Tresor  
Filo Rings

1. November 2025
Indian wildlife

Indian Wildlife – Eye to Eye
Canon 2,8/70-200 mm L IS II f:2,8
 
 
Willkommen!

Seit 16 Jahren ist Harrys Photo-Tagebuch online
24 Jahre war davor HarrysInFocus online. HarrysInFocus habe ich inzwischen still gelegt.
Über 930 Beiträge nur auf dieser Homepage.

Dank Dr. Tilo Seeger (www.drtseeger.de) konnte ich eine große Homepage aufbauen und mein vielfältiges Wissen zahllosen Fotografen vermitteln.
Ich bin seit mehr als 35 Jahren immer mit den neuesten Objektiven und Kameras unterwegs. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich am liebsten Tiere und alles was lebt und sich bewegt. Man vermutet bei mir gerne eine besondere Leidenschaft für Fotografie und Fotogeräte – das ist aber aus meiner Sicht nicht ganz richtig, denn meine wahre Leidenschaft brennt für meine Motive, für Tiere, für Natur, für Menschen – der Rest ist nur Technik.
Meine große Homepage “HarrysInFocus” wurde gerne mal zu bunt und zu verwirrend empfunden – sie ist aber eben auch so wie ich. Ein bunter Vogel, gerne mal chaotisch und zerstreut, oft knallig und manchmal zu viel auf einmal.
Ich bin nicht geradlinig und angepasst und farblos vielleicht auch nicht.
Ein Mensch hat viele Facetten, viele Gesichter, er kann vieles sein, je nach dem auf welche Seele er trifft… man muß es nur versuchen.
Ich versuche – ich mag grau nicht und bin immer auf der Suche nach Farben, nach Licht. Ich fotografiere spannende Tiere und Menschen – nicht nur einmal – immer wieder, mir fällt immer noch was ein. Mit einer Kamera kann ich zwar fast alles ablichten und doch verwende ich immer wieder andere Kameras und Objektive, und suche immer das Limit…
wie in meinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ (1982) bin ich gerne auf Messers Schneide.
Ich bin “Berlin – Herz & Schnauze”, gewagt und schüchtern, modern und hektisch und zugleich altmodisch mit viel grün, Wasser und Ruhe.
2010 fiel die Entscheidung, es mal mit ruhigen Farben und streng geordnet zu versuchen.
Dafür haben mir hier Andreas Klotz (www.Tipp4.de), Katrin Scheid und Sebastian Tänzer (www.Taenzer.me) eine ganz neue Plattform errichtet. Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Seiten mit massenhaft Fotos und Text gefüllt.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Vergnügen beim Stöbern, Entdecken und Lesen!

Per E-Mail (HarryPX@T-Online.de) bin ich jederzeit für Sie da und beantworte Fragen, Wünsche und Anregungen, biete Tests und
meinen Foto-Wissen auf USB-Stick. Rein ins Vergnügen…

Und bitte nichts mopsen und nichts ohne meine Zustimmung zitieren oder gar kopieren und ins Netz stellen!
Seien Sie lieber selbst kreativ!

Auf Anfrage – können Sie mich für eine Portrait-Session oder ihre Feierlichkeit buchen. Ich bin kein Freund von festen Preislisten, Preise ändern sich ständig.  Alles ist abhängig vom Aufwand, Nachbearbeitung und Zeit – deshalb einfach eine kleine Mail an mich und sie bekommen ein persönliches Angebot.

Dies ist KEINE Fan-Page – KEINE Werbung, KEINE Suchmaschinen-Links und Optimierung

Auch wenn hier auf meiner Seite Markennahmen wie Canon, Nikon, Novoflex, Olympus, Panasonic, Pentax, Leica, Zeiss & Apple häufiger als vielleicht sonst gewohnt auftauchen – bitte ich Sie herzlich – das nicht als Fan-Page miss zu verstehen. Diese Marken sind hier präsent, aufgrund langjähriger, oft positiver Erfahrungen. Canon und Sony werden wohl am häufigsten besprochen, weil Sony die innovativste Firma hat und Canon noch das größte System und die meisten Kunden hat, nicht weil ich es für die beste Herstellerfirma halte. Grundsätzlich sind mir Marken-Namen und Firmen egal und ich übe da keine Solidarität – denn das wäre zu kurzlebig. Es sind alles Hersteller die Produkte vertreiben und offensiv versuchen Geld zu verdienen. Nachdem ich nun seit 30 Jahren „InFocus“ schreibe und 15 Jahre lang meine Info-News „BlitzLicht“ heraus gegeben habe, werde ich mich ab jetzt auf diese Homepage konzentrieren – mit meinem gesammelten Fotowissen seit 30 Jahren und meinen regelmäßigen Tests aktueller Objektive und Kameras. Da ich unbedingt unabhängig bleiben will von einflussnehmenden Redaktionen (die zumeist über wenig Praxis-Wissen verfügen) den Herstellern, den Vertreibern und der Werbe-Industrie und ein Abo-Preis wie bisher vermutlich immer weniger Menschen interessiert – stelle ich hier mein gesamtes Wissen ab jetzt jedem zur Verfügung. Ich biete jedoch noch viel mehr, intensive Beratung per Mail – speziell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Objektive und Kameras und Zubehör, die ich zum fairen Preis gebraucht und neu beschaffe.
Als Honorierung erhoffe ich mir wie meine nordamerikanischen Kollegen eine jährliche Spende um diesen hohen Aufwand vor mir und meiner Familie zu rechtfertigen.
Sie können einen beliebigen Betrag ab 35 € HIER spenden.

Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass meine Leser durch meine Beratung und Tests viel Geld einsparen konnten, da ich immer als preisbewusster Berater und nie als “Anpreiser” von Marken fungiere. Oft genug rate ich auch vom Kauf ab. Auf meine gezielte Fachberatung per E-Mail können Sie immer zurückgreifen!)

