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Archiv für Oktober 2021

28. Oktober 2021
Nikon Z9 – Alles drin & dran Kamera?

Heute wird eine Nikon Z9 von der Traditionsfirma vorgestellt.
Z9 – 45 MP – 6000€ – also eine klare Kampfansage an Canon
allerdings ist sie auch eher eine Mischung aus R5 und R3 – technisch eher R5 und haptisch eher R3 – 1500€ Aufpreis nur für den eingebauten Griff? Das ist happig.
Sony bleibt mit 50 MP und 30 BpS der Champion im Ring – aber der Preis von 7300€ scheint jetzt zu hoch.
Ich werde den Verdacht nicht los, das auch Nikon an einer Z1 arbeitet und die Z9 noch nicht die Top-Kamera sein wird. Aber bis dahin vergehen noch Jahre und Sony wird längst eine A1II haben.

Nikon war die letzten Jahre sehr erfolglos und ist weit hinter die Mitbewerber zurück gefallen, sowohl im Kamerabau, beim Objektivstem als auch im Marketing. Genau genommen ist eine Aufholjagd nicht mehr zu schaffen, Sony hat so viel Vorsprung und Canon hat sein System so clever aufgebaut und Fujifilm und Panasonic sitzen Nikon sehr schwer im Nacken. Wer glaubt, die derzeit optimale BQ erreichen zu müssen und auf Höchstgeschwindigkeit verzichten kann, kauft heute Fuji GFX Mittelformat und wer leichtere Objektive will, kauft Fuji FX Halbformat. Auf beides hatte Nikon leider keine Antwort.
Jetzt will Nikon zumindest seine Berufs-Fotografen – stop – gibt es die überhaupt noch? – sagen wir besser, Berufs-Filmer und seine traditionellen Fans und Sammler mit seiner Z9 ansprechen.

Jeder setzt sich ein eigenes “Ziel” bei Kameras.
Vom System einmal ganz abgesehen –
Der Preis ist angesichts der Mitbewerber noch ok für mich, aber bei einem Gewicht von 1340g bin ich nicht mehr dabei!
Nikon schrammt damit an der Gesamtzielsetzung des spiegelfreien Kamera-Segments, brutal vorbei. Es ist keine Frage, das Panasonic, Olympus und Sony schmerzlich erkennen mußten, das Kameras für passionierte Fotografen und Filmer, nicht zu leicht (400-500g) und nicht zu klein und ungriffig sein durften. Doch bei 15 cm Höhe, 10 cm Dicke und über 1300g sind wir wieder bei DSLR-Boliden und das es kompakter, leichter und mit noch mehr Leistung geht, zeigt Sony ja exemplarisch und auch Canon hat das erkannt.
Das ist ein DSLR-Gewicht und da ich 80% aller Fotos im Querformat belichte, ist für mich der Hochformatgriff nur eine Option und sollte nicht fest integriert sein und wenn doch, dann bitte wie bei Canon in einer 1015g Kamera! Auch Design und Haptik scheinen mir bei der R3 viel gelungener. Allerdings könnte eine R1 dann genauso groß und schwer werden wie die Nikon Z9.
Deshalb ich ich weiterhin bei Sony anscheinend besser aufgehoben – vom Objektiv-System ganz abgesehen…

Das ist für mich das spannendste Bild zum Nikon-Z-System – der Ausblick auf Super-Teles:
Nach dem Bild zu urteilen kommen also sowohl ein 400 mm als auch ein 800 mm in PF Bauweise (vermutet aufgrund der kürzeren Darstellung), ähnlich Canon 600/800 mm DO – aber hoffentlich lichtstärker.
Ein 5.6/400 mm PF fände ich langweilig, auch wenn es 300-400g leichter wird, das sollte dann schon ein 4.8/400 mm PF sein – dann kaufe ich auch eine Z9.
Und ein 800 mm PF sollte zumindest doppelt so lichtstark sein wie das Canon, also ein 8/800 mm PF.
Das 2.8/400 mm und 4.0/600 mm mit eingebautem TC14 kommen, ist eine spannende Innovation – aber am Ende zählen hier nur Gewicht und Preis – und da beides deutlich abgehoben sein dürfte, wechsele ich lieber den Konverter vorher, je nach Lichtsituation. Es wären besser TC17in den Konstruktionen verwirklicht worden.
Das weitere DX-Objektive kommen, gibt etwas Hoffnung auf eine schnelle DX-Kamera mit excellentem Sensor… aber bei Nikon dauert alles noch Jahre…

ABER: Das System ist weiter lahm – 100-400 mm und 24-120 mm kommen erst im ersten Halbjahr 2022 zur Auslieferung und ein 2.8/400 mm ist weiterhin erst im Planungsstadium!

