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Kategorie ‘Kameras im Test’

19. Februar 2014
OLYMPUS E-M1 – OM-D Baureihe – Praxistest

Neu mit Foto-Galerie:
SCHWANEN-Gesang – fotografiert an der Mosel, freihand, ausgelöst und eingefangen auf dem Monitor
Olympus E-M1 & Panasonic 5,6/100-300 mm OIS
Also auch ein preiswertes Objektiv wie das gern gescholtene Panasonic 5,6/100-300 mm OIS liefert bei gutem Licht eine schöne Schärfe und einwandfreie Auflösung. Nur wenn das Licht schwächer ist und die Schatten steigen, ist es nicht mehr so gut – dann wünscht man sich gleich ein 4,0/50-300 mm oder ein 2,8/300 mm. Doch als sonniges Reiseobjektiv kann das Zoom durchaus brillieren.
Ich habe mit Monitor fokussiert und ausgelöst, weil das viel einfacher war als durch den Sucher. Schwäne hätte ich sonst aus der Hocke fotografieren müssen und wäre unbeweglich gewesen – ein hoch auf den beweglichen Sucher auf dem man schnell fokussieren und auslösen kann!


Mit einer neuen Kamera die Erwartungen zu übertreffen ist in diesen tagen eine absolute Seltenheit, die nur alle paar Jahre vorkommt, Sony ist es mit der Alpha 7 wieder misslungen und Panasonic mit der GH3 letztlich auch – einige Schlüssel-Ausstattung & Komponenten sind nicht gut/schnell genug.
Ganz anders Olympus, ich kenne alle Ihre Kameras der letzten 10-20 Jahre extrem gut, kenne fast jedes Teil der Systeme und habe 100.000 Fotos damit belichtet und habe nach den großen Versprechen der Pen, der E-5, der E-M5 nicht mehr viel erwartet und so ging es sicherlich vielen Olympus-Fotogrfaen – doch die E-M1 begeistert und übertrifft unsere Erwartungen in der Summe bei weitem.
Inzwischen ist die E-M1 gelandet und die schreibenden und nebenbei fotografierenden Kollegen tippen ihre Lobeshymnen – c’t hat jetzt aber immerhin auch erkannt, dass die E-M1 bei JPEG-Bilders zum Überschärfen neigt. Also für Porträts mochte ich die Kamera nicht verwenden. Meine Euphorie bleibt gedämpft, ich habe aber auch noch nicht so viel damit fotografiert. Das Bildrauschen ist wieder etwas stärker ausgeprägt.

PRAXIS & VERGLEICH mit Sony:
Ich habe jetzt die ersten paar tausend Auslösungen getätigt und bin weitgehend positiv überrascht, sie ist in Sachen Schnelligkeit weit mehr Profi-Kamera als so manche Nikon, Sony oder Canon-Kamera. Mir ist das sehr wichtig, für andere stehen Sensoren und Sensorgrößen im Vordergrund. Technisch ist sie zweifellos die faszinierendste Kamera seit der Canon EOS 1 – die Olympus E-M1 stellt alles auf den Kopf und macht Dinge möglich, die fast unvorstellbar waren, in einem bemerkenswert kleinen, professionellen Gehäuse.
Es sind ja immer Kompromisse, so würde ich mir die Technik und den Sucher im Gehäuse einer Panasonic GH3 wünschen… Wünsche!
Ich hatte zeitgleich die Sony Alpha 7R – sie hat mich trotz 36 MP Vollformat-Sensor in ähnlich kleinen Gehäuse kaum beeindruckt – im Gegensatz zu allen anderen Foto-Fans – die keine Vergleiche haben. Der Sensor ist zwar prima, doch macht er die Objektive wieder groß, schwer und teuer, er reduziert die Schärfentiefe wo sie dringend gebraucht wird und er macht die Kamera langsam. Und die ganze tolle, schnelle Technik der E-M1 fehlt. Nur der Sucher ist vergleichbar. Wer eine E-M1 kauft, kann sicher sein die nächsten 2-3 Jahre die Kameraentwicklungen außer acht lassen zu können und sich ganz auf die Fotografie und die besten Objektive konzentrieren. Denn das ist es was allen anderen System-Kameras noch fehlt – tolle Objektive.
Die E-M1 fällt erfahrenen Nutzern auch dadurch angenehm auf, alle Werte lassen sich durch die Drehräder oder Knöpfe absolut verzögerungsfrei einstellen. Das kennt man sonst nur von professionellen DSLR-Kameras, keine Sony kann das und bisher auch keine Panasonic, auch die GH3 hat eine leichte Einstellverzögerung!
Ich muss mich nach der für mich grauenvollen E-M5 erst einmal an dieses Gehäuse gewöhnen und spare in den nachfolgenden Betrachtungen nicht mit Kritik – aber die Schnelligkeit und die reine Bildqualität ist am derzeit machbaren Limit und das macht die Kamera besonders reizvoll.

Aber für die meisten Fotografen die nach der ultimativen Schärfe suchen ist es neben wenigen Vollformat-Kameras mit ausgesuchten Objektiven – das Fotowerkzeug schlechthin.

Mit der folgenden Licht und Schatten Auflistung bin ich derzeit fast der einzige der auch etwas weniger Gutes oder Ernüchterndes über die Kamera berichtet – denn alle anderen sind nur voll des Lobes und haben keine echten Vergleiche.
Die Olympus E-M1 ist eine tolle Kamera – mutig von Olympus und sie stellt so viele technische Möglichkeiten zur Verfügung, dass bisherige DSLR-Nutzer es kaum fassen werden, was inzwischen alles möglich ist. Trotzdem – in dieser Preisregion oberhalb einer Canon Eos 70D; Nikon D7100 und Pentax K3 soll sie ja immerhin der Ersatz für die Olympus E-5 sein und muss sich mit den Profi-Boliden von Canon, Nikon & Sony messen. Und einiges stört mich immer noch.

GESCHWINDIGKEIT:
Die Kamera schafft zum Beispiel nur 3,5 B/Sekunde mit VerfolgungsAF – da ist sie noch weit von meiner EOS entfernt – die 7 Bilder und sogar 10 Bilder schafft. Denn die Angaben von Olympus mit 10 Bilder pro Sekunde beziehen sich nur auf Fotografieren ohne AF (also Objekte die nicht auf die Kamera zukommen, wie Wassertropfen und andere Experimente) und die 6,5 Bilder pro Sekunde sind dann mit AF aber ohne Bildstabilisator – also das ist beides Augenwischerei,  denn wer fotografiert denn heute noch so?
Mit Autofokus und Stabi schafft sie eben nur 3,5 Bilder pro Sekunde – wenn man das weiß ist es gut, dann lernt man damit zu leben. Es gibt natürlich die Möglichkeit im Tele-Bereich die Objektive von Panasonic mit eingebautem Bildstabi O.I.S. zu verwenden und dann immerhin 6 Bilder pro Sekunde mit AF (ohne AF-Nachführung) realisieren zu können!

Nach einem vollen Burst, also wenn ich rund 35 JPEG/RAW Dateien gleichzeitig aufgenommen habe, sperrt die OM-D rund 1 Minute lang die Wiedergabe Funktionen und das gesamte Menü. Eine Kontrolle der Fotos ist in dieser Minute nicht möglich. Aber man kann mit kurzen Unterbrechungen immer wieder einige Auslösungen machen.

Enorm sind auf jeden Fall die Anzahl der Serienbilder: 41 bis sogar 50 Bilder in Serie mit RAW – das kann bisher keiner, bei fast allen ist bei 20 Bildern schluß – das ist für mich sehr wichtig und der Grund warum ich so selten mit RAW-Dateien arbeite, weil RAW einfach im entscheidenden Moment zu langsam ist !

SUCHER:
Der Sucher ist elektronisch, hell und sehr groß, für Brillenträger ist das normale Bild fast schon zu groß um es komplett zu überblicken. Ich programmiere es mir ohnehin immer um, damit ich die Bildinformationen in blauer Leiste unter dem Fotos eingeblendet bekomme, denn die Infos im Bild stören gewaltig.  Dadurch wird das dargestellte Bild etwas kleiner und sehr gut überblickbar. Was etwas stört, bei jedem Druck auf den Auslöser wird ein Vibrieren des Sucherbildes sichtbar – aber sonst hat der Sucher beinahe nur Vorteile vor DSLR-Suchern – er ist superscharf, hell auch in dunklen Ecken und bei jeder Objektivlichtstärke, er zeigt Belichtungskorrekturen sofort, kann ein Motiv in SW oder mit Farbveränderungen sofort darstellen und erlaubt die sofortige Ansicht der belichteten Datei.

MONITOR:
Der Monitor ist farbgenau und scharf und löst hoch genug auf um die Schärfe gut zu beurteilen. Was mir auch nicht 100% gefällt, der Monitor ist nicht drehbar und im Hochformat nutzbar, wie bei der E-5, aber das kennen ja alle Pen und OM-D Nutzer schon. Hier ist Panasonic für mich eindeutig im Vorteil. Klar es gibt einen tollen Sucher und ich fotografiere nicht so viel im Hochformat – doch die Lösung der Sony Alpha 99 mit dem zusätzlichen Gelenk gefällt mir am besten. Die Sony klappt den Monitor nicht an der linken Kameraseite an sondern so wie die E-M1, ist aber trotzdem in der mittleren Achse drehbar und voll im Hochformat nutzbar.

ENERGIEVERSORGUNG:
Auch beim Accu hätte ich mir unbedingt einen leistungsstärkeren gewünscht. Leidgeprüft durch die E-M5 weiß ich, dass nach 300 Aufnahmen oft schluß ist und eine kurze Reise ohne mehrere Accus schon wenig Sinn macht. Je nach Motiv sind auch mal 400 Fotos möglich, das ist an der E-M1 auch nicht wesentlich anders. Sie braucht sogar geringfügig mehr Energie. Schon deshalb ist der Zusatzgriff in vielen Fällen unverzichtbar, damit wenigstens Energie für 700-800 Aufnahmen zur Verfügung steht. Panasonic hat dieses Problem in der GH3 nicht – da schafft ein Accu locker 1000 Aufnahmen. In der Praxis habe ich jetzt einige Sessions mit 500 und mehr Fotos in RAW & Jpeg (also über 1000 Dateien) fotografiert und der Accu war noch mehr als halb voll. Nur wenn sie viel herum spielen, Fotos auf dem Monitor oder im Sucher betrachten, alles braucht Strom. Wenn Sie immer wieder Ein und Aus schalten und alle paar Tage mal einige Bilder belichten, dann sind 300-400 Aufnahmen oft das Limit.

In der Olympus-Werbung werden einige wichtige Dinge wieder geschickt kaschiert, nicht erwähnt oder auch falsch dargestellt. Das Supertele 4,8-6,7/75-300 mm mutiert plötzlich zum 4,8-6,3 und wird lichtstärker…

Über den Satz: “Entwickelt um DSLR zu übertreffen” freuen sich allenfalls FT-Fotografen, alle die mit Canon und Nikon fotografieren, werden darüber bestenfalls schmunzeln. Bis dahin muss Olympus noch viele sehr gute Objektive, Blitzgeräte und Kameras herstellen und beim Verfolgungs-AF wird das auch noch dauern.