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

1. Dezember 2014
USB-Stick & DVD

Seit 25 Jahren unabhängige Praxistests – für:
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22. September 2026
Reise in die Vergangenheit – 80er Jahre – Nikon gegen Pentax 1.4/85 mm

 

Neben dem lichtstarken 35 mm Objektiv zählt fraglos ein 85 mm Tele zu den bis heute begehrtesten Objektiven der bildgebenden Kunst.

Ich bin in einer Welt aufgewachsen in der die Tele-Perspektive sehr begehrt und sehr starke Bildwinkel noch kaum möglich oder nur mit eingeschränkter Qualität realisierbar waren.
Heute sind Weitwinkel besonders wichtig, alles soll scharf sein und die eigene Person mittendrin.
Anfang der 80er Jahre kamen die zwei besten Kameras des Weltmarktes fraglos von Nikon: F3 (1980) und Pentax: LX (1980).
(Ja es gab auch bald eine Leica R4 (1980) und M6 (1984) mit sehr guten Summiluxen, beide teuer und trotzdem veraltet
es gab die Contax RTS II (1982) mit dem Planar, mir zu anfällig
die Canon F1N (1981) mit dem 1.2/85 mm L, mir zu altmodisch und grob
die Minolta XD7 (1977) mit dem 1.7/85 mm Rokkor ist einiges lichtschwächer,
Olympus OM4 (1983) mit lichtschwächeren 2.0/85mm, und später einem der wichtigsten OM-Objektive, dem 2.0/90 mm Macro – um nur die wichtigsten zu nennen.
Die waren alle spannend, aber sein wir doch ehrlich, damals wollte jeder eine F3 und die Aussenseiter träumten von der LX.

So weit zu den Kameras.
Bahnbrechend war die Entwicklung des hochlichtstarken Nikkor 1.4/85 mm, so dachte ich bisher. Doch ich mußte bei der Recherche einiges lernen, auch Leica hatte schon sehr früh hochlichtstarkes 1.5/85 mm für M39 Schraubgewinde, Canon hatte 52 noch sein S 1.5/85 mm fremd eingekauft, doch schon 1976 mit dem 1.2/85 mm S.S.C. für FD-Bajonett noch vor Nikon seine Bestmarke gesetzt. Zeiss hat sich schon 1975 für Contax und Rollei stark gemacht und 1981 auch Canon mit seinem 1.2/85 mm Paroli geboten.

Und dann gab es noch 1.0/50 mm L von Canon und das Zeiss 0.7/50 mm Planar!
Leica ging am liebsten eigene Brennweitenwege, wie mit dem M 1.4/75 mm.
Dann gab es hochlichtstarke f:1.2 Objektive für das halbe- und Viertel-Format:
Leica MFT 1.2/42,5 mm, Olympus MFT 1.2/45 mm, Fuji XT 1.2/56 mm, bei offener Blende unterscheiden sie sich jedoch in der Bildwirkung von Kleinbildobjektiven, denn sie würden bei MFT ein 0,7/45 und bei Halbformat ein 1.0/56 mm erfordern.
Immerhin gibt es Voigtländer (Cosima Japan) mit MFT 0,95/42.5 mm und 1.5/75 mm für Kleinbild.

Das 85er ist bis heute meine große Objektiv-Leidenschaft, auf alles könnte ich verzichten, aber darauf nicht.
Ich lasse sie alle schwärmen vom 50er, 35er oder gar 28er, nichts kommt meiner favorisierten Bildsprache eines 85er nah genug.
Nur das Nikon AF-S 1.4/105 mm hat mich schwach werden lassen und hätte ich gerne heute wieder als Z-Version.
Bei Blende f:1.4 im Porträt-Telebereich ist ein schneller Verfolgungs-Autofokus praktisch unverzichtbar oder man arbeitet mit sehr großer Ruhe und verlässt sich auf sein Glück. Sicherlich wurden auch vor Sony Alpha schon scharfe Aufnahmen bei offener Blende belichtet. Auch mir ist das schon gelungen. Aber sobald ich und das Modell ungezwungen, frei beweglich sein wollten, war ohne stärkeres Abblenden kaum ein scharfes Bild zu erzielen.

Was gab es nicht alles:
Canon S 1.5/85 mm (1952)
Canon FD 1.2/85 mm (1976)
Canon NFD 1.2/85 mm (1980)
Canon 1.2/85 mm L (1989)
Canon 1.2/85 mm L II (2006)
Canon 1.4/85 mm L (2017)
Canon R 1.2/85 mm L (2019)
Canon R 1.2/85 mm L DS (2019)
Leica 1.5/85 mm Summarex M39  (1943)
Leica R 1.4/80 mm Summilux
Leica M 1.4/75 mm Summilux
Leica 1.5/90 mm Summilux (2019)
Nikkor M 1.5/85mm (Anfang der 60er)
Nikkor AI-S 1.4/85 mm (1981)
Nikkor AF-D 1.4/85 mm (1995)
Nikkor AF-S 1.4/85 mm (2010)
Es handelte sich immer um die gleiche Version, bei der nur die Außenhülle, die Vergütung und beim AF-S die 9 Blendenlamellen abgerundet wurden.
Nikkor AF-S 1.4/105 mm (2016)
Nikkor Z 1.2/85 mm (2023)
Minolta AF 1.4/85 mm
Pentax A* 1.4/85 mm (1984)
Pentax FA 1.4/85 mm (1992)
Pentax DFA* 1.4/85 mm (2020)
Sigma 1.4/85 mm EX (2010)
Sigma 1.4/85 mm ART (2016)
Sigma 1.4/85 mm ART DN (2020)
Sony A 1.4/85 mm GM (2016)
Sony A 1.4/85 mm GM II (2024)
Zeiss – Contax 1.4/85 mm Planar (1975)
Zeiss – Contax 1.2/85 mm Planar (1981)
Zeiss 1.4/85 mm Milvus
Zeiss 1.4/85 mm Otus
Vivitar 1.4/85 mm
Meike AF 1.4/85 mm
TTArtisan 1.25/90 mm M

Einige habe ich vermutlich vergessen, aber die wichtigsten sind hier aufgelistet.