Die Z9 könnte so etwas wie die erste Alles-Drin-Alles-Dran-Kamera werden. Ähnlich damals der D1 (allerdings im Halbformat).
Canon hat mit der R3 mehr auf technische Innovation, als auf einen hoch auflösenden Sensor gesetzt und werkelt weiter an einer R1, die sich dann erst mit einer Z9 misst und diese in den Schatten zu stellen versucht.
Sony war mit der A9 früh dran, hat mit der A9II stark verbessert und zeigt jetzt mit seiner A1, fast alles, was heute möglich und wichtig ist. Aber Sony bietet die meiste Technik in einem kompakten Gehäuse an – bleibt sehr leicht und unauffällig und gibt sich nur 2 Blößen: Nicht voll beweglicher Monitor, nicht voll Berührungsempfindlich.
Egal wie gut und komplett die Nikon Z9 auch wird – das SYSTEM entscheidet!
Und da hat Nikon weiterhin erhebliche Handicaps. Scharfe und Bildfehler-reduzierte Dateien können heute alle Hersteller aus dem PC zaubern, also die Schärfe eine Objektives ist schon länger kein entscheidendes Kriterium mehr für Objektive – denn unscharfe fallen schnell auf – aber Nikon wirbt weiter mit brutaler Schärfe – langweilig.
Heute sind Prozessoren, Sensoren und auch AF-Motoren sowohl in Kameras als auch in Objektiven entscheidender für besondere Fotos.


Bei der Nikon Z9 interessieren mich heute schwerpunktmäßig einige Daten wie Gesamtgewicht und Preis:
Canon R3 = 1015g – 6000€  -14,5cm hoch, 9cm dick
Canon R5 = 0740g – 4500€ -10cm hoch, 9cm dick
Sony Alpha 1 = 0740g – 7300€ (mit Griff & 2 Akkus = 1280g / 1 Akku = 1190g) 15cm hoch, 7cm dick
Nikon Z9 = 1340g -15cm hoch, 9cm dick – 6000€ und damit viel zu schwer!

Zwischen Canon und Sony sollte man fair sein bei der Akku-Leistung,
die A1 schafft fast die selbe Zeit, Auslösungen und Filmen mit einem kleinen Akku wie die R3 mit dem größeren Akku und gewinnt durch 2 Akkus noch mehr Kapazität!

Die ganzen anderen Zahlen – dienen ja meist nur der Verwirrung!
Wichtig sind immer nur die Einschränkungen!
Ob eine Kamera 10 – 20 – 30 oder gar 120 Aufnahmen pro Sekunde (Nikon Z9 – aber nur bei 11 MP und ohne AF!)  speichern kann – ist letztlich in den allermeisten Fällen gleichgültig, da einem Autofokus ohnehin, je nach Brennweite und Objektiv, schon alles abverlangt wird, um bei 10 oder sogar 20 Bilder pro Sekunde noch irgendwie Motivbewegungen zu folgen.
Also eine schnelle Kamera alleine ist ziemlich wertlos, Speicher, Objektiv und Fotograf müssen gleichzeitig schnell genug sein.

Wer ist hier zu teuer?
ALLE!
Nachvollziehbar wären für mich folgende Preise:
A1 = 6000€
R5 = 3500€
R3 = 5000€
Z9 = 5000€

Von oben betrachtet, könnte sie der Gewinner für die Kategorie “Hässlichste DSLM” werden…

Auffällig am Design ist:
Während sich die Canon R3 schnittig duckt – stellt sich Nikon mit stolzem Haupt und markantem Sucher dagegen.
Das die Nikon Z9 ausgerechnet das rechte Oberdeck fast nur dem Display schenkt und das linke Oberdeck mit Rad und Tasten füllt, will mir nicht gefallen – ich hätte es umgekehrt, Info-Display links, vermutlich besser gefunden. Drei FN-Tasten sind vorne angeordnet – aber nicht so schön harmonisch wie bei den anderen Z-Kameras.
Die außen liegenden Elektronik-Buchsen oben rechts missfallen mir sehr. Die ganze Klaviatur auf der Rückseite will mir nicht zusagen, es liegt mir alles zu dicht beieinander.
Beim Hauptschalter um den Auslöser macht Nikon zum Glück keine Experimente – so muß es sein! Auch der runde Suchereinblick ist ja klassisch für Nikon’s Profi-Modelle.
Die Gutaufhängung ist wie Erwarten ein Grauen.