Eine Schönheit ist sie beileibe nicht, sie sieht eher wie ein Experiment aus, mit den vielen verschiedenen Designelementen, die an eine OM-Spiegelreflexkamera erinnern sollen.
Sie wirkt aber nicht aus einem Guss, der Griff irgendwie aufgesetzt und die Umrandungen der Druckknöpfe vorne an der Kamera sind auch sehr ungewohnt und weniger gekonnt.
Die Trageösen sind für mich gar nicht akzeptabel – über Design lässt sich aber trefflich streiten.

Highlights für eine Systemkamera:

– Sehr leises, etwas elektronisches Verschlußgeräusch

– 1/8000 Verschlußzeit

– 1/320 Sekunde Blitzsynchronzeit (schneller als alle DSLRs)

– Fokus-Peaking – Scharfstellhilfe mit Kontrastkanten

– AF bis -2 EV

– 100-25.800 ISO (aber immer noch nicht 50 & 25 ISO und kein Graufilter zuschaltbar)

– 10 Bilder pro Sekunde ohne Autofokus

– zwei separate Einstellräder

– 500 g leicht/schwer

Ich hatte inzwischen die Gelegenheit ausgiebig mit der E-M1 zu fotografieren, viele Einstellungen auszuprobieren und etliche Fotos zu belichten. Ich hatte meine Panasonic Lumix GH3 zum Vergleich. Die Sony Nex 6 und die Fuji-Kameras fand ich im Vergleich deutlich schwächer als die GH3 und die Olympus E-M5 ist für mich ein zu großer Kompromiss in der Bedienung.

Gleich vorweg, eine große Liebe wird vermutlich auch die E-M1 für mich nicht werden, sie ist einfach zu technisch, unzählige Möglichkeiten, verschachtelt und keine wirklich konsequdfefent logische Bedienung. Die Lumix GH3 liegt mir deutlich besser. Denn wenn ich im Augenblick des Fotografierens noch darüber nachdenke, wo ich am schnellsten welche Funktion abrufe, dann ist eine Kamera bei mir für viele Motive schlecht brauchbar. Ich bin ja mit vielen Kameras sehr versiert, aber die E-M5 hat mir auch nach 6 Monaten noch keinen Spaß gemacht und an die Bedienung konnte ich mich schlecht gewöhnen – das fürchte ich für die E-M1 genauso. Der erste Kontakt mit dem Gehäuse war gut, aber lange nicht so begeisternd wie der erste Kontakt mit der GH3, wo meine Finger sofort da landeten wo ich die wichtigen Funktionen brauchte und es gibt da auch praktisch keinen Irrtum, es ist nichts wichtiges doppelt belegt. Aber die E-M1 kommt mit einigen Doppelbelegungen.
Trotzdem, Olympus weiß was Fotografen lieben – einen tollen Sucher!
Das ist für mich der bisher beste elektronische Sucher, riesig groß wie der in der Eos 5D3, sehr hell und klar, sehr kurze Dunkelpausen, alle Daten sind vor blauem Hintergrund unter dem Sucherbild einstellbar.

Schon alleine wegen diesem Sucher habe ich mir die Kamera trotzdem gekauft!

Sie hat aber vor der Panasonic und allen anderen System-Kameras noch einige Vorzüge; schnellerer Verschluss, leiser, sanfter, eingebauter Bildstabilisator und einiges mehr.

In der Praxis hatte ich so meine liebe Mühe mit einigen Funktionen – wer nur ab und zu fotografiert, wird sie aber sicher lieben.

Die E-M5 war für die bisherigen FourThirds-Nutzer noch nicht das Ziel, denn ihr fehlt die Kraft FT und mFT harmonisch zusammen zu führen – der neuere Adapter MMF-3 – bringt zwar Abdichtungen und Regensicherheit, aber er stellt noch immer keinen schnellen, sicheren AF mit allen FT-Zuiko-Objektiven sicher. Jetzt mit der E-M1 arbeitet der SWD-Ultraschall-Objektiv endlich sehr schnell und zuverlässig und spricht sogar meist schneller an als in der E-5. Nur wenn der Kontrast sinkt entstehen mit den 37 AF-Feldern in der Bildmitte Probleme.

Es sind jetzt für microFourThirds 66 Objektive vom 3,5/7,5 Fisheye bis zum 2,8/300 mm bzw. 5,6/600 mm Supertele verfügbar. Sehr leichte und kleine Objektive und sehr robuste, abgedichtete professionelle und sogar spezielle Film- Objektive mit motorischer Brennweite.

An der E-M1 ist vieles aus Metall, einer Magnesium-Legierung und die Kamera ist bisher am aufwendigsten abgedichtet und die Einsatzfähigkeit ist bis -10° für die Kamera und alle mFT/FT-Pro-Objektive garantiert!

Mit der Bildstabilisierung in der Kamera eröffnet Olympus neue Welten, auch für alte Objektive und sogar beim Filmen. Und da die Wirksamkeit bis 200 mm Brennweite mindestens genauso gut ist wie Objektiv-Bildstabilisierung, setzt sich Olympus technisch an die Spitzenposition.
Nur zu wirklich schnellem AF mit Bildstabilisator gehören entsprechend schnelle Hochleistungs-Super-Teleobjektive, die gibt es bisher noch nicht bei Olympus. Denn auch die 2,8/90-250 mm und 2,8/300 mm fokussieren nicht besonders schnell und selbst das 2,0/150 mm kann weder mit einem 2,0/135 mm, noch mit  einem Canon EOS 2,8/300 mm mithalten. Dafür gibt es bei Olympus keine Einschränkungen mit den Extendern, beide funktionieren unvermindert schnell und scharf an praktisch allen FT-Objektiven!

OLYMPUS fährt jetzt schon drei Kamera-Serien für Wechselobjektive:
1. FourThirds, aber die E-5 ist alleine nicht in der Lage das System aufrecht zu erhalten
2. Pen – kleine leichte unkomplizierte Bekleiter für alle mFT Objektive
3. Olympus OM-D – Kameras für ambitioniertere Fotografen, die ein System bevorzugen und beste technische Lösungen suchen.

Der beste SUCHER?
Hat Olympus die Dunkelpausen im Griff? Sie sind minimal.
Sind die Infos genauso gut ablesbar wie in der OM-D? Ja, sogar noch besser.
Ist der Sucher uneingeschränkt brillenträgertauglich? Nein, er ist so groß, das es nicht leicht ist das gesamte Bildfeld zu überblicken.

SERIENbilder:
Wann erklärt mal endlich jemand den Computer-Futzies, die heute Kameras programmieren – dass Kameras mit schnellen Serienbildern ohne Autofokus-Nachführung in den allermeisten Fällen unbrauchbar und sinnlos sind?
Die meisten Motive, die man in Serie festhalten möchte bewegen sich und zeigen eine Veränderung – also braucht man AF.
Die AF-Nachführung funktioniert nur im Serienbildmodus bis 6 Bilder/pro Sekunde mit etwas Dunkelpause – aber dann ohne Bildstabilisator – nur im LOW-Bildmodus bis zu 3,5 Bilder pro Sekunde – sehr schade, wieder zu langsam! Die Unterbrechung findet auf Monitor genauso statt wie im Sucher. Also da packe ich dann im Telebereich und bei bewegten Motiven weiterhin meine Eos aus, da ist die Dunkelpause im Sucher wenigstens so kurz, dass sie nur wenig stört. Doch wer keine Action fotografiert wird sich daran nicht stören und den bisher besten elektronischen Sucher genießen können.
Immerhin sind jetzt erstmals in einer Kamera 47 RAW oder auch 36 RAW + JPEG Fotos in folge speicherbar. Nur lassen sich während die Fotos gespeichert werden, keinerlei Einstellungen an der Kamera vornehmen oder ändern – das kann ein Nachteil sein. Reine JPEGs werden in nur 13 Sekunden abgespeichert, 54 Dateien sind mit 6 Bildern pro Sekunde möglich, danach reduziert die Kamera ohne Unterbrechung auf 2 Bilder pro Sekunde.
Zeiten und Speicherkarten: günstige Speicherkarte:
Transcend HC-SD (10) (blau) 32 GB =40 Sekunden bis Speicher wieder frei
Transcend  HC-SD (10) 600x (rot) 32 GB = 18 /23 Sekunden bis Speicher wieder frei RAW / RAW+JPEG
Zusatzinfo – die Speicherzeiten sind abhängig vom Motiv. Es ist ein Unterschied ob sie in den Himmel fotografieren (speichert schneller) oder eine Bücherwand ablichten (speichert deutlich langsamer).

Diese Werte sind excellent und erreicht so nicht einmal eine Canon EOS 1 DX – allerdings kann die den AF mit entsprechend schnellem Objektiv bei kurzer Belichtungszeit  auch noch bei 6-8 Bilder pro Sekunde nachführen – das kann die E-M1 bei weitem nicht.

 

GEWICHTE:

Pen 5 = 420g

OM-D = 520g (mit Accu und Karte)

OM-D mit Hochformat-Griff und 2 Akkus = 750g

plus Ledergurt = 850g

Hochformat-Griff incl. Accu = 250g

Olympus hatte ja bisher immer schon starken Wettbewerb mit Panasonic – konnte sich aber mit interner Bildstabilisierung einen eigenen Weg bewahren. Panasonic hingegen mit der besseren Filmtechnik und dem voll beweglichem Monitor hat diesen Unterschied jetzt auch glatt gebügelt, die neue GX7 verfügt ebenfalls über ein Sensor-Bildstabilisierungs-System. Es schafft 2-3 Stufen und Olympus gibt an 4-5 Stufen zu schaffen. In der Praxis sind die Unterschiede nicht so leicht dingfest zu machen.

Die OM-D E-M1 will eine Profikamera sein, daher lege ich auch die höchsten Massstäbe an und sie muss sich gegen eine Canon EOS 1DX; EOS 5D3 – Nikon D4; Nikon D3X; Nikon D800 – Sony Alpha 99 – Panasonic GH3 behaupten!