Heute gibt es vor allem eine Besonderheit, Nikon verzichtet auch in neueren Konstruktionen auf aspherische Linsenelemente, wie beim 1.4/85 mm (alle Versionen), beim 1.4/105 mm und sogar beim Z 1.8/85 mm. Erst das Z 1.2/85 mm S verfügt erstmals 2 aspherische Linsen – weil es alle machen und an den Bildrändern heute oft mehr Schärfe verlangt wird. Damit ist es jetzt auch vorbei mit dem einzigartigem Nikon-Look. Denn um absolute Schärfe über das komplette Bild, wie auch über komplette vignettierungs-freiheit ist es ja bei Porträts noch nie gegangen – also ich lehne das ab. Schon das Zeiss OTUS war viel zu scharf an den Rändern.

Doch das zielsichere Scharfstellen auf die Pupille mit f:1.4 war weit schwerer als erträumt. Bis heute ist es schwer an einer Spiegelreflex ohne elektronische Bildvergrößerung und farbigen Konturen ein superscharfes Bild bei offener Blende mit einem dieser Objektive einzufangen. Das liegt nicht alleine an der Blende, sondern daran, dass die Schärfentiefe aus 1-2 m Abstand so gering ist, dass schon kleinste Bewegungen von Modell oder Fotograf die exakte Schärfe zunichte machen. Da hilft nur, Stativ einsetzen und Modellkopf gegen eine Wand lehnen. Oder eben heute zur Not die Augenverfolgung bei Schärfennachführung und 5-10 BpSekunde verwenden. Oder auch das Bild am Monitor oder im Sucher so stark vergrößern, dass endlich auffällt wann die Schärfe nicht sitzt – trotzdem muss man dann unbeweglich bleiben.

Nur mit wenigen dieser Objektive habe ich bis heute nicht fotografiert.
Früher war die Farbzeichnung sehr wichtig, vor allem Zeiss Objektive und auch Canon Objektive waren eher ausgesprochene “Kaltzeichner” und überzeugten mich weit weniger als die optischen Konstruktionen von Nikon, Pentax, Minolta und Leica. Besonders mit Canon, deren Kameras mich jetzt seit immerhin fast 40 Jahren begleiten, war ich aufgrund der Farbsäume immer sehr unglücklich. Heute lassen sie sich endlich herausrechnen, doch Canon hat mir mit seinen Asphären und f:1.2 nie beim fotografieren die benötigte Sicherheit gegeben. Wenn es auf jeden Millimeter ankommt brauche ich die beste Linsenkonstruktion, die machbar ist. Zeiss war mit OTUS, der erste der eine neue Qualität brachte, sogar Sigma hat sich mit der ART-Serie angestrengt

Wenn ich mir für 2025 ein einziges Objektiv auswählen müßte, wäre es zweifelsfrei das 640g leichte und wunderbar abbildende Sony A 1.4/85 mm GM II. Denn Sony verfügt auch über den besten Pupillen-Erkennungs-AF aller modernen Kameras. Alle Objektive mit Lichtstärke f:1.2, die nur ½ Blende mehr Licht bringen und erheblich schwerer und dicker sind, führen aus meiner Sicht in die falsche Richtung.
Tatsächlich fotografiere ich am liebsten mit einer Fujifilm GFX 100II und dem 2.0/110 mm Menschen. Das ist das bei weitem beste Objektiv, die Kamera hat den besten Sucher aller Kameras und bittet mit 100 MP Sensor, was kein anderer so überzeugend bieten kann.

Was fällt im direkten Vergleich auf?
– Nikon baut deutlich dicker: 7,3cm und schwerer: 608g nackt
– Pentax bleibt schlank: 6,6cm und mit 545g nackt spürbar leichter
– Nikon verzichtet auf f: 22 und hat aber 9 Blendenlamellen
– Pentax kann auch f:22 und hat auch die 9 Lamellen
– beide verwenden eine gerundete 9 Lamellen-Blende, die vermutlich zugekauft wurde
– Nikon größter Glasdurchmesser: 8,0cm
– Pentax größter Glasdurchmesser: 7,32cm
– Nikons Hinterlinse ist etwas kleiner als die von Pentax
– Nikon nimmt sich 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer
– Pentax gravierte alles auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm
– Nikon braucht 72 mm Filter und Pentax kommt mit 67mm Filtern aus
– Nikon verwendet eine schöne, kompakte Einschschraub-Sonnenblende
– Pentax verwendete leider eine gut 2 cm breitere, lange Metallblende, die die ganze Erscheinung hässlich machte
– Nikon Hartplastik Blendenring nur in ganzen Stufen
– Pentax Metallring in halben Stufen

Hier erklärt sich auch, das ich die Bezeichnung oft anders angebe als heute oft praktiziert wird. Mit Pentax aufgewachsen, kommt bei mir immer zuerst die Lichtstärke un danach erst die Brennweite, Nikon graviert es umgekehrt.
– beide fokussieren zum Glück anders als Canon in die gleiche Richtung – Drehung nach links für mehr Naheinstellung!
Deshalb haben mich Canon, Tamron, Sigma und Co meistens genervt!

Das Material:
Beide Objektive sind sehr, sehr wenig gebraucht und man sieht nur kleinste Gebrauchsspuren und etwas feinen Staub zwischen den Linsen. Beide wurden offensichtlich bewegt, denn auch nach gut 40 Jahren ist kein Verschleiß, kein Ruckeln, kein Stocken und erst recht keine Verharzung feststellbar!
Beide Lichtriesen verwenden viel Metall (eine Aluminium- oder Magnesiumlegierung vermute ich).
Der Rand des inneren Tubus bei Nikon wirkt dicker und solider, er fährt aber nur 1,0cm aus und die schnell Drehung legt nur rund 120° zurück.
Pentax hingegen fährt um 1,8cm aus und vollzieht eine rund 160° Drehung.
Daraus lässt sich schließen, das dieses Pentax Objektiv sich genauer und etwas feinfühliger fokussieren lässt.
Speziell den Pentax Takumaren mit Schraubbajonett sagen Experten einen besonders seidenweichen Lauf nach. Ich habe ein SMC Takuma 2.5/135 mm da und gefühlt fährt dieses 1.8/85 mm A* noch zeitiger, noch flüssiger zur Schärfelinie. Dagegen läuft das Nikkor mit leichter “Delle” im letzten Drittel der Naheinstellung und in den ersten beiden Drittel weniger weich und gar nicht seidig.
Zum manuellen Fokussieren ziehe ich das Pentax A* in jedem Fall dem Nikon und allen anderen Pendants dieser Lichtstärke und Brennweite vor.

