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Kategorie ‘Objektive im Test’

17. November 2020
Olympus Tele-Zoom-Wunder 4.5/150-400 mm x1.25 Pro IS ab Januar

Olympus gibt es nicht mehr – aber hier ist das Firmen-Testament: Der GEIST ist da – das 4.5-5.6/150-500 mm PRO IS für 7000€

Für die Weihnachtszeit 2020 kann man jetzt bald das Olympus Super-Tele-Zoom vorbestellen.
Das 4.5/150-400 mm x1.25 PRO IS rechtzeitig vor der Olympiade zieht JIP wohl darauf ab, dass sich Fotografen eine E-M1X plus 4.5/150-400 mm leisten – zumindest – für schlappe 9000€ bekommt man dann auch einiges geboten. Nur 2 gravierende Schwächen bleiben, ein kleiner, berauschender mFT Sensor mit 20 MP und wenig Luft für Ausschnitte und ein kaum akzeptabler Sucher.
Das neue Tele-Zoom-Wunder von Olympus in den Fußstapfen von Canon und Nikon sollen so am kleinen Sensor Bildausschnitte vergleichbar 4.5/300-800 mm und 5.6/300-1000 mm erreicht werden.

So was hat (OLYMPUS) mit seinem Zoom zu bieten?
1875g Gewicht ohne Deckel mit Sonnenblende (vielleicht lassen sich zusätzliche 100g sparen, wenn man den Stativgriff entfernt).
31,4 cm gleichbleibende Baulänge
8 Stufen 5 Achsen-Bildstabilisierung in Kombination mit den neuesten Kameras
1:3,4 Abbildungsmaßstab aus 1,30 m Entfernung – bezogen auf Kleinbild sogar 1:1,8 bis 1:1,4!
Stativfuß bzw. Haltegriff mit Arca-Swiss-Schiene!
95 mm Filterdurchmesser (keine Filterschublade!)
Konverter-Hebel rechts – wo er hingehört.
UVP: 7.000 €uro wie erwartet kann ein solches Zoom nicht für 3000-4000€ hergestellt werden!

Die Mitbewerber:
Bisher können Canon und Nikon nur Adapterlösungen für 3,7 Kilo schwere Zooms für R und Z Bajonett bieten. Für die Tier-Fotografie sind die langen Konstruktionen auch hinderlich, mal abgesehen vom extremen Preis (12.000€). Außerdem habe ich in zahlreichen Vergleichen festgestellt, daß die optische Qualität selten entscheidend besser ist, als die eines 6.3/150-600 mm Zooms. Dafür aber 10facher Preis und fast doppeltes Gewicht und nur Drehzoom-Mechanismus. Insgesamt aus der freien Hand kaum nutzbar. Tolles Licht und spannende Motive werden von so einem Monster-Zoom kaum zusätzlich profitieren. Deshalb habe ich mein Canon nach 2 Jahren rasch abgegeben und mag es auch heute nicht mehr verwenden. Das Nikkor ist etwas schlauer konstruiert (Konverter rechts) – aber letztlich genauso schwer einsetzbar. Und der wirkliche Vorteil gegen ein 2.8/400 mm erschließt sich mir nicht. Ich denke weiterhin, das die Kombi aus 5.6/100-400 mm plus 2.8/400 mm und Konverter weit nützlicher und optisch überlegen ist.
Canon hat aber nicht geschlafen und liefert eben 11/800 mm IS für 1100€ mit nur 1260g Gewicht bei 28 cm Transportlänge und bietet so am Vollformat ein 800 mm bei 45 MP oder ein 11/1280 mm bei 18 MP.
Sony hat ein 6.3/200-600 mm das die Allermeisten begeistert und mit 2.300g etwas schwerer ist, aber es zeichnet Vollformat bis 61 MP aus und gibt 26 MP Dateien sogar bei 6.3/200-900 mm aus und ist auch mit einem der beiden Konverter einsetzbar und kostet unter 1800€.
Olympus macht sich da auch selbst Konkurrenz, denn das 5.0-6.3/100-400 mm IS ED ist weit besser als erwartet und kostet nur 1300€! Es taugt weniger für die Konverternutzung, der IS hat nicht die gleiche Performance, es ist halb so lichtstark, bietet aber den gleichen tollen Abbildungsmaßstab und wiegt nur 1350g.
Sigma und Tamron werden sicher bald antworten müssen – aber die sind wohl zu beschäftigt.

Insgesamt bietet das 4.5/150-400 mm ein noch tragbares Supertelezoom-Objektiv mit für alle Fälle ausreichender Brennweite. Zumal zusätzlich noch ein 1.4x oder gar der 2.0x Konverter eingesetzt werden können.
Allerdings bringt die aufwendige Konverter-Einschwenk-Mechanik in der Praxis nur 100 mm Brennweite, hier war Olympus etwas zu mutlos, ein 4.0/100-300 mm +1.6x wäre eine noch spannendere Wahl gewesen.
Der Stativfuß ist wohl für viele als Haltegriff unverzichtbar, zumal man die Einheit aus Kamera und Objektiv weder an der Kamera noch am Stativ befestigt tragen sollte. Trotzdem hätte ich mir anstelle der wuchtigen Stativgondel einen abnehmbaren Griff wie bei Sony oder Nikon gewünscht – so lassen sich noch einmal 100-200g Gewicht einsparen.

