Tresor  
Filo Rings

1. November 2025
Indian wildlife

Indian Wildlife – Eye to Eye
Canon 2,8/70-200 mm L IS II f:2,8
 
 
Willkommen!

Seit 16 Jahren ist Harrys Photo-Tagebuch online
24 Jahre war davor HarrysInFocus online. HarrysInFocus habe ich inzwischen still gelegt.
Über 930 Beiträge nur auf dieser Homepage.

Dank Dr. Tilo Seeger (www.drtseeger.de) konnte ich eine große Homepage aufbauen und mein vielfältiges Wissen zahllosen Fotografen vermitteln.
Ich bin seit mehr als 35 Jahren immer mit den neuesten Objektiven und Kameras unterwegs. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich am liebsten Tiere und alles was lebt und sich bewegt. Man vermutet bei mir gerne eine besondere Leidenschaft für Fotografie und Fotogeräte – das ist aber aus meiner Sicht nicht ganz richtig, denn meine wahre Leidenschaft brennt für meine Motive, für Tiere, für Natur, für Menschen – der Rest ist nur Technik.
Meine große Homepage “HarrysInFocus” wurde gerne mal zu bunt und zu verwirrend empfunden – sie ist aber eben auch so wie ich. Ein bunter Vogel, gerne mal chaotisch und zerstreut, oft knallig und manchmal zu viel auf einmal.
Ich bin nicht geradlinig und angepasst und farblos vielleicht auch nicht.
Ein Mensch hat viele Facetten, viele Gesichter, er kann vieles sein, je nach dem auf welche Seele er trifft… man muß es nur versuchen.
Ich versuche – ich mag grau nicht und bin immer auf der Suche nach Farben, nach Licht. Ich fotografiere spannende Tiere und Menschen – nicht nur einmal – immer wieder, mir fällt immer noch was ein. Mit einer Kamera kann ich zwar fast alles ablichten und doch verwende ich immer wieder andere Kameras und Objektive, und suche immer das Limit…
wie in meinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ (1982) bin ich gerne auf Messers Schneide.
Ich bin “Berlin – Herz & Schnauze”, gewagt und schüchtern, modern und hektisch und zugleich altmodisch mit viel grün, Wasser und Ruhe.
2010 fiel die Entscheidung, es mal mit ruhigen Farben und streng geordnet zu versuchen.
Dafür haben mir hier Andreas Klotz (www.Tipp4.de), Katrin Scheid und Sebastian Tänzer (www.Taenzer.me) eine ganz neue Plattform errichtet. Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Seiten mit massenhaft Fotos und Text gefüllt.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Vergnügen beim Stöbern, Entdecken und Lesen!

Per E-Mail (HarryPX@T-Online.de) bin ich jederzeit für Sie da und beantworte Fragen, Wünsche und Anregungen, biete Tests und
meinen Foto-Wissen auf USB-Stick. Rein ins Vergnügen…

Und bitte nichts mopsen und nichts ohne meine Zustimmung zitieren oder gar kopieren und ins Netz stellen!
Seien Sie lieber selbst kreativ!

Auf Anfrage – können Sie mich für eine Portrait-Session oder ihre Feierlichkeit buchen. Ich bin kein Freund von festen Preislisten, Preise ändern sich ständig.  Alles ist abhängig vom Aufwand, Nachbearbeitung und Zeit – deshalb einfach eine kleine Mail an mich und sie bekommen ein persönliches Angebot.

Dies ist KEINE Fan-Page – KEINE Werbung, KEINE Suchmaschinen-Links und Optimierung

Auch wenn hier auf meiner Seite Markennahmen wie Canon, Nikon, Novoflex, Olympus, Panasonic, Pentax, Leica, Zeiss & Apple häufiger als vielleicht sonst gewohnt auftauchen – bitte ich Sie herzlich – das nicht als Fan-Page miss zu verstehen. Diese Marken sind hier präsent, aufgrund langjähriger, oft positiver Erfahrungen. Canon und Sony werden wohl am häufigsten besprochen, weil Sony die innovativste Firma hat und Canon noch das größte System und die meisten Kunden hat, nicht weil ich es für die beste Herstellerfirma halte. Grundsätzlich sind mir Marken-Namen und Firmen egal und ich übe da keine Solidarität – denn das wäre zu kurzlebig. Es sind alles Hersteller die Produkte vertreiben und offensiv versuchen Geld zu verdienen. Nachdem ich nun seit 30 Jahren „InFocus“ schreibe und 15 Jahre lang meine Info-News „BlitzLicht“ heraus gegeben habe, werde ich mich ab jetzt auf diese Homepage konzentrieren – mit meinem gesammelten Fotowissen seit 30 Jahren und meinen regelmäßigen Tests aktueller Objektive und Kameras. Da ich unbedingt unabhängig bleiben will von einflussnehmenden Redaktionen (die zumeist über wenig Praxis-Wissen verfügen) den Herstellern, den Vertreibern und der Werbe-Industrie und ein Abo-Preis wie bisher vermutlich immer weniger Menschen interessiert – stelle ich hier mein gesamtes Wissen ab jetzt jedem zur Verfügung. Ich biete jedoch noch viel mehr, intensive Beratung per Mail – speziell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Objektive und Kameras und Zubehör, die ich zum fairen Preis gebraucht und neu beschaffe.
Als Honorierung erhoffe ich mir wie meine nordamerikanischen Kollegen eine jährliche Spende um diesen hohen Aufwand vor mir und meiner Familie zu rechtfertigen.
Sie können einen beliebigen Betrag ab 35 € HIER spenden.

Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass meine Leser durch meine Beratung und Tests viel Geld einsparen konnten, da ich immer als preisbewusster Berater und nie als “Anpreiser” von Marken fungiere. Oft genug rate ich auch vom Kauf ab. Auf meine gezielte Fachberatung per E-Mail können Sie immer zurückgreifen!)

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

1. Dezember 2014
USB-Stick & DVD

Seit 25 Jahren unabhängige Praxistests – für:
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22. September 2026
Reise in die Vergangenheit – 80er Jahre – Nikon gegen Pentax 1.4/85 mm

 

Neben dem lichtstarken 35 mm Objektiv zählt fraglos ein 85 mm Tele zu den bis heute begehrtesten Objektiven der bildgebenden Kunst.

Ich bin in einer Welt aufgewachsen in der die Tele-Perspektive sehr begehrt und sehr starke Bildwinkel noch kaum möglich oder nur mit eingeschränkter Qualität realisierbar waren.
Heute sind Weitwinkel besonders wichtig, alles soll scharf sein und die eigene Person mittendrin.
Anfang der 80er Jahre kamen die zwei besten Kameras des Weltmarktes fraglos von Nikon: F3 (1980) und Pentax: LX (1980).
(Ja es gab auch bald eine Leica R4 (1980) und M6 (1984) mit sehr guten Summiluxen, beide teuer und trotzdem veraltet
es gab die Contax RTS II (1982) mit dem Planar, mir zu anfällig
die Canon F1N (1981) mit dem 1.2/85 mm L, mir zu altmodisch und grob
die Minolta XD7 (1977) mit dem 1.7/85 mm Rokkor ist einiges lichtschwächer,
Olympus OM4 (1983) mit lichtschwächeren 2.0/85mm, und später einem der wichtigsten OM-Objektive, dem 2.0/90 mm Macro – um nur die wichtigsten zu nennen.
Die waren alle spannend, aber sein wir doch ehrlich, damals wollte jeder eine F3 und die Aussenseiter träumten von der LX.

So weit zu den Kameras.
Bahnbrechend war die Entwicklung des hochlichtstarken Nikkor 1.4/85 mm, so dachte ich bisher. Doch ich mußte bei der Recherche einiges lernen, auch Leica hatte schon sehr früh hochlichtstarkes 1.5/85 mm für M39 Schraubgewinde, Canon hatte 52 noch sein S 1.5/85 mm fremd eingekauft, doch schon 1976 mit dem 1.2/85 mm S.S.C. für FD-Bajonett noch vor Nikon seine Bestmarke gesetzt. Zeiss hat sich schon 1975 für Contax und Rollei stark gemacht und 1981 auch Canon mit seinem 1.2/85 mm Paroli geboten.

Und dann gab es noch 1.0/50 mm L von Canon und das Zeiss 0.7/50 mm Planar!
Leica ging am liebsten eigene Brennweitenwege, wie mit dem M 1.4/75 mm.
Dann gab es hochlichtstarke f:1.2 Objektive für das halbe- und Viertel-Format:
Leica MFT 1.2/42,5 mm, Olympus MFT 1.2/45 mm, Fuji XT 1.2/56 mm, bei offener Blende unterscheiden sie sich jedoch in der Bildwirkung von Kleinbildobjektiven, denn sie würden bei MFT ein 0,7/45 und bei Halbformat ein 1.0/56 mm erfordern.
Immerhin gibt es Voigtländer (Cosima Japan) mit MFT 0,95/42.5 mm und 1.5/75 mm für Kleinbild.