Nikon nimmt sich weiterhin 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer, alles ist vorne im Objektiv zu sehen, auch von jedem Modell. Pentax hatte früher genauso innen graviert, doch seit den M-Objektiven ist das anders. Alles wird auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm graviert. Vom Modell aus gesehen ist kein Schriftzug mehr zu sehen, nichts kann reflektieren.

Beide verwenden einen genarbten, dicken Gummi anstelle der früher üblichen aus metall gefrästen Fokussierhilfe. Bis heute kann ich die Metall-Fokussierringe nicht leiden, auch nicht am modernen Voigtlönder. Sie zerkratzen zu schnell und sehen schnell gebraucht aus. Auch wenn Viele das reine Metall mehr schätzen, ich brauche meinen Gummiring!
Ganz anders sieht es mit dem Blendenring selbst aus. Pentax verwendete ihn noch sehr lange, Sony hat ihn wieder eingeführt, obwohl er Ende der 80er von Minolta und Canon verdammt wurde. Nikon mußte spät nachziehen und das zählt zu den Dingen, die einen gegen Nikon aufbringen können. Der heutige, programmierbare und gefühllose (knickfreie) Ring am Objektiv, den uns Canon und Nikon schön reden wollen, hat alles vom Charme eines Blendenrings, einer Präzision verloren! Hier noch mal ein Hoch auf Sony und Panasonic/Leica – die wissen wie es geht!
Schon damals waren Blendenringe häufig aus Hartplastik, Canon, Minolta und auch an diesem 85er Nikkor ist er plante und relativ gefühllos. Er rastet nur in ganzen Stufen ein – peinlich!
Pentax lässt außer beim größten und kleinsten Wert alle Blenden halbstufig einrasten – nur so kann es sein. (⅓ Stufen finde ich schon wieder lästig, man kommt nicht so schnell manuell auf den gewollten, richtigen Wert!). Nikon liefert hier keine Präzision, die Blende ratscht einfach laut hörbar durch. Der Plendenring am Pentax Objektiv lässt sich sanft, präzise und deutlich leiser einstellen. Auch verfügt Pentax über einen satten Stift, der die Blende in A-Stellung bringt. Bei Nikon “gilt” f:16 als A-Stellung und bei späteren Modellen kam ein kleiner Plasteschieber hinzu.
Aber Nikkor hat den von vielen geliebten Chromring, so ist es auffällig und leicht als Nikkor zu identifizieren. Das Pentax bleibt unauffällig und verzichtet auf jeden Chrom, nur der kleine grüne Stern mußte sein.
Zu den verwenden Farben:
Bei Pentax ist auch das gravierte A am Blendenring grünend ft und m Skalen haben unterschiedliche Farben, Ft in hellblau und m in zartem sandgelb. Im gleichen Farbton ist eine Halbkugel 2cm rechts von der orangeroten, sehr gut sichtbaren Arretierung angebracht. Die sandgelbe Knubbel (früher weiß) rechts am Objektiv dient der Orientierung des Daumens beim Ansetzen des Objektives. Mit ihm kann man sich bei wenig Licht orientieren, beim Ansetzen muß er auf einer Höhe mit dem Entriegelungsknopf rechts an der Kamera sein! Pentax lässt hier gar keinen Zweifel wo und wie das Objektiv an der Kamera arretiert werden soll, absolute Liebe zu Detail.
Nikon hat nur einen kleinen weißen Punkt zum ansetzen, sehr spartanisch.

Die Optik:

 

 

Keine Sorge, ich werde jetzt nicht alle 80er Jahre Objektive vergleichen und jüngere aus den 90ern oder vor Sony GM schon gar nicht, ab da wurde alles nur schlechter. Auch bei Pentax folgte nach der A-Serie, von den Limited-Objektiven abgesehen, nur noch Plaste. Und auch bei Canon, Minolta, Nikon und Co wurde es eher gruselig. AIS und A waren die mechanische Krone der manuellen SLR-Objektive.
Es lohnt sich auch nur selten noch ältere Objektive zu suchen, oft sind die Linsenrechnungen identisch, aber die Vergütung erheblich schlechter. Also begann gut auszusehen mit Pentax Takuma Super Multi Coating, davon war weitgehend Lichtverlust bis sogar neben im Sumpf. Das kann mal schön aussehen, erreicht man aber auch durch anhauchen, wie schon Herr Hamilton wußte.

 

19. Juli 2021
Fotos als Flut-OPFER

Ich habe es oft geschrieben – die aktuelle Lage in meiner Heimat und was ich bei den letzten Besuchen fest gestellt habe, veranlasst mich hier wieder daran zu erinnern: Fotos & Dateien sichern!

Wir sind hier an der falschen Stelle geizig – ich selbst häufiger auch. ich kann keine 14 TB Platten einfach spiegeln und 50 Platten hier in den Schrank legen – dann bleibt kein Geld mehr für Fotografie.

Der mir bekannt sicherste Speicher sind die unveränderten SD/CF/XD/CFE Speicherkarten aus den Kameras mit denen wir die Fotos aufgezeichnet haben!