Was die Firma JIP(Olympus)  jetzt braucht sind bessere Sensoren und Kameras mit erheblich besserem Sucher.

Ich werde eines im Januar bestellen und in der Praxis testen und
Sie können es ab jetzt auch bei mir bestellen, oder eben das 6.3/100-400 mm IS oder ein anderes Olympus-Objektiv.

Zeitgleich veröffentlicht Olympus-JIP ein großes Firmware-Update, das dann nur mit der E-M1X auch die Erkennung von Vögeln und Vogelaugen erlaubt – guten Morgen Olympus! Das bieten andere schon seit einer Weile. Sehr ernüchternd ist, das nur die auf 2000€ preisgesenkte X-Kamera dafür vorgesehen ist und nicht die E-M1III. Das wird sicherlich mit den 2 Prozessoren in der X erklärt werden, was aber letztlich Blödsinn ist, denn viele Mitbewerber können das ja auch. Also ist die Marschrichtung jetzt von Zügen, Flugzeugen und Autos auf Tiere bzw. vorerst nur Vögel gewandert. Mal sehen was es taugt, aber eine X werde ich dafür sicherlich nicht kaufen.

 
 

13. November 2020
Canon EOS R Objektiv-System Überblick

Bitte diesen Link öffnen:

CANON EOS R 2020-011

Canon EOS R5 & RF 11/800 mm IS STM DO bei 8.000 ISO ohne Stativ

 
 

5. November 2020
50 mm Brennweite – hier Olympus 1.2/25 mm PRO

Hallo Harry,
vorgestern ist das geschenkte Olympus 1.2/25 mm PRO angekommen.
Meine Erwartungen waren relativ, ich hatte ja schon zwei Exemplare, die mich nicht überzeugt haben. Diesmal scheine ich Glück mit dem Exemplar oder eine andere Betrachtungsweise zu haben – ich bin sehr zufrieden, vielleicht sogar begeistert. Sogar die oft kritisierte Schärfe stellt mich absolut zufrieden – selbst bei Offenblende absolut scharf für meine Begriffe, sogar bis zu den Rändern und in die Ecken, hätte ich nicht erwartet – wenn man die Bildfeldwölbung berücksichtigt, was die meisten kritisierenden Tester nicht berücksichtigen – die erwarten doch tatsächlich, dass bei einer Wand die eigentlich weiter entfernten Ränder genauso scharf sind wie das Zentrum.
Zu sehen z.B. im angehängten Bild 685 – das Blatt rechts unten in der äußersten Ecke ist absolut scharf. Bei 1.2. Hammer.
Die Farbfehler sind hervorragend auskorrigiert – ob optisch oder teils digital ist egal, das Ergebnis ist beeindruckend. Zweige vor hellem Hintergrund haben selten Auffälligkeiten, das hat mich bei bisher allen hochgeöffneten Objektiven gestört und die Offenblendtauglichkeit etwas getrübt. Aber das schönste ist die Bildsprache, die Zeichnung der HU (HintergrundUnschärfe). Ich glaube, so harmonisch hat noch kein Objektiv, das ich je gehabt habe, die Unschärfen gezeichnet. Ich hab viel mit dem 1.2/45 mm und 1.8/75 mm im Wald fotografiert. Auch wenn ich sonst mit den HU immer zufrieden war, leicht verschwommene Blätter oder Äste hatten selbst mit diesen tollen Linsen zu viel Rauhheit, wirkten etwas zerrissen und unruhig. Mit dem 1.2/25 mm bisher nicht. Selbst nur leicht verschwommene Blätter, Äste etc. wirken weich und harmonisch, fast malerisch. Z.B. Bild 716 oer 724 oder 729. Linien werden nicht gedoppelt, sondern verschwimmen weich.
Und der Grad der Unschärfe könnte mir auch genügen. Selbst bei großen Motiven in einigen Metern Abstand ist noch eine leichte, aber für die Wirkung noch ausreichende Unschärfe möglich – siehe Bild 729 mit dem aparten Rindviech. Quantitativ relativ wenig Unschärfe, dafür aber eben “schön” – klein, aber fein, könnte man sagen 😉
Meine Vorstellung war ja, mindestens zwei Menschen formatfüllend abzulichten, und der Hintergrund sollte immer noch sichtbar verschwimmen – das dürfte klappen.
Zusammengefasst – top Schärfe, optisch hervorragend auskorrigiert, ohne jede Einschränkung offenblendtauglich, harmonische Bildzeichnung, nicht überkontrastet (feine Farbabstufungen), haptisch ein Traum und gerade noch ausreichend Potential zum Spielen mit selektiver Schärfe – Ich glaube, Nikon Z/Canon R/Sony/Fuji müssen bei mir noch ein wenig warten und dürfen sich weiterentwickeln.
Vorerst bleibe ich noch bei Olympus.
Und freue mich schon auf das Austauschexemplar der E-M1 II, das dann hoffentlich korrekt fokussiert. Grade auf die Schnelligkeit freue ich mich. Mit der E-M5II erfasse ich regelmäßig bei Personenfotos erst den Augenblick nach dem eigentlichen Augenblick, den ich erfassen wollte 😉 die E-M1.2 sollte dann praktisch ohne Verzögerung scharfstellen 😉
Viele Grüße Emanuel Beier

