Tresor  
Filo Rings

1. November 2025
Indian wildlife

Indian Wildlife – Eye to Eye
Canon 2,8/70-200 mm L IS II f:2,8
 
 
Willkommen!

Seit 16 Jahren ist Harrys Photo-Tagebuch online
24 Jahre war davor HarrysInFocus online. HarrysInFocus habe ich inzwischen still gelegt.
Über 930 Beiträge nur auf dieser Homepage.

Dank Dr. Tilo Seeger (www.drtseeger.de) konnte ich eine große Homepage aufbauen und mein vielfältiges Wissen zahllosen Fotografen vermitteln.
Ich bin seit mehr als 35 Jahren immer mit den neuesten Objektiven und Kameras unterwegs. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich am liebsten Tiere und alles was lebt und sich bewegt. Man vermutet bei mir gerne eine besondere Leidenschaft für Fotografie und Fotogeräte – das ist aber aus meiner Sicht nicht ganz richtig, denn meine wahre Leidenschaft brennt für meine Motive, für Tiere, für Natur, für Menschen – der Rest ist nur Technik.
Meine große Homepage “HarrysInFocus” wurde gerne mal zu bunt und zu verwirrend empfunden – sie ist aber eben auch so wie ich. Ein bunter Vogel, gerne mal chaotisch und zerstreut, oft knallig und manchmal zu viel auf einmal.
Ich bin nicht geradlinig und angepasst und farblos vielleicht auch nicht.
Ein Mensch hat viele Facetten, viele Gesichter, er kann vieles sein, je nach dem auf welche Seele er trifft… man muß es nur versuchen.
Ich versuche – ich mag grau nicht und bin immer auf der Suche nach Farben, nach Licht. Ich fotografiere spannende Tiere und Menschen – nicht nur einmal – immer wieder, mir fällt immer noch was ein. Mit einer Kamera kann ich zwar fast alles ablichten und doch verwende ich immer wieder andere Kameras und Objektive, und suche immer das Limit…
wie in meinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ (1982) bin ich gerne auf Messers Schneide.
Ich bin “Berlin – Herz & Schnauze”, gewagt und schüchtern, modern und hektisch und zugleich altmodisch mit viel grün, Wasser und Ruhe.
2010 fiel die Entscheidung, es mal mit ruhigen Farben und streng geordnet zu versuchen.
Dafür haben mir hier Andreas Klotz (www.Tipp4.de), Katrin Scheid und Sebastian Tänzer (www.Taenzer.me) eine ganz neue Plattform errichtet. Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Seiten mit massenhaft Fotos und Text gefüllt.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Vergnügen beim Stöbern, Entdecken und Lesen!

Per E-Mail (HarryPX@T-Online.de) bin ich jederzeit für Sie da und beantworte Fragen, Wünsche und Anregungen, biete Tests und
meinen Foto-Wissen auf USB-Stick. Rein ins Vergnügen…

Und bitte nichts mopsen und nichts ohne meine Zustimmung zitieren oder gar kopieren und ins Netz stellen!
Seien Sie lieber selbst kreativ!

Auf Anfrage – können Sie mich für eine Portrait-Session oder ihre Feierlichkeit buchen. Ich bin kein Freund von festen Preislisten, Preise ändern sich ständig.  Alles ist abhängig vom Aufwand, Nachbearbeitung und Zeit – deshalb einfach eine kleine Mail an mich und sie bekommen ein persönliches Angebot.

Dies ist KEINE Fan-Page – KEINE Werbung, KEINE Suchmaschinen-Links und Optimierung

Auch wenn hier auf meiner Seite Markennahmen wie Canon, Nikon, Novoflex, Olympus, Panasonic, Pentax, Leica, Zeiss & Apple häufiger als vielleicht sonst gewohnt auftauchen – bitte ich Sie herzlich – das nicht als Fan-Page miss zu verstehen. Diese Marken sind hier präsent, aufgrund langjähriger, oft positiver Erfahrungen. Canon und Sony werden wohl am häufigsten besprochen, weil Sony die innovativste Firma hat und Canon noch das größte System und die meisten Kunden hat, nicht weil ich es für die beste Herstellerfirma halte. Grundsätzlich sind mir Marken-Namen und Firmen egal und ich übe da keine Solidarität – denn das wäre zu kurzlebig. Es sind alles Hersteller die Produkte vertreiben und offensiv versuchen Geld zu verdienen. Nachdem ich nun seit 30 Jahren „InFocus“ schreibe und 15 Jahre lang meine Info-News „BlitzLicht“ heraus gegeben habe, werde ich mich ab jetzt auf diese Homepage konzentrieren – mit meinem gesammelten Fotowissen seit 30 Jahren und meinen regelmäßigen Tests aktueller Objektive und Kameras. Da ich unbedingt unabhängig bleiben will von einflussnehmenden Redaktionen (die zumeist über wenig Praxis-Wissen verfügen) den Herstellern, den Vertreibern und der Werbe-Industrie und ein Abo-Preis wie bisher vermutlich immer weniger Menschen interessiert – stelle ich hier mein gesamtes Wissen ab jetzt jedem zur Verfügung. Ich biete jedoch noch viel mehr, intensive Beratung per Mail – speziell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Objektive und Kameras und Zubehör, die ich zum fairen Preis gebraucht und neu beschaffe.
Als Honorierung erhoffe ich mir wie meine nordamerikanischen Kollegen eine jährliche Spende um diesen hohen Aufwand vor mir und meiner Familie zu rechtfertigen.
Sie können einen beliebigen Betrag ab 35 € HIER spenden.

Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass meine Leser durch meine Beratung und Tests viel Geld einsparen konnten, da ich immer als preisbewusster Berater und nie als “Anpreiser” von Marken fungiere. Oft genug rate ich auch vom Kauf ab. Auf meine gezielte Fachberatung per E-Mail können Sie immer zurückgreifen!)

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

1. Dezember 2014
USB-Stick & DVD

Seit 25 Jahren unabhängige Praxistests – für:
Fotografie draußen, NaturFoto, NaturBlick, FotoMagazin, Phototechnik International, Photographie, FotoPraxis, Markt&Technik, PhotoScala, HarrysInFocus, u.v.a.
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21. April 2026
Wald-Käuze 2024 – ROCHADE

Wir leben in der Versicherungs und Sicherheits-Blase – das sind alles nur Hirngespinste.
Wenn einer mit Macht und dicker Keule kommt, müssen wir uns bis auf’s Blut verteidigen.
In Wahrheit ist das Leben, unser aller Leben, in jeder Sekunde ein Überlebenskampf, ein Kampf um Stärke, einfaches Futter und Unversehrtheit!
Bei den Tieren ist das für geduldige Menschen auch jederzeit zu beobachten.
Weil ich den zappeligen Autofokus der Z9 leid war, habe ich sie auf manuelles Fokussieren eingestellt und zusätzlich die Farbe zurück genommen und nur das 6.3/800 mm verwendet. Allerdings lies das schwach Licht es nicht zu, wirklich kurze Zeiten zu wählen, meist mußte ich bei 1/500 oder maximal 1/1000 bleiben und RAW zusätzlich nutzen, um bei 20 BpS noch um 10.000 ISO zu bleiben.
Ich war früh um 5.30 Uhr bei den Wald-Käuzen und ihrem Nachwuchs, als sich folgendes entwickelte:

 

 

Ich habe mich an eins der schwierigsten Motive gewagt – Eulenvögel.
Nicht das sie meinen ich habe mich im Nordseestrand vergraben – ich habe ausgerechnet wieder ein neues Vogelprojekt begonnen, dem ich täglich bis zu 7 Stunden witme.
Nach Buntspecht, Grünspecht, Meise, Star, Bienenfresser, Rotkelchen, Haubentauchern, Eisvogel, Zaunkönig, Kleiber, Zwergtauchern, Austernfischer, Küstenseeschwalbe, Wasseramsel habe ich jetzt den Steinkauz im Visier.
Ausgerechnet ich, der mit Vögeln nie viel zu tun hatte und wie ein Pölking, Morris oder auch nur so gut wie die anderen Spitzen-Vogelfotografen, werde ich sicher nicht. Dafür weiß ich zu wenig, habe in der Jugend zu wenig über Vögel, Gesang, Reviere und Verhalten gelernt. Ich war immer Katzen- und jetzt auch Eichhörnchen-Mensch, das bleiben auch meine Lebens-Motive.
Aber ein Eulen-Vogel war immer ein Wunschprojekt.

Es ist vergleichsweise fotografisch gut zu aufzulösen, wenn wir bei wenig Licht fotografieren muss, immerhin stehen uns heute Teleobjektive mit f:1.2 und f:1.8 und dann noch f:2.8 und f:4.0 Lichtstärke und Empfindlichkeiten bis 6400 ISO plus Entrauschungssoftware zur Verfügung.
Und es ist auch nicht mehr so schwierig sehr lange Brennweiten für größere Distanzen zum Motiv zu verwenden, für gutes Licht gibt es 800 mm sogar schon unter 1000€. Nur jenseits 800 mm wird die Luft sehr dünn, dann helfen nur noch Konverter, Sensoren oder Spektive.
Jedoch die Kombination aus wenig Licht bei Entfernungen von 50-200m stellen eine weiterhin kaum überwindbare Hürde mit ständigen Kompromissen dar. Bewegungen sind fast gar nicht scharf einzufangen – außer mit Blitz oder Kunstlicht.