Klar wir Natur-Fotografen machen manchmal hunderte und tausende Fotos am Tag und suchen davon nur wenige sehr gute aus, die wir auch behalten wollen. Deshalb löschen wir immer unsere Speicherkarten und formatieren sie neu.
Doch ich mache etwas anders – wenn ich wirklich wichtige Fotos – von Menschen, von Reisen, von besonderen Situationen oder Fotos dir mir sehr am Herzen liegen gemacht habe, dann archiviere ich die Speicherkarte.
Denn Speicherkarten sind genau genommen sehr preiswert! Das mache ich nicht, wenn ich schnelle Bildserien brauche und meine 256 GB oder 512 GB Karten verwende – das wird mir zu teuer.
Aber dann speichere ich mir zumindest die wichtigsten Dateien ZUSÄTZLICH auf eine SD-Karte und dann immer Original und bearbeitete Versionen – letztere erleiden bei mir schneller Datenfraß auf den Festplatten, als die unbearbeiteten.
Alle Arten von Festplatten finde ich nicht wirklich auch nur halbwegs sicher, auch nicht die neuesten SSD-Platten – die lösen sich ohne Ankündigung in NICHTS auf.
Noch unsicherer ist jede KLAUT – das ist hoffentlich jedem klar…?
CDs und DVDs oder BluRays brennen hat sich überlebt und ist auch nicht sicher.
Große Festplatten sind nicht unsicherer als kleine, nur die Datenverluste könnten erheblich größer sein – Festplatten bitte nie voll machen, immer 10% Platz darauf lassen – genau genommen gilt das auch für Speicherkarten – kein Medium mag es ganz voll und eng!

Also bitte, kaufen Sie keine Billig-SD-Karten, verlassen Sie sich lieber auf SanDisk und Lexar, machen Sie von den wichtigsten Lebensmomenten 2 Kopien und legen sie an 2 unterschiedliche, trockene, feuerfeste, diebstahlsichere Orte.Sonst ist das Leid später noch sehr viel Größer!

Und zu ausgedruckten FOTOS: Fotografieren Sie sie sorgfältig mit dem Smartphone in schattiger Umgebung mit 2x Zoom ab und speichern dann diese Daten außerhalb des Smartphones (nicht in der Klaut!).

Alles kann passieren, zu jeder Zeit und vieles wird passieren!
Versicherungen und Klauts sind alle Betrug – Sicherheit existiert nicht! Schützen Sie ihre Fotos!

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

19. Juli 2021
*Blendensterne – Sonnensterne* oder Ein Objektiv für alles?

Liebe Leser, ich war mal wieder geneigt mir ein neues Spezialobjektiv zu kaufen… weil ich Freude an so etwas habe und mein Wissen vertiefen und einfach gerne mit Fotomotiven und Licht experimentieren mag. Wenn Amerikaner etwas speziell “neues” vorstellen, werde ich immer sehr neugierig und zugleich vorsichtig.
Auch in der Fotoscene ticken die “Erfinder” aus den USA so, dass sie immer die besten und größten mit dem höchsten Profit sein wollen. Das belegen Beispiele wie GoPro, LensBaby, RRS – viele dieser Firmen sind für mich einfach wahnsinnig überteuert (gemessen am Materialwert – was auf Apple im Besonderen zutrifft und auf Filter und einfache Gläser sowieso).
Wenn so ein Spezialobjektiv vorgestellt wird, ist das für mich meistens der Moment, in dem ich Spaß habe zu graben. Erst in meinem Wissensschatz, dann in meinen Büchern, Bildern, im Internet und ich gehe auf Meinungssuche und versuche meine eigene Meinung zu festigen.
Wir Menschen neigen häufig dazu, alles in einem haben zu wollen, vor allem in der Technik (obwohl es selbst den perfekten, für alles gleich gut geeigneten Partner oder auch nur technischen Begleiter niemals geben soll und kann – (Natur basiert immer auf Diversität). Dem halte ich immer ganz klar entgegen, es existiert keine Perfektion und sie ist unerreichbar und selbst das Streben danach, ist bisweilen grober Unfug. Und es gibt schon gar keine perfekte Technik, die für Vieles gleich gut geeignet ist.
Nicht einmal das Taschenmesser oder das heutige Smartphone sind kompromisslos gut für alles geeignet (das glauben die allermeisten nicht, glauben lieber ans Gegenteil und so wird es immer laut heraus geschrien). Dann sollten die mal versuchen, intensiv mit dem Smartphone zu fotografieren und dann nehmen Sie mal ihre alte Canon G, Sony RX100 oder sogar die alte Rollei, Pentax in die Hand und dann sollte sofort glasklar werden, dass keiner so ein flaches Teil auch nur halbwegs richtig halten kann, um damit beste Fotos zu realisieren. Selbst für das Telefonieren ist es weniger gut geeignet, nicht umsonst quasseln immer mehr Menschen einfach so vorne hinein, so als ob sie in eine Tafel Schokolade beißen wollen. So weit mein kleiner Ausflug zu “perfekten” US-Amerikanischen-Erfindungen.
Es kommt eben immer darauf an!
Das gilt selbstverständlich auch für die NISI Objektive, entworfen vermutlich in den USA, aber komplett Made in China.

Und jetzt tritt da plötzlich ein seit kurzem agierender Filterhersteller an und präsentiert uns inzwischen zwei neue Spezialobjektive zum scheinbar verführerischen Preis:
NISI 4.0/15 mm Sunstar & NISI 2.8/9 mm Asph.
Die US-Marke NISI gibt es erst seit 2005. Sie sind mit Filtern für Superweitwinkel bekannt geworden.
Im Januar 2021 wagte sich NISI dann erstmals an ein Spezialobjektiv, das 4.0/15 mm Sunstar. Beide Objektive sind nur manuell zu fokussieren und übertragen keinerlei elektronische Informationen an die Kamera und sind auch nicht Update-fähig.
Ich hatte zunächst wenig Gelegenheit ein Exemplar ausgiebig zu testen, da es in Deutschland kaum beim Händler anzutreffen war. Inzwischen haben es meine bekannten Händler in Düsseldorf oder Frankfurt öfter greifbar.
Das besondere hier ist, das auch schon bei offener Blende f:2.8 oder f:4 ganz ansehnliche Blendensterne entstehen sollen, mit 10 Strahlen!
Ein Objektiv für Blendensterne zu entwerfen ist schon etwas gewagt und ich wollte sofort wissen, ob das Sinn macht.
Da stößt man gleich auf die allgemeinen Tipps und Empfehlungen:

Das legendäre Foto von Andreas Feininger (all copyrights A.F.)
zeigte schon damals sehr gut die Metall-Iris-Blende mit Blendenstern

hier sehen wir gut was die Anzahl und Bauart der Lamellen für die resultierende Öffnung bedeuten

Die Form im NISI wirkt eher wie das Beispiel mittlere Reihe rechts, nur mit eben 10 Lamellen!