Katerfrühstück zur Nikon Z9:
Ich erkenne an, das dass Nikon-Technik-Team sehr hart uns intensiv gearbeitet hat und etwas anderes im Sinn hatte als alle bisherigen spiegelfreien Vollformat-Kameras. Autofokus und die Fähigkeiten des Sensors und Prozessors lassen sich noch nicht wirklich beurteilen, da werden vermutlich auch weniger gut gelöste Kompromisse zu Tage treten. Aber die innovative Idee, so lange zu warten, bis man auf den Mechanischen Verschluss ganz verzichten kann und gleichzeitig den Sensor besser vor Staub und Schmutz zu schützen, die verdient meinen großen Respekt. Denn damit stehen Zeiten bis 1/32.000 Sekunde und 1/200 Blitzsynchronzeit zur Verfügung – der Rolling Shutter sollte damit Geschichte sein und das Warten auf einen Global-Sensor (der komplett auf einmal ausgelesen wird, ist damit auch kein Thema mehr. Allerdings können nur maximal 900 Sekunden = 15 Minuten belichtet werden.
Nur zwei Dinge töten bei mir sofort jedes “haben-müssen-Gefühl” und schränken die Aussicht auf noch mehr tolle, scharfe und fröhlich entstandene Fotos ein:
Es gibt noch kein Objektiv das mich zu kaufen reizt, keins was wirklich besser, weiter Gedacht wäre – nur scharf reicht mir eben nicht!
Und die Kamera müßte so aussehen oder bald so als Z9s (short) erscheinen: (maximal 900g)
denn das hohe Gewicht von knapp 1.400 Kilo stört doch in Wahrheit nur den nicht, der die Kamera permanent auf dem Stativ nutzt und nur kurze Wege zum Motiv hat. Für alle anderen ist es ein Bleibarren in einer noch größeren Fototasche… und die Objektive sind ja schon oft deutlich länger als die Mitbewerber – diese Bauweise stört mich auch.
Dann erst kommt der Punkt, das mir die Bedienung/Haptik nicht wirklich zusagt – aber daran kann ich mich gewöhnen, so wie an Sony zuvor.
Ohne rosarote Markenbrille betrachtet, sind da noch viele Fragezeichen.
Nikon hatte aber Zeit die Kamera mit Berufsfotografen auszuprobieren und Probleme zu beseitigen.
Aber keine Kamera ist für alles gleich gut geeignet. Wenn ich unauffällig und schnell auf Reisen fotografieren will, nehme ich sicher keine Nikon und eine Z9 doppelt nicht.
Wenn ich viel im Nahbereich arbeiten will, scheint mir Canon allen weit voraus, mit Festbrennweiten, einem Macro und Zooms.
Zum Filmen würden mir fast ein Dutzend geeignetere Kameras einfallen.
Im Supertelebereich ist Nikon bisher nur adaptiert vertreten. Und es muss sich zeigen, was die Motoren in neuen Nikon-Objektiven leisten. Scharf kann heute jeder. Ich sehe da bisher keinen irgendwie sichtbaren Vorteil von Z-Nikkoren, im Gegenteil gibt aus meiner Erfahrung Sony bei fast allen aufwendigen Objektiven den Ton an und Canon hat Exoten, die sonst für kein Bajonett zur Verfügung stehen.
Canon ist mit der R3 zu kurz gesprungen und hat mit der R5 Unruhe bei Filmern gestiftet und meine ist zum zweiten Mal unverschuldet defekt. Also die nächste R muß mal sitzen und damit meine ich nicht die R1!
Sony hat vor der 7RIV und 9II viel experimentiert und überzeugt erst in der jüngeren Zeit bei den Kameras.
Also Nikon muss sich erst mal beweisen, bisher ist alles nur Gerede.
Wie lange hält der Akku, wie hoch fällt der Stromverbrauch aus?
Bewährt sich dieser seltsame Klappdeckelmonitor?
Ist diese zusammengeballte Tastenanordnung praktisch?
Hat Nikon bei schnellen Serien endlich den AF auf Konkurrenzniveau?
Bleibt der Staub draußen auch bei den Objektiven?
Zu den 6000€ kommen qualifizierte Speicherkarten hinzu. Die sind so teuer, das man sie schwerlich als Einmal-Speicher verwenden kann.
Wird Nikon endlich wieder guten Support bieten können?
Wann wird Nikon auch mal tatsächlich etwas liefern können?
Also vielleicht gelingt Nikon hier ein guter Wurf und sie sind bald wieder häufig in der Natur und bei Presse-, Sport, und Events gut vertreten. Ich wünsche es Nikon sehr.
Aber mich bekommen sie erst mit einer Z900 (D500), die das meiste ausser dem Gewicht auf einen Sensor im Halbformat überträgt – dann haben sie mich sofort – sobald 100-400 mm, 200-600 mm und 2.8/400 mm lieferbar sind (wenn die mit Sony mithalten!).
Aber insgesamt kam in diesem Profi-Kamera-Jahr weder eine R3, noch eine Z9 für mich in Frage und die A1 behauptet ihre Sieger-Position.

 


Diesmal mit Beleuchtung… 

Sie hat also definitiv den Staub-Schutz-Verschlug! Das ist wirklich wichtig!

Viele Kanten gemischt mit Rundungen – sehr seltsames Design – irgendwie nicht aus einem Guss. Es sieht alles klein und weniger griffig aus.
Die Sony hat für mich mehr Logik und die Canon hat mehr kluges Design, Kontour!

Zum Vergleich:

Objektive kommen auch:

Z 2.8/400 mm ED VR S xTC14 mit eingebautem 1.4x Konverter.
Für Viele sicher eine Überraschung, aber irgendwo mußte Nikon ja mal innovativ werden und aus dem nachteiligen Vergleich mit Sony und Canon heraus kommen.
Außerdem wird an 4.0/600 MM UND 5.6/800 mm Supertele gearbeitet, MÖGLICHERWEISE EBENFALLS MIT 1.4X EINGEBAUT.
Mir scheint das nur zu kurz gesprungen, ein 1.7X TC hätte mir viel mehr zugesagt.
Gewichte verrät Nikon noch nicht und auch genaue Erscheinungsdaten gibt es nicht.
Ich fürchte es wird mindestens 3,4 Kilo schwer und Nikon-Fans warten noch 1-2 Jahre darauf, während wir schon seit fast 3 Jahren mit neuesten Leichtgewichten fotografieren.

Z 4.5-5.6/100-400 mm S & Z4.0/24-120 mm S

Nikon wollte sich hier offensichtlich endlich mal Mühe geben  bei den Daten  mitzuhalten:
Auch beim Preis: 3000€ – so teuer wie Canon’s 100-500 mm.
Gewicht: 1460g (Canon 1530g- Sony 1400g) jeweils mit Sattivfuß
Länge: noch geheim
Durchmesser: 77 für Filter
Abbildungsmaßstab: 1:2.6 aus rund 1,0m Entfernung ab Sensor
– was aber nervt ist wieder eine fließende Nahgrenze von 100-400 mm!
Konvertertauglich!