Das 85er ist bis heute meine große Objektiv-Leidenschaft, auf alles könnte ich verzichten, aber darauf nicht.
Ich lasse sie alle schwärmen vom 50er, 35er oder gar 28er, nichts kommt meiner favorisierten Bildsprache eines 85er nah genug.
Nur das Nikon AF-S 1.4/105 mm hat mich schwach werden lassen und hätte ich gerne heute wieder als Z-Version.
Bei Blende f:1.4 im Porträt-Telebereich ist ein schneller Verfolgungs-Autofokus praktisch unverzichtbar oder man arbeitet mit sehr großer Ruhe und verlässt sich auf sein Glück. Sicherlich wurden auch vor Sony Alpha schon scharfe Aufnahmen bei offener Blende belichtet. Auch mir ist das schon gelungen. Aber sobald ich und das Modell ungezwungen, frei beweglich sein wollten, war ohne stärkeres Abblenden kaum ein scharfes Bild zu erzielen.

Was gab es nicht alles:
Canon S 1.5/85 mm (1952)
Canon FD 1.2/85 mm (1976)
Canon NFD 1.2/85 mm (1980)
Canon 1.2/85 mm L (1989)
Canon 1.2/85 mm L II (2006)
Canon 1.4/85 mm L (2017)
Canon R 1.2/85 mm L (2019)
Canon R 1.2/85 mm L DS (2019)
Leica 1.5/85 mm Summarex M39  (1943)
Leica R 1.4/80 mm Summilux
Leica M 1.4/75 mm Summilux
Leica 1.5/90 mm Summilux (2019)
Nikkor M 1.5/85mm (Anfang der 60er)
Nikkor AI-S 1.4/85 mm (1981)
Nikkor AF-D 1.4/85 mm (1995)
Nikkor AF-S 1.4/85 mm (2010)
Es handelte sich immer um die gleiche Version, bei der nur die Außenhülle, die Vergütung und beim AF-S die 9 Blendenlamellen abgerundet wurden.
Nikkor AF-S 1.4/105 mm (2016)
Nikkor Z 1.2/85 mm (2023)
Minolta AF 1.4/85 mm
Pentax A* 1.4/85 mm (1984)
Pentax FA 1.4/85 mm (1992)
Pentax DFA* 1.4/85 mm (2020)
Sigma 1.4/85 mm EX (2010)
Sigma 1.4/85 mm ART (2016)
Sigma 1.4/85 mm ART DN (2020)
Sony A 1.4/85 mm GM (2016)
Sony A 1.4/85 mm GM II (2024)
Zeiss – Contax 1.4/85 mm Planar (1975)
Zeiss – Contax 1.2/85 mm Planar (1981)
Zeiss 1.4/85 mm Milvus
Zeiss 1.4/85 mm Otus
Vivitar 1.4/85 mm
Meike AF 1.4/85 mm
TTArtisan 1.25/90 mm M

Einige habe ich vermutlich vergessen, aber die wichtigsten sind hier aufgelistet.

Heute gibt es vor allem eine Besonderheit, Nikon verzichtet auch in neueren Konstruktionen auf aspherische Linsenelemente, wie beim 1.4/85 mm (alle Versionen), beim 1.4/105 mm und sogar beim Z 1.8/85 mm. Erst das Z 1.2/85 mm S verfügt erstmals 2 aspherische Linsen – weil es alle machen und an den Bildrändern heute oft mehr Schärfe verlangt wird. Damit ist es jetzt auch vorbei mit dem einzigartigem Nikon-Look. Denn um absolute Schärfe über das komplette Bild, wie auch über komplette vignettierungs-freiheit ist es ja bei Porträts noch nie gegangen – also ich lehne das ab. Schon das Zeiss OTUS war viel zu scharf an den Rändern.

Doch das zielsichere Scharfstellen auf die Pupille mit f:1.4 war weit schwerer als erträumt. Bis heute ist es schwer an einer Spiegelreflex ohne elektronische Bildvergrößerung und farbigen Konturen ein superscharfes Bild bei offener Blende mit einem dieser Objektive einzufangen. Das liegt nicht alleine an der Blende, sondern daran, dass die Schärfentiefe aus 1-2 m Abstand so gering ist, dass schon kleinste Bewegungen von Modell oder Fotograf die exakte Schärfe zunichte machen. Da hilft nur, Stativ einsetzen und Modellkopf gegen eine Wand lehnen. Oder eben heute zur Not die Augenverfolgung bei Schärfennachführung und 5-10 BpSekunde verwenden. Oder auch das Bild am Monitor oder im Sucher so stark vergrößern, dass endlich auffällt wann die Schärfe nicht sitzt – trotzdem muss man dann unbeweglich bleiben.

Nur mit wenigen dieser Objektive habe ich bis heute nicht fotografiert.
Früher war die Farbzeichnung sehr wichtig, vor allem Zeiss Objektive und auch Canon Objektive waren eher ausgesprochene “Kaltzeichner” und überzeugten mich weit weniger als die optischen Konstruktionen von Nikon, Pentax, Minolta und Leica. Besonders mit Canon, deren Kameras mich jetzt seit immerhin fast 40 Jahren begleiten, war ich aufgrund der Farbsäume immer sehr unglücklich. Heute lassen sie sich endlich herausrechnen, doch Canon hat mir mit seinen Asphären und f:1.2 nie beim fotografieren die benötigte Sicherheit gegeben. Wenn es auf jeden Millimeter ankommt brauche ich die beste Linsenkonstruktion, die machbar ist. Zeiss war mit OTUS, der erste der eine neue Qualität brachte, sogar Sigma hat sich mit der ART-Serie angestrengt

Wenn ich mir für 2025 ein einziges Objektiv auswählen müßte, wäre es zweifelsfrei das 640g leichte und wunderbar abbildende Sony A 1.4/85 mm GM II. Denn Sony verfügt auch über den besten Pupillen-Erkennungs-AF aller modernen Kameras. Alle Objektive mit Lichtstärke f:1.2, die nur ½ Blende mehr Licht bringen und erheblich schwerer und dicker sind, führen aus meiner Sicht in die falsche Richtung.
Tatsächlich fotografiere ich am liebsten mit einer Fujifilm GFX 100II und dem 2.0/110 mm Menschen. Das ist das bei weitem beste Objektiv, die Kamera hat den besten Sucher aller Kameras und bittet mit 100 MP Sensor, was kein anderer so überzeugend bieten kann.

Was fällt im direkten Vergleich auf?
– Nikon baut deutlich dicker: 7,3cm und schwerer: 608g nackt
– Pentax bleibt schlank: 6,6cm und mit 545g nackt spürbar leichter
– Nikon verzichtet auf f: 22 und hat aber 9 Blendenlamellen
– Pentax kann auch f:22 und hat auch die 9 Lamellen
– beide verwenden eine gerundete 9 Lamellen-Blende, die vermutlich zugekauft wurde
– Nikon größter Glasdurchmesser: 8,0cm
– Pentax größter Glasdurchmesser: 7,32cm
– Nikons Hinterlinse ist etwas kleiner als die von Pentax
– Nikon nimmt sich 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer
– Pentax gravierte alles auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm
– Nikon braucht 72 mm Filter und Pentax kommt mit 67mm Filtern aus
– Nikon verwendet eine schöne, kompakte Einschschraub-Sonnenblende
– Pentax verwendete leider eine gut 2 cm breitere, lange Metallblende, die die ganze Erscheinung hässlich machte
– Nikon Hartplastik Blendenring nur in ganzen Stufen
– Pentax Metallring in halben Stufen

Hier erklärt sich auch, das ich die Bezeichnung oft anders angebe als heute oft praktiziert wird. Mit Pentax aufgewachsen, kommt bei mir immer zuerst die Lichtstärke un danach erst die Brennweite, Nikon graviert es umgekehrt.
– beide fokussieren zum Glück anders als Canon in die gleiche Richtung – Drehung nach links für mehr Naheinstellung!
Deshalb haben mich Canon, Tamron, Sigma und Co meistens genervt!

Das Material:
Beide Objektive sind sehr, sehr wenig gebraucht und man sieht nur kleinste Gebrauchsspuren und etwas feinen Staub zwischen den Linsen. Beide wurden offensichtlich bewegt, denn auch nach gut 40 Jahren ist kein Verschleiß, kein Ruckeln, kein Stocken und erst recht keine Verharzung feststellbar!
Beide Lichtriesen verwenden viel Metall (eine Aluminium- oder Magnesiumlegierung vermute ich).
Der Rand des inneren Tubus bei Nikon wirkt dicker und solider, er fährt aber nur 1,0cm aus und die schnell Drehung legt nur rund 120° zurück.
Pentax hingegen fährt um 1,8cm aus und vollzieht eine rund 160° Drehung.
Daraus lässt sich schließen, das dieses Pentax Objektiv sich genauer und etwas feinfühliger fokussieren lässt.
Speziell den Pentax Takumaren mit Schraubbajonett sagen Experten einen besonders seidenweichen Lauf nach. Ich habe ein SMC Takuma 2.5/135 mm da und gefühlt fährt dieses 1.8/85 mm A* noch zeitiger, noch flüssiger zur Schärfelinie. Dagegen läuft das Nikkor mit leichter “Delle” im letzten Drittel der Naheinstellung und in den ersten beiden Drittel weniger weich und gar nicht seidig.
Zum manuellen Fokussieren ziehe ich das Pentax A* in jedem Fall dem Nikon und allen anderen Pendants dieser Lichtstärke und Brennweite vor.