L I C H T  – Sehr gelungen:

+ viel Leistung und neue Technik
– aber zum relativ hohen Preis (1500€)

KAMERA-GEHÄUSE:
+ endlich ein großer Sucher, der DSLR das Fürchten lehrt – 2,36 Millionen Bildpunkte
– nur die Farbdarstellung ist nicht immer perfekt

+ scharfer Klapp-Monitor mit AF und Touch-Screen-Auslöser
– leider nicht das Patent der Alpha 99 und auch nicht zum Drehen wie in der E-5

+ verriegelbares Menü-Rad – gute Idee mit Klick Mechanismus

+ 16 MP Sensor ohne AA-Filter mit 2,0 x Vergrößerungsfaktor
– 16 MP klingt heute nicht mehr viel & Moiree-Bildung möglich

+ 5 Achsen Bildstabilisator mit Schwenkerkennung eingebaut = 4 Stufen Stabi
– weniger optimal im Super-Telebereich

+ nur 44 Millisekunden Auslöseverzögerung auf Profiniveau

+ keine Einstellverzögerung für Drehräder & Knöpfe

+ Empfindlichkeit bis 1600 rauscharm – ISO 6400 gut nutzbar

+ großer Monitor mit Touch-Screen

+ automatische Sucherumschaltung auf Monitor und zurück

+ Technische Daten unter dem Sucherbild einblendbar und sogar blau unterlegt (OM)

+ klassische Bedienung mit Drehrädern und Tasten

+ Metall-Gehäuse aus Magnesium-Legierung

+ solider Hochformnat-Batterie-Griff erhältlich

+ 60 Dichtungen gegen Staub und Regen, Kamera ist Frostsicher garantiert bis -10°

+ Made in Japan – Wasserresistenter, breiter Gurt im Lieferumfang

+ sehr sanfte, leise Verschluß-Auslösung

+ festsitzender Suchergummi / nicht zu leicht verstellbarer Dioptrieausgleich

+ 45 RAW in Folge – 45 RAW/JPEG in Folge – 60 JPEGs in Folge

+ separates Speicherkarten-Fach
– leider nur für eine SD-Karte

+ sehr passgenau verarbeitet

+ 5 achsiger Bildstabilisator, der Mitziehen automatisch erkennt

+ Accu nur auf eine Art einzulegen

+ erhöhter Dynamikumfang 11 Stufen

+ Mini-Blitz FL-LM2 nur mitgeliefert

+ optionales Unterwassergehäuse bis 45m Tauchtiefe

AUTOFOKUS:
+ 81 AF-Fokus-Punkte für mFT-Objektive – in klein oder normal wählbar

+ 37 AF-Fokus Punkte für FT-Objektive
– leider nur im Bildzentrum und nicht klein genug

+ AF auch mit FT-Objektiven wie 2,8-3,5/50-200 mm plus 2x Extender

+ AF bis -2EV (nur Canon 5D3 & GH3 – 4EV sind besser)

+ AF-Hilfslicht eingebaut

+ sehr schneller Single-Autofokus ohne Nachführung

+ bis 10 Bilder pro Sekunde aber ohne AF
– nur 3,5 Bilder/Sekunde mit AF und IS möglich bei bewegten Motiven

SOFTWARE an Bord:
+ Fokus-Peaking für manuelles fokussieren
– leider bisher nur Anzeigen in schwarz oder weiß möglich,
besser wäre, rot oder gelb

+ individuelle Objektivkorrektur: Vignettierung, Farbfehler

+ in M ist es möglich automatisch die passende ISO zu bekommen
– Auto-ISO-Einstellung für M muss erst im Menü gesucht werden

+ Gesichtserkennung & Augenerkennung, linkes oder rechtes Auge einstellbar

+ 12 ART-Kreativ-Filter, jeweils anpassbar und in Kombination wie Bracketing wählbar
– auch nachträglich anwendbar?

+ Belichtungskorrektur in 1/2 Schritten +/-5 EV nutzbar

+ HDR-Modus und HDR-Vorschau im Sucher/Monitor

+ bessere Farbwiedergabe in JPEG als bei allen anderen Kameras

+ 4 Custom-Modes + 1 Colour-Speicher

+ Bilder schnell löschen mit 1x Tastendruck möglich

+ Creativ Colour

+ leichte WiFi-Stererung über Handy durch abfotografieren vom Bar-Code

+ Life Bulb & Zeitraffer & Mehrfachbelichtung anwählbar

+ 2x Tele-Vergrößerung nutzbar (Auflösungsverlust)

+ Full-HD-Video mit Bildstabi in Stereo

+ MOV-Videoformat für PC Bearbeitung – 29 Min Aufnahmedauer

+ RAW in der Kamera entwickelbar

Die linke Seite missfällt mir sehr. Der Hauptschalter ist hier fehlplaziert und die angedeutete Rückspulkurbel ist mit Doppelfunktionen oben und unten überfrachtet, eine schnelle & sichere Bedienung sieht für mich anders aus – siehe GH3.

 

sieht aufgeräumt und eigenwillig aus. Ein Clou ist das Menü-Rad, dass auf Wunsch leicht verstellbar ist oder einrastet, denn der mittlere Pin verhindert durch Klick ein weiteres Drehen – schöne Lösung für alle!
Das Menü-Rad ist nicht zu überladen, ART-Filter, und das mit Auto-ISO erstmals wirklich sinnige M (manuell) sind schnell erreichbar.
2 programmierbare Fn-Tasten in schneller Reichweite, nur muß man sich immer die Funktion merken.

 

Schatten – Was fehlt noch zur Profi-Kamera:

– bisher teuerste Systemkamera mit 1500€ – hoher Preis

– nur 18 Monate Garantie (Panasonic GH3 = 5 Jahre)

– kleines Gehäuse – verwirrende Bedienung für Olympus-Fremde

– unausgereiftes, weit verschachteltes Menü

– keine Rückführ-Einstellung auf das zuletzt benutzte Menü

– kein AA-Filter – extrem vorgeschärft & Gefahr von Moiree

– immer noch etwas Dunkelpause zwischen den Bildern bei Serien-Betrieb

– RAW nur mit 12 Bit – 14 Bit sind Standard

– 1,4 Sekunden Einschaltzeit sind relativ lang

– Sensor-AF für FT-Objektive ist lichtstärkeabhängig,
bei f:5,6 und 400 mm Brennweite deutlich langsamer

– FT-Sensor-AF mit 31 zu großen Messfeldern, nicht präzise einsetzbar

– durch starke Schärfung Detailverluste bei 3200 ISO schon deutlich

– die E-M1 wacht nicht selbstständig aus dem Standbye wieder auf

– keine Möglichkeit den AF über eine gesonderte Taste zu aktivieren

– immer noch kein JPEG 2000 in der Kamera

– Ein-/Aus-Schalter links falsch platziert

– Scene-Programme immer noch nicht individuell programmierbar
nur dann würden sie wirklich Sinn machen

– Accu-Kapazität eher gering – 300-400 Auslösungen möglich –
je nach Motiven u ISO auch 500 oder nur 200

– Griff und Daumenauflage wird warm – Energieverlust

– nur 1 SD-Kartenschacht ist zu wenig

– ISO nur in 1/3 und ganzen Stufen – 1/2 Stufen fehlt

– Blitz nicht eingebaut, keine wireless Blitz-Steuerung

– Blitz schwach –  nur Leitzahl 10 bei 200 ISO

– Abnutzung des Gehäuses, der Beschriftung wie bei E-M5 möglich

– noch kein elektronischer Verschluß

– kein gutes Panorama-Programm

– kein schneller AF mit AF-Verfolgung besonders im Nahbereich schwach

– AF-Tracking steckt noch in den Kinderschuhen

– Bedienung etwas fummelig

– kein schneller Zugriff auf AFC möglich

– im Serienbetrieb ist Einzelbildauslösung schwierig

– beweglicher Monitor bei Hochformat nicht nutzbar

– Empfindlichkeit nur ab ISO 100 – gebraucht wird ISO 50!

– primitive, störende Gurt-Befestigung

– kein Joy-Stick für AF-Felder

– schwache Gestaltung des Oberdecks

– der externe Blitz kann nur alle 2 Sekunden ausgelöst werden

– kein anspruchsvoller Videodreh möglich – Framerates nicht einstellbar
– nurch 30 Frames einstellbar – 25 & 50 sind zwingend notwendig

– Fokus-Peaking für Videos nicht möglich

– zu viele schnell verschlissene Zoom-Objektive im Angebot

 

Es bleibt aus meiner Sicht für Olympus noch viel zu tun – von einer annähernd perfekten Kamera ist die E-M1 noch weit entfernt! Und nur das Augenmerk auf noch etwas höhere Schärfe und eine angenehme Baugröße zu richten ist nicht ausreichend.


Bei Olympus hält auch an der E-M1 der Retrogeist an, sie ist den Kameras der Siebziger Jahre nachempfunden. Mit der runden Bedienungseinheit auf der linken Kameraoberdeck will Olympus sogar die Rückspulkurbel nachempfunden haben. In der heutigen Auslegung sind es nur 2 Tastschalter die 4 verschiedene Menü-Ebenen erreichen. Auch die Belederung und die abgesetzte Wulst zum Kameradeckel u Boden wurden wieder wie früher gestaltet. Und zu meinem persönlichen Leidwesen ist auch die peinliche, schlechte Gurtaufhängung mit ihren störenden silbernen Ösen weiter vorhanden. Hier zeigt Olympus kein Einsehen und keinen Fortschritt. Die Canon EOS M, die sich von der Pentax LX inspirieren lies, wird allen zeigen wie man das modern und zweckmäßig ausführt.

BLITZ-TECHNIK:
Der Mini-Blitz fehlt, denn er ist an dem vollgestopften Gehäuse kaum sinnvoll unter zu bringen. Sein Platz im Oberdeck ist belegt vom aufwendigen Bildstabilisator und dem elektronischen Sucher. Das wird nicht viele Schmerzen, Olympus legt einen kleinen Aufsteckblitz bei. Doch Panasonic zeigt, das ein kleiner Blitz zum Aufhellen sehr nützlich ist und in der E-5 dient er auch zum perfekten, drahtlosen Steuern der großen Blitze. Deshalb ist diese modernste Olympus-Blitzlösung der Firma kaum würdig. Dazu sollte der kleine separate LE-M1 zumindest die drahtlose Steuerung beherrschen – das kann er nicht! Peinlich! Zumal diese Kamera als einzige 1/320 Blitzsynchronzeit über einen echten Zentralverschluss erreicht, wo andere bei 1/250 Schluss machen.

AUFLÖSUNG:
Dafür das Olympus noch vor nicht länger Zeit die Auflösung auf 10 MP begrenzen wollte und mehr nicht für zweckmäßig und sinnvoll hielt ist man gezwungenermaßen rasch auf 16 MP gefolgt und auch 24 MP scheinen mir nicht mehr ausgeschlossen.

BILDRAUSCHEN:
Bei 3200 ISO zeigt die E-M1 bessere Farben und weniger Helligkeitsrauschen schon bei JPEG-Dateien als fast alle Kameras mit APS-C Sensor, sie schlägt jede Sony, Nikon, Canon, Pentax. Nur die neue Nikon D7100 kann das noch geringfügig unterbieten.

OBJEKTIV-KORREKTUR:
Olympus gibt an, als erste Kamera die MTF-Kurven der Objektive individuell zu berücksichtigen, das ist mit Verlaub Blödsinn, denn Pentax macht das bereits mehr als 10 Jahre und Canon siet gut 2 Jahren und auch andere Hersteller tun das. Endlich beseitigt Olympus jetzt auch aktiv in der Kamera die Farbfehler (CA) und die Verzeichnung der Objektive, was Panasonic schon lange macht.