Extrem-Telefotografie
Wer noch denkt, 500-600 mm seien schon viel Brennweite und wer sich traut dann den Ausschnitt auf vergleichbar 900 mm zu nutzen, wähnt sich sicher am Ende der Telebrennweiten.
Doch trotz aller technischen Verbesserungen und hochauflösender Sensoren ist das Mitnichten das Ende der erhofften Reichweite.Auch 1200 mm, 1700 mm und sogar 2000 mm können bei kleinen Tieren mit hoher Fluchtdistanz durchaus wichtig werden – Ich sage nur Steinkauz!
Nur leider sind die Steigerungen der Vergrößerung und die sichtbaren Details keineswegs unbegrenzt steuerbar – zumindest nicht ohne Weltraum-Satelliten-Technik. Schon bei 600 mm kann kalte aufsteigende Luft, Fotos schnell unbrauchbar machen. Und auch die Unterschiede zwischen 1000 mm und 2000 mm sind vergleichsweise gering, viel geringer als die Zahlen vermuten lassen. Größtes Problem ist heute nicht mehr nur die ruhige Haltung der Kamera (da helfen IS, VR & IBIS sehr viel)sondern die vorhandene Lichtstärke, die noch kurze Belichtungszeiten und mittlere ISO-Push-Empfindlichkeiten zulässt. Ohne viel Licht gelingt meistens kein Telefoto. Nicht ganz umsonst werden die Objektive von Canon mit Anfangsöffnungen f:7.1, f:8 und f:11 so kritisch diskutiert und so oft als untauglich befunden. Das kommt aber zumeist von Fotomenschen, für die immer noch 800 ISO das Limit darstellt.
Trotzdem, für mein Projekt war die Canon R7 mit Canon 11/800 mm und erst recht mit 14x Konverter bei f:16 allenfalls an sehr klaren Tagen nach dem regen und sehr viel Licht brauchbar.
Denn bei der Kombination begegnen uns alle Hürden auf einmal. Die R7 rauscht wegen der 32 MP auf kleiner Fläche schon jenseits 1600 ISO stärker, f:11 lässt sehr wenig Licht durch und der RollingShutter der R7 kann durch Bewegungen des Objektivs oder Motivs schnell die Fotos verzerren.
Die anderen Eulenfreunde mussten mit 5.6/200-500 mm und 6.3/150-600 mm oft früher aufgeben, weil die Distanz von 60m bis 200m einfach zu groß war.
Ein 5.6/800 mm schien neben einem 4.0/600 mm plus TC die einzige Möglichkeit.