Nikon nimmt sich weiterhin 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer, alles ist vorne im Objektiv zu sehen, auch von jedem Modell. Pentax hatte früher genauso innen graviert, doch seit den M-Objektiven ist das anders. Alles wird auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm graviert. Vom Modell aus gesehen ist kein Schriftzug mehr zu sehen, nichts kann reflektieren.

Beide verwenden einen genarbten, dicken Gummi anstelle der früher üblichen aus metall gefrästen Fokussierhilfe. Bis heute kann ich die Metall-Fokussierringe nicht leiden, auch nicht am modernen Voigtlönder. Sie zerkratzen zu schnell und sehen schnell gebraucht aus. Auch wenn Viele das reine Metall mehr schätzen, ich brauche meinen Gummiring!
Ganz anders sieht es mit dem Blendenring selbst aus. Pentax verwendete ihn noch sehr lange, Sony hat ihn wieder eingeführt, obwohl er Ende der 80er von Minolta und Canon verdammt wurde. Nikon mußte spät nachziehen und das zählt zu den Dingen, die einen gegen Nikon aufbringen können. Der heutige, programmierbare und gefühllose (knickfreie) Ring am Objektiv, den uns Canon und Nikon schön reden wollen, hat alles vom Charme eines Blendenrings, einer Präzision verloren! Hier noch mal ein Hoch auf Sony und Panasonic/Leica – die wissen wie es geht!
Schon damals waren Blendenringe häufig aus Hartplastik, Canon, Minolta und auch an diesem 85er Nikkor ist er plante und relativ gefühllos. Er rastet nur in ganzen Stufen ein – peinlich!
Pentax lässt außer beim größten und kleinsten Wert alle Blenden halbstufig einrasten – nur so kann es sein. (⅓ Stufen finde ich schon wieder lästig, man kommt nicht so schnell manuell auf den gewollten, richtigen Wert!). Nikon liefert hier keine Präzision, die Blende ratscht einfach laut hörbar durch. Der Plendenring am Pentax Objektiv lässt sich sanft, präzise und deutlich leiser einstellen. Auch verfügt Pentax über einen satten Stift, der die Blende in A-Stellung bringt. Bei Nikon “gilt” f:16 als A-Stellung und bei späteren Modellen kam ein kleiner Plasteschieber hinzu.
Aber Nikkor hat den von vielen geliebten Chromring, so ist es auffällig und leicht als Nikkor zu identifizieren. Das Pentax bleibt unauffällig und verzichtet auf jeden Chrom, nur der kleine grüne Stern mußte sein.
Zu den verwenden Farben:
Bei Pentax ist auch das gravierte A am Blendenring grünend ft und m Skalen haben unterschiedliche Farben, Ft in hellblau und m in zartem sandgelb. Im gleichen Farbton ist eine Halbkugel 2cm rechts von der orangeroten, sehr gut sichtbaren Arretierung angebracht. Die sandgelbe Knubbel (früher weiß) rechts am Objektiv dient der Orientierung des Daumens beim Ansetzen des Objektives. Mit ihm kann man sich bei wenig Licht orientieren, beim Ansetzen muß er auf einer Höhe mit dem Entriegelungsknopf rechts an der Kamera sein! Pentax lässt hier gar keinen Zweifel wo und wie das Objektiv an der Kamera arretiert werden soll, absolute Liebe zu Detail.
Nikon hat nur einen kleinen weißen Punkt zum ansetzen, sehr spartanisch.

Die Optik:

 

 

Keine Sorge, ich werde jetzt nicht alle 80er Jahre Objektive vergleichen und jüngere aus den 90ern oder vor Sony GM schon gar nicht, ab da wurde alles nur schlechter. Auch bei Pentax folgte nach der A-Serie, von den Limited-Objektiven abgesehen, nur noch Plaste. Und auch bei Canon, Minolta, Nikon und Co wurde es eher gruselig. AIS und A waren die mechanische Krone der manuellen SLR-Objektive.
Es lohnt sich auch nur selten noch ältere Objektive zu suchen, oft sind die Linsenrechnungen identisch, aber die Vergütung erheblich schlechter. Also begann gut auszusehen mit Pentax Takuma Super Multi Coating, davon war weitgehend Lichtverlust bis sogar neben im Sumpf. Das kann mal schön aussehen, erreicht man aber auch durch anhauchen, wie schon Herr Hamilton wußte.

 

5. Juli 2019
Neue Objektive 2019

Bei den Objektiven ist der Wurm drin
Weder Tamrons 2.8/28-75 mm finde ich sonderlich spannend oder auch nur preiswert, noch das 2.8/17-28 mm.
Und jetzt kommt Sigma nach gehechelt und wird 4 neue Objektive für Sony FE-Bajonett und vermutlich bald auch L-Bajonett vorstellen:

1.2/35 mm Art
Diese neue Meisterleistung scheint die meisten Fotografen anzusprechen, bis Preis und Gewicht und Abmessungen fest stehen… wirklich vermisst, mit ½ Blende mehr Lichtstärke hat dieses Objektiv sicher bisher niemand. Schon die 1.4/35 mm wurden nicht so häufig verkauft und Canon fertigt bisher das Beste mit BR-Glaselement. Der Preis wird sicher deutlich jenseits 1000€ liegen.

2.8/45 mm PanCake, dass so eine weitere Konstruktion ein Renner wird, lässt sich allenfalls durch einen Preis um 200€ mutmaßen. Ein 2.0/43 mm wäre mutig gewesen und ein 1.8/43 mm hätte neue Hoffnung gegeben – aber das hier wird vermutlich nur ein Billigheimer mit sehr gleichmäßiger Schärfe und einfacher Fassungsqualität.

2.8/14-24 mm Sport, dass spricht von den Daten ebenfalls viele Semi-Pro-Fotografen an, aber es wird groß, fett und teuer und ich vermute ein 4.0/12-24 mm wird die sinnvollere Variante bleiben.

2.8/24-70 mm Sport, soll erst 2020 erscheinen,wie erwartet kein 2.8/22-80 mm oder auch nur ein 2.8/28-105 mm. Sigma bleibt wie alle Japaner dem 24-70 mm – 70-200 mm Kodex verhaftet. Reicht mir nicht und brauche ich nicht.

Die spannendste Frage:
Diese neuen Sigma-Objektive werden zuerst für Sony und das L-Bajonett erscheinen und im kommenden Jahr dann wohl auch für Nikon Z und Canon R.  Geschieht das aber nicht und folgen nicht rasch Objektive für Canon und Nikon – von Sigma und Tamron – dann ist das ein Scenario was vielen Anwendern sehr missfallen wird und könnte eine stärkere Abkehr von den beiden Profi-Traditions-Marken zur Folge haben. Aber Sigma hat in den letzten Jahrzehnten so viel Geld mit Objektiven für Canon Bajonett verdient, das ich mir einen Verzicht auf Canon oder Nikon kaum vorstellen kann. Technisch wird es aber auf jeden Fall eine größere Hürde.

Sony und Sigma werden neue 35 mm Reportage-Objektive mit hoher Lichtstärke vorstellen.

Sigma will einen neuen Rekord aufstellen und eine spiegelfreie Konstruktion 1.2/35 mm und Sony ein vernünftiges 1.8/35 mm auf den Markt bringen.

Betrachtungen 35 mm
Ein lichtstarkes Objektiv im Bereich 35-55 mm ist meistens hilfreich – vor allem wenn es lichtstärker und kompakter als lichtstarke Zooms ist.
Ob es dann ein f:1.2 – 1.4 – 1.8 – 2.0 ist, kommt mir oft nebensächlicher vor.
Ich kann damit bei sehr wenig Licht weit bessere Bildergebnisse erreichen, als mit Smartphones und Kompaktkameras, wenn ich die Empfindlichkeit des Sensors nicht zu hoch pushen muss.
Hintergründe ausblenden gelingt nur gut durch Nähe zum Vordergrund-Motiv – sonst ist man mit 85-135 mm Brennweite immer besser beraten.
Wenn ich jetzt an modernsten Kameras ohne Prisma, die meist zwischen 500-800g wiegen, ein 1 Kilo Glas verwende, gerät das Fotowerkzeug deutlich aus der Balance. Das kann mal sinnvoll sein, aber 1.8/35 mm mit 400g Gewicht ist in der Praxis meist vorteilhafter.
Nikon hat sein 1.8/35 mm Z von hervorragender Schärfe, Canon R hat es mit dem 1.8/35 mm Macro noch spannender gelöst. 300g mit besonderem Nahbereich machen wirklich Freude, auch wenn der AF nicht superschnell und leise ist.
Tamron hat nicht verstanden, das die DSLR-Züge im Bahnhof auf dem Wartegleis stehen und vielleicht gar nicht mehr richtig Fahrt aufnehmen und DSLM ja im Vollformat erst richtig Dampf bekommt. Das 1.4/35 mm SP Jubiläumsobjektiv für die „alten“ Bajonette wird wohl kaum viele Käufer finden.
Sigma hat mit einem FE 1.2/35iger also wieder Zukunft im Gepäck und will gleich erneut einen Weltrekord bieten.
In sehr kleinen Produktionszahlen sicher ein spannendes Wagnis.

