken. Hier spielt es schon eine Rolle ob ein Objektiv die Öffnung auf f:1,2 oder f: 1,4 erlaubt, je nach Sensorgröße. Wer hier wie ich f:1,2/85 mm oder 1,4/85 mm Kleinbild gewohnt ist wird die Unterschiede an kleineren Sensoren sehen.

Aber das Freistellen wird oft als Gegenargument für alle kleineren Sensoren missbraucht, in Wirklichkeit gelingt auch am Vollformat richtiges Freistellen erst ab 200 mm oder mit Tilt&Shift-Objektiven – je mehr Brennweite desto leichter gelingt es den Hintergrund unschädlich zu machen – die Lichtstärke wird hier gerne mal überschätzt.

Deshalb tritt die Lichtstärke heute in den Hintergrund. Zoom-Objektiven mit f:2,8 sind weiterhin toll, aber f:4,0 reicht auch schon für fast alle Motive. Bei Festbrennweiten ist eine Lichtstärke von f:1,8-f:2,0 meist ideal und sorgen für schnellen AF. Bei den lichtstarken Festbrennweiten gelingen regelmäßig Zeiss, Fujifilm und Olympus plus Leica-Panasonic die besten optischen Rechnungen.

 

45 Neue Festbrennweiten sind entstanden:

Die besten Superweitwinkel:

Fujifilm XF 2,8/14 mm (21 mm KB)

Fujifilm XF 1.4/16 mm (24 mm KB)

Zeiss Touit 2,8/12 mm (18 mm KB) Sony Nex & Fujifilm

Olympus 2,0/12 mm (24 mm KB)

Panasonic 3,5/8 mm (16 mm KB)

Samsung 3,5/8 mm Fisheye (12 mm KB)

Samsung 2,4/16 mm (24 mm KB)

Sony Nex 2,8/16 mm (24 mm KB)

 

Die besten Weitwinkel:

Zeiss 1,8/24 mm (36 mm KB)  Sony Nex

Leica Summilux mFT 1,7/15 mm (30 mm KB)

Fujifilm XF 1,4/23 mm (35 mm KB)

Olympus 1,8/17 mm (35 mm KB)

Fujifilm XF 2,0/18 mm

Canon Eos M 2,0/22 mm

Fujifilm XF 2,8/27 mm

Panasonic 2,5/14 mm (28 mm KB)

Voigtländer 0,95/17,5 mm

Sony Nex 2,8/20 mm

Samsung 2,8/20 mm

Nikkor 1 2,8/10 mm

Sigma DN 2,8/19 mm

Das Zeiss 1,4/24 mm Sony NEX bleibt für mich die beste und wichtigste Weitwinkel-Festbrennweite überhaupt. Es ist optisch, mechanisch und bei der Naheinstellung unübertroffen.

 

Die besten Normal-Objektive:

Zeiss 1,8/55 mm  Sony Alpha 7

Leica Summilux mFT 1,4/25 mm

Panasonic 1,7/20 mm II

Olympus 1,8/25 mm

Fujifilm XF 1,4/35 mm

Voigtländer 0,95/25 mm

Sony Nex 1,8/35 mm OSS

Samsung 2,0/30 mm

Nikkor 1 1,8/18,5 mm

Sigma DN 2,8/30 mm

Auch hier dominiert Zeiss das Feld, denn das 1,8/55 mm ist sagenhaft scharf und schön zeichnend und kann sogar an den Nex-Kameras als 1,8/82er eingesetzt werden. Besser geht’s nicht. Das Voigtländer 0,95/25 mm begeistert mich bis heute, die Naheinstellgrenze ist zusätzlich fantastisch.

 

Die besten Tele-Objektive:

Leica Nocticron mFT 1,2/42,5 mm

Fujifilm XF 1,2/56 mm

Olympus 1,8/75 mm

Panasonic 1.7/42,5 mm

Olympus 1,8/45 mm

Voigtländer 0,95/42,5 mm

Sony Nex 1,8/50 mm OSS

Samsung 1,4/85 mm

Nikkor 1 1,2/32 mm

Samsung 1,8/45 mm

Sigma DN 2,8/60 mm

Hier überlässt Zeiss noch Leica das Feld, das Nocticron ist sehr kostspielig aber fantastisch, jedoch ist das Fujifilm 1/3 preiswerter und hat einen ähnlichen Zauber. Und auch Olympus kann mit dem 1,8/75 mm absolut begeistern. Und wer es manuell mag wird das Voigtländer als Zauberglas empfinden.