Nikon folgt hier seiner Tradition und bietet immerhin 15 mm mehr Brennweite: 4.0/24-120 mm S
Preis: 1250€ – so teuer wie Canon’s 100-500 mm.
Gewicht: 650g geschätzt
Länge: noch geheim
Durchmesser: 77 mm Filter
Abbildungsmaßstab: 1:2.6 aus 0,35 bis…
– was aber nervt ist wieder eine fließende Nahgrenze von 24-120 mm!

Nikon bringt einen neuen FTZII Adapter mit Abdichtungen und anders geformt, damit er nicht mit dem Griff der Z9 kollidiert.

NOCH IN ARBEIT:
NIKON Z9 LICHT:

+ 45 MP
+ kein Rolling Shutter
+ elektronischer Verschluss bis 1/32.000 sec und 1/250 Blitzsync oder 1/8000 Ultrakurzzeit-Blitz

+ voll beweglicher 3″ Monitor – endlich mit kompletter Berührungs-Unterstützung
+ Nikon ist endlich mal konsequent, lässt mechanischen Verschluss weg
+ bis 1000 Bilder in Serie auch mit RAW Speicher – nur mit CFE A Karten 
+ Sucher mit 120x/Sec Abtastung und 3.7 Millionen Bildpunkten
+ rund 30 BpS in JPEG und 20 BpS in RAW

+ neuer Auto-Area- AF-Verfolgung erkennt automatisch Haustiere, Vögel, Autos, Züge, Flugzeuge, Motorräder, Fahrräder & Menschen auch automatisch
+ Augenerkennung schneller und bei größeren Entfernung als Mitbewerber
+ noch einmal deutlich gesteigerte AF-Performance
+ 120 BpS bei 11 MP – glaube aber nicht das AF im Objektiv das schafft
+ Hauptschalter wo er hin muss!
+ 64-50.000 ISO (32 bis 100.000 ISO gepusht)
+ angeblich geringstes Bildrauschen aller Kameras bis 50 MP?
+ IBIS bis 6 Stufen und Mitziehen & automatisch festgestellt beim Transport
+ schnellster interner Speicher, Bedienung der Kamera jederzeit möglich!
+ Menü mit großem Speicher um die wichtigsten Funktionen schnell zu finden
+ 100-50.000 ISO (gepusht 50-200.000)
+ IBIS 5.5 Stufen – bei 45 MP
+ Lichtempfindlich bis -6.5 EV
+ 18 MP bei Faktor 1.5x

+ Alle AF-Varianten endlich auch für Video!
+ 4K 60P und Auslesung 120 BpS 
+ verbesserter Weissabgleich und weiter verbesserte Farbspeicherung
+ Autofokus & Belichtung werden 120 mal pro SEKUNDE ausgelesen und angepasst!
+ Real-Time-Eye-AF speziell auch für Tiere
+ neueste USB und schnellste Verbindung 
+ für manchen vielleicht immer noch spannend: unkomprimiertes, verlustfreies RAW
+ hellster Sucher aller Kameras
+ keine Überhitzung bei 4K und 8K, 2 Std Filmen ist möglich
+ Ton-Ausgang
+ endlich auch mit Staubschutzverschluß beim Objektivwechsel
+ dauerhafte Bluetooth-Verbindung möglich Live-Streaming (
Stromverbrauch?!)
+ 2 Schächte 2x CFE B u SD kombiniert


NIKON Z9 SCHATTEN:

– für Nikon fast gemäßigter Preis 6000€
– 1340g ist viel zu schwer!
– Sucher nur 3.6 MP
– Sucherbild nur 60x p/S erneuert
– bis zu ¼ höherer Stromverbrauch ?
– Monitor wieder nur mit 1 MP Auflösung bei 3″ (wegen Stromverbrauch)
– keine HEIF-Dateien u Heif-Umwandlung in der Kamera möglich
– keine schnellen RAW Bildserien möglich
– keine bessere Gutaufhängung – 4 Punkte werden gebraucht!

– Monitor und Kamera an der Gutaufhängung sind kratzgefährdet, müssen geschützt werden
– Faktor 2.0 fehlt sträflich

– kein höher auflösender Monitor! Kein Gelenk unten an der Kamera!

 

Einige Fragen habe ich da noch:
Wie schnell klappt das Staub-Schutzschild herunter?
Hat der Sensor Verluste durch seine Mehrfach-Beschichtung?
Wie verhält sich Bildrauschen bei 20.000 ISO und darüber hinaus?
Gibt es ein Sucherproblem mit nur 60 Abtretungen p Sekunde?