AUTOFOKUS:
Ich messe AF-Geschwindigkeit nicht wie die Hersteller und viele Amateur-Fotografen mit 14-42 mm oder 12-40 mm Objektiven, da sind alle Kameras am Markt sehr schnell. Oberhalb 100mm und ab 150 mm Brennweite beginnt die Kunst des schnellen und präzisen Fokussierens – auf bewegte Motive wird es dann besonders anspruchsvoll. Und hier hinken alle Systemkameras deutlich spürbar den DSLR-Kameras hinter her, daran ändert auch eine E-M1 nichts. Olympus und Panasonic sind mit Abstand am schnellsten vor allen anderen Systemkameras.
Die AF-Unterstützung der FT-Objektive ist so weit sehr gut gelungen, alle sprechen schneller an als noch in der E-5, sogar das 2,0/50 mm Macro lässt sich endlich sehr gut nutzen. Nur die Unterstützung für die 4 Leica-Panasonic-Objektive ist nicht so gut gelungen und vermutlich fallen auch die Sigma-Objektive nicht durch eine besonders schnelle und sichere Fokussierung auf. Mein Leica 14-150 mm fokussiert fort und genau, aber es arbeitet an der E-5 besser.
Vor allem im Nahbereich unter 20m bei Verwendung von 150 mm Brennweite hält die E-M1 mit Bewegungen nicht so gut mit wie die DSLR-Kameras – hier gibt es immer noch einiges Verbesserungspotential.

KAMERA-GERÄUSCH:
Die E-M1 ist neben der Leica M und der Fuji X-Pro1 zweifellos die leiseste Kamera mit Bajonett, die je entwickelt wurde. Die Panasonic GH3 ist nur leiser, bzw. geräuschlos, wenn der elektronische Verschluß verwendet wird. Der mechanische Verschluß klingt hier deutlich lauter als in der Olympus.

 

Bei allem Eifer von Olympus die Technik der Fotokameras voran zu bringen und diese Kamera besonders zu bewerben und damit den Fortbestand der Marke “Olympus” zu sichern –
Für welche Fotomotive ist die E-M1 weniger gut geeignet?

Landschaftsfotografie

– dafür ist die Auflösung, die Detail- und Farbtrennung einfach zu gering – hier sollte zumindest eine Vollformat-KB-Kamera oder besser eine Mittelformat-Kamera zum Einsatz kommen. Japaner und Nordamerikaner nutzen auch heute noch Aufnahmeformate wie 6×9 cm um Landschaften für die Ewigkeit zu bannen.

Action-Fotografie von bewegten Motiven

– auch hier ist die Olympus E-M1 mit den relativ langsamen Objektiven praktisch jeder Canon- und Nikon-Kamera ab 1000€ unterlegen.

Fotografie bvei wenig Licht

– hier schlägt sie sich sicherlich besser als erwartet und kann auch bei 6400 ISO noch voll überzeugen und selbst 25.600 ISO sehen nicht wirklich schlecht und verauscht aus, dennoch sind hier Vollformat-Kameras von Canon und die Nikon D4 sichtbar überlegen.

Porträt-, Mode- und Hochzeits-Fotografie

– die E-M1 hat den ersten voll brauchbaren Sucher, doch die generelle Auflösung des Sensors, die Tonwert-Trennung und die Detailzeichnung reicht noch nicht dicht genug an Vollformat heran. Die Farbwidergabe ist toll, dennoch würde ich sie höchstens als Back-Up-Kamera für Personengruppen mit nehmen. Nicht umsonst werden teure Auftragsarbeiten meist mit der Leica S oder der Hasselblad bedient.

Trotz besserem Sucher, extremer Schärfe, besserem Handling und schnellem Autofokus, der Auswahl von 65 verschiedenen Objektiven wird die Olympus diesen Aufnahmemotiven auch weiterhin nicht wirklich zufriedenstellend gerecht.
Die E-M1 ist eine sehr angenehme Reisebegleiterin, spitzen Alltagskamera,  perfekte Macro-Königin und sehr gut für experimentelle Fotografie geeignet, kaum eine Kamera bietet so viel Technik und so viele Möglichkeiten sein Potential kreativ zu entfalten und schon gar nicht auf so wenig Raum.

Eine Olympus Pen und eine OM-D E-M5 würde ich auf jeden Fall durch die E-M1 ersetzen wollen, trotz des hohen Preises – doch eine E-5 würde ich nicht unbedingt dafür aufgeben wollen. Eine E-30; E-3, E-620 oder jede andere Olympus FT-Kamera verblasst daneben deutlich.

Wenn ich Chefkonstrukteur bei Olympus wäre:

– wären 25 – 50 – ISO einstellbar
– ein Graufilter wäre eingebaut
– hätte der Monitor ein zusätzliches Gelenk a la Sony 99
– hätte der Sucher niemals Dunkelpausen
– könnte die Kamera mindestens immer 5-6 Bilder/Sekunde mit AF und IBIS belichten
– ich hätte die tolle Idee der ersten Pen übernommen und das Mode-Rad wäre versenkt
– es gäbe die Kamera wahlweise mit echtem Lederbezug und vielen verschiedenen Bezügen
– ich hätte die Gurtaufhängung der Pentax LX verwendet
– ich würde fieberhaft an einer elektronischen Verschlußlösung arbeiten

Der Wettbewerb ist hart, ich bin sehr gespannt wie Panasonic zur Photokina 2014 mit einer GH5 darauf antwortet!

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(Deutsche Ware, original Olympus-Garantie!)

Das Gehäuse kostet 1500€

mit 2,8/12-40 mm PRO = 2200€

Das 2,8/12-40 mm ist optisch einen Hauch schärfer bei 12 mm als die Konkurrenz von Panasonic (2,8/12-35 mm O.I.S.) aber dafür auch ab 25 mm etwas weniger scharf. Zusätzlich ist das Olympus 1 cm länger und 75g schwerer – ein Unterschied den man an den kompakten Kameras sehr deutlich merkt. Panasonic hat O.I.S. Bildstabilisierung und wird immer an jeder mFT-Kamera für unverwackelte Fotos sorgen, das sollte den Mehrpreis von 100€ wert sein.

Auf  der Habenseite kann Olympus mit einem sensationellen Abbildungsmaßstab von 1:1,7 (bezogen auf Kleinbild) gegen Panasonic mit 1:2,9 (aus jeweils gleicher Distanz = 20cm) auftrumpfen.

Was mich nervt:
Der hochwertigere Deckel mit Metalleinlagen lässt sich nur innen greifen und nicht an den Ründern, er sitzt auch nicht wirklich fest auf dem Objektiv.


 

20. Januar 2014
neu bearbeitet – SONY Alpha 7 & Alpha 7R = Kleinbild-Vollformat


AKTUALISIERT – 26.Februar-2014 – mit Praxiseindrücken mit den neuen FE-Objektiven – siehe am Ende.

Kameras sind ja heute, mehr denn je, zum Lifestyle-Objekt verkommen, Sony liefert mit den Alpha 7 Kameras vielleicht mehr eine Illusion von der besseren Fotomaschine und einen modischen Artikel – als eine tatsächliche Kamera-Evolution. Sie sind kein Canon/Nikon-Killer – aber sie zeigen, was von beiden Hersteller in verbesserter Form erwartet wird.

Früher kauften sich “Geldsäcke” und „Angeber“ eine Contax oder Leica, heute kaufen sie Hasselblad, Sony und auch Leica.
Sony liefert die Technik und will jetzt mit den spiegelfreien Alphas 7 und 7r  mit dazu gehören. 
Ich habe inzwischen die ersten Fotos mit den Kameras gemacht, die Bildqualität kann sich absolut sehen lassen und stellt sogar einige Kameras in den Schatten, tolle Aufnahmen sind damit grundsätzlich keine Schwierigkeit.

Nur für mich muss eine Kamera einfach auch gut in der Hand liegen und sich sehr angenehm und klar bedienen lassen. Da scheiden dann beide Kameras – gemessen an der aktuellen Konkurrenz – sofort wieder für mich aus.

Die Sony Kameragehäuse sind praktisch so klein und kompakt wie die Olympus E-M1 mFT Pro – allerdings mit dem 24 bzw. 36 MP großen Vollformat-Sensor – also 4 fache Sensorgröße bei deutlich größerer Auflösung und geringerer Pixeldichte. Die E-M1 mit 16 MP auf microFourThirds entspricht etwa 60 MP auf Vollformat. Die neuen Alphas sind auch deutlich kleiner als eine Alpha 99 oder die EOS 6, 5D3 oder Nikon D600, D800. Mit letzteren Kameras kann man die Alphas jedoch nicht vergleichen, sie haben beide einen 2,3 MP Sucher von Epson (baugleich mit dem Olympus E-M1 Sucher) – damit sind die Fotos erstmals ausgezeichnet im Sucher beurteilter und jede Änderung im Bild, Belichtung, Filter, SchwarzWeiß, Tonwerte, Schärfentiefe, Farbabstimmung, Blitzlicht, wird sofort sichtbar, wie sie auch in der abgespeicherten Bilddatei sein wird. Dagegen sieht leider jeder DSLR-Glas-Prismen-Sucher alt aus, denn er zwingt mich nach dem Foto hinten auf den Monitor zu schauen, wie das Foto wirkt. Das ist bald bei den allermeisten Kameras Geschichte, zu groß ist der offensichtliche Vorteil dieser neuen elektronischen Sucher.
Mir gefällt die Bauart der Alpha 7 Kameras erheblich besser als die der Nex 6 & 7, der Sucher sitzt da wo er alle zufrieden stellen kann und die Kamera sieht nicht aus wie ein Backstein. Doch wenn ich weiter schaue, gefällt mir das Form-Konzept der Alpha 3000 nochmals entschieden besser, der große konturierte Griff und die fließenden Formen – also wenn Sony, dann nur in dieser Form. Ich kann nur hoffen, dass Sony das Ziel verfolgt eine ähnliche Technik auch in einer Alpha 7000 und Alpha 9000 anzubieten.

Nach dem entfachten Hype, ist bei der Alpha 7r jetzt glasklar:

– sie ist langsam, sie schafft 1,5 B/Sek, schaltet sich langsam ein und fokussiert immer noch langsam

– es gibt bisher nur 2 Objektive und Adapter können kaum auf Dauer zufriedenstellen

– Der mechanische Verschluss ist lauter als erhofft und er führt zu Vibrationen

– Der Sucher ist besser als befürchtet

– Kleine Accus können dieser Kamera mit großem Sensor und Energiehunger nicht gerecht werden

– sie kann keineswegs aus allen Objektiven beste Bild-Auflösung zaubern, sondern nur aus sehr wenigen

– 36 MP führen viel schneller zu verwackelten Fotos, die Regel 1/125 Sekunde bei maximal 135 mm Brennweite ergibt immer unverwackelte-scharfe Fotos – gilt nicht mehr

Tatsächlich braucht man für scharfe, hochauflösende Fotos fast immer ein Stativ oder 1/250 Sekunde Belichtungszeit, auch mit kurzen Brennweiten. Letztlich ist der Einsatzzweck einer solchen Kamera sehr begrenzt.

Von allem ein bisschen…. aber letztlich nicht wirklich konsequent.

Ein bisschen Retro und Kante… aber nicht konsequent schön weiter gedacht, links ist alles leer, da hätte Sony die Kamera auch gleich abschneiden können um sich der für mich idealen, modernen Digitalkamera-Form einer Olympus E-1 anzunähern.

Das Sony-Gehäuse sind irgendwie aus Metall, wenn sie sich auch nicht wirklich so anfassen. Die 7r ist noch zusätzlich mit einer Magnesium-Frontplatte ausgestattet, die der Alpha 7 fehlt.  Das 3,5-5,6/28-70 mm ist komplett aus Polycarbonat mit Metallbajonett und fasst sich wenig hautfreundlich an. Es macht aber einen halbwegs soliden Eindruck und zeichnet scharf.