Ich hatte dann schnell die OM-1 zur Hand, denn bis zu 1600 mm bei f:4.5 sind konkurrenzlos. Aber nach ersten guten Fotos war ich trotzdem extrem limitiert durch fehlendes Licht, Abends nach 21.45 Uhr – da half dann auch irgendwann f:4.5 am kleinen MFT-Sensor nicht mehr und 800 mm sind noch deutlich zu wenig Brennweite um die scheuen und sehr kleinen Vögel nicht zu stören.
Weit entfernte Motive nah heran holen, klappt bestens, aber 16-20 cm kleine Vögel in mehr als 30-60 m Entfernung groß darzustellen und detailliert zu zeigen, ist etwas ganz anderes.
Deshalb wechselte ich notgedrungen auf Nikon Z9 mit 6.3/800 mm und 1.4x TC, Gleichzeitig eine gute Möglichkeit die Version 4.0 für die Z9 unter echten Wildlife-Bedingungen am Limit zu betreiben.
Eins wird sofort klar, ich weiß nicht, was die vielen anderen uns als Wildlife mit den tollen Nikon-Kameras verkaufen wollen, wo dann in Bildserien meist jedes Bild perfekt scharf auf dem Auge gespeichert wird – ich weiß nur, auch mit Version 4.0 habe ich weit mehr als 60% Ausschuss – wo der Fokus nicht sitzt. An schnelle Bildfolgen ist dabei gar nicht zu denken! Ganz oft wird ein Kauz gar nicht gefunden und erkannt, erst wenn ich auf Halbformat umschalte gelingt es etwas besser. Allerdings kein Vergleich zu OM-1 und erst recht nicht zu R7, R5 und 7RV, A1!
Wenn man an Menschen gewöhnte Vögel auf festgelegten Strecken abknipst, mag da mehr gehen – aber meine Steinkäuze geben einen Vogelschiss auf Internet, Nikon und Menschenvertrauen.
Mit allen 6.3/600 mm oder gar 7.1/500 mm Zoom-Objektiven braucht man da gar nicht anzutreten.
Somit bleiben für die Aufgabe aus meiner Sicht aktuell nur:
Sony A1 mit 4.0/600 mm +TC
Canon R5 mit 4.0/600 mm TC oder 5.6/800 mm – das 11/800 mm scheitert hier
Und das ist alles in der höchsten Preisschiene, da ist man mehr als 15-20.000 € los.
Deshalb kann hier nur die OM-1 mit 4.5/150-400 mm und die Nikon Z9 mit 6.3/800 mm in Frage kommen.
Die OM-1 zeigt Probleme bei 2x Digitalvergrößerung, wenn sich Motive schnell oder unregelmässig bewegen und wenn man jenseits 3200 ISO arbeitet – dann werden gute Fotos mehr zum Zufall. Und das Licht muß optimal sein.
Die Z9 zeigt immer wieder einmal seltsames AF-Verhalten, kann nicht folgen, bleibt nicht auf dem Motiv, findet die Augen nicht etc.
Wenn ich – wie sicher viele es tun – nur Vollformat nutze – dann versagt die Motiverkennung aus so grosser Distanz auf so kleine Motive häufig. Trotz der prägnanten Eulenaugen. Erst wenn ich in Halbformat wechsle und auch 1.4 x TC einsetze und das Motiv größer wird, ist der AF besser brauchbar – wenn auch weit entfernt von der “Werbe-Perfektion”.

Jeder Steinkauz kann seinen Kopf um bis zu 360° drehen – vor allem aber, er kann das schneller als eine Kamera es bisher festhalten kann – im kleinsten Bruchteil einer Sekunde wechselt der Blick von hinten nach vorne bei 180° Drehung des Kopfes.

Die Fotografie der 6 Steinkäuze unter schwierigsten Bedingungen… haben mein Wissen vertieft.
Ich weiß jetzt wieder, das alle optischen Objektivtests praktisch oft wertlos sind. Entscheidend ist nur das Licht.
Und heute auch der Sensor – mehr noch als das eigentliche Glas.
Das viel gescholtene Canon RF 11/800 mm kann ein ganz erbärmliches Objektiv sein, vor allem in hellem Sonnenlicht an der R7. Aber in anderer Lichtsituation eben auch ein sehr gutes, das den Vergleich mit 20 mal teureren Objektiven optisch kaum zu scheuen braucht.

Die OMDS OM-1 mit 4.5/150-400 mm überzeugt manchmal einfach nicht, schon gar nicht mit äußerster Brennweite und Bildausschnitt. Es hängt davon ab wie das Licht ist, der Bildstabilisator arbeitet und wie das Motiv oder ich selbst mich bewege/verwackle – dann kann es auch mal Mist abliefern. Aber meistens ist es fantastisch.

Die vielverbreitete Aussage, das Vollformatkameras immer bessere Qualität abliefert stimmt so einfach nicht. Es kann so sein, muß aber nicht – ich habe genug Beispiele mit OM-1, R7, Fuji X-H1 wo es nicht so ist und sehe fast jeden Tag Fotos mit der Nikon D500, die Vollformat sogar überlegen sind.

Ich habe inzwischen auch kein wirkliches Verständnis mehr für Menschen, die Tele-Fotografie und bewegte Motive mit Einzelbildmodus oder auch nur mit 5 B/Sec betreiben. Sie verpassen so viele atemberaubende Momente…

 

Erst wenn wir Menschen drastisch reduziert sind, wird es wieder mehr Tiere geben – das ist meine Erkenntnis.
Wo sollen die Tiere denn hin? Wenn wir alles betonieren oder fällen oder vergiften? Sicher gibt es jetzt spannende Begegnungen direkt in den Städten oder um unsere Häuser – aber dort wo die gebaut sind haben vorher viele Tiere und Pflanzen gelebt und jetzt suchen sich die letzten anderen Lebewesen nur einen Platz wo sie noch bleiben können.
Darüber können wir nicht froh sein!
Die Tierarten und Exemplare werden jetzt so schnell weniger, dass sich an jedem scheinbar spektakulären Motiv gleich dutzende Fotografen mit langen Tüten einfinden.
Und zu den langen Tüten gleich noch eins, Tamron, Sigma und Canon haben dafür gesorgt das Brennweiten wie 500 mm, 600 mm und jetzt sogar 800 mm und 1200 mm für fast jeden erschwinglich sind, der sich eine neue spiegelfreie Systemkamera kauft. Leicht, handlich, schnell, verwicklungsarm, scharf und preiswert – ist nur um 1000€. Was dazu führt, das Menschen wie ich immer mehr in der Horde stehen müssen und jedes Lebewesen schnell “totfotografiert” ist.
Es ist auch fast egal, welche Kamera dahinter ist, heute wird alles stabilisiert, enttäuscht und geschärft und fertig ist das Supi-Bild.
Schön ist das alles nicht mehr!