Auf Reisen ist das für mich keine Option und zu Hause im Objektivschrank ist dafür kein Platz mehr.
Aus meiner Sicht gehen Tamron und Sigma sehr schwierigen Zeiten entgegen, alle Hersteller müssen und wollen neue, beste Objektive bieten – da wird die Luft für Alternativen sehr sehr dünn – wenn sie nicht sehr preiswert und kompakter sind.
SIGMA war immer besonders innovativ, ich bin gespannt womit sie sich da weiter besonders profilieren möchten. Sie haben vieles im Telebereich vernachlässigt, es sollten längst 4/300 mm, 2.8/300 mm, 3.5/400 mm, 4.5/500 mm und Macros für Sony FE und andere verfügbar sein…
Und die Weitwinkel können heute noch viel besser auf DSLM optimiert werden.
Das Smartphone wird als Kamera zweckentfremdet, da es immer dabei ist, Kameras können sich nur behaupten wenn sie modularer und besser an das moderne Leben angepasst sind und zusätzlich kompakt, handlich, leicht und bezahlbar werden.

 

Sony zu kleines Bajonett?

Sony beweist mit jeder Objektiv-Neuvorstellung – dass das „zu kleine Bajonett“ nur ein von Canon eilig herbeigeredetes Marketing-Gesülze ist.
Es mag schwieriger sein f:1.2 oder f 1.0 Objektive für kleinere Bajonett-Durchmesser zu berechnen (allerdings wie macht Leica das seit Jahrzehnten für M?), aber selbst wenn, wer braucht diese Lichtstärke wie oft und ist bereit dafür zu zahlen und sie zu schleppen?
Mir reicht wenn ein 2.8/400 mm oder 5.6/100-400 mm schneller, leichter und schärfer sind als die zwei einzigen Mitbewerber.
Ich freue mich wenn Nikon richtig durchstartet, denn ich nehme gerne eine Z mit 14-30 mm, 1.8/20 mm, 1.8/35 mm für passende Motive und auch wenn Canon erstmals ein wirklich leichtes und kürzeres 2.8/70-200 mm zum vernünftigen Preis bringt – denn das bringt alle anderen unter Druck und zur Neuberechnung – kaufe ich gerne und auch Panasonic, die als erste für Vollformat ein nahtaugliches 4.0/24-105 mm geschaffen haben.
Jede Marke hat ihre Kernkompetenz oder muss sie noch erarbeiten und tut im Marketing alles (auch pseudowissenschaftliche Behauptungen) um sich von allen anderen abzugrenzen und seinen „Fans“ ein erhabenes Gefühl zu verschaffen.
Beste Bildideen und Umsetzungen können ohnehin nur Fotografen liefern und niemals Kameras.

 

Sigma Art-Festbrennweiten
Ein neues Sigma ART 1.2/35 mm FE für spiegelfreie Sony-Kameras kündigt sich an. Die Rechnung wird nicht aufgehen.
Für Sigma war wichtig, dass sie aus der schlampigen Ecke mal heraus kommen, das ist mit ART weitgehend gut gelungen – aber die Preise dafür sind eben (ganz abgesehen vom verrückten Gewichts-Leistung-Verhältnis) zu überproportional gestiegen.
Es kann nicht jeder Hersteller plötzlich Leica sein und 200-500 Stück zum Luxus-Fantasie-Preis für die ganze Welt produzieren und die besonders Reichen schmücken sich meist lieber mit Booten, Flugzeugen, Rennwagen, Oldtimern, Uhren, Klamotten und Partnern – als mit Kameras.
Wenn der zweite Chinese oder Vietnamese oder Koreaner eine DSLM-Kamera vorstellt und das ist nicht mehr undenkbar (Samsung ist leider an sich selbst gescheitert) – wird der japanische Kamera-Clan schnell absaufen. Es ist jetzt schon bedenklich was da an billigen Objektiven, Blitzen, Stativen und Zubehör in großen Stückzahlen auf den Markt geworfen wird.

Aber die andere Seite ist, wenn weiter so viele Menschen bereit sind 500-1500€ für ein Smartphone auszugeben – was ja auch der totale Luxus ist und sich in nur 2-4 Jahren nie bezahlt macht, dann werden Kameras auch weiterhin 1000/2000€ und weit mehr kosten, offensichtlich zahlen das genug Leute.
Ich vermute weiterhin, das Kameras ohne Sucherprisma viel preiswerter und schneller hergestellt werden können als DSLRs. Und auch Objektive lassen sich heute viel leichter und schneller neu berechnen.
Die Preise sind generell nicht von dieser Welt. Was aber auch für Autos und vieles Andere gilt – was zu völlig absurd überzogenen Preisen trotz 2stelliger Rabatte angeboten wird – es wird einfach ein Raubbau an menschlicher Arbeitsleistung, an Umweltschutz und natürlicher Ressourcen betrieben und auf die Zukunft der Welt geschi….en.
Wir sind die Dummen, die das viel zu oft zahlen. Wenn man sieht wie schwer sich schon Nikon und Canon tun, etwas Neues (System/Bajonett) anzuschieben und zu etablieren, dann braucht es nicht viel Fantasie um sich auszumalen, dass ein L-Bajonett nur für eine sehr sehr kleine Anwendergruppe interessant sein wird und Sigma wird daran allenfalls mit besonderen Objektiven etwas ändern können, aber nicht, wenn diese kostspielig und schwer sind. Bei den Kameras sehe ich einfach keinen wesentlichen Platz für Sigma. Schon die Lücken für Leica und Panasonic sind winzig. Ob da Foveon oder Towerjazz das Licht aufzeichnet und aufarbeitet ist für die allermeisten Fotografen unbedeutend und Unterschiede bisher mehr herbei geredet als tatsächlich vorhanden. Selbst viele Canon-Fotografen können und wollen ja die Unterschiede zu vermeintlich besseren Sensoren nicht erkennen und die sind wirklich leicht feststellbar – am Ende bügelt Software-Bildbearbeitung vieles glatt – es ist praktisch fast unmöglich geworden sich mit einer technisch “besseren” Kamera zu profilieren. Haptisch besser und elektronisch schneller geht immer und manche Kamera passt einfach besser in die Hand als andere und ist logischer, intuitiver zu bedienen. Echte Unterschiede können für mich beinahe nur noch vom Objektiv kommen, dass mir mehr Möglichkeiten oder tatsächlich gleichmäßigere, auf die Spitze getriebene Bildinformationen liefert. Doch wenn das dann zu einem Canon 2.0/28-70 mm, Sigma 1.4/105 mm, Panasonic 1.4/50 mm und ähnlichem führt – dann stehen Preis und Größe nicht mehr in gesunder Relation zum Nutzen.

Beinahe alle japanischen Objektivanbieter sind viel zu verhaftet in einem starren Korsett, es muss immer 24-70 mm – 70-200 mm sein, an 3.4/24-90 mm oder 2.8/50-200 mm, 4.5/50-300 mm wird nicht gedacht es muß ein 4.0/400 mm oder 2.8/400 mm sein – warum kein 3.4/400 mm, kein 5.6/600 mm? immer wieder ein 2.8/100 mm Makro – warum nicht endlich ein 3.4/60-120 mm Macro-Zoom? Bisher hat da nur Olympus viel für mFT getan und neu gedacht. Na ja vielleicht fällt ja Sigma für die neuen Bajonette mal etwas ein…

Tamron schickt für Sony Alpha FE Vollformat ein neues 2.8/17-28 mm RXD ins Rennen um die Gunst der letzten Käufer.

Der Preis von 999€ im Vorverkauf ist ja wohl der Hammer. Der neueste Trick, bevor es dann 1300€ kosten soll, um die Leuten schnell zu einem Kauf zu drängen. Das wäre mir weder 1300€ noch 1000€ wert. Und es wird bald für rund 800€ zu kaufen sein, wie immer bei Tamron.