Ein bisschen abgedichtet… doch nicht am Bajonett, nicht am Akku – wo es wirklich wichtig ist. Also ein bisschen Regen geht sicher, aber echte Platzregen, Unwetter und feuchtes Klima sicher eher nicht.

Ein bisschen Vollformat… aber letztlich aus meiner Sicht nicht zu ende gedacht, Sony hätte gleich mutig sein sollen und einen 3,6×3,6 cm oder besser sogar 4x4cm großen Sensor im quadratischen Format bringen sollen und ihn mit 40-50 MP ausstatten sollen – so dass er jedes Format und praktisch jeden Ausschnitt erlaubt. Die elektronischen Sucher ermöglichen dann auch den Ausschnitt gleich zu beurteilen, aber das Foto hat ausreichend Luft für die verschiedensten Aussagen oder Verwertungen. Und die Objektive würden endlich wieder perfekt ausgenutzt. Irgendwann kommt auch das, aber bei Sony so bald noch nicht – schade!

Ein bisschen höchste Bildauflösung…. 24 MP Vollformat, aber mit dem Wissen das 36 MP Vollformat erhältlich sind und das ja immer noch weit entfernt ist von der Pixeldichte eines 16 MP mFT-Sensors, würde sich sicher Mancher mehr Auflösung wünschen – wenn schon Vollformat, dann richtig, zumindest die A7r mit 36 MP sollte es dann sein. Auch das Bildrauschen ist natürlich geringer als in den NEX und mFT-Kameras 1-2 Stufen rauscht die A7 weniger. Aber letztlich ist sie für mich nicht auf dem Niveau der Eos 6D oder Eos 5D3.

Ein bisschen Profi-Bedienung…. doch der Auslöser liegt deutlich zu weit hinten, der Griff ist flach und nicht wirklich ausgeformt, die Knöpfe sind immerhin praktisch alle programmierbar

Ein bisschen Profi-Sucher…  aber doch wieder nicht ganz so gut wie der Olympus E-M1 Sucher. Weder die Farben, noch die Tonwertabstufungen noch das Bildrauschen können sich mit dem derzeit besten Sucher messen. Bei wenig Licht rauscht der Sony-Sucher immer noch deutlicher.
Was mir sehr gefällt, die ganzen technischen Daten sind gleich oben und unten verteilt und nicht im Bild. Bei Olympus muss ich dazu die Sucherbild verkleinern und so unten Platz für die Anzeigen schaffen.

Ein bisschen Belichtungskorrektur… doch nur 1/3 Stufen und auch nur bis +3 oder -3 finde ich sehr dürftig und an der Praxis vorbei.

Der Dynamikumfang ist dafür merklich gesteigert und stellt alle NEX-Kameras deutlich in den Schatten, nur an die E-M1 kommt die A7 wieder nicht ganz heran. Auch Canons 5D3 ist hier merklich schwächer.

Das Menü ist gemessen den Nex-Kameras klarer strukturiert und die Funktionen sind schneller zu finden und Dank Fn-Taste sind die wichtigsten Parameter auch gleich schnell einstellbar.

Autofokus:

Endlich kann der AF vom Auslöser entkoppelt werden und separat über die AEL-Taste aktiviert werden, damit lässt sich in manchen Situationen besser arbeiten. Bei bewegten Motiven und bei weniger Licht/Kontrast kann die Alpha 7 weder mit den neuesten mFT-Kameras noch mit einer Eos 5D3 mithalten – ganz abgesehen davon das es noch keine professionellen Tele-Objektive gibt, die ohne Adapter arbeiten. Die Fokus-Felder sind jetzt in der Größe deutlich variabel und so lassen sich auch kleinste Objekte sicher fokussieren. Der unsichere AF der Nex-Kameras scheint hier passe zu sein. Doch mit der Hochgeschwindigkeit der Olympus E-M1 oder auch der Panasonic GH3 kann keines der beiden neuen Alpha-Gehäuse konkurrieren. Und 55 RAW-Aufnahmen in Folge sind natürlich auch nicht möglich.

Die Kamera ist nicht leise und lauter als die Nexen und noch deutlich lauter als Olympus und Leica. Die 7r klingt anders, der Verschluß klappert zu jeder Aufnahme gleich 2 Mal.

Objektive:

Das billige 3,5-5,6/28-70 mm OSS macht zwar einen besseren Eindruck als alle NEX-Zooms, ist aber auch groß, schwer und wenig attraktiv im Brennweiten-Bereich. Das Objektiv ist ein Rückschritt in die 90iger Jahre. Es ist fast 9cm lang bei 320g Gewicht – hier schlägt der Vollformat-Nachteil voll durch, denn ein 2,8/24-80 mm gibt es bei Olympus mit sehr guten Macro-Eigenschaften mit vergleichbaren Abmessungen.
SONY mit FE-NEX-Bajonett – genau genommen sogar nach den NEX-Kameras mit dem zweiten Neustart, denn Sony Alpha war bisher kein Erfolg.

Da sind sie die ersten Vollformat-Systemkameras mit flachem Gehäuse, ohne Spiegel und mit elektronischem Sucher.

Ich hoffe die Bildqualität und die Funktionen überraschen, denn ich finde sie total scheußlich, kaum noch zu überbieten, dieses hässliche Design, das sich viel zu wenig an der praktischen Fotografie orientiert. Kameras die links leer sind mag ich nicht und schöpfen ihr Potential nicht aus, die Bedienung sinnvoll anzulegen. Wenn sollte die Kamera links am Sucher enden, wie die Olympus E-1. Die schreckliche Gurt-Aufhängung ist wieder da, eckiger Sucher und runde Kameraecken – den Griff wie angeflanscht ein riesiger abstehender Sucher – die Kamera sieht nicht flacher aus als eine DSLR – bitte den Designer sofort feuern!
Immerhin erscheinen vier Zeiss Objektive für das neue Bajonett, per Adapter können die ollen Alpha- und die Minolta-Objektive angesetzt werden, mit den typischen Einbußen. Die bisherigen NEX-Objektive können ohne Adapter verwendet werden. Ich habe in meinem Leben ungezählte Kameragehäuse gesehen und in der Hand gehabt und ich sehe heute schon auf den ersten Fotos, was damit am Gehäuse nicht stimmt. Und an den Alpha-Kameras stimmt einiges nicht. Das Menü-Drehrad ist wieder nicht sperrbar, die Belichtungskorrektur genauso wenig, außerdem lässt sie sich wieder in den praxisfernen Drittelschritten und nur +/- 3 Stufen einstellen.
Die MENU-Taste ist auf der linken Rückseite = auf der falschen Seite!
Die Film-Aufnahme-Taste ist am rechten Handballen ebenfalls denkbar schlecht platziert.

Das Nex Design gefällt mir, aber das hier ist schlimm. Apropos – laut Sony wird es zukünftig keine NEX-Kameras mehr geben – ab jetzt heißen die Kameras mit Wechselobjektiv und das System immer ALPHA. Was dieser Marketing-Quatsch wieder soll kann ich nicht verstehen, es wird die Menschen nur noch mehr verwirren und vom Kaufen abhalten.

Der große Vollformat-Sensor ist hier offensichtlich das Wichtigste und das Gehäuse eher Nebensache. Es gibt zwei Kameras mit unterschiedlicher Sensor-Technik:

Alpha 7 mit 24 MP Sensor mit PhasenAF und AA-Filter = 1500€
Alpha 7r mit 36 MP Sensor ohne PhasenAF und ohne AA-Filter für maximale Schärfe = 2100€

– Beide Kameras verfügen über den tollen großen 2,3 MP Sucher und den Verschluß mit 1/8000 Sekunde der Olympus Kameras.
– Beide Gehäuse sind praktisch äußerlich baugleich und es gibt einen Hochformat-Akku-Griff.

– Die Kameragehäuse sind 470g leicht (incl. Accu und SD-Karte)
– bewegliche Monitore
– hochauflösender 2,3 MP Sucher von Epson (wie Olympus)
– Verschluß endlich mit 1/8000 Sekunde
– Die RAW-Dateien werden in 14 Bit gespeichert
– ISO-Bereich 50-25.600
– 4 Bilder pro Sekunde
– 25 Feld Kontrast AF
– klappbarer 1,2 MB Monitor in 3″
– Monitor ohne Touch-Sensibilität
– Mikrofon und Kopfhörer-Anschlüsse
– Gesichtserkennung – nur Alpha 7
– nur die Alpha 7R ist ganz aus Metall (die 7 hat als Front Polycarbonat)
– abgedichtetes Gehäuse gegen Regen und Staub
– Batterielebensdauer nur maximal 340 Aufnahmen!
– mit 36 MP nur rund 25% mehr Auflösung als 16 MP-Kameras

Die Schwachpunkte sind schnell klar, geringe Ausdauer, wegen kleinem, schwachem Accu und es sind keine schnellen Kameras, da viele Daten geschrieben werden müssen.

Da ja manche Menschen nur die theoretisch erreichbare Bildqualität interessiert – die beiden Sensoren sind neuester Generation und nicht mit denen vor 18 Monaten in der Nikon D800 und Sony Alpha 99 zu vergleichen. Da Sony auf Zeiss Objektive setzt, sollte die erreichbare Abbildungsleistung besser sein als das was Nikon und Sony bisher boten. Aber das führt ja nicht gleich zu besseren Fotos und kaum jemand der heute mit Nikon oder Canon fotografiert wird deshalb eine Sony bestellen – schon gar nicht bei den Preisen. Und um sogar professionelle Fotografen anzulocken fehlt Sony immer noch das allerwichtigste, ein professioneller Service und eine Reputation über die Langlebigkeit der Produkte…

Damit will Sony der Leica M nachfolgen. Ich hoffe das Sony dafür auch Kunden findet, denn die Preise sind wie erwartet sehr hoch.

WAS FEHLT oder ist wenig gelungen?

– kein integrierter Bildstabilisator – hohe Verwacklungsgefahr bis 1/250 Sek.