Hallo E.

das sieht ja alles sehr gut aus und zudem geschenkt!
Bei mir steht das Objektiv bisher auf der „Uninteressant & zu teuer Liste“ und auch deine Fotos zeigen mir wieder, das der „normale“, in Wahrheit leichte Teleblickwinkel mich wenig inspiriert und fesselt,
aber das liegt eben an mir und nicht an dem Objektiv. Ich bin da immer so: Wenn dann richtig. Deshalb haben die ganzen 55 mm, 58 mm, 60 mm, 70 mm, 75 mm bei mir keine Berechtigung und tragen nichts wirklich zur Bildaussage bei, nicht einmal wenn Leica oder Noct darauf graviert ist.
Und so nerven mich weiter alle Zooms die bei 70 mm enden oder beginnen, zumal das bedeutet, das dort meist ihre schwächste Leistung liegt.
Das ist so ähnlich wie jetzt mit den Sp – wenn ich immer ein lichtstarkes 12-60 mm dabei habe, warum sollte ich mir für jeweils gut 2500€ neue 2.8/15-35 mm oder gar 2.8/24-70 mm Objektive kaufen, solange die nichts wirklich Außergewöhnliches können?
Klar man bekommt eine bessere BQ – doch meine Fotos mit dem SP zeigen sofort, was ich zeigen will und begeistern auf Wunsch Minuten später die „normalen“ Menschen.
Also geschenkt jederzeit und für mFT sicher auch (ich behalte ja mein 2.8/12-40 mm) und die Abbildungsleistung bei f:1.2 sieht wirklich sehr harmonisch aus!
Ich selbst habe dafür nur keine Verwendung und schleppe wenn lieber das Canon 1.2/50 mm mit Adapter.
Aber ich bin froh, dass du jetzt ein weiteres tolles Objektiv hast, das dir mehr Freude bereitet.
Beste Grüße Harry
Hallo Harry,
klar kannst du den Dialog wieder einmal 😉 veröffentlichen.
Die Fotos sind halt einfach Testfotos und nicht wirklich “schön” oder “kreativ” – sollen nur die Eigenschaften des Objektivs veranschaulichen. Unter dem Aspekt kannst du sie gern veröffentlichen.
Ich versteh genau dein Verhältnis zum 50er. VF zusammen mit 85/1.8 und 35/1.4 wären mir auch lieber, wenn ich die Wahl hätte. Aber einfach für meine Zwecke in der Kombination zu teuer und zu schwer.
Allein ein gutes 35/1.4 kostet mich mehr (1500,- denke ich) als in dem Fall die E-M1.2 und das 25/1.2 zusammen. Bei Sony wäre ich hier über 4000,- los. Mehr als dreimal so viel.  Von daher ist das 25er ein Kompromiss, mit dem ich jetzt versuche zu leben. Weil halt für meine Einsatzzwecke ein 85er oft zu große Distanz von den Personen erfordert. Wie gesagt, ein 35er würde es – wohl sogar besser – lösen, aber der Gesamtaufwand dafür ist mir zu teuer.
Ein leistbares 35/1.8 wiederum hätte mir einen Tick zu wenig Freistellungspotential, wie du ja auch selber festgestellt hast – da hat sogar das 25/1.2 an mFT mehr.
So ende ich wie so oft bei einem Kompromiss – aber einem, mit dem ich wohl ganz gut leben werde. Vor allem, wenn ich auch andere Aspekte wie die OOC Farben mit berücksichtige.
Das 50er finde ich auch nicht wegen der Brennweite spannend, mir gefällt aber die Neutralität, die Universalität. Das Unspektakuläre. Es ist irgendwie ehrlich – auch wenn es schon ein ganz klein wenig im Telebereich ist, das stimmt. Es hängt allein von der Gestaltung ab, ob etwas Spannendes dabei herauskommt. Wie mit wenig anderen Brennweiten kommt es hier allein auf den Fotografen an. Das finde ich reizvoll.
Viele Grüße Emanuel
all Pictures and Copyrights by: Emanuel Beier

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