Für so ein schönes, stabiles Super-Weitwinkel-Objektiv mit perfektem Brennweitenbereich und Schärfe, so leicht, so unauffällig, so wunderbar schnell und schön scharf.
Das muß ich haben! IRONIE AUS.
Ich finde schon den Bereich 17-28 mm reichlich schräg – erinnert an den unzureichend scharfen Flop 4.0/17-40 mm von Canon. Und das, wo wir heute über 12-24 mm, 14-30 mm, 16-36 mm Objektive verfügen können.
Die dann auch ab 1300€ zu haben sind.
Außer für Spezialanwendungen, Himmels, Nacht und UW-Fotografie sehe ich keinen Sinn in einem schweren, unterkorrigiertem f:2.8 Superweitwinkel-Zoom.
Aber das sind nur meine Gedanken dazu – Objektive, die die Welt nicht braucht.
Abbildungsmaßstab: 1:5.3 – Gewicht: 420g – Baulänge: 10 cm – Filter 67 mm, konvexe Frontlinse – Stepper-AF-Motor, nicht besonders schnell

Sobald ich es testen konnte, schreibe ich mehr zur optischen Eignung, Mechanisch ist es gutes Mittelmaß. Für Sony Superweitwinkel würde ich nur das 4.0/12-24 mm empfehlen.
Generell hat Nikon mit dem 4.0/14-30 mm Z bisher das spannendste, beste und praktischste SWW-Objektiv der neuen spiegelfreien Zeit im Portfolio!

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

2. Juli 2019
Olympus 3.5-6.3/12-200 mm in der Praxis


Olympus 3.5-6.3/12-200 mm Super-Zoom E-M1II

Wichtiger denn je, bei jeder Bewertung: Aus welchem Gesichtspunkt und mit welchen Erfahrungen bewertet die Person?
Ich teste seit 30 Jahren Objektive auf die Eignung für vorbestimmte Motive bei unterschiedlichen Licht- und AF-Situationen. Immer in der Praxis, immer auf der Suche nach dem besten, aktuellen Kompromiss. Perfektion existiert nur in der Fantasie und Objektive zeigen je nach Einzelstück und Kamerasensor sehr unterschiedliche Leistungen. Ich bin kein Fan von „Marken“ oder „Systemen“ sondern von der Fotografie an sich. Ich fotografiere mit allen Herstellern und habe mich niemals von einer Marke versklaven lassen.

Ich nutze Olympus seit der E-1 und mag die teuren Objektive und Kameras der Marke. Ich habe trotzdem zusätzlich immer Kameras & Objektive von Nikon, Panasonic, Canon, Fuji und Sony in Verwendung. Ich bin sehr häufig enttäuscht von Super-Zoom-Objektiven. Ein Vergleich mit lichtstarken Festbrennweiten verbietet sich und ist unfair. Aber zwangsläufig vergleicht man mit 2-3 Zooms die weniger Brennweiten-Bandbreite aufweisen und dann sehen diese Superzooms praktisch immer im Telebereich und an Bildrändern schwach aus, besonders die, die bisher von Sigma, Canon, Nikon, Sony und Tamron im Preisbereich unter 800€ angeboten werden. Oft ist auch ihr Fokus langsam und sie sind im Nahbereich kaum brauchbar (Tamron 18-400 mm z.B.).

Es gibt für mich nur zwei richtig beeindruckende Super-Zooms, die bis heute realisiert wurden:

Leica 4.5-5.6/14-150 mm FT
Olympus 4.0/12-100 mm PRO IS

Ich war sehr gespannt wo sich dieses extreme und lichtschwächere 12-200 mm einordnen würde.
Aus Erfahrung beurteile ich einige Dinge als störend und schwach, die anderen vermutlich gar nicht auffallen. Und die betreffen oft die mechanische Konstruktion – denn nur die gewährleistet eine dauerhafte Qualität.
Wir sind mit einem Zoom viel schneller am Motiv und das jonglieren mit Festbrennweiten entfällt. Dafür müssen wir eine erhebliche Einschränkung der Lichtstärke hinnehmen, bei Olympus bedeutet das anstatt f:1.2 nur meistens mit f:6.3 fast 5 Blenden Unterschied.
Genau genommen können wir nur 2 Blenden verwenden f:8 und f:11, denn schon ab f:16 verschlechtert sich die mögliche BQ durch Beugung wieder und f:3,5 & 6.3 sind für gleichmäßige Schärfe auch nicht ideal.

Auf den ersten Blick fehlen ein paar Dinge:
Ein Blendenring, der hier aber kaum benötigt wird, da genau genommen allenfalls 3 Stufen zur Verfügung stehen: 6.3, 8.0, 11. Einen Schalter um die Brennweite zu fixieren habe ich bisher nicht vermisst, da der Brennweitenbereich selten durchrutscht und nicht zu leichtgängig ist. Ein programmierbarer Schalter für Sonderfunktionen fehlt hier ebenfalls. Auf das angenehme zurückziehen des Fokusrings zum manuellen Scharfstellen müssen wir hier leider auch verzichten. Der Fokusring ist zwar etwas gedämpft, aber zum dauerhaften manuellen fokussieren lädt er nicht ein. Die Sonnenblende ist sehr kurz und eher ein leichter Schutz vor Berührungen mit der Frontlinse, als eine echte Hilfe gegen tiefergehende Lichtquellen. Ich würde sie mir robuster und vor allem fest integriert und ausziehbar, wünschen. Auch ein Stativadapter ist bei der leichten Konstruktion nicht vorhanden. Aber es besteht keine Gefahr für das Bajonett, wenn man die Kamera mit einem Stativ verbindet. Allenfalls die Verwacklungsgefahr kann zunehmen.

Ein solches Zoom wird entworfen um flexibel auf alle möglichen Motive reagieren zu können. Es kann weder ein Schärfeweltmeister, noch ein Bokeh-Champion sein und bei wenig Licht braucht man Festbrennweiten. Der Brennweiten-Bereich ist eigentlich perfekt. Selbst ein 24-400 mm im Viertelformat bietet schon alles was man meistens braucht – nur eben leider keine hohe Lichtstärke und es kann nicht wirklich klein und federleicht sein. Besonders die Tele-Brennweite bei f:6,3 geht etwas in die Knie. Es hat den geileren Brennweitenbereich, ist mit 460g und 10 cm Baulänge und 72 mm Filterdurchmesser problemlos und unauffällig tragbar und hat einen flotten AF. Nur besonders hohe Auflösung/Brillanz im Tele-Bereich sollten Sie von Objektiven dieser Art nicht erwarten.
Ich habe fast immer das Olympus 2.8/12-40 mm dabei, schon wegen seiner grandiosen Nah-Performance bis 1:1,7, noch öfter nutzte ich die letzten Jahre nur das 4.0/12-100 mm PRO IS. Deshalb hatte ich auch jetzt wieder beide Zooms dabei und die besten Festbrennweiten wie 1.7/15 mm, 1.2/17 mm, 1.8/25 mm, 1.2/45 mm – ganz ehrlich, nachdem ich mit dem 12-200 mm warm geworden war, habe ich bei tausenden Motiven zu 90% nur noch das neue Super-Reise-Zoom 12-200 mm verwendet.
Es bestand einfach keine Notwendigkeit das schwerere 12-100 mm mit seiner kürzeren Reichweite vorzuziehen und die Festbrennweiten kamen nur für gezielte Freistellungen, Bokeh-Aufnahmen und am späten Abend zum Einsatz.
Ich hatte zuletzt das 24-240 mm Sony an der Alpha 7RIII im Praxistest – es ist in fast allen Punkten dem Olympus Zoom unterlegen, selbst mit dem großen, hochauflösenden Sensor sind dann praktisch kaum je bessere Bildergebnisse möglich. Hier stimmt die Werbeaussage von Olympus: „Außerhalb jedes Vergleichs“ ausnahmsweise einmal sehr treffend – es gibt kein vergleichbares Objektiv, das so leicht, kompakt, schnell und so gut ist.

Optische Performance:
So toll wie es klingt, so durchmischt sollte seine optische Leistung normalerweise ausfallen. Doch in der Praxis an vielen verschiedenen Motiven, ist das einfach nicht so.
Ein Zoom erspart einem die Ausschnitte später in der Bildbearbeitung und selbst ein schlechtes, kontrastärmeres Zoom erlaubt bei gewünschtem Bildausschnitt immer bessere Fotos als ein nachträglicher Bildausschnitt, mit den enormen Verlusten an Bildauflösung!