– kein Blitz

– lauter Verschluss mit deutlicher Vibration

– hohe Auslöseverzögerung

– kein voll bewegliche Monitor

– kein Touch-Screen

– sehr geringe Accu-Leistung (270-320 Bilder)

– langsamerer AF bei wenig Kontrast & Bewegung

– besonders bei wenig Licht – schwacher AV (nur bis -1 EV)

– 1/160 Blitzsynchronzeit

– Design

– schwacher, kleiner Handgriff

– zurückversetzter Auslöser – unbequem

– Belichtungskorrektur nur 1/3 Werte und nur bis +/- 3

– wenig Objektivauswahl

– sehr teures System

 

Um diesem neuen System besser gerecht zu werden, betrachte ich es hier einmal aus verschiedenen Blickwinkeln:

Aus dem Blickwinkel der Sony/Minolta-Fotografen:
Das gibt der Marke zunächst großen Auftrieb, die meisten sind sicher freudig überrascht. Doch wer Minolta- oder Alpha-Objektive besitzt wird auch mit diesen Kameras so nicht glücklich. Denn diese ganzen Objektive können nur mit Adapter angesetzt werden und der Autofokus wird langsam und unberechenbar bleiben. Dieselben Probleme wie Olympus die letzten 3 Jahre mit seinen mFT-Kameras und FT-Objektiven hatte und wie sie sich auch bei Nikon’s Serie 1 und der Canon EOS M zeigen – die DSLR-Objektive für den Phasen-Autofokus sind kaum kompatibel zum Kontrast-Autofokus der spiegelfreien Kameras, die auf dem Sensor fokussieren. Olympus bietet als erster eine praktikable Lösung in der E-M1 mit schnellem AF an, das wird bei Sony noch mindestens eine weitere Generation dauern. Für Alpha-Fotografen bedeutet das, entweder die Sony 7R mit neuen, teuren Objektiven kaufen oder weitere 2-3 Jahre warten oder auf den AF verzichten – sehr unbefriedigend. Genau genommen fängt hier Sony wieder ganz neu an mit NEX-Bajonett und Vollformat-Sensor. Jeder bisherige Alpha-Fotograf verliert hier seine Bildstabilisierung! Sony bekommt offenbar die Filmtechnik, den Verschluß und die Bildstabilisierung nicht unter einen Hut. Tele- und Macro-Objektive machen ohne Bildstabilisierung oder Stativ wenig Sinn.

Aus dem Blickwinkel der Sony-Nex-Fotografen:
Die Nex-Fotografen haben es da besser, sie können ihre Objektive einfach ansetzen und sind dann genauso weit wie zuvor, auf Halbformat – allerdings fällt mir außer den 2 Zeiss Objektiven der NEX-Serie kein Objektiv ein, was wirklich gut genug wäre. Nex mit Halbformat kann nur als preiswertes System ohne Sucher oder mit kleinen Suchern weiter existieren, die Objektive sind nicht wirklich klein, die Kameras haben eine ähnliche Größe und Gewicht, wenn der Preis der neuen Alpha 7-Kamera Richtung 1000€ fällt oder eine Alpha 5 erscheint wird das Nex-System Probleme bekommen und in den Preisbereich 250-600€ fallen müssen. Ein NEX-Objektiv an der 7R mit 36 MP zeigt dann nur noch den um 1,5x vergrößerten Bildausschnitt und beschneidet die Sensorauflösung auf 24 MP. Aus meinem Lieblingsobjektiv 1,8/24 mm wird auch hier ein 1,8/36 mm. An der Alpha 7 mit 24 MP bleibt etwa ein 16MP Bildausschnitt übrig.

Aus dem Blickwinkel der Canon-Fotografen:
Wer Canon-Kameras und Objektive hat, wird zwar neuerdings seltener als erster mit innvativer Technik verwöhnt , aber er hat sein Geld in das seit 25 Jahren bei weitem größte und technisch problemloseste System gesteckt. Der Marktführer hat die Standards für Autofokus, Bildstabilisierung, Abdichtung, Geschwindigkeit, Tele-Objektive, Konverter und preiswerte Objektive gesetzt.
Canon ist in der Fotobranche übermächtig und hält sich Nikon und alle anderen Hersteller immer auf deutlichem Abstand. Doch Canon stoppt bisher bei 22 MP in einer DSLR, hier setzt Sony an und stattet Nikon, Pentax und sich selbst mit 24 MP und sogar 36 MP-Sensoren aus. Wer höchste Auflösung verlangt, braucht beste Objektive. Aus meiner Praxis sind 36MP nur mit wenigen Objektiven, bei idealer Blende und vom Stativ erreichbar. Canon geht den einzig richtigen Weg und sorgt für neue, hochauflösendere Objektive, Zug um Zug wird hier alles wichtige für die Zukunft erneuert. Im Weitwinkelbereich hat Canon noch größere Schwächen und Nikon bedient seine Fotografen besser. Zooms wie 2,8/16-35 mm; 4,0/17-40 mm; 4,0/24-105 mm und ein exzellentes 4,0/18 mm sind längst überfällig. Sony kann in nächster Zeit im Tele- und Super-Tele-Bereich kaum angreifen aber im Weitwinkel-Normal-Bereich kann Sony mit 36 MP und Zeiss-Objektiven Druck machen.
Wer den Schwerpunkt auf Landschaft-; Architektur- oder Studio-Fotografie legt, wird Vollformat mit hoher Auflösung verwenden. Canon hat konkurrenzlose TSE-Objektive wie das 17 mm und jeder kann das excellente 3,5/18 mm Zeiss einsetzen – eine zwingende Notwenigkeit auf Sony Alpha 7 zu wechseln – sehe ich die nächsten Jahre nicht.
Sony müsste den Autofokus, die Schnelligkeit, die Ausdauer, die Ausfallsicherheit und den Profiservice von Canon erst einmal erreichen. Klar wäre eine kompakte Vollformatkamera mit Hochleistungsobjektiven manchmal spannend, aber der Canon-Fotograf kann gelassen abwarten, wie Canon intensiv in den spiegelfreien System-Kamera-Markt einsteigt. Die EOS M ist ein Flop und Canon wird sich hier Mühe geben müssen, viel bessere Produkte vor zu stellen. Die Sony wird erfahrene Canon-Fotografen letztlich wenig beeindrucken.

Aus dem Blickwinkel der Nikon-Fotografen:
Nikon Fotografen sind besonders treu, auch wenn sie sich daran gewöhnen mussten, das viele Sensoren von Sony stammen, so holt doch Nikon immer eine besondere Leistung heraus. Nikon ist ein kleiner, aber sehr bedeutender Fotohersteller und konzentriert sich auf Kameras, Objektive und Fernoptik. Nikon ist im Weitwinkelbereich Dank D800E 2,8/14-24 mm; 2,8/17-35 mm; 2,8/24-70 mm; 4,0/24-120 mm sehr gut aufgestellt und sollte nur neue Festbrennweiten rechnen.
Die schlappe D600 ist durch die optimierte D610 mit 24 MP rasch ersetzt worden, eine D4X mit 36 MP sollte demnächst folgen und mehr Geschwindigkeit und Leistung bringen. Wer eine Nikon-Vollformat hat, braucht keine Sony Alpha 7.

Aus dem Blickwinkel der mft-Olympus-Panasonic-Fotografen:
Eine Kamera die vergleichbar groß wie Panasonic GH3 und Olympus E-M1 bei noch geringerem Gewicht mit Vollformat-Sensor auftritt – könnte dem mFT-System gefährlich werden. Noch sind die ersten Objektive eher unspektakulär und teuer, das wird sich ändern. Leica M beweist wie klein man Vollformat-Festbrennweiten bauen könnte… nur die Zoom-Objektive werden für Vollformat immer deutlich größer und lichtschwächer bleiben als für mFT.
Olympus bleibt bisher mit mFT noch im Vorteil mit kleineren Objektiven, viel schnellerem Autofokus, 5 Achsen Bildstabilisator für alle Objektive – nur ob das lange ausreicht – beim gleichen Preis?
Sony muß den 5 Achsen Bildstabilisator und die Software-Lösungen integrieren – dann erst wird es eine ausgereifte Kamera. Doch die E-M1 hat technisch so viel vorgelegt, da wird Sony noch Jahre brauchen um vergleichbar auf Vollformat zu sein. Die erfahrenen Fotografen werden aber auch erkennen, das es längst nicht mehr auf Sensorgrößen ankommt und das mit einer mFT-Kamera fast alles in höchster Qualität möglich ist. Panasonic könnte als einziger mitziehen und vielleicht auch bald zusätzlich auf Vollformat setzen. Mit GH3 und GH4 haben sie derzeit die besten und logischsten Kameras, die Grenzen setzen nur die Sensoren. Olympus & Panasonic müssen die Vorteile deutlicher heraus arbeiten – der bisherige Vorteil – kleinere Kameras ist passe. Aber es bleiben viel kompaktere und lichtstärkere Objektive, deutlich preiswertere Objektive bei mindestens gleicher Leistung, ein deutlicher Schärfentiefe Vorteil für die allermeisten Motive, ein großes System, in dem es fast alles gibt.

Der größere Sensor ist letztlich nur ein theoretischer Vorteil, nur mit besten Objektiven, bei sehr wenig Licht und bei sehr großen Ausdrucken über 1 m zeigen sich gewisse Vorteile – sonst nicht.

DER KAMPF UM DIE SENSORGRÖßE:
Jetzt wird natürlich wieder mFT totgesagt, wegen dem großen Sony-Alpha-Sensor, der 4x größer ist. Er ist mit 36MP um etwa 25% hochauflösender als der 16MP mFT-Sensor – mehr macht das nicht aus.
Dem entgegen setzt Olympus lichtstärkere Objektive wie ein 1,8/17 mm gegen ein 2,8/35 mm Zeiss – die Schärfentiefe ist bei beiden ähnlich, exakt wäre sie bei einem 1,4/17 mm mFT-Objektiv identisch. Doch der Unterschied ist kaum nennenswert.
Eine Olympus E-M1 mit dem 17er erreicht 1 1/2 Stufen schnellere Belichtungszeiten dank f:1,7 und das ist viel – zusätzlich hat das mFT-System von Olympus und die Panasonic GX7 einen eingebauten Bildstabilisatpr für alle Objektive. Das ist ein großes Manko der neuen Alpha-Kameras. Die E-M1 kann also mit dem 1,8/17 mm 4-5 Stufen Verwacklungssicherheit gewinnen plus 1 1/2 Stufen Licht.
Sony kontert dagegen mit einem 4 x größeren Sensor, der vielleicht um 1-2 Stufen weniger Bildrauschen zeigt. Einen echten Vorteil für Sony Alpha kann ich da nicht erkennen.
Ein Sony Zoom kann bei gleicher Lichtstärke nicht so klein sein wie ein mFT-Zoom, Sony wird immer 1-2 Stufen Lichtstärke einbüßen. Besonders Tele- und Macro-Objektive werden an den mFT Kameras immer deutlich kleiner sein und Vorteile durch die höhere Schärfentiefe genießen.