 

Die besten Macro-Objektive:

Leica Apo-Elmarit mFT 2,8/45 mm Macro

Olympus 2,8/60 mm Macro

Fujifilm XF 2,4/60 mm Macro

Zeiss Touit 2.8/50 mm Macro

Samsung 2,8/60 mm Macro

Hier sind alles sehr gut, aber es fehlen mir lichtstärkere Tele-Macros.

 

 
 

7. Januar 2014
microFourThirds System – nüchtern & vergleichend betrachtet

Seit 2008 baut Panasonic Kameras und Objektive für den neuen Standart: microFourthirds (mFT).
Olympus folgte 1 Jahr später, als sich abzeichnete, dass ihr Fourthirds-System auf verlorenem Posten kämpfte und mehr Geld verschlang als Kunden gewonnen werden konnten. FT haftete das Manko eines zu kleinen Sensors an, Faktor 2x und dazu das ungewohnte 4:3 Format konnten zu wenige, weltoffene Fotografen begeistern. Als kleine Ergänzung waren die Kameras und die Objektive zu groß.

Mit mFT änderte sich das schlagartig, durch ein stark verkürztes Auflagemaß konnten die Objektive endlich sogar noch kleiner und leichter werden als die Leica M-Objektive (Festbrennweiten).

Heute sind mehr als 46 Objektive verfügbar. Allerdings sind viele Brennweiten mehrfach und von verschiedenen Herstellern bauähnlich verfügbar – letztlich gibt es nur 19 grundverschiedene Objektive – was jedoch für viele Fotogelegenheiten mehr als ausreichend ist. Panasonic hat gut angefangen und sich über die G2 und der schwachen G3 hin zur G5 und jetzt G6 sehr gut verbessert und mit der GH3 bisher eine einzigartig gute und haltbare Kamera im Sortiment. Olympus hat schwach und langsam begonnen, sich dann gesteigert und mit der OM-D E-M5 einen teuren Höhepunkt erreicht, der viel Akzeptanz findet. Ausgerechnet mir, als Benutzer der ersten Stunde, aller mFT-Kameras missfällt sie. Olympus bleibt sehr kostspielig und retro-orientiert, Olympus bringt zwar zahlreiche Verbesserungen ein, wie zuletzt einen Verschluß mit 1/8000 Sekunde, bleibt aber insgesamt hinter den Möglichkeiten mit Panasonic-Lumix-Kameras zurück (aus meiner Praxis-Erfahrung!). Zwei verschiedene IS-Systeme haben auch Vorteile und ergänzen sich gut, es macht durchaus Spaß das System mit Panasonic auszubauen und dazu eine Olympus-Kamera zu kaufen. Neuerdings setzt Panasonic aber zusätzlich auf Kameras mit Sensor-Bildstabilisator (GX7).

INNOVATIONEN & Vorteile:
– kleiner und handlichere Kameras & Objektive
– 4:3 Bildformat und bessere Objektivausnutzung (Olympus)
– besonders hohe Videoqualität (Panasonic)
– interner Bildstabilisator (Olympus immer)
– interner Blitz
– gleiche Blitzgeräte
– voll beweglicher Monitor (Panasonic)
– Touch-Screen mit AF und Auslösung (Panasonic)
– ansetzbare Batteriegriffe (OM-D – GH3)
– voll elektronische Sucher (Panasonic)
– lautlose elektronische Auslösung (Panasonic)
– Hochleistungsverschluß mit 1/8000 Sekunde (Pen5 – GX7)

NACHTEILE:
– Sensorformat 4:3 = gewöhnungsbedürftig – aber in der Praxis meist vorteilhaft bei Porträts
– teilweise teure Objektive die billigst verarbeitet und nicht staubfrei sind (Olympus)
– fehlende Sonnenblenden – teurer Zusatzkauf (Olympus)
– nicht jedes Panasonic Objektiv ist gut an Olympus-Kameras – fehlende Korrektur

Die Objektive:

Inzwischen sind die ersten zwei Zeiss Touit-Objektive für Sony Nex und Fujifilm X erschienen. Für sich alleine getestet beweisen sie, das Zeiss mit dem selben Wasser kocht und vom Namen Zeiss lebt. Denn die Performance der besten Panasonic, Leica und Olympus Objektive kann Zeiss allenfalls durch die größeren APS-C Sensoren bei hohen Empfindlichkeiten überflügeln. Würden sie für mFT angeboten, müssten sie sich den besten mFT-Objektiven wie  2,0/12 mm; 1,7/20 mm; 1,4/25 mm; 0,95/25 mm geschlagen geben.
Und das ist auch eher der Grund warum Zeiss erst gar nicht für mFT anbietet – hier ist bereits maximale Bildqualität verfügbar. Schneider-Kreuznach traue ich da noch etwas mehr zu – ich bin gespannt. Zeiss beherrscht sein Objektivhandwerk, aber Leica und Schneider-Kreuznach liefern nicht selten noch bessere Objektivrechnungen und Olympus und Panasonic müssen sich nicht hinter Zeiss verstecken. Eine Auswahl von 46 verschiedenen Objektiven von 7,5 mm Fisheye bis 300 mm Supertele (15mm – 600 mm verglichen mit Vollformat) sprechen eine unmissverständliche Sprache – wenn ein neues modernes System – dann: microFourThirds.

Die Besten:

2,0/12 mm Olympus
0,95/17,5 Voigtländer
1,7/20 mm II Panasonic
0,95/25 mm Voigtländer
1,8/25 mm Olympus
1,8/75 mm Olympus
4,0/7-14 mm Panasonic
2,8/12-40 mm PRO Olympus
2,8/12-35 mm Panasonic
3,5-5,6/14-150 mm II Panasonic
2,8/35-100 mm Panasonic
2,8/45 mm Macro Leica
2,8/60 mm Macro Olympus
4,0/350 mm Kowa MF
5,6/500 mm Kowa MF
9,6/850 mm Kowa MF

Die Enttäuschenden: (von denen ich mehr erwartet habe)
3,5-5,6/14-150 mm Olympus (-Staub / – allgemeine Konstruktion)
4,5-6,3/75-300 mm Olympus (-Staub / – allgemeine Konstruktion)
6,3/300 mm Tokina (manuell sehr schwer und langsam zu fokussieren)
8,0/15 mm Olympus (mehr Spielzeug als Objektiv)
2,8/17 mm Olympus (weder sehr scharf, noch lichtstark)
2,8/19 mm Sigma (scharf aber nicht lichtstark und billig verarbeitet)
2,8/30 mm Sigma (scharf aber nicht lichtstark und billig verarbeitet)

Die Kompromisse: (aufgrund des Preises oder Zoom-Bereichs können sie kaum besser sein)

4,0-5,6/9-18 mm Olympus
3,5-6,3/12-50 mm Olympus Macro
3,5-5,6/14-45 mm Panasonic
3,5-5,6/14-42 mm PZ Panasonic
3,5-5,6/14-140 mm Panasonic X
4,0-5,6/45-175 mm PZ Panasonic
4,5-5,6/45-200 mm Panasonic
4,0-5,6/100-300 mm Panasonic
3,5/8 mm Fisheye Panasonic
3,5/7,5 mm Fisheye Samyang
1,6/12 mm SLRMagic
2,8/14 mm Panasonic
1,8/17 mm Olympus
1,4/25 mm Leica
1,8/45 mm Olympus

Die Uninteressanten:
3,5-5,6/14-42 mm Olympus
3,5-5,6/14-42 mm Panasonic
4,0-5,6/40-150 mm Olympus
4,0-5,6/45-150 mm Panasonic

Die Kameras:

Zum Status Quo würde ich nur folgende Kameras kaufen:
Panasonic G6 – GX7 – GH3 — Olympus E-M1 – E-P5

Die Besten:

Für mich ist die beste Kamera des mFT-Systems von allen bisher produzierten 26 Kameras ganz klar die Panasonic Lumix GH3. Dicht gefolgt von den Panasonic Lumix G6; G5 und GH2. Die Olympus E-M1 OM-D ist sehr teuer und muss sich erst bewähren, E-M5 OM-D wird zwar oft favorisiert, aber in der Praxis hat sie mein Herz nicht gewinnen können. Die Leistungsfähigkeit des Sensors ist toll, aber die Bedienung der Kamera ist nicht ausgereift und das Gehäuse ist schlicht keine 900€ wert.
Die Olympus E-P5 ist eine gute Alternative und mit dem wirklich tollen Sucher der OM-D überlegen, aber teuer – insgesamt hat die Pen das stimmigere Konzept und bietet jetzt auch den schnelleren Verschluss.
Der Sucher der Panasonic GH3 ist nicht jedermanns Sache und die Sucher der E-P5 und der G6 gefallen mir auch deutlich besser, aber das Gesamtpaket der Kamera ist das stimmigste. Nach zigtausend Bildern hatte ich nicht ein Problem mit dem Gehäuse, nicht bei 46 Grad Hitze und nicht im Regen.