Es ist etwas empfindlicher für Überstrahlungen, bei ganz geschlossener Blende kann es nicht mit schönem Blendenstern überzeugen, die CA-Farbfehler werden in den Kameras nicht immer perfekt korrigiert, die stärkere Verzeichnung und Vignettierung sind heute ebenfalls durch Software in der Kamera oder in der RAW-Bearbeitung ausgebremst. Es zeichnet im Weitwinkelbereich sehr scharf, wenn auch die Randauflösung naturgemäß etwas leidet, im mittleren Bereich von 35-100 mm ist es einwandfrei und danach lassen die Brillanz und Auflösung dann etwas zu wünschen übrig. Wenn Sie viele Details im Fotos sehen wollen, ist das 12-200 mm nicht immer das richtige Tele-Zoom für Sie und generell würde ich dann zu Vollformat oder Mittelformat greifen.
Aus meiner Sicht kommt es optisch mit 20 MP Auflösung sehr gut zurecht. Abblenden auf f:8 oder f:11 ist an diesem Zoom bei allen Brennweiten immer ratsam, bei f:16 kann es schon wieder weniger überzeugen.
Bei 100-200 mm Brennweite und geringem Abstand zum Motiv lässt sich trotzdem schön und wirkungsvoll freistellen.
Nahfotografie:
Leider ist die Einstellentfernung kontinuierlich zunehmend, was das Fotografieren in der Nähe etwas erschwert. Bei 200 mm Brennweite wird das Objektiv fast 17 cm lang (mit Sonnenblende 20 cm), der Abbildungsmaßstab beträgt dann 1:4.3 aus rund 70 cm Abstand zum Sensor oder 50 cm zur Frontlinse. Bei manchen Motiven ist auch interessant 12 mm zu verwenden und mit Maßstab 1:2.2 zu fotografieren, aus nächster Nähe.

Autofokus
Außer einem sehr leisen elektronischen Summen ist von der Arbeit des schnellen AF-Motors nichts zu hören. Schneller geht immer, aber an der neuesten Kamerageneration arbeitet der eingebaute AF-Motor ohne große Verzögerungen. Die Treffsicherheit ist bei Olympus nur bei ausreichend Kontrast und Helligkeit sehr gut. Am Abend, bei Sonnenuntergängen und kontrastarmen Motiven ist der AF an seinen Grenzen und das Objektiv einfach zu lichtschwach, da wünscht man sich sofort das 2.8/12-40 mm oder eine noch lichtstärkere Festbrennweite.
Die manuelle Fokussierung erfolgt nur elektronisch und lässt sich ganz gut vornehmen.
Was mich immer etwas nervt, wenn der Nahbereich nicht gleichbleibend vom Weitwinkel- bis in den Telebereich gleich bleibt. Das ist bei kaum einem Reise-Zoom der Fall und auch hier nicht. Es beginnt bei 1 cm ab Frontlinse (22cm ab Sensorebene) und erhöht sich dann kontinuierlich bis auf 38 cm ab Sonnenblende (70 cm bis Sensor) im Telebereich. Das bedeutet, der sensationelle Abbildungsmaßstab von 1:2.2 (bezogen auf Vollformat sogar 1:1!) wird nur bei 12 mm erreicht. Er wäre aber besonders wünschenswert bei 200-300 mm für Schmetterlinge und andere scheue Kleintiere.
Autofokusprobleme habe ich selten festgestellt, Sie sollten aber nie zu schnell zoomen und schnell auslösen, sonst sehen sie ein Verwischen im Bild.

Bildstabilisierung:
Das Objektiv ist nicht bildstabilisiert. Olympus hat einen genialen IBIS in viele Kameragehäuse integriert, besser ist allerdings die Verbindung zu einem zusätzlich stabilisierten Objektiv, wie das beim 12-100 mm PRO IS der Fall ist. Da bin ich von mFT verwöhnt. Sie sollten bei wichtigen Motiven und längerer Belichtungszeit Serienbilder machen, wenn eine Aufnahme bei wenig Licht im Telebereich unverwackelt gelingen soll.

Im VERGLEICH:
Alle diese Super-Zoom-Objektive unterliegen starken Kompromissen. Canon hat einst mit einem 35-350 mm Zoom begonnen und Tamron hat diese Art von Zooms bis heute weiter entwickelt. Sigma ist da eher unter „ferner liefen“ und kann nicht immer Tamrons Leistung erreichen. Pentax, Sony und andere Hersteller lassen beinahe offensichtlich bei Tamron fertigen und wagen solche Konstruktionen nicht selbst.
Canon hat hier bisher nur ein sehr schweres, langes Zoom von 28-300 mm für DSLR zu bieten.
Für mFT gibt es deutlich kleinere, leichtere Konstruktionen, die etwas besser zeichnen können, aber eben erst bei vergleichbar 28 mm beginnen (14-150 mm) und ein geniales Olympus 4.0/12-100 mm (24-200 mm) – dass bisher jeder Konkurrenz in allen Punkten die Show stielt. Vor allem seine Bildstabilisierung ist unvergleichlich.
Insgesamt ist es aber weit spannender, als alles was alle Konkurrenz sonst bietet: das 14-150 mm ist nicht mehr wirklich gut, das 14-140 mm P ebenfalls nicht, das 12-100 mm ist im Telebereich etwas besser und hat kaum Fokusprobleme bei weniger Kontrast. Aber bei Vollformat und Halbformat gibt es keine Konkurrenz, alle 16-300 mm, 24-240 mm, 28-300 mm sind gnadenlos unterlegen.

LICHT:

+ der Foto-Spaß schlechthin – alles in einem und unauffällig
+ sehr leicht und unvergleichlich kompakt
+ sauber verarbeitet
+ schneller, lautloser AF, 95% der Fotos sind scharf
+ noch strammer Zoom, rutscht selten durch
+ Abbildungsmaßstab bis 1:2.2 (12 mm) oder 1:4.3 bei 200 mm aus 50 cm Entfernung
+ gut sitzende, problemlose Sonnenblende mitgeliefert
+ gut abgedichtet gegen Spritzwasser und Staub
+ sehr wenig Vignettierung
+ Frontlinse gerade geführt, dreht nie mit

 

SCHATTEN:

– kein eigener IS Bildstabilisator
– sehr kostspielig
– etwas empfindlicheres Gehäuse
– fließende Naheinstellung von 0,22 m (Ww) bis 0,70m (Tele)
– keine Umschaltung AF/MF mit Ring
– kann Durchrutschen beim Tragen, keine Feststell-Taste
– etwas CA möglich
– keine schönen Blendensterne
– kein Beutel/Tasche mitgeliefert
– verträgt Filter nicht gut (Vignettierung, großer Durchmesser, optisch)

 

Tipp:
Vermeiden Sie besser den Einsatz von „Schutzfiltern“ – sie reduzieren die optische Leistung. Nutzen Sie immer die Sonnenblende zur Verbesserung der Bildaufzeichnung und zum Schutz!

Besonders geeignet für:
Reise-Fotografie in sonnenreiche Länder, für Alltags-Fotografie wenn genügend Licht vorhanden ist. Eingeschränkt durch die Tele-Auflösung auch für die allgemeine Fotografie – es wird nie zu schwer und erregt kein Aufsehen. Für Filmer kann es ein spannendes, sehr leises, Zoom sein, ein motorischer Zoom fehlt.

Eher ungeeignet für:
höchste Anforderungen, Szenen mit wenig Licht, Innenraum-Aufnahmen, reine Landschafts-, Tele- oder Makro-Fotografie. Für die reine Tier-Fotografie im Tierpark oder gezielte Porträts wäre es mir im Bereich 100-200 mm nicht hochauflösend und auch nicht lichtstark genug. Hier leisten Festbrennweiten oder auch das 100-400 mm Panasonic einiges mehr und Tele-Zooms am Vollformat noch viel mehr.

Geeignet für welche Kameras?
Für alle mFT-Kameras von Olympus und Panasonic mit Bildstabilisator – den meisten Sinn macht es an der gehobenen Kameraklasse wie E-M1II, E-M5II und G9.

Resümee:
Dieses Zoom-Objektiv zeigt wieder sehr deutlich, warum microFourThirds-Ausrüstungen ein klarer Gewinn für jeden Fotografen sind. Es ist konkurrenzlos für die meisten Motive. Ich finde das 3.5-6.3/12-200 mm ist das einzige interessante Super-Zoom am Weltmarkt für die Reise und den Alltag. 900€ sind ein sehr stolzer Preis für dieses eher lichtschwache Super-Reise-Zoom, doch ich möchte im Urlaub und zu meinem persönlichen Vergnügen nicht mehr ohne dieses Objektiv verreisen. Wenn ich heute gefragt werde, was möchtest du auf eine Reise mitnehmen, würde ich immer das 12-200 mm zuerst nennen, dazu die Panasonic G9 oder eben die E-M1II. Das 4/12-100 mm habe ich nur bei sehr extrem langen Zeiten vermisst, da es perfekter stabilisiert. Aber doppelt so nah heran Zoomen zu können ist immer ein Gewinn – vor allem da mFT oft keine starken Ausschnitte erlaubt.
Ich weiß nicht wie Olympus das immer wieder schafft, aber seit vielen Jahren setzen sie im Objektivbau konsequent und kontinuierlich die Best-Marken! Da verblassen in der Praxis selbst Leica und Sigma und Co erst recht.
Für mich müßte Olympus jetzt nur endlich vom Einschalter auf der falschen, linken Seite abrücken und einen deutlich besseren und schnellen Sucher finden und noch 1-2 Stufen am Bildrauschen weg kitzeln. Insgesamt ist die G9 die beste und ausgewogenste mFT-Kamera dieser Tage, die E-M1X finde ich technisch spannend aber haptisch komplett misslungen – Olympus ist an der Reihe schnell die M5 und M1 zu verbessern.