LEICA bekommt hier zwar Konkurrenz – aber die Leica M wird an eine ganz andere Foto-Liebhaber-Zielgruppe verkauft und Leica wird ab jetzt sicherlich noch mehr M-Objektive produzieren müssen. Allerdings gibt es jetzt schon lange Wartezeiten auf die exclusiven Summilux und Summicron Objektive. Und diese Qualität kann eben nicht in Massen hergestellt werden – das wird auch Zeiss nicht gelingen

Nüchtern betrachtet von Harry:
Ich kaufe mir seit mehr als 20 Jahren das bestmögliche Foto-Equipment – für meine persönlichen Aufgaben. Das tue ich ohne den Preis oder irgendwelche Systemgedanken in den Vordergrund zu stellen.
Ich komme von Pentax, hatte nacheinander und manchmal auch parallel: Nikon, Canon, Minolta, Canon, Olympus FT; Nikon, Panasonic mFT, Canon, Olympus mFT, Sony Nex, Fuji RX – alle in den 20 Jahren intensiv im Einsatz (mal abgesehen von meinen Mittel- und Grossformat-Kameras).
Mit allen Geräten habe ich tolle Fotos gemacht, an die ich mich gerne erinnere, ich habe immer lange Teleobjektive und lichtstarke Objektive mittlerer Brennweiten von allen Herstellern besessen. Der Preis ist für mich zweitrangig, solange mir die Geräte zu einer optimalen Arbeitsweise und Aufnahmequalität verhelfen. Der Preis wird mir erst wichtig, wenn ich bei der Kamera oder dem Objektiv größere Kompromisse eingehen muß – und das zeichnet sich hier bei den Alpha 7 Kameras bereits ab – sie sind kaum für mich entworfen.
Und ich bin mir bewusst, das allerbeste Objektive leicht zwischen 5000 und 20.000 Tsd € kosten und für Filmer die besten Objektive überhaupt erst ab 20 Tsd €uro beginnen. Wenn wir also von den Massenobjektiven unter der 1000€ Grenze reden, dann sind das sehr selten hochwertige, langlebige und annähernd perfekte Objektive – das ist dann eher ein Glücksfall.
Trotzdem vergleicht man natürlich Preis & Leistung zwischen allen Herstellern und ich habe in allen Jahren ein gutes Gefühl dafür entwickelt, wo es eine hohe Gegenleistung für das Geld gibt und wo nicht. Minolta, Pentax und Sony und Sigma und Tamron haben sich in den letzten 10 Jahren nicht mehr zu den besten Herstellern zählen können, sie waren immer zweite oder dritte Klasse, vor allem wenn es um Haltbarkeit ging. Und selbst Zeiss zähle ich nicht zu den besonders innovativen, besonders optisch herausragenden Herstellern – im Bereich unter 2000€.
Das sehen viele anders, die sollten vielleicht einmal die Firmenbrille absetzen und wirklich vergleichen – die Zeiss-Fassungen sind herausragend, die optische Leistung oft aber nicht – ich weiß im aktuellen Sortiment sehr genau wo die stärksten Objektive sind (Zeiss-Sony Nex 1,8/24 mm – Zeiss 3,5/18 mm – Zeiss 2,8/25 mm – Zeiss 1,8/55 mm). Bei allen anderen Konstruktionen sind Leica, Canon, Nikon, Olympus für weniger Geld meistens gleichauf und sogar besser.
Bevor ich Geld in Sony und Zeiss stecke (investiere kann man in der heutigen Zeit des rasanten Werteverfalls nicht mehr sagen!) –  würde ich mich ganz genau absichern ob ich die Objektive auch wirklich brauche und sie das leisten was ich als Verbesserung empfinde.
Ich kann da natürlich noch kein Urteil fällen, dazu müssen erst einmal einige spannende Objektive lieferbar sein – und weder 2,8/35 mm noch 1,8/55 mm klingen für mich sonderlich spannend – das sind sogar beides Objektive, die ich nicht brauche. Und das 4,0/24-70 mm ist zu dem Preis sicherlich ein optischer Kompromiss. Deshalb denke ich – das System wird es mit diesen Objektiven schwer haben – aber ich kann mich irren und viele adaptieren ihre Leica, Canon, Nikon Objektive an die neue Sony A7r und machen die Fotos ihres Lebens…
In zwei Jahren sind wir schlauer und dann wird es die nächste Generation von Alpha Vollformat-Kameras geben oder Sony gibt auf. (Sony ist ja nicht für einen langen Atem und ein hohes Durchsetzungsvermögen am Markt bekannt).
Längerfristig wird Sony das alte Alpha/Minolta-Bajonett einschlafen lassen, denn es war ohnehin nie sonderlich erfolgreich und es gibt nur wenige wirklich gute Objektive. Vermutlich wird Sony, genau wie es Olympus vorgemacht hat, an einer Lösung arbeiten alle Alpha-Objektive mit schnellem Autofokus an den neuen FE-Kameras verfügbar zu machen.
Ich habe kürzlich mit der Alpha 99 und dem neuen 70-400 mm II fotografieren können und war sehr angetan, die AF-Präzision und Schnelligkeit wurde erheblich verbessert und das Zoom ist durchaus gelungen. Für Profis und Viel-Fotografierer ist der Service entscheidend – und der ist bei SONY international so schlecht wie bei keinem anderen der großen Hersteller – schon deshalb kann man Sony nicht wirklich in Erwägung ziehen. Den besten Service bieten: Canon, Panasonic, Olympus und Sigma bemüht sich zumindest sehr. Auch Nikon kommt wegen des uneinheitlichen und eher schlechten Service nicht mehr für mich in Frage.

PREISE: Die Kameras sind teuer und müßten es sicher nicht sein, die Preise werden auf 1000€ und 1500€ sinken.
Ein 2,8/35 mm für 900€ ist wohl eher ein schlechter Witz, für 500€ bekomme ich ein neu gerechnetes – excellentes Canon 2,0/35 mm IS mit doppelter Lichtstärke. Ein 1,8/55 mm für 1000€ klingt extrem frech, Nikon liefert ein sehr gutes 1,8/50 mm AF-S für 180€ und Canon ein einfaches, aber gutes 1,8/50 mm für 120€ und selbst Olympus und Panasonic bleiben mit lichtstarken Standard-Objektiven der Spitzenklasse bei maximal 500€ und sogar Sigma hat ein schweres, sehr gutes 1,4/50 mm für unter 500€. Außerdem finde ich die Brennweite 55 mm allenfalls an der NEX interessant – an einer Vollformat- Kamera geht nichts über ein 40 mm oder 43 mm Objektiv, das exakt der Formatdiagonale entspricht und auch das 35iger ersetzen kann – da sind schon 50 mm einen Tick zu viel.
Das 4,0/24-70 mm im Zeiss-Mantel wirkt dagegen für 1200€ fast preiswert – mal sehen was es taugt.

noch schlimmerer Design-Unfall – mit Zusatzgriff – abartig

 

Drei Zeiss Objektive plus 2 Sony Objektive:

FE 2,8/35 mm (120g) -800€
FE 1,8/55 mm (280g) – 1000€
FE 4,0/24-70 mm (460g!) – 1200€

Plus zwei Sony G-Objektiv für die Sparbrötchen:
FE 3,5-5,6/28-70 mm G OSS – nur im Kit mit A7
FE 4,0/70-200 mm OSS (840g!) – 1500€

Die wichtigsten Objektive hat Sony mal wieder auf einen späteren Termin verschoben.
Eine solche Kamera macht besonders viel Sinn mit einem kompakten 5,6/12-24 mm oder 4,0/14-28 mm Superweitwinkel-Zoom und auch ein 3,5/18 mm oder 4,0/14 mm und ein 5,6/15 mm Fisheye werden sich viele zu einer solchen Kamera wünschen. Für die Berufsfotografen sind TSE-Objektive von 17 mm bis 90 mm wichtig. Ein Porträt-Objektiv, ein Macro-Objektiv und das Tele-Zoom sind in Planung. Für den großen Sensor sehe ich jedoch keinen Schwerpunkt für Macro- oder gar Tele-Objektive – beide profitieren von APS-C und mFT-Sensoren.

Das Alpha-Vollformat-System wird daher ein System für Brennweiten von 14-100 mm.

Das FE-Bajonett ist letztlich mit dem der NEX-Kameras identisch – alle NEX-Objektive können unter Nutzung des zentralen 1,5er Bildauschnittes eingesetzt werden. Natürlich reduziert sich dann die Sensor-Auflösung deutlich, aus 36 MB werden dann 24 MB.
Umgekehrt können auch alle neuen FE-Objektive an den NEX-Kameras ohne Adapter eingesetzt werden, mit Faktor 1,5x. Spannend wäre da bisher nur das 1,8/55 mm – aus dem dann ein 1,8/82 mm Tele wird, mit hoffentlich hoher Zeiss-Abbildungsqualität.

Um die Alpha-Objektive von Sony oder die Minolta Objektive mit AF einzusetzen brauchen Sie wieder den schweren AF-Adapter mit Spiegelkasten oder einen manuellen Adapter. Bisher keine gute Lösung, das hat Olympus in der E-M1 für die FT-Objektive viel besser gelöst.

Sony will bis Ende 2014 10 FE-Objektive liefern können und 2015 noch einmal 5 weitere. Es wird aber noch nicht eindeutig gesagt welche Brennweiten, der Schwerpunkt dürfte im unteren und mittleren Brennweitenbereich liegen.
Die mittleren Lichtstärken, damit die Objektive wohl nicht zu schwer an der Kamera werden. Für die Zukunft könnte dank weiterentwickelter Schärfentiefen-Software (zur Begrenzung um den AF-Punkt – siehe Olympus E-M1) diese Lichtstärke für die allermeisten Motive der perfekte Kompromiss sein, aus höchster optischer Leistung bei moderater Baugröße und noch bezahlbarem Preis.

Ein Nachteil bleibt – schwere, große oder eben lichtschwache Objektivkonstruktionen – den Vorteil der Reise-Tauglichkeit behält das mFT-System. Das neue Sony-System wird zum Einstieg mit 2-3 Objektiven gut 5000€ kosten – darüber sollte man sich im klaren sein.

Ein spannender Vorteil für reiche Fotografen: Erstmals können Leica M-Objektive mit vollem Format bei Kameras um 2000€ eingesetzt werden.

OBJEKTIVE in der Praxis:

Sony Zeiss 2,8/35 mm

Das Zeiss sehr gut ist scharf und steigert seine Leistung noch einmal deutlich durch abblenden. Es ist angenehm kompakt, aber die Lichtstärke f:2,8 finde ich nicht wirklich prickeld – es sollte, auch angesichts des extrem hohen Preises von 800€ zumindest ein f:2,0/35 mm sein. Selbst gemessen an 2,0/35 mm Objektiven neuerer Bauart mit IS ist es deutlich zu teuer und ich sehe in der Praxis keinen Leistungsvorteil, das Canon 2,0/35 mm IS ist schon bei Offenblende schärfer. Der Autofokus ist eher müde.
Keine Empfehlung!

Sony Zeiss 1,8/55 mm

Das Zeiss 1,8/55 mm hat mich sofort an der Nex 6 begeistert, es ist sagenhaft scharf. Jetzt an der Alpha 7r überzeugt es immer noch durch eine wunderbare Auflösung und gute Freistellmöglichkeiten. Trotzdem sind 1000€ für ein Normalobjektiv ohne Bildstabilisierung schon ein gesalzener Preis. Doch aufgrund der optischen Leistung, wäre ich sofort bereit den Betrag zu bezahlen, wenn ich mit einer Alpha 7r arbeiten wollte. Der AF ist halbwegs flott, aber die Alpha 7 Kameras überzeugen nicht wirklich beim Autofokus, die 7 ist etwas sicherer und schneller als die 7r.
Einwandfrei empfohlen!

Sony Zeiss 4,0/24-70 mm OSS

Ist leider immer noch nicht erhältlich, wenn es gelungen ist, sollte es der beste Grund sein, eine Alpha zu kaufen.