 

 

17. April 2017
Mittelformat 50 MP

In der letzten Woche ergab sich noch einmal Gelegenheit mit den drei aus meiner Sicht wichtigsten Mittel-Format-Kameras zu arbeiten:
Fujifilm GFX50S
Hasselblad X1D
Pentax 645Z

Nehme ich sie nacheinander in die Hand, fällt sofort auf das Pentax 500g mehr wiegt als Fuji und 750g mehr als Hasselblad. Die Pentax fällt auch erheblich größer und dicker aus als die beiden neuen Systemkameras ohne Spiegel.
Bei den Objektiven sieht das aber ganz anders aus, Pentax baut nicht wirklich schwerer oder größer als die anderen, neuen Objektive, kann aber dafür schon sehr viel mehr Bandbreite bis hinauf in den Tele-Bereich bieten.

Ein Fehler fällt auch gleich auf, den Pentax (bei den jüngsten Objektiven) und Hasselblad begangen haben: Sie haben den Blendenring weg rationalisiert. Eine dumme Entscheidung, denn noch stärker als beim Vollformat gehört er zu diesen großen Objektiven. Fujifilm hingegen, hat diesen wichtigen Bedienkomfort wieder eingeführt.

Trotz Größe und Gewicht, liegt die Pentax am solidesten in der Hand und die Hasselblad am schwächsten.
Beim Einschalten fällt auch erstaunliches auf, die Pentax und die Fujifilm sind schnell wach und aufnahmebereit, wenn auch längst nicht so schnell wie Nikon, Olympus, Canon und Panasonic. Auch Sony und Leica zählen zu den zu den langsamen Startern, aber die Hasselblad lässt sich sage und schreibe gut 7 Sekunden Zeit bis die Kamera einsatzbereit ist. Auf der Photokina dachte ich noch, das sei der frühen Version geschuldet, aber es ist offensichtlich so gewollt oder nicht anders gekonnt.
Die kompakte Größe qualifiziert die X1D am ehesten zur Kamera für draußen, aber ihre Technik disqualifiziert sie gleich wieder – für spontane Fotos oder auch nur gewohnten Umgang mit Systemkameras scheint sie mir bisher ungeeignet. Sehr schade!
Die Hasselblad ist ein kleines Kamerawunder, liegt super in der Hand und hat eine klasse Balance, trotzdem wird sie für mich als Werkzeug nie in Frage kommen.
Fehler Hasselblad:
– braucht 8-10 Sekunden um Einsatzbereit zu sein
– Bedienungsmängel
– Sucher ist gut, aber nicht sehr gut
– AF ist brauchbar, aber nicht schnell
– Kamera wird schnell warm, Energieverluste
– Kein Touchscreen für AF-Punkt
– Objektive durch eingebauten Verschluss sehr teuer
Die Bedienung der Fujifilm GFX50S finde ich nicht optimal, einiges ist komisch verteilt und nicht konsequent an der Praxis orientiert. Hasselblad versucht eine moderne Logik a la Leica und scheitert damit auch bei mir, das Konzept gibt zunächst zu viele Rätsel auf. Ganz anders Pentax, die Kamera bietet ausreichend Platz für große Knöpfe und Drehräder, für mich auch nach 30 Jahren noch eine ausgezeichnete Bedienung, bis auf den Wegfall des Blendenrades bei den neuesten Objektiven.

Der Autofokus aller drei Kamerasysteme kann sich nicht mit einer Nikon D500 oder Panasonic GH5 oder auch nur einer Fujifilm X-T2 messen. Dennoch fällt auf, Hasselblad ist langsam und schnell verwirrt, Fujifilm schlägt sich tapfer, hat aber noch viele Reserven und Pentax profiliert sich auch hier wieder mit mehr Erfahrung durch etwas mehr Schnelligkeit und sehr gute Präzision.