Blendensterne
Schon die Definition des Effekts ist schwierig. Was sehen wir im Foto wenn wir ein Bild  der Sonne oder einer hellen Lichtquelle zugewandt machen?
Einen Blendenstern, einen Sonnenstern, einen Lichtstern,
Optisch findet im Objektiv eine Lichtbeugung an der Iris der Lamellenblende statt. Deshalb sah man die Lichtsterne erst weit abgeblendet, wenn eine starke punktförmige Lichtquelle im Bild war. Das Licht überstrahlt die feinen Lamellen und bildet den Stern.
Deshalb kann es kaum richtig sein von Sonnen- oder Licht-Sternen zu sprechen – das Licht kann auch ohne den Effekt der Beugung aufgezeichnet werden. Erst die Blende, ein Stern-Filter oder eine Software verursachen diese Lichtbeugung und das Strahlen. Das ist die Quelle – deshalb trifft es BLENDENSTERN für mich am Besten.
Früher hatten wir speziell behandelte Sternfilter um sie vor dem Objektiv einzusetzen. Heute kann das sogar eine gute Software.
Die Fotografen betrachten einen Blendendsten oder Sterne im Bild natürlich völlig unterschiedlich.
Die einen stört der Effekt kolossal und lenkt sie vom eigentlichen Motiv ab, er hält es für verspielt und realitätsfern –
Der andere Fotograf liebt die Blendensterne, weil sie etwas Zauber ins Bild bringen, dem Licht mehr Wirkung verleihen,
den Himmel mit dem Land verbinden, kann die langweilige Horizontlinie unterbrechen, das Auge des Betrachters mit lenken und die Bildkomposition deutlich verbessern.
Sie zeigen die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Blende im Bild.

Es gibt sogar einige alte Objektive mit 20 Lamellen-Blende und hier im Zeiss Planar zeigt sich gut wie das Licht geschnitten und gebeugt werden kann

Lamellen und Sterne – kleine Blendenkunde
Fotografierende Menschen neigen schon seit Anfang an dazu, die Sonne als Stern darzustellen. Zuletzt war das mit Sternen-Gitterfiltern beliebt. Heute wo wir alle filmen sollen, braucht es etwas anderes. Mancher entdeckte, das sich mit alten Objektivkonstruktionen, die noch über eine scharfe Blendenlamelle aus wenigen, geradzahligen Lamellen bestand, bessere Sterne erreichen liesen. Objektive die mit 6, 8 oder 10 Lamellen auskamen, lieferten stark abgeblendet, präsentere Sterne von der Sonne und Lichtreflexionen. Seit Minolta in den 80er Jahren besonders gerundete Blendenlamellen forcierte, sind praktisch alle Blendenlamellen nicht mehr scharfkantig. Und lassen damit oft einen schönere, fast kreisrunde Blendenöffnung und damit eben auch ruhigeres Bokeh zu – allerdings nur abgeblendet. Das spricht zuerst einmal komplett gegen scharf und schön begrenzte Blendensterne, also die meisten 28 mm, 35 mm, 50 mm und besonders 85 mm Porträtobjektive sind kaum geeignet.
Dazu braucht es Objektive mit scharfen Blendenlamellen – was tatsächlich im Foto besser aussieht.
Es sollten Blendenkonstruktionen mit 6, 8 oder mehr Blendenlamellen sein, in gerader Anzahl.
Jetzt sind wir genau bei dem Punkt, den ich etwas in Frage stellen möchte.
NISI und Voigtländer konstruieren mit 10 Blendenlamellen, üblich sind heute 7 bei WW-Zooms und 9 bei besseren Festbrennweiten und sogar 11 bei den extrem gut konstruierten Objektiven (Sony).
Also gerade Anzahl gegen ungerade Anzahl – runde Blendenlamellen gegen scharf abgrenzende Lamellen.
Was ist besser?
Vieles unterliegt der Geschmacksfrage, eine Frage der Denkweise und Konditionierung. Ich gehöre ja heute leider auch schon zu den Foto-Oldies, oder den alten Foto-Hasen mit knapp 40 Jahren experimentierfreudiger Fotoleidenschaft im Kreuz. Ich habe Fototechnik studiert und 2 Fotoausbildungen und noch zahlreiche Lehrbücher, die in den 80ern und 90ern und weitgehend unangefochten wissensbildend waren. Sind sie heute komplett veraltet? Ich neige immer dazu, so etwas zu überprüfen!