Die Enttäuschenden:

Die ersten Pen-Kameras haben alle enttäuscht, sie wurden warm, fraßen die Accus fast auf, liesen Sucher und schnelle, leise Auslösung vermissen. Die Panasonic G3 war für mich ein Schritt rückwärts und die GF-Kameras gefallen mir nicht.

Die Kompromisse:

Die Panasonic GX1 ist mit Sucher wirklich wunderbar kompakt und hochwertig. Aber der unbewegliche Monitor und der anfangs zu hohe Preis störten. Die E-PL Kameras von Olympus hatten zwar den beweglichen Monitor, lassen sich aber weniger gut in der Hand halten und bedienen.

Die Uninteressanten:

G10; GF4; GF5; E-PM1; E-PM2 – die Einsteigerkameras überzeugen mich alle nicht.

 
 

18. Dezember 2013
Miss – Trauen: Labortests

Ich misstraue Labortests, da sie meist keine praxisrelevanten Unterschiede beschreiben.

Was die Menschen da in Laboren messen und als Zahlen auf ein Produkt zu übertragen versuchen, ist nicht selten abenteuerlich.

Unter dieser Überschrift werde ich die gängigen Labortests mit meinen Praxistests und relevanten, sichtbaren Unterschieden vergleichen!

Aktuell:

Da werden Telezoom-Objektive getestet. Besonders verwegen scheint mir das Resultat bei den Sigma-Tele-Zoom-Objektiven. Das ein Sigma 5,0-6,3/150-600 mm OS deutlich besser auflöst als das 5,0-6,3/150-600 mm Tamron – lässt sich so in der Praxis nicht verifizieren.

Im Gegenteil, bei 600 mm Brennweite zeigt das 150-600 mm VC Tamron das schärfste und hochauflösendste Bild bei Offenblende.

Bei den Telezooms bis 400 mm Brennweite würde meine Praxiswertung der Top Sechs so aussehen:

1: Nikon 4,5-5,6/80-400 mm VR II       (+ kompakt / hoher Preis!)

2: Canon 4,5-5,6/100-400 mm L IS II   (+ superschneller AF / – sehr guter Bildstabi)

3. Sony 4,5-5,6/70-400 mm G II  (+ bester Bereich / hoher Preis)

4: Canon 2,8/70-200 mm L IS II + 2,0 x Ext III   (+ flexibel / – schwer; hoher Preis!)

5: Sigma 4,5-5,6/120-400 mm OS     (+ preiswert / – Wiederverkaufswert; Streuung!)

Bei den Telezooms bis 600 mm Brennweite würde meine Praxiswertung der Top Sechs so aussehen:

1: Canon EF 4,0/200-400 mm L IS + 1,4x Ext.

2: Tamron 5,0-6,3/150-600 mm VC  (+ sehr preiswert, noch nicht zu schwer / – Staub, AF bei 600 mm

3: Sigma 5,0-6,3/150-600 mm OS C  (+ noch preiswert, leicht/ bei 600 mm schwächer, AF)

4: Sigma 5,0-6,3/150-600 mm OS Sport  (+ solide / teuer, sehr schwer, AF)

5: Nikon AF-S 4,0/200-400 mm VR II   (+ lichtstark / – schwer, unhandlich, lang, teuer, mit Konverter problematisch)

Diese Tage gesehen in dem schönbunten Bilderheft “Chip-Foto-Video-Digital” Ausgabe 10.2011

da werden groß viele Telezooms gegeneinander getestet für Canon, Nikon und Sony.
Sieht man sich dann die Gleichmacherei und Bevorzugung einzelner Objektive anhand der Balkendiagramme an –

packt mich als Praxistester die blanke Wut.

Da wird nicht nur das 4,0/70-200 mm L IS Canon schärfer bewertet als das ganz neue 2,8/70-200 mm L IS II,

sondern auch noch im AF deutlich schneller und das lahme Sony 5,6/70-400 mm ist schneller als praktisch jedes Canon USM Objektiv?