Optische Qualität: ******* (6/8 WW) ****** (5/8 Tele)
Mechanik: ****** (6/8)
Autofokus: ******* (7/8)
Bildstabilisierung: **** (4/8)
Preis-Wert: ***  (5/8)
Spaß-Faktor:  ******** (8/8)

Ich hoffe dieser Test war für Sie hilfreich bei der Auswahl des geeigneten Objektives für Ihre Kamera und freue mich über eine kurze Bestätigung.
Wenn sie diese Portfolio-Bilder vergrößern, können Sie erahnen was ich alles mit dem 12-200 mm auf Teneriffa im Mai 2019 fotografiert habe – die Fotos sind nur geschärft und verkleinert – aber noch nicht mit Nik-Filter behandelt. Ich versuche Ihnen in den kommenden Tagen einige fertige Fotos hier zu präsentieren.
Das ist eine Auswahl aus einigen tausend gelungenen Fotos.

 

2. Juli 2019
Vier mal Vollformat

Die verzweifelten Vier
Jetzt versuchen vier japanische Anbieter uns neue Kamerakonzepte im Vollformat ohne Spiegel im heute mittleren Preissegment um 2000€ zu verkaufen.
Sony Alpha 7III – Nikon Z6 – Canon EOS R – Panasonic S1

Sensor
Die Sensoren sind vergleichbar, die Unterschiede sind bis auf Canon, wenn überhaupt vorhanden, zu gering um sie zu diskutieren. Auch wenn Canon 30 MP ins Feld wirft, verliert der Sensor dennoch bei Dynamik und Bildrauschen. Nikon kitzelt einen Hauch mehr heraus als Pana und Sony, ich vermute dennoch, daß die Grundkonzepte bei Sony gefertigt werden und nur Canon selbst fertigt.
Panasonic verzichtet auf die PD-AF Felder um noch mehr Auflösung heraus zu kitzeln und Artefakte stärker zu unterdrücken. Damit bleibt aber der AF allen anderen Dreien unterlegen, besonders bei Motiven in Bewegung. Sony kann sein Potential nur im unkomprimierten RAW ausschöpfen – da hat Nikon einen Vorteil!

Gewinner: Nikon Z6
Verlierer: Canon EOS R

Haptik
Ist besonders individuell und Geschmackssache, trotzdem ist auffällig:
Sony bemüht sich am kleinsten und leichtesten abzuliefern und lässt dabei Griff und Griffigkeit auf ein Minimum schmelzen und verzichtet auf einen INFO-Monitor auf der Kamera und ein zweites Einstellrad – dabei wäre es sehr clever, künftigen Kameras den Monitor auf der freien linken Seite zu gönnen – denn er hat sich wieder als Standard etabliert, selbst Fuji nutzt ihn an der X-H1.
Die Sony kann nicht wirklich begeistern, der Griff ist zu eng am Bajonett und nicht gut genug ausgeformt. Die linke Kameraseite bleibt leer – was ich hasse. Und die Kamera wirkt klein und weniger griffig. Das +/- Belichtungsrad muss man ständig überwachen, mir missfällt das Konzept mehr, als das es nützt. Der Klappmonitor ist ärgerlich. Immerhin gibt es verschiedene Griffe um die Kamera an die Hand an zu passen.
Nikon hat viel Bewährtes mit einer ganz neuen Leichtigkeit und Griffigkeit genial verschmolzen. Hier merkt man sehr deutlich, daß eine ausgereifte Kamera mit deutlich reduziertem Gewicht und Abmessungen (gemessen an DSLR) in der Hand liegt. Die ISO Taste ist nicht optimal platziert, aber man wird sie kaum wirklich oft brauchen. Nikon scheitert aber bei der AF-Bedienung – hier hätten wie bei Panasonic alle wichtigen Parameter um den Joystick herum angeordnet sein müssen, auch das bisherige Konzept mit der Taste links untern am Bajonett hat Nikon nicht mehr zufriedenstellend umgesetzt – grober Fehler. Sonst sind Aufbau und Design als einziges mutig und frisch und die Kamera liegt am besten in der Hand.
Canon hat ein großes Plus – den voll beweglichen Monitor – alle anderen scheitern für Fotografen und auch Panasonics Klappmechanismus fürs Hochformat ist da ein schwacher Trost und falsches Konzept. Canon scheitert für mich mit dem Ein-Schalter links- das ist eine Idiotie, die den Kameraeinsatz deutlich verlangsamt, zumal man die Kamera heute wegen des deutlich erhöhten Energiebedarfs nicht anlassen kann!
Zusätzlich scheitert Canon mit seiner Touchbar – die sich den langsamen Unsinn ausgedacht und genehmigt haben, gehören zurück auf’s Reisfeld. Die Griffigkeit ist sonst gewohnt sehr gut.
Panasonic kam zuletzt, hatte das genialste Konzept aller AF-Kameras bis heute bereits in der G9 realisiert und wirft es hier für einen besonders bulligen, schweren Auftritt über Bord. Grober Fehler, die Kamera wirkt nicht nur protzig und schwer, sie ist es auch 1020g gegen die 650g von Sony (Canon 660g / Nikon 675g) – sie ist 2 cm breiter als Sony und mehr als 1 cm breiter als Canon und Nikon, sie will mit 11 cm Höhe und 10 cm dickem Griff unbedingt auffallen. Dahinter steckt eine bessere Abdichtung und mehr Materialstärke – trotzdem ist das erheblich übertrieben! Das ist das am wenigsten ansprechende Konzept für die neuen Kameras.
Auch die generelle Bedienung wurde gemessen an der G9 erheblich verschlimmbessert, die Knöpfe oben sind nur mit Fingerkrampf zu erreichen, der Monitor hat einen blöden Mechanismus.
Hier muss Panasonic umdenken – so werden sie allenfalls bei Menschen mit extrem großen Händen Erfolg haben.

Gewinner: Nikon Z6
Verlierer: Panasonic S1 – Canon EOS R

Sucher
Was unterscheidet die Kameras beim Foto-Erlebnis am deutlichsten – der Sucher und der ist es auch, der sie von allen Smartphones und Kompaktkameras deutlichst abhebt zum echten Fotowerkzeug!
Sony’s Sucher löst zu gering auf und ist für mich einfach schlecht – ich würde diese Kamera schon deshalb niemandem empfehlen. 25% weniger Auflösung als N & C – die man sieht.
Canon hat sich viel Mühe gegeben und einen sehr guten Sucher.
Nikon macht es noch einen Tick besser als alle anderen, lässt aber den gewohnt runden Suchereinblick vermissen.
Panasonic klotzt auch hier mit 25% oder gar 50% (als Sony) mehr Auflösung. Doch das Sucherbild ist mir zu hell zu kontrastreich, es gefällt mir letztlich fast genauso wenig wie das der Sony – das war für mich gleich das KO-Kriterium. Wenigstens ist der Okulargummi rund ausgelegt, wie man es von Nikon zwingend erwartet hätte.

Gewinner: Nikon Z6 – Canon EOS R (mit deutlich eingeschränkter Darstellungsgeschwindigkeit bei Bildserien!
Verlierer: Sony 7III – Panasonic S1

Monitor
Sony hat einen 3“ kleinen Klapp-Monitor mit schwacher 0,92 MP Auflösung – der ist nicht mehr zeitgemäß – auch wenn er so weniger Energie braucht.
Nikon schöpft sein Potential nicht perfekt aus. 3,2“ und 2.1 MP sind sehr gut, aber die Klappfunktion ist eine Klatsche für jeden Fotografen. Dafür hat Nikon die bessere Touch-Screen-Funktion, gefolgt von Panasonic.
Canon zeigt allen, das es besser geht, 3,2“ – 2 MP und voll beweglich – allerdings leider links angelenkt anstatt am Kameraboden.
Panasonic bietet die Größe und die Auflösung und wollte wohl Gewicht sparen, denn der Zweifachklappmechanismus ist eher nervig als praktisch.