Fotografisch aufgewachsen bin ich mit diesen Effektfiltern – sogenannten Sternen-Filtern. Diese berüchtigten Effektfilter von früher gibt es auch heute noch. Sie zeigen 4, 6 oder 8 gleichmäßig lange Strahlen der Lichtquellen – aber das wird man schnell satt.
Mit Blenden bzw. mit dem Abblenden ist es schwierig den Beugungseffekt groß und deutlich sichtbar zu machen. Ohne starke Lichtquellen gelingt es gar nicht und selbst mit, braucht es oft noch eine stärkere Beugung durch Wolken, Blätter oder Gebäude-Fluchten und Ecken um schöne Blendensterne zu bekommen.
NISI dreht das altbewährte Prinzip um: Nicht durch abblenden entstehen die Sterne, sondern schon ganz aufgeblendet, also genau genommen nicht an einer Blende!
Der Nachteil war bisher immer, das man auf f:11 bis 22 abblenden mußte, damit große Schärfentiefe bekam und schon recht starke Detailverluste und Weichheit durch die starke Beugung – vor allem an höher auflösenden und kleineren Digital-Sensoren.
NISI kann das also auch mit geringer Schärfentiefe und auch am Abend ohne Stativ. Allerdings bisher nur mit Superweitwinkel-Brennweiten.
Legendär ist das Canon EF 4.0/16-35 mm L II mit den schönen Blendensternen und damit ist man an der Kamera auch sehr flexibel, so lange man bereit ist auf mindestens f:8 ab zu blenden.

Unabhängig von den Blendensternen gilt es zu bedenken:
Es handelt sich bei beiden Objektiven um vollmechanische Objektive.
Das bedeutet nicht alleine eine manuelle Scharfeinstellung ohne Autofokus, auch ohne Bildstabilisierung, aber noch deutlicher ohne sämtliche Elektronik und Übertragung. In den Kameras ist keine Blende zu sehen!
Nur 4 kleine Schrauben halten das Metallbajonett mit Dichtungsring. Vieles fühlbare an dem Objektiv ist aus kaltem Metall, auch die blütenförmige Sonnenblende. Sie rastet sauber ein und dreht sich nicht zu leicht lose. Ein halbwegs robuster Schutz-Beutel wird ebenfalls mitgeliefert.

NISI 4.0/15 mm SUNSTAR Asph. für spiegelfrei Vollformat – Neuheit 01-2021
für Canon RF, Nikon Z, Sony E = 112° – Fujifilm XF = 78° Halbformat
10-12 Linsen, Blende f:4.0 bis f:22
10 Blendenlamellen
72 mm Filter
8,1 cm lang
470g leicht
20 cm Naheinstellgrenze – 1:7,7
480€

NISI 2.8/9 mm Asph. für spiegelfreies Halbformat – Neuheit 09.2022

Zwei beidseitig asphärische Elemente und vier extrageringe Dispersionsgläser zeichnen die neuere Konstruktion aus. Der Schwerpunkt liegt deutlicher nicht mehr nur alleine auf den Blendensternen (SUNSTAR) sondern vor allem auf seiner hohen asphärischen Korrektur, daher die von Leica bekannte Bezeichnung
für Sony E = 113°, Canon RF, Nikon Z – Fujifilm XF = 78° Halbformat – MFT = 100° Viertelformat
12-14 Linsen, Blende f:2.8 bis f:16
10 Blendenlamellen
67 mm Filter
7,8 cm lang
360g leicht
20 cm Naheinstellgrenze – 1:12,5
460€

So kann das NISI 15 mm abbilden:

 

Beide haben 10 Blendenlamellen, wobei ich mich frage, wie der Effekt bei “Offenblende” zustande kommt.
Weil die Blende kommt ja nur zum Einsatz, wenn auch abgeblendet wird – weshalb das ja bei allen anderen Objektiven erst stark abgeblendet die Lichtbeugung sichtbar wird. Sicherlich wird hier eine spezielle Blendenkonstruktion verwendet, die nicht ganz lichtundurchlässig an den Lamellen ist. Entweder sind die NISI Objektive von der Berechnung noch lichtstärker, so dass die Blende immer ein Stück geschlossen ist oder es wird ein anderer Trick angewendet.

NISI 2.8/9 mm Asph. – Nicht nur für Blendensterne!
Auch für Astro-Fotografie bietet sich eins der NISI-Objektive an, denn hier wird meistens mit weit geöffneter Blende, für kürzere Zeiten und mehr Lichtausbeute gearbeitet. Die NISI-Konstruktionen sind zusätzlich sehr stark von dem COMA-Fehler befreit, was schärfere Himmelsfotos erlaubt.
Bei hohen Kontrastwerten und starken Reflexionen oder Überstrahlungen entstehen häufig violette und grüne Farbsäume und diese CA macht eine sehr gute Schärfe zu Nichte. NISI hat vor allem das 9 mm dagegen berechnet und stark vergütet, so dass sie auch bei großer Blendenöffnung praktisch nie störend zu sehen sind.
Außerdem ist das 9 mm auch besonders gut abgedichtet und gegen Feuchtigkeit geschützt. Auch eine Verschiebung des Bildausschnitts findet beim Fokussieren nicht statt. Es ist speziell für Filmkameras entworfen und hat auch eine lautlose Blendeneinstellung. 67mm Filter oder 100 mm Filterhalter können verwendet werden. Trotz einer Naheinstellgrenze von nur 20 cm lässt es nur einen Abbildungsmaßstab von 1:12,5 im Halbformat zu.
Man muß es leider so sagen, bei der Konstruktion des 9 mm wurde fast nur an Filmer gedacht – sehr schade!

Die Schwierigkeiten der NISI Sunstar Objektive sind:
Bei stärkerem Abblenden als f:5.6 / f:8 wird die Abbildungsleistung merklich schwächer.
Das 2.8/9 mm ist eine deutlich aufwendigere Linsenkonstruktion- Was aber nicht gleichzeitig auf höhere Abbildungsleistung schließen lässt- Es ist Abends und bei weniger Licht fraglos besser einsetzbar.
Und es hat für mich neben dem Vorteil der doppelten Lichtstärke und dem kleineren Durchmesser aber deutliche Nachteile:
– hohe Lichtstärke nur für Halb- & Viertel-Format
– sichtbare Verschlechterung der Abbildung schon ab f:5.6 und f:8
– keine Blendenrastung!
– keine Datenübertragung!
– es ist manuell nicht einfach scharf zu stellen
– man hat nicht viel in der Hand, kurze Baulänge und dadurch noch mal schwieriger zu fokussieren

Viele Fotografen sind inzwischen Sterne mit mehr Strahlen gewohnt, weil ja schon bei nur 7 Lamellen 14 Strahlen entstehen können und bei 11 Lamellen sogar 22 Strahlen. Da sind die 10 Strahlen von NISI nicht wirklich viel.