 

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21. Oktober 2021
Noch ne Sony: 7IV – diesmal für alle

Sieht für mich wieder schrecklich unausgewogen aus, Schwachpunkte bleiben: Gutaufhängung,
kurze Kamera, kratzempfindlich

Jetzt muss ich mir, als Sony Fotokamera-Nutzer der ersten Stunde, Gedanken zur neuen 7IV machen und mir Internet-Präsentationen reinziehen.
Was mich kaum wirklich fesselt.
Wenn ich schon von der weiteren Preiserhöhung und der, auf den ersten Blick inkonsequenten, krummen, 33 MP Auflösung ausgehe…  auf der Haben-Seite endlich den vollbeweglichen Monitor – daran sieht man deutlich, dass der Kundenschwerpunkt jetzt auf Video-Nutzer zeigt.
Die “letzten” Fotografen bringen offensichtlich kein Geld mehr und scheinen die ganzen Verbesserungen der letzten 4 Jahre zu wenig zu würdigen zu wissen. Das wäre sehr schade. Aber Video-Profi kann jetzt jeder werden, wenn er denn nur die teure Kamera mit System kauft, das zu Video ganz maßgeblich der Ton, Musik, Dramaturgie, Stativ- und Zoom-Beherrschung, Farbe- und Zeit-Management um nur einige wichtige Punkte zu nennen. Aber alle zeigen ja ihre Fratze ohne Ahnung vom Filmen in YT und denen, die im Handy unterwegs schauen, scheint das prima zu gefallen.
Es hat sich vor allem bei Sony technisch wirklich viel getan, so dass jede neue Sony-Kamera weitaus spannender ist, als alles was Canon, Nikon, Panasonic und Co. so vorstellen können. Allerdings kommen nächste Woche schon neue Kameras von Nikon, Panasonic und OMDigital Solutions – also Z9, GH6, M1Pro – vielleicht ja doch noch spannend…

Also später mehr – vorab finde ich sie zu teuer und nicht hochauflösend genug!
Die ganze Technik ist immer nur so gut wie ihre schwächste Stelle…
Weil sie praktisch nicht lautlos (elektronischer Verschluß) für schnelle Bewegungen (der Kamera) brauchbar ist – kommt sie für meine Fotografie nicht in Frage weil ich Motiven häufig folge.
Es ist ja schön, dass sie jetzt endlich auch schnellen AF für Video sicher stellt, den voll beweglichen Monitor und andere Nettigkeiten hat – aber den Hauptzweck verfehlt sie für meine Motive.
Und genau durch diesen Mangel ist sie mit 2800€ aus meiner Anwendersicht gut 800€ zu teuer und auch als Zweitkamera kommt sie allenfalls für ruhige Fotos/Videos in Frage.
Also gerade einmal beyond basic… also ein bischen besser, als eine Anfängerkamera, könnte man auch sagen.
Und das technische Hauptproblem, was alle Sony-Kameras vor der A9II und A1 (die von Canon, Nikon, Pana auch!) haben: Nicht wirklich geeignet für schnell bewegte Motive – allenfalls mit herkömmlichen, mechanischem Verschluss! Damit fällt die 7IV bei mir komplett durch.
Wie erwartet ist eine gebrauchte A9II in jedem Falle vor zu ziehen und wer den Schwerpunkt auf Landschaften, Macros und höchste Auflösung setzt, ist mit der 7RIV besser bedient, von der teuren A1 ganz abgesehen.
Warum hat Sony nicht die Video-Einstellungen auf die linke, nackte Schulter positioniert? Rechts total überladen und links tote Kamera.
Die Canon R6, Nikon Z6 und Panasonic S1 sind die einzige, direkte Konkurrenz. Die R6 ist mit 2650€ schon viel zu teuer eingestiegen, sie war maximal 2000€ wert und jetzt wird sie links und rechts technisch von Sony überholt und rasiert – aber zum noch mal gesteigerten Preis. Ich habe schon die wirtschaftsfreundlichen Gutmenschen-Stimmen gehört, die sagten, es wird ja alles viel teurer und die Lieferketten sind kaputt, also klar das neue Kameras jetzt noch einmal deutlich mehr kosten und das geht ok. Dem kann ich gar nicht zustimmen.
Zu den 33 MP – es wird schwierig sein den Unterschied zu 24 MP im Bild tatsächlich heraus zu arbeiten, wenn überhaupt.
Trotzdem viele kleine Neuigkeiten…

Sony 7IV LICHT:

+ bewährter Akku mit viel Power
+ voll beweglicher 3″ Monitor – endlich mit kompletter Berührungs-Unterstützung
+ Video-Taste endlich auf dem Oberdeck
+ bis 830 Bilder in Serie auch mit RAW Speicher (nur mit CFEA) ?
+ Sucher mit 120xSec Abtastung und 3.7 Millionen Bildpunkten
+ Brennweiten (breathing) Ausgleich beim Zoom

+ beste AF-Verfolgung (oft deutlich höhere Trefferquote als R5, Z6, S1)
+ noch einmal deutlich gesteigerte AF-Performance bei 92% der Bildfläche zur A7III
+ endlich jederzeit – ohne Umschalten am Objektiv – manueller Fokus mit
+ Hauptschalter wo er hin muss!

+ schnellster interner Speicher, Bedienung der Kamera jederzeit möglich!
+ bester Handgriff, könnte aber für den kleinen Finger etwas mehr Länge bieten
+ neues Menü mit großem Speicher um die wichtigsten Funktionen schnell zu finden
+ 100-50.000 ISO (gepusht 50-200.000)
+ IBIS 5.5 Stufen – bei 33 MP
+ 15 MP bei Faktor 1.5x

+ 30% schnellerer Autofokus – Eye AF als A7III
+ Alle AF-Varianten endlich auch für Video!