Gleich vorweg, die letztlich erreichbare Bildqualität ist am stärksten Abhängig vom Objektiv und Stativ – die Unterschiede der Sensoren sind nur marginal. Fujifilm hat hier einen kleinen Vorteil heraus gekitzelt, aber der rechtfertigt nicht zwingend den Kauf.

Entscheiden soll der Sucher: Kollegen, die die Kameras selten oder gar nicht in die Hand bekommen, waren verblüfft – der Sucher der GFX50S erschien ihnen recht brauchbar, der X1D Sucher war etwas weniger grieselig, aber der Pentax-Sucher stellt alle Kameras auf dem Weltmarkt in den Schatten. Kein Sucherbild ist so groß, so klar, so hell – macht so viel Vergnügen.
Doch es ist natürlich ein Glas-Sucher ohne die modernen Möglichkeiten eine Bild-Datei vorab, während und nach der Aufnahme genau beurteilen zu können. Aber dafür kann Pentax in die Waagschale werfen, dass man die Wirklichkeit, das Motiv, so klar wie mit keiner anderen Kamera sehen kann. Deshalb weiß ich nicht, ob ich so kühn sein sollte, mir eine Pentax-Kamera ohne Glas-Sucher zu wünschen – damit würde etwas sehr wichtiges in der Fotografie sterben. Auch in der K1 zeigt Pentax noch wie ein Sucher aussehen kann.
Und es sollte nicht ausschließlich elektronische Sucher geben, sie verbrauchen viel Strom und bieten noch längst nicht genügend Auflösung und klare Details.
Pentax muß es einfach gelingen, die Kamera kompakter, leichter und mit interner Bildstabilisierung zu gestalten – dann sind sie Gewinner.
Ich vermute man will sich die Option für noch größere Sensoren, eben echtes 6×4,5 Format offen halten – denn das scheint mir nicht unwahrscheinlich, dass es in den kommenden Jahren zurück kehrt.
Derzeit wird es (5,4×4 cm) nur zu extremen Preisen von PhaseOne angeboten.

Zu dem geforderten Preis ist die Fujifilm GFX50s eine hochspannende Kamera um die herum ein sehr modernes System entsteht. Ich war absolut fasziniert, damit zu arbeiten.
Wer viel unterwegs ist, wird sie mit mehreren Akkus schon wegen dem Gewichts- und Größenvorteil der Pentax vorziehen. Die Hasselblad ist leider mehr ein Studio- oder gar Fan-Produkt und am wenigsten ausgereift und letztlich am teuersten.

 

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

17. April 2017
Foto-Marketing – Fooled by Numbers

Das ist ein Spiel das die Foto-Industrie besonders gut beherrscht – Zahlen-Gaukelei:

In jüngerer Zeit werden wir mit gewaltigen Zahlen nur so bombardiert:

20, 24 und sogar 51 Millionen Bildpunkte Auflösung
25.600 – 51.200 – 102.400 – bis hin zu 1.6 Millionen ISO Empfindlichkeit
2.400.000 Bildschirmauflösung
4.400.000 Sucherauflösung
325 AF-Punkte
1/32.000 Sekunde Belichtungszeit

Aber, bitte lassen Sie sich nicht verrückt machen, mit besseren Fotos hat das nichts zu tun.

Bilder pro Sekunde
Beim Filmen sind 25 Bilder pro Sekunde notwendig um ruckelfrei schnelle Bewegungen des Motives oder zügige Schwenks und Zoomfahrten einwandfrei darstellen zu können. Aber auch wesentlich mehr Bilder, also 60 oder 120 pro Sekunde sind hilfreich um Effekte wie Zeitlupe zu erschaffen.
In der Fotografie ist das anders, 10 Bilder pro Sekunde sind hier schon eine außergewöhnlich hohe Geschwindigkeit – und inzwischen werden sogar 15 – 18 – 30 und 60 Bilder pro Sekunde beworben –
die nur in der Forschung und bei extrem schnell bewegten Motiven sinnvoll sind.
Dazu ist es aber sehr wichtig, dass viel Licht auf das Motiv fällt und die Kamera mit einer sehr kurzen Verschlußzeit arbeiten kann.
10 Bilder in einer Sekunde sind mit 1/250 Verschlußzeit nicht erreichbar.
So heißt es in der neuen Olympus E-M1II – die besonders schnell sein soll:
Serienmodus H – bis 15 Bilder pro Sekunde
Bilder werden mit ca. 15 Bildern pro Sekunde aufgenommen, während der Auslöser vollständig heruntergedrückt wird. Für Fokus, Belichtung und Weißabgleich werden die bei der ersten Aufnahme jeder Serie gespeicherten Werte verwendet.