Wer schreibt denn so einen Schwachsinn?
Schon ein unbedarfter Laie merkt im Elektroladen, das Sony allemal halb so schnell sein Ziel findet wie Canon oder Nikon… nicht umsonst müssen sie immer wieder neue Objektiv-Versionen und Kameras heraus bringen.
Und dann wird natürlich kaum darauf eingegangen mit welcher Kamera diese Erkenntnisse zustande kommen, denn da sind die Unterschiede riesig;
schon zwischen Eos 6D und 7D2 und wieder zur 5D3.

Ich habe längst aufgehört diese bunten Schmierblätter zu kaufen, auch das FotoMagazin enttäuscht mich immer mehr, während ausgerechnet ColorFoto neuerdings wieder öfter nachvollziehbar ist.
Allen fehlt die Kritik, es wird alles gleich gemacht und wenn kritisiert wird, dann die völlig falschen Eigenschaften – bloß keinem weh tun – außer dem Leser der hier für blöd verkauft wird!

Aber das Internet ist kein bisschen besser, wenn ich mir die DXO-Mark-Lab Testseite ansehe, (was haben die Macher vorher gemacht, Salat gezüchtet?) alleine die ISO-Empfindlichkeitswertungen der einzelnen Kameras, haarsträubend und nicht nachvollziehbar, die Zahlenwerte. Denn in Wahrheit liegen die Kameras neuester Generation alle sehr dicht beieinander und selbst kleinere Sensoren können sich ganz gut behaupten.
ISO 3200 schaffen heute viele Kameras relativ rauscharm, außer die 24 MP Pixel-Angeber.
Und ja sicher, die Nikon D4s ist noch ein bisschen rauschärmer als die Eos 1 DX und die Eos 5D3 und die Nikon D750, aber in der Praxis sind die Unterschiede doch sehr gering und machen keine echte Stufe aus. Genauso mit der Pentax K3, die es noch etwas besser kann.

Beispiel, die Sony Alpha 6000 mit 24MP bekommt den ISO-Wert: 1079

Die Olympus E-M1 den ISO-Wert: 536

Doch was heißt das? Ist die Sony jetzt doppelt so gut, rauscht nur halb so viel?

Wenn ich das übersetzen soll, mit die Sony schafft 6400 ISO rauscharm und die Olympus nur 3200 ISO – also eine Stufe – dann stimmt das, aber alles andere stimmt nicht.

Nur wie passt das dann zusammen mit der Nikon D3s mit dem ISO-Wert: 3253?

Die Nikon schafft ein ähnliches Rauschverhalten wie die Sony bei 25.600 ISO – ist also rund 2 Stufen rauschärmer.

Die Werte des Dynamikunterschieds legen so dicht zusammen, das man da nur sehr wenig herauslesen kann und manches ist oft in der Praxis nicht nachvollziehbar.
Da werden so viele Unterschiede zelebriert, die real gar nicht da sind.

Ich fand es schon vor 25 Jahren wichtig, zu wissen, welcher Autor hinter des Tests/Versuchen steht und wo seine persönlichen Vorlieben sind – denn dann kann ich die Ergebnisse für mich einsortieren!

Und nur dann, anonyme Schreiber und gespenstige Labors sagen mir gar nichts – keine Seele vorhanden.

Wenn ich wusste was Fritz Pölking, Art Wolfe, Franz Lanting und Co fotografieren wollten und mit welchem System sie bevorzugten, dann waren Ihre Informationen sehr wertvoll. Und auch heute, ein Michael Reichmann hat einen Faible für Sony – dann kann ich bei seinen Sony Berichten das Lob etwas relativieren und wenn er andere, wie Olympus oder Canon, oder Pentax lobt – dann ist das für mich noch etwas mehr wert.

 

So ist das auch bei mir, wenn Sie wissen, das ich aus dem Pentax Lager komme, seit 25 Jahren Canon Eos habe, seit fast 10 Jahren auch mit Olympus bevorzugt arbeite und selten ein schlechtes Wort über Leicas und Olympus optische Höchstleistungen verliere – dann können Sie das auch als „Nikon- oder Sony-Fan“ zuordnen – denn wenn ich deren Objektive besonders lobe, dann müssen sie schon extrem gut sein…

Fühlen Sie sich ruhig gut unterhalten von den Tests – aber mehr bitte nicht, die meisten sind so voller Fehler und Unwahrscheinlichkeiten (ich mache auch Fehler und übersehe Dinge – keine Frage – aber da ich am liebsten alles immer wieder überarbeite und ergänze, fallen sie dann auf)!