+ 4K 30P und 4K 60P (nur mit 1.5x) und Auslesung 120 BpS 
+ verbesserter Weissabgleich und weiter verbesserte Farbspeicherung
+ Autofokus & Belichtung werden 120 mal pro SEKUNDE ausgelesen und angepasst!
+ Real-Time-Eye-AF speziell für Vögel
+ neueste USB und schnellste Verbindung – doppelt so schnell wie A7III
+ für manchen vielleicht immer noch spannend: unkomprimiertes, verlustfreies RAW
+ gleicher FTZ100 Akku
+ gleicher Hochformat-Akku-Griff wie A9II, A1 und 7SIII!
+ HEIF-Datei-System ist endlich an Bord
+ keine Überhitzung bei 4K, 1 Std Filmen ist möglich
+ Verbindung zu eigenen High-End Smartphones!
+ neuer Blitz-Anschluß mit digitalem Blitz & Ton-Ausgang
+ endlich auch mit Staubschutzverschluß beim Objektivwechsel
+ dauerhafte Bluetooth-Verbindung möglich Live-Streaming (
Stromverbrauch?!)
+ 2 Schächte 1x SD und einmal CFE A u SD kombiniert

Sony 7IV SCHATTEN:

– hoher Preis 2800€
– Auflösungs-Steigerung inkonsequent (42 MP hätten es sein dürfen)
– Sensor Auslesung eher langsam (A1 = 17x schneller) – heftige RollingShutter zu erwarten

– leider  “nur” 10 BpS – nur rd. 5BpS mit RAW!
– trotz 33 MP kein echter Schärfengewinn gegenüber 24 MP
– nur bis -4EV Lichtempfindlichkeit
– bis zu ¼ höherer Stromverbrauch als 7III
– Monitor wieder nur mit 1 MP Auflösung bei 3″ (wegen Stromverbrauch)
– keine HEIF-Umwandlung in der Kamera in JPEG möglich
– Keine schnelle C-RAW Bildserien möglich
– keine bessere Gutaufhängung – 4 Punkte werden gebraucht!

– zwischen Griff und Bajonett ist weiter zu wenig Platz, die Kamera ist nicht ausgewachsen
– Monitor und Kamera an der Gutaufhängung sind kratzgefährdet, müssen geschützt werden
– Faktor 2.0 fehlt sträflich

– Sucher wirkt etwas unruhiger als gewohnt
– Datei-Management nicht optimal 

– 3 Augen-AF-Arten, Mensch, Tier, Vogel – das scheint mir nervig, sollte AI selbst erkennen
– kein höher auflösender Monitor! Kein Gelenk unten an der Kamera!

Einige Überarbeiten wünsche ich mir dringend auch für die A1 und A9II.
Den beweglichen Monitor wird es nicht geben und auch die neue, endlich realisierte Berührungsfunktion und der neue USB-Anschluß werden sich erst in der nächsten Kamerageneration finden können.
Aber der AF für Video, die elektronische Beseitigung des Breathing-Brennweitenverlusts sind sehr wichtig für die vorhandenen Kameras.
Auch bei dieser Kamera-Neuheit gilt wieder, der Einstiegspreis ist viel zu hoch. Sie gibt den Filmen mehr als den Fotografen, stellt aber beide nicht wirklich zufrieden, der Abstand zu 7R, 9 und 1 bleibt riesig. Sie ist trotz des hohen Preises neben der 7C (mit kleinem, linken Sucher auch nicht wirklich preiswert – 1800€) die Basiskamera beim Sony Vollformat.

SONY Vollformat: 6 aktuelle Kameras
Sony Alpha 7C – 1.800€ – Schwerpunkt: VIDEO
Sony Alpha 7IV – 2.800€ – Schwerpunkt: VIDEO
Sony Alpha 7RIV – 3800€ – Schwerpunkt: PHOTO
Sony Alpha 7SIII – 4,200€ – Schwerpunkt: VIDEO
Sony Alpha 9II – 5.400€ – Schwerpunkt: PHOTO
Sony Alpha 1 – 7.300 – Schwerpunkt: PHOTO

Ich würde die 7IV nicht unbedingt dem passionierten Fotografen empfehlen. Er ist mit A9II, A7RIV, (A9, A7RIII),  weit besser bedient.
Die nächsten Entwicklungsschritte 2022-2024 dürften eine Sony Alpha 5, gefolgt von Sony Alpha 7RV und dann eventuell 9III sein.

Sony Objektiv-Entwicklung?
Ich weiß leider nicht wohin Sony steuert, denn Allen ist klar, dass auch 2.8/300 mm, 4.0/500 mm und 4.0/100-400 mm gefordert und gebraucht werden und das LEICHTIGKEIT immer stärker zur Joker-Karte wird. Sony hat aber die letzten Jahre erfolgreich den WW und SWW Objektiven entwickelt und ist da technisch Marktführer und jetzt mit dem 70-200 mm sind sie schon an der Erneuerung – 24-70 mm wird folgen und wohl auch ein neues Macro. Man will da Canon keinen Vorsprung lassen.
Auch noch lichtstärkere Zooms mit f:2.0 sind wohl in der Entwicklung.
Doch wann es wie mit den Super-Teles weitergeht, kann außerhalb Sony-Japan keiner sagen.
Ich sehe aber an der Preisentwicklung auch der neuen 7IV – das es immer weiter in Richtung Hochpreis und noch kleinere Mengen geht, eine sehr unschöne Entwicklung, besonders für die Fotografie. Und nur noch fotografische Geräte zu entwickeln ist praktisch schon unrentabel – alles muss Videotauglich sein, um noch neue Käufer anzulocken. Leider ist hier Sony Vorreiter, weil sie gerade die jungen, neuen, bildschaffenden Kreativen wollen.