Serienbildmodus L – bis 10 Bilder pro Sekunde
Bilder werden mit ca. 10 Bildern pro Sekunde aufgenommen, während der Auslöser vollständig heruntergedrückt wird. Fokus und Belichtung sind auf die gewählten Optionen für [AF-Modus] und [AEL/AFL] eingestellt.
Wenn Sie L oder PreCapture L verwenden, wird das aktuelle Bild im Live View angezeigt.
Wenn Sie H oder PreCapture H verwenden, wird das Bild angezeigt, das unmittelbar zuvor aufgenommen wurde.
Die Geschwindigkeit von Serienaufnahmen hängt vom verwendeten Objektiv und vom Fokus des Zoomobjektivs ab
Die Bildfolgerate für Serienaufnahmen sinkt ab einem [ISO]-Wert von 8000. Die maximale Bildfolgerate im lautlosen und Pro-Aufnahmemodus liegt bei 30 Bildern pro Sekunde.
Im lautlosen und Pro-Aufnahmemodus aufgenommene Bilder sind unter Umständen verzerrt, wenn sich das Motiv oder die Kamera während der Aufnahme schnell bewegt.

Merke: Die Serienbildgeschwindigkeit wird bei allen Kameras begrenzt durch:

– Die Belichtungszeit –
sie muß mindestens 1/250 Sekunde betragen, bei mehr als 10 B/Sek sogar noch deutlich kürzer sein
– Die Blenderöffnung –
die darf nicht zu weit geschlossen sein, dann sind auch keine kurzen Zeiten mehr möglich
– Den AF-Modus
– Die Bildstabilisierung
– Die ISO-Empfindlichkeit – viele Kameras können lediglich bis 1600 ISO schnelle Serien erlauben
– Niedrige Akkuladung
– Sonstige Sonderfunktionen

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

12. April 2017
Die nächsten Tests 70-200 mm


Da ich jetzt über die aktuelle Kamera- & Sensor-Technik von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic und Fujifilm verfüge, kann ich bei Objektiven wieder vieles ausprobieren.

Zuletzt waren das viele Nikon-Objektive mit einigen neuen Erkenntnissen:
D500 – an der schnellsten und aus meiern Sicht besten heutigen Kamera, mutiert jedes 70-200 mm Objektiv zum 105-280 mm – das klingt verlockender, als es heute ist, viele haben sich längst an die Beherrschung von Bildausschnitten wie sie 400mm bis 600 mm Brennweite bieten,  gewöhnt und ich bin häufig sogar mit 900mm Bildausschnitt unterwegs.

70-200 mm f:4.0 oder 2.8?
Ich finde, dieses Tele-Zoom muß sich unbedingt weiter entwickeln, dringend.
Es braucht entweder mehr Brennweite und weniger Lichtstärke oder eine ganz neue Konstruktion, die zumindest bei 50 mm beginnt.
– 4.0/70-200 mm VR, es reicht nicht nur, es ist sogar sehr gut, sehr scharf, sehr schnell und sehr leicht. Gegen ein 2.8/70-200 mm VR II macht es eine sehr gute Figur und schlägt es in den allermeisten Aufnahmesituationen.
CANON:
4.0/70-200 mm L IS – Baujahr seit: 2006 – Gewicht:  760g – Baulänge: 17,2 cm – Abb.-maßstab: 1:4.8 – Preis: 1150€
2.8/70-200 mm L IS II – Baujahr seit: 2010 – Gewicht:  1490g – Baulänge: 19,9 cm – Abb.-maßstab: 1:4.8 – Preis: 2000€

NIKON:
4.0/70-200 mm ED VR – Baujahr seit: 2012 – Gewicht:  850g – Baulänge: 17,7 cm – Abb.-maßstab: 1:4.0 – Preis: 1200€
2.8/70-200 mm ED FL VR – Baujahr seit: 2016 – Gewicht:  1430g – Baulänge: 20,3 cm – Abb.-maßstab: 1:4.8 – Preis: 2600€

TAMRON:
2.8/70-200 mm  – Baujahr seit: 2016 – Gewicht:  150g – Baulänge: 19,4 cm – Abb.-maßstab: 1:6.1 – Preis: 1600€

Ältere Exemplare würde ich heute (2017-04) weder von Canon und schon gar nicht von Nikon oder gar Tamron kaufen. Auch das aktuelle Sigma würde mich nicht zufrieden stellen.
Beste Wahl:
1. 4.0/70-200 mm Nikon ED VR
2. 2.8/70-200 mm  Nikon ED FL VR
Canon muß hier nach legen, Sigma hat Baujahr 2010, Tamron bleibt beim schwachen Abbildungsmaßstab, Pentax ist schwer und im Nahbereich nicht stark.