Gewinner: Canon EOS R
Verlierer: Sony 7III

Autofokus
Sony hat mit EYE-AF und Motiverkennung weit vor gelegt. Beides arbeitet nicht perfekt, aber weit besser als die Mitbewerbung. Nur Nikon ist dabei den Vorsprung zu verkleinern.
Canon scheitert bei weniger Kontrast und mit adaptierten Tele-Objektiven und kann keineswegs mit Sony konkurrieren. Die Ansprechzeit des AF ist einfach schlechter. Panasonic stellt sich mit dem Sonderweg des Kontrast-AF selbst ein Füßchen und stolpert.
Sogar dpreview hat jetzt bestätigt, was ich seit der Photokina 2018 pausenlos schreibe: Canon hat ein Problem mit Double CMOS-AF. Ich werde gerne angegriffen, wenn ich feststelle, das CANON EOS R deutlich AF-Performance verliert, sobald mit Adapter ein Tele der EOS-EF Objektive verwendet wird. Unerfahrene Canon-Fans und scheinbar erfahrene Canon-Nutzer behaupten ich erzähle Quatsch. Inzwischen rudern aber immer mehr Publikationen und Fotografen in meine Richtung, siehe auch dpreview aktuell im Vergleich der 24/30 MP Kameras zum AF:
Various adapters exist for all three systems, offering access to Canon EF lenses, for instance. Generally, though, adapted lenses don’t offer their full performance when adapted (though Nikon’s F-Z adapter does a good job).
So also jetzt dürfen sich alle „Experten“ weiter selbst in die Tasche lügen!
Double-CMOS zeigt jetzt deutliche Nachteile und bremst selbst die schnellsten Objektive wie 70-300 mm STF, 100-400 mm STF, 2.8/400 mm L III und 4.0/600 mm L III aus. Canon hat ein ernstes Problem und muss schnell eigene Supertele für EOS R oder eine andere AF Lösung in den R-Kameras anbieten – sonst weiß das bald jeder Sport- und Tier-Fotograf und zeigt dem System die kalte Schulter.
Und selbst die angegebene, bessere Empfindlichkeit lässt sich bisher gegen Sony und Nikon nicht verifizieren.
Sony hat bisher das mit weitem Abstand zuverlässigste und schnellste AF-System, Nikon holt langsam auf.
Es ist keine gute oder auch nur brauchbare Idee jetzt ein Canon Super-Tele-Objektiv zu kaufen (auch nicht Generation III) um es in Zukunft an EOS R Bajonett oder gar an Sony Alpha oder den anderen Bajonetten zu verwenden. Canon schießt sich hier mit der Schrottflinte selbst ins Gemächt.
Zahlen sind keine Lösung und erst recht keine Hilfe für bessere Fotoqualität, weder die 30 MP, noch 5655 AF-Messpunkte noch die -6 AF-Empfindlichkeitsangabe kommen bei echten Fotos zu tragen – im Gegenteil – in allen Disziplinen wird Canon deutlich von Sony und sogar von Nikon über den Tisch gezogen und abgeledert.

Gewinner: Sony 7III
Verlierer: Panasonic S1 – Canon EOS R

Speicher
Sony nutzt den aus meiner Sicht zu kleinen, fummeligen und veralteten SD-Standard und legt die Karten als einziger falsch ein und muß sie jedes Mal für die Kamera vorbereiten – Sony hat da ein wichtiges Problem.
Nikon hat eigentlich alles richtig gemacht, aber der XQD-Speicher ist noch teuer und schwer erhältlich und derzeit fast nur vom Konkurrent Sony – dumm gelaufen – Nikon hätte auf einen Doppelschacht für XQD und SD setzen müssen.
Canon agiert ähnlich wie Sony, bloß nichts Neues und die SD-Karten sind ja billig.
Panasonic hat alles richtig gemacht, allerdings in der größten und schwersten Kamera.

Gewinner: Nikon Z6 – Panasonic S1
Verlierer: Sony 7III  – Canon EOS R

Akku
Alle können endlich mit einer Powerbank oder über USB-aufgeladen werden – Danke an Vorreiter Sony!
Sony hat solide nachgearbeitet und ist mit dem aktuellen Akku sehr gut ausgestattet.
Nikon und Canon brauchen aufgrund von Monitor und Sucher etwas mehr Strom als Sony – aber das ist noch nicht wirklich problematisch.
Panasonics Stromverbrauch (Sucher/Monitor/AF) ist zu hoch, da nützt der beste Akku nichts, die mögliche Bildanzahl halbiert sich im Vergleich.

Gewinner: Sony 7III
Verlierer: Panasonic S1

Geschwindigkeit
Nur Sony schafft 10 Bilder pro Sekunde und die schnellste Ansprechzeit und den präzisesten AF. Alle anderen sind letztlich halbiert in ihrer Geschwindigkeit! Panasonic hat zusätzlich den unzuverlässigsten AF bei bewegten Motiven.

Gewinner: Sony 7III
Verlierer: Canon EOS R – Panasonic S1

Besonderes

Sony: Hat fraglos die kleinste und leichteste Kamera – aber auf Kosten der Handlichkeit. Sony kann von der Powerbank aufgeladen werden. Zwei Griffe werden angeboten.
Nikon: Hat den besten IBIS und einen guten AF auch mit Adapter.
Canon: Hat den effektivsten Staubschutz
Panasonic: behauptet für sich die beste Wetterabdichtung und stabilste Verschlußeinheit

Objektiv-System
Sony: Hat ein sehr gutes, kompaktes 4/24-105 mm, kann mit dem 4/12-24 mm einen echten Exoten vorlegen, bedient die Möchte-Gern-Profis mit f:2.8 Zooms, hat schon als einziger ein 5.6/100-400 mm, 6.3/200-600 mm, 1.4/24 mm, 1.4/85 mm, 2.8/90 mm Makro, 2.8/100 mm STF, 1.8/135 mm, 2.8/400 mm, 4.0/600 mm – die alle superb und letztlich bisher konkurrenzlos sind. Für den kleinen Geldbeutel gibt es zahlreiche Festbrennweiten und einige Zooms von Chinesen, Tamron und künftig auch Sigma. Sony hat ein offenes System und erleichtert als allen.
Nikon: Hat ein geschlossenes System und bisher nur 5 Objektive, davon lohnt sich nur wirklich das 4.0/14-30 mm und zur Not eben das 4.0/24-70 mm. Die meisten F-Objektive lassen sich mit Adapter bei sehr guter Leistung nutzen – aber im tele-Bereich hat Nikon erhebliche Defizite und die Superweitwinkel, wie Normal-Zooms lohnen sich kaum noch zum adaptieren. Hier hat Nikon besonders viel Arbeit vor sich.
Canon: Hat wegen des Double-CMOS und dem Adapter noch größere Nachteile als Nikon, auch wenn viele EF-Konstruktionen modern und preiswert sind, auf die uneingeschränkte AF-Performance darf man nicht hoffen und der IS wie der fehlende IBIS schränken viele Konstruktionen weiter ein. Es lohnen sich nur die neuesten, letzten STF-Motor- und einige wenige andere EF-Objektive.
Panasonic: Sieht sich selbst wohl in bequemer Position mit Leica und zukünftig vielleicht Sigma im Rücken. Bringt selbst aber weniger interessante und total überteuerte Objektive – schlimmer geht’s nimmer. Nur das 4/24-105 mm im Kit ist ein guter Kauf.

Gewinner: Sony 7III
Verlierer: Panasonic S1

Praxis-Fehler:
Sony: Sehr Staubempfindlich, Handling, Menü, Speicherkarten-Erkennung, Formatierung, Fehler
Nikon: AF-Bedienung
Canon: kein IBIS, schwache Bedienung, AF, Langsamkeit,
Panasonic: Sucher unzufriedenstellend, Überbelichtungsausreißer, lahmer, unzuverlässiger AF, Stromverbrauch, Sensor-Staub, Gewicht und Handling

Gewinner: Sony 7III
Verlierer: Panasonic S1

Auf Reisen möchte ich allenfalls das Sony System dabei haben – wobei ich mFT mehr schätze. Das liegt nicht nur an Größe und Gewichtvorteil und den modernsten Objektiven, sondern verstärkt auch daran, dass es keine Staubprobleme gibt und man immer unauffällig bleibt und ich sage es ungern, aber der kleinere Sensor ist dank der Spitzenobjektive fast immer mehr als erfüllend.
Also Sony oder Wartebank!
Was bitte alle erkennen müssen – ganz besonders bisherige Canon-DSLR-Fotografen – das ist jetzt ein kompletter Systemwechsel – wie vor 30 Jahren bei FD auf EOS – es wird nicht zufriedenstellend gelingen Objektive zu adaptieren und trotzdem technisch in der Oberliga mit zu spielen.
Das spielt derzeit nur Sony.
Auch Nikon-Fotografen müssen die bittere Pille schlucken, F-Bajonett und alle Objektive sind von gestern – aber wenigstens spannend, wenn man keine Geschwindigkeit erwartet.
Insgesamt sind die Nikkor-F-Objektive die interessantesten Adapter-Linsen für alle Bajonette.

Was gibt es noch?
Drei Kameras im gehobeneren Preissegment mit derzeit höchster Auflösung für Vollformat

Sony Alpha 7RIII – Nikon Z7 – Panasonic S1R

Die will ich hier vorerst noch nicht einzeln aufdröseln, zumal die Vor- und Nachteile der drei Marken weitgehend gleich bleiben.
Klarer Gewinner ist hier auch die Sony Alpha 7RIII
Nikon strengt sich an und muß noch einiges besser werden, Panasonic hat einen Panzer gebaut und wird sich damit kaum durchsetzen und Canon lässt alle auf eine schnelle Kamera mit neuem Sensor und IBIS warten – voraussichtlich bis Spätherbst.

Aber Canon braucht dann auch einen komplett neuen AF – sonst werden sie Sony nie erreichen.

 

 

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