 

 

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20. Oktober 2021
Kino, Filme und Kultur

Filme, Serien und Bücher

Verpasst man etwas im Leben, wenn man sich nicht die besten Serien in Netflix, Prime und Co ansieht? Die tollsten Geschichten?
Nein. Die schönsten und spannendsten Ereignisse laufen jede Minute in der Natur, man braucht nur geduldig etwas länger hinzusehen.
Und dann bekommt man sein Hirn auch nicht mit diesem miesen US-Kaugummi verklebt. Ich habe es immer wieder einmal probiert, da ich sehr gerne Kinofilme schaue und auch gefallen an Serien finde. Doch was heute da mit gewaltigem Stromverbrauch permanent zur Verfügung gestellt wird, ist einfach meistens nur „Dreck“, wie es mein Vater immer ausdrückte, wenn er drastisch wurde.
Fast alles kennt man sofort und es lohnt sich kaum jemals mehr als 2-3 Folgen zu schauen. Das war früher bei den Serien, begonnen „Mit Schirm, Charme und Melone“ bis hin zu „Kommissar Beck“ komplett anders – alles abgeschlossene Fälle und trotzdem wurden die Figuren weiter entwickelt. Heute ist alles nur Zeitlupe, alle Kulturen  und Glaubensrichtungen werden in einen Shaker geworfen, geschüttelt und kommen zusammengerüht wieder hinaus und das soll dann unterhalten. Und dann die politischen Absichten dahinter und permanent die moralische Faust – sorry, nicht mein Weltbild.
(Unter mir lebten lange Menschen aus West-Afrika, 5 Personen auf 80 qm und oft 5-10 weitere Menschen zu Besuch und die Gerüche nach jedem Kochen ein Alptraum, von der Lautstärke und der Art des Umgangs ganz zu schweigen und die dachten sicher dasselbe über mich. Deshalb bin ich für eine Trennung, ich mag nicht mit solchen Menschen zusammen leben und die auch nicht mit mir. Wer das kann, bitte, aber ich möchte nicht dazu gezwungen sein. Menschen sind alle verschieden und dann geprägt durch Umstände, Kultur, Religion etc. Das wird immer unvereinbar bleiben, man kann das akzeptieren, vielleicht sogar tolerieren, aber Leben muß man auf begrenztem Raum nicht zusammen. Ich finde, was bei die unzähligen Diskusionen über rechts und links, über Hautfarben, Religionen und Kulturen immer unterschlagen wird, der eine will genauso wenig mit dem anderen zusammen leben wie umgekehrt! Nur wer sich perfekt anpassen (integrieren) kann, wird ein gutes Leben haben. Wenn das aber staatlich verordnet wird, sind die Explosionen vorhersehbar. Die USA waren nie ein Schmelztiegel, wie sich heute deutlich zeigt. Und natürlich gibt es tolerantere Menschen als mich, die alles toll finden – sollen sie.)

Es nützen der beste Story-Entwurf und die besten Schauspieler nichts, wenn die Handlung wie ein Kaugummi zerdehnt wird. Wohl anscheinend um uns ruhig zu stellen, uns fett am Sitzmöbel oder gar, wie es heute längst normal ist, im Bett, festzukleben. Selbst wenn ich krank bin, schaue ich kein TV vom Bett aus, allenfalls in Hotels mal notgedrungen, aber die jüngeren Menschen werden schnell merken wohin das führt, zu toter Hose, dickem Hintern und Herzschmerzen.

Filme und Serien können und sollten nur ein Zeitvertreib für ab und zu sein, wenn nichts besseres zu tun ist, alles gesagt ist und sich scheinbar nichts neues im Leben bewegt.
Das gilt genauso und noch mehr für YouTube-Videos – nur das da so gut wie nie, echte Filmprofis am Werke sind und man einfach nur endlos lange mit Meinungen zugelabbert wird.
Auch die Verfechter des Lesens kann ich nicht wirklich verstehen, sicher regt Lesen Gehirn und Fantasie an und es gibt sicher immer wieder Bücher, die das Leben und die eigenen Erkenntnisse sehr bereichern. Trotzdem gibt es viel zu viele Bücher jeden Monat und kaum ein Juvel ist dabei und fast alles wurde schon zuvor erdacht und niedergeschrieben.

Ich bin NATÜRLICH kein Freund der Globalisierung, die ich seit 30 Jahren kritisch verfolge, wir leben längst in Zuständen wie im Film “Blade Runner”, wo einige dutzend globale Konzerne uns weltweit lenken und auspressen. Das ist unübersehbar. Sicher hat bisher der Westen die restliche Welt ausgeplündert und heute vernichtet die Nordhalbkugel mit ihrem gnadenlosen Verbrauch und Konsum die Südhalbkugel, aber ein Hauptproblem bei allem, auch bei der Kultur und dem Zusammenleben bleibt die grauenhafte Vermehrung der Menschen. Die sind völlig aus den Fugen geraten und wir vernichten Tiere, Pflanzen und Erde so irrsinnig schnell und gründlich, dass man schon über lebensverlängernde Maßnahmen aller Alten und Kranken nachdenken könnte – aber das darf ja nicht gedacht, geschweige denn gesagt werden. Es ist fast schade, dass die Natur mit ihren Mitteln nicht härter und stringenter durchgreift um wieder ein sinnvolles Gleichgewicht herzustellen. Bald gilt auch diese Pandemie vielleicht als überstanden und dann?
Die Probleme werden sich weiter potenzieren, fürchte ich.