 

Etwas anders verhält es sich, wenn ich das neueste 2.8/70-200 mm VR FL mit den beiden 2.8ern vergleiche. Das Neue ist das Nikon Reportage-Tele, das von allen seit den 80iger Jahren das schärfste ist, es bleibt noch leicht, reagiert sehr schnell, hat endlich einen angenehmen Abbildungsmaßstab und ist sogar, je nach Exemplar etwas schärfer bei f:2.8/200 mm als der bisherige Champion Canon 2.8/70-200 mm L IS II (allerdings ist da ein Nachfolger in Produktion, der die Leistung mechanisch noch einmal neu definieren könnte, wofür Canon ja legendär ist).
Im Vergleich zum 4.0/70-200 mm VR, das jetzt endlich auch ein Fluorit-Element verwendet,  bewegen sich beide Nikkore auf höchstem Niveau ohne wesentliche optische Unterschiede. Nur Gewicht, Baulänge und Preis unterscheiden sich drastisch. Und die Abbildung gelingt im Nahbereich noch etwas größer mit dem lichtschwächeren Zoom.
Jeder muß für sich entscheiden, wie oft und zwingend er f:2.8 bei den Brennweiten wirklich braucht. Ob er kein längeres Tele anschaffen/mitnehmen möchte und nur Konverter einsetzen will.
Ich habe probiert, das 5.6/200-500 mm VR hat mehr Reserven, als jedes 2.8/70-200 mm plus 2.0x Konverter und selbst das 5.6/80-400 mm kann sich gut behaupten.
Wer mehr Tele braucht, kommt an einem zusätzlichen Tele nicht vorbei.
Deshalb wird das 2.8er immer mehr zum Prestige-Objekt und ist immer weniger das unverzichtbare Tele.
Ich wünsche mir nur dringend, das es zusätzlich ein aufgebohrtes Tele-Zoom mit Blende f:4.0 oder 4.5 gibt. Pentax hat ein 4.0/60-250 mm, das kann sicher schärfer und mit besserem Abbildungsmaßstab konstruiert werden. Und die optimale Lösung bleibt ein 4.5/50-300 mm.

Daran ändert auch ein günstiges, neues Tamron 2.8/70-200 mm VC G2 leider nichts – es mag ein günstiger Einstieg sein, kaum teurer als das 4.0/70-200 mm VR – doch es bleibt doppelt so schwer, hat einen schwachen Abbildungsmaßstab und ist deutlich länger und dicker.
Also schwere Entscheidung, gleichzeitig für Canon- und Nikon-Fotografen. Pentax- und Sony-Fans haben leider keine Alternativen.
Sigma und Canon werden als nächste angreifen.
Was haben die anderen?
Pentax bietet ein sehr gutes, sehr stabiles 2.8/70-200 mm – nur der AF bleibt etwas langsamer.
Sony kann auch hier wieder nicht mit Canon oder Nikon mithalten, die Unterschiede sind nicht gewaltig, aber ich würde kein Sony 2.8/70-200 mm GM haben wollen.
Fujifilm hat mit dem 2.8/50-140 mm OIS alles richtig gemacht, es ist schnell und sehr scharf. Preis und Leistung passen.
Olympus stellt mich mit dem 2.8/40-150 mm PRO ohne IS nicht wirklich zufrieden. Hier sind zu viele Kleinigkeiten unschön gelöst und die Hintergrundzeichnung missfällt mir häufig.
Panasonic hat sein 2.8/35-100 mm OIS leider nur geringfügig verbessert, aber es bleibt das klein sie und leichteste professionelle Tele-Zoom.

85 mm – 105 mm

Diese Brennweiten mit hohen Lichtstärken sind für mich die, auf die ich am wenigsten in der Fototasche verzichten möchte. Da heute jedes Taschen-Spielzeug eine brauchbare Knipse hat, aber noch lange keine 85-105 mm Brennweite mit höchster Lichtstärke hat (Apple hat gerade 2.8/64 mm geschafft, lächerlich).

Bei Sigma & Tamron bleibe ich sehr skeptisch, nichts desto trotz, Tamron hat sein G2 erheblich verbessert, der AF ist endlich schneller und es kann sich jetzt auch bei größte Blenderöffnung und 200 mm sehen lassen.
Für rund 1600€ scheint es eine gute und günstige Alternative zu sein. Dennoch würde ich vor dem Kauf derzeit eher auf das Sigma warten (vermutlich Herbst) oder ein gebrauchtes Canon 2.8/70-200 mm L IS II vorziehen.