Sony 4,0/70-200 mm OSS

Das Sony 4,0/70-200 mm ist als Tele-Zoom speziell auf das spiegelfreie Bajonett zugeschnitten und nicht an den Alpha-SLT-Kameras nutzbar. Es ist solide und hochwertige verarbeitet, der AF ist an der 7 relativ zügig. Die Schärfe passt zur 7r, es wird bei f:5,6 und f:8,0 noch etwas besser, kann aber sehr gut auch ganz offen eingesetzt werden. An der 7 ist es sowieso gut genug. Ich finde nur den Preis von 1500€ auch hier deutlich überzogen, Canon und Nikon können genauso scharfe Objektive mit Bildstabilisierung schon für 1000€ anbieten und das Sony ist für mich keinen Cent mehr wert.
Empfehlung – wenn man zu viel Geld hat.

 

Sony Alpha 7 mit Zeiss 4,0/28-70 mm OSS

Das Sony 4,0/28-70 mm ist leider weder ein Handschmeichler, es fühlt sich schon billig an, noch ein wirklich scharfes Objektiv. Es ist nur als preiswerte Kit-Linse im Programm, als Einstiegsdroge. Aber leider ist es nicht wirklich gut und macht auch nur wenig spaß. Ich würde es an der 7r gar nicht einsetzen und auch im Kit mit der 7 gleich wieder verkaufen.

Keine Empfehlung!

 

Die neue Sony hier bei mir kaufen:

Ab November vorraussichtlich verfügbar:

Sony Alpha 7 = 1500€ (24 MP)

Sony Alpha 7 mit 3,5-5,6/28-70 mm G = 1800€

Sony Alpha 7R = 2100€ (36 MP)

Hochformatgriff = 350€

Zeiss 2,8/35 mm = 800€

Zeiss 4,0/24-70 mm OSS = 1200€ (ab April verfügbar)

Zeiss 1,8/55 mm = 1000€

Meine Empfehlung:
Wenn dann richtig, also die Alpha 7R gleich mit Zeiss 4,0/24-70 mm OSS und 1,8/55 mm Zeiss.
Hochwertige und passende Adapter bekommen Sie für die meisten Objektive ebenfalls bei mir, ich biete nur Novoflex-Adapter an, Billig-Adapter machen an diesen Kameras keinen Sinn.

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

 

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7. Januar 2014
microFourThirds System – nüchtern & vergleichend betrachtet

Seit 2008 baut Panasonic Kameras und Objektive für den neuen Standart: microFourthirds (mFT).
Olympus folgte 1 Jahr später, als sich abzeichnete, dass ihr Fourthirds-System auf verlorenem Posten kämpfte und mehr Geld verschlang als Kunden gewonnen werden konnten. FT haftete das Manko eines zu kleinen Sensors an, Faktor 2x und dazu das ungewohnte 4:3 Format konnten zu wenige, weltoffene Fotografen begeistern. Als kleine Ergänzung waren die Kameras und die Objektive zu groß.

Mit mFT änderte sich das schlagartig, durch ein stark verkürztes Auflagemaß konnten die Objektive endlich sogar noch kleiner und leichter werden als die Leica M-Objektive (Festbrennweiten).

Heute sind mehr als 46 Objektive verfügbar. Allerdings sind viele Brennweiten mehrfach und von verschiedenen Herstellern bauähnlich verfügbar – letztlich gibt es nur 19 grundverschiedene Objektive – was jedoch für viele Fotogelegenheiten mehr als ausreichend ist. Panasonic hat gut angefangen und sich über die G2 und der schwachen G3 hin zur G5 und jetzt G6 sehr gut verbessert und mit der GH3 bisher eine einzigartig gute und haltbare Kamera im Sortiment. Olympus hat schwach und langsam begonnen, sich dann gesteigert und mit der OM-D E-M5 einen teuren Höhepunkt erreicht, der viel Akzeptanz findet. Ausgerechnet mir, als Benutzer der ersten Stunde, aller mFT-Kameras missfällt sie. Olympus bleibt sehr kostspielig und retro-orientiert, Olympus bringt zwar zahlreiche Verbesserungen ein, wie zuletzt einen Verschluß mit 1/8000 Sekunde, bleibt aber insgesamt hinter den Möglichkeiten mit Panasonic-Lumix-Kameras zurück (aus meiner Praxis-Erfahrung!). Zwei verschiedene IS-Systeme haben auch Vorteile und ergänzen sich gut, es macht durchaus Spaß das System mit Panasonic auszubauen und dazu eine Olympus-Kamera zu kaufen. Neuerdings setzt Panasonic aber zusätzlich auf Kameras mit Sensor-Bildstabilisator (GX7).

INNOVATIONEN & Vorteile:
– kleiner und handlichere Kameras & Objektive
– 4:3 Bildformat und bessere Objektivausnutzung (Olympus)
– besonders hohe Videoqualität (Panasonic)
– interner Bildstabilisator (Olympus immer)
– interner Blitz
– gleiche Blitzgeräte
– voll beweglicher Monitor (Panasonic)
– Touch-Screen mit AF und Auslösung (Panasonic)
– ansetzbare Batteriegriffe (OM-D – GH3)
– voll elektronische Sucher (Panasonic)
– lautlose elektronische Auslösung (Panasonic)
– Hochleistungsverschluß mit 1/8000 Sekunde (Pen5 – GX7)

NACHTEILE:
– Sensorformat 4:3 = gewöhnungsbedürftig – aber in der Praxis meist vorteilhaft bei Porträts
– teilweise teure Objektive die billigst verarbeitet und nicht staubfrei sind (Olympus)
– fehlende Sonnenblenden – teurer Zusatzkauf (Olympus)
– nicht jedes Panasonic Objektiv ist gut an Olympus-Kameras – fehlende Korrektur

Die Objektive:

Inzwischen sind die ersten zwei Zeiss Touit-Objektive für Sony Nex und Fujifilm X erschienen. Für sich alleine getestet beweisen sie, das Zeiss mit dem selben Wasser kocht und vom Namen Zeiss lebt. Denn die Performance der besten Panasonic, Leica und Olympus Objektive kann Zeiss allenfalls durch die größeren APS-C Sensoren bei hohen Empfindlichkeiten überflügeln. Würden sie für mFT angeboten, müssten sie sich den besten mFT-Objektiven wie  2,0/12 mm; 1,7/20 mm; 1,4/25 mm; 0,95/25 mm geschlagen geben.
Und das ist auch eher der Grund warum Zeiss erst gar nicht für mFT anbietet – hier ist bereits maximale Bildqualität verfügbar. Schneider-Kreuznach traue ich da noch etwas mehr zu – ich bin gespannt. Zeiss beherrscht sein Objektivhandwerk, aber Leica und Schneider-Kreuznach liefern nicht selten noch bessere Objektivrechnungen und Olympus und Panasonic müssen sich nicht hinter Zeiss verstecken. Eine Auswahl von 46 verschiedenen Objektiven von 7,5 mm Fisheye bis 300 mm Supertele (15mm – 600 mm verglichen mit Vollformat) sprechen eine unmissverständliche Sprache – wenn ein neues modernes System – dann: microFourThirds.

Die Besten:

2,0/12 mm Olympus
0,95/17,5 Voigtländer
1,7/20 mm II Panasonic
0,95/25 mm Voigtländer
1,8/25 mm Olympus
1,8/75 mm Olympus
4,0/7-14 mm Panasonic
2,8/12-40 mm PRO Olympus
2,8/12-35 mm Panasonic
3,5-5,6/14-150 mm II Panasonic
2,8/35-100 mm Panasonic
2,8/45 mm Macro Leica
2,8/60 mm Macro Olympus
4,0/350 mm Kowa MF
5,6/500 mm Kowa MF
9,6/850 mm Kowa MF

Die Enttäuschenden: (von denen ich mehr erwartet habe)
3,5-5,6/14-150 mm Olympus (-Staub / – allgemeine Konstruktion)
4,5-6,3/75-300 mm Olympus (-Staub / – allgemeine Konstruktion)
6,3/300 mm Tokina (manuell sehr schwer und langsam zu fokussieren)
8,0/15 mm Olympus (mehr Spielzeug als Objektiv)
2,8/17 mm Olympus (weder sehr scharf, noch lichtstark)
2,8/19 mm Sigma (scharf aber nicht lichtstark und billig verarbeitet)
2,8/30 mm Sigma (scharf aber nicht lichtstark und billig verarbeitet)

Die Kompromisse: (aufgrund des Preises oder Zoom-Bereichs können sie kaum besser sein)

4,0-5,6/9-18 mm Olympus
3,5-6,3/12-50 mm Olympus Macro
3,5-5,6/14-45 mm Panasonic
3,5-5,6/14-42 mm PZ Panasonic
3,5-5,6/14-140 mm Panasonic X
4,0-5,6/45-175 mm PZ Panasonic
4,5-5,6/45-200 mm Panasonic
4,0-5,6/100-300 mm Panasonic
3,5/8 mm Fisheye Panasonic
3,5/7,5 mm Fisheye Samyang
1,6/12 mm SLRMagic
2,8/14 mm Panasonic
1,8/17 mm Olympus
1,4/25 mm Leica
1,8/45 mm Olympus

Die Uninteressanten:
3,5-5,6/14-42 mm Olympus
3,5-5,6/14-42 mm Panasonic
4,0-5,6/40-150 mm Olympus
4,0-5,6/45-150 mm Panasonic

Die Kameras:

Zum Status Quo würde ich nur folgende Kameras kaufen:
Panasonic G6 – GX7 – GH3 — Olympus E-M1 – E-P5

Die Besten:

Für mich ist die beste Kamera des mFT-Systems von allen bisher produzierten 26 Kameras ganz klar die Panasonic Lumix GH3. Dicht gefolgt von den Panasonic Lumix G6; G5 und GH2. Die Olympus E-M1 OM-D ist sehr teuer und muss sich erst bewähren, E-M5 OM-D wird zwar oft favorisiert, aber in der Praxis hat sie mein Herz nicht gewinnen können. Die Leistungsfähigkeit des Sensors ist toll, aber die Bedienung der Kamera ist nicht ausgereift und das Gehäuse ist schlicht keine 900€ wert.
Die Olympus E-P5 ist eine gute Alternative und mit dem wirklich tollen Sucher der OM-D überlegen, aber teuer – insgesamt hat die Pen das stimmigere Konzept und bietet jetzt auch den schnelleren Verschluss.
Der Sucher der Panasonic GH3 ist nicht jedermanns Sache und die Sucher der E-P5 und der G6 gefallen mir auch deutlich besser, aber das Gesamtpaket der Kamera ist das stimmigste. Nach zigtausend Bildern hatte ich nicht ein Problem mit dem Gehäuse, nicht bei 46 Grad Hitze und nicht im Regen.

Die Enttäuschenden:

Die ersten Pen-Kameras haben alle enttäuscht, sie wurden warm, fraßen die Accus fast auf, liesen Sucher und schnelle, leise Auslösung vermissen. Die Panasonic G3 war für mich ein Schritt rückwärts und die GF-Kameras gefallen mir nicht.

Die Kompromisse:

Die Panasonic GX1 ist mit Sucher wirklich wunderbar kompakt und hochwertig. Aber der unbewegliche Monitor und der anfangs zu hohe Preis störten. Die E-PL Kameras von Olympus hatten zwar den beweglichen Monitor, lassen sich aber weniger gut in der Hand halten und bedienen.

Die Uninteressanten:

G10; GF4; GF5; E-PM1; E-PM2 – die Einsteigerkameras überzeugen mich alle nicht.