Alles ist Ablenkung, das eine Medium ist nicht besser als das andere.
Wenn ich draußen oder mit Kameras am Balkon die Tiere beobachte, erfahre ich immer etwas Neues, über eine Art, über Induvidien. Die Meisen kamen zuerst und waren begeistert von meinen Sonnenblumenkernen, seit ich gemischtes Futter ganzjährig anbiete, wie es führende Ornithologen hier empfehlen, kommt auch täglich mehrmals eine Spatzen-Gang, Tauben, Rotkelchen, Rotschwänzchen, Kleiber, Elstern und Krähen.
Die Großvögel und vor allem Tauben möchte sicher keiner auf seinem Balkon. Aber nach einem Jahr ist klar erkennbar, die Meisen sind die Gewinner, sie ist trotz buntem Gefieder, der aggressivste Vogel am Futternapf – die Spatzen können sich nur halten, weil sie eine Gang sind. Rotkelchen und Rotschwänchen kommen inzwischen nur noch ganz selten, sie scheinen mir klare Verlierer zu sein. Zwischendrin kommen immer einige Eichhörnchen, mal sehr scheue und auch sehr mutige, ihnen müssen alle Vögel weichen. Die Meise versucht als einzige immer an die Walnüsse zu komen, steht überlegend vor der Nussklappe und mit schräg gelegtem Köpfchen überlegt sie, wie sie da heran kommt, immer wieder. Und wenn ich mal halbierte Walnüsse auslege oder in den Kobel tue, ist sie als erste an den Nüssen beschäftigt.
Daher stellt sich die Frage, ob man mit der Ganzjahresfütterung der Vogelwelt insgesamt wirklich etwas Gutes tut oder nur Meisen und Spatzen durchbringt und alle anderen noch stärker zu Verlierern macht.

Man könnte natürlich auch eine Serie schauen – ich lege mir dann lieber am dunklen Abend einen Spielfilm ein oder gehe mal ins Kino.

Letztes Jahr habe ich nur TENET im Kino gesehen, ein anstrengender aber sehr tiefgründiger Film, über den das Nachdenken sehr lohnt.
Zuletzt habe ich Kaiserschmarrendrama (solche Filme schaue ich lieber zu Hause im TV), DUNE und 007-NO TIME TO DIE gesehen.

DUNE ist handwerklich und bildtechnisch hervorragend, hat aber das Problem, das wir fast alle die Geschichte kennen.
Da ich immer 007 – Fan war und mir Roger Moore in dem fantastischen MOONRAKER erst den Weg ins Kino geebnet hat – mußte ich den neuen Film natürlich sehen. Obwohl ich Daniel Craig weiterhin für eine katastrophale Fehlbesetzung halte, muß ich jetzt anerkennen, dass er im letzten Film aus seinen Darstellungsmöglichkeiten alles heraus geholt hat und fast schon amüsant sein konnte. Aber er ist weder Brosnan, noch Moore, noch Connery, nicht Dalton und nicht einmal Lazenby.
Der Film ist fast 3 Stunden lang, aber nie langweilig. Er hat die besten 15 Filmminuten aller 007 Filme – den Pre-Title in Matera – der ist wirklich grandios – besser kann es nicht mehr werden.
Hier ist alles drin, der Hitchcock Thrill, der gewaltige 007-Action-Film, die Love-Story, das Exotische – einfach perfekt. Alleine dafür lohnt sich schon der Weg ins Kino.
Danach wird Paloma so unglaublich von Ana de Armas gespielt – es ist ein Fehler diese Frau nicht auf der Leinwand zu erleben.
Dann geht es ins Eingemachte und es wird gestorben und es kommen für manche überraschende Elemente bis zum konsequentesten Ende aller 007-Filme – was diesen Film dann doch wieder zu einem besonders starken Beitrag der Reihe macht, was ich so von den beiden letzen Sam Mendes-Filmen nicht uneingeschränkt sagen kann.
Im Gegensatz zu den meisten anderen fand ich Quatum of Solance einen hervorragend schnellen Rächer-Film, Skyfall war nur bis zu ⅔ des Films genießbar, weil die Theatralik um M einfach unerträglich war und in SPECTRE war Blofeld einfach so lächerlich geworden, dass er den ganzen Film runterzog. Casino Royale steht für sich selbst und ist abgesehen vom Hauptdarsteller ein großartiger 007-Film. Quantum ist für mich der zweitstärkste Film der 5 teiligen Reihe und ob dann NO TIME TO DIE oder SPECTRE der bessere Film sind, wird sich erst zeigen, aber ich fürchte trotz starkem Beginn in Mexico und Rom bis nach dem Zugkampf in Marokko verliert Spectre das Rennen, trotz Dave Bautista als wohl bestem bösen Gehilfen aller 007 Filme. Denn alleine die ersten 20 Minuten vom neuen Film sind besser als alle anderen Filme zusammen.

Also wenn man sich an den bulligen Hauptdarsteller ohne Eleganz und Verve gewöhnt hat, sollte man sich den neuen Film sicherlich als das Highlight dieses Kinojahres auf der großen Leinwand ansehen.
Am besten auch in englisch, weil der deutsche Synchronsprecher passt irgendwie gar nicht zum Hauptdarsteller und zieht ihn noch weiter runter.

 

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