So richtig zeigenswerte Fotos sind mir bisher mit den NISI Objektiven nicht gelungen.
Das liegt weniger an deren Güte, als viel mehr, das mir für Superweitwinkel meistens die Motive fehlen und ich es ausser in engen Stadtlandschaften und Schluchten gar nicht mehr gewohnt bin, solche Objektive noch einzusetzen. Himmelsfotografie habe ich bisher auch noch nicht besonders erfolgreich umgesetzt. Ich bin viel zu sehr auf Super-Tele und höchstlichtstarke-Tele fokussiert und auch die wenigsten Motive geben mir durch einen großen Bildwinkel betrachtet etwas. Ich mache ja Fotos von 12-50 mm fast ausschließlich mit dem Smartphone (klein, flach, immer dabei, Eindrücke schnell geteilt). Ich würde mir hier wirklich andere Bildwinkel von NISI mit dem Sterneffekt wünschen, warum nicht 24 mm, 40 mm, 90 mm, 135 mm?

Schlußendlich in Kurzfassung meine Ratschläge zum Thema Blendensterne:
– Sternen-Filter sind Spielzeug oder meistens fotografischer Murks
denn sie spalten das Licht vor dem Eintritt in das Objektiv, was zu meist scheußlichen Farbsäumen, sehr unterschiedlichen Strahlen und zu Verwischungen führt. Jeder Filter vor einem Objektiv – der nicht in die optische Rechnung mit einbezogen wurde – reduziert immer deutlich die optische Leistungsfähigkeit!

– alles in einem Objektiv gibt es nicht, schöne Hintergrundunschärfe/Bokeh und scharf begrenzte auffällige Blendensterne in einem Objektiv – kann es nicht geben. Dazu müssten 2 verschiedene Blendenkörper hinter einer Linsenkonstruktion zum Einsatz kommen.

– jede Blende mit ungerader Anzahl Lamellen verdoppelt die Anzahl der Lichtstrahlen! Eine gerade Anzahl von Blendenlamellen (wesentlich seltener heutzutage) bedeutet die selbe Anzahl von Strahlen, eine Überlagerung, im idealen Fall eine Verstärkung und schöne Wirkung der Blendensterne.  Aber was ist schon ideal? Bei 7 haben sie 14, bei 9 – 18 und bei 11 sogar 22 Strahlen, die sich überlagern (mit X und Y hat das gar nichts zu tun), das kann je nach Lichtquelle und Situation sehr gut aussehen, aber keinesfalls immer.

– Sterne entstehen durch Lichtbrechung an der Blende, dazu muß, ausser bei NISI, abgeblendet werden. Bei einem 2.8/16-35 mm wird man bei f:2.8 gar keine Wirkung der Blende sehen und bei f:4 und f:5.6 nur wenig, erst ab f:8 zeigt sich etwas strahlende Wirkung und bei f:11 und f:16 ist sie am stärksten, ohne das Bild in seiner Gesamtheit zu stark optisch zu beeinträchtigen. Letzteres geschieht mit f:11 und f:32 und weiter abgeblendet, da hier die Gesamtleistung durch Lichtbeugung an der Blende stark beeinflusst wird.

– besonders wichtig für beeindruckende Sterne sind auch die Glaseigenschaften, es darf kein verschmierter Stern werden, auch sollten keine matschigen Farbreflexe den Bildeindruck zu sehr stören

– zu weit abblenden ist keine gute Idee – Blende f: 16 sollte reichen – wer stärker abblendet riskiert unschärfere, weniger detaillierte Fotos durch die auftretende Licht-Beugung

– weit entferne Lichtquellen und Reflexe ergeben schönere Sterne, sind sie zu dicht, ist es besser sie durch Bäume oder einen anderen Vordergrund zu kaschieren.

– welche Brennweite man braucht, ist sehr individuell unterschiedlich, daher würde ich gerne auch ein Zoom nutzen wollen. Selbst wenn es am häufigsten bei seiner kürzesten Brennweite zum Einsatz kommt, für mich sind 14 oder 15 mm sehr wichtig, ein 16-35 mm brauche ich und auch beim 35er bis 50er kann es spannend sein.

– Je nach Blendenbauart und ob sie gerundete oder kantigere Lamellen hat, entstehen kürzere oder  längere Strahlen – zu kurze Strahlen wirken nicht.

– Es gibt besondere Zoom-Objektive, die tolle Sternen-Bilder erlauben.

Sony erlaubt sich hier auch wieder Besonderheiten – die meisten Objektive haben 9 Lamellen, viele sogar 11 Lamellen und der Blendenkörper ist so konstruiert, dass schöne Sterne bereits wenig abgeblendet bei f:5.6 – 8 & 11 entstehen!

Tipps – nicht zwingend in der Reihenfolge am prägnantesten und schönsten, aber eben sehr häufig genannt und etwas favorisiert.

ZOOMS:
1. Canon EF 2.8/16-35 mm L II = 7 Lamellen – 14 Strahlen
2. Canon EF 4.0/16-35 mm L = = 9 Lamellen – 18 Strahlen
3. Canon EF 2.8/16-35 mm L III = 9 Lamellen
4. Nikon Z 4.0/14-30 mm = 9 Lamellen
5. Canon RF 2.8/15-35 mm L = 9 Lamellen
6. Sony E 2.8/12-24 mm GM = 9 Lamellen – 18 Strahlen
7. Sony E 2.8/16-35 mm GM = 9 Lamellen
8. Sony E 4.0/24-105 mm G = 9 Lamellen
9. Nikon F 2.8/14-24 MM = 9 Lamellen
10. Sony E 4.0/12-24 mm GM = 7 Lamellen
11. Sigma 2.8/14-24 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
12. Sigma 2.8/24-70 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
13. Canon RF 4.0/24-105 mm L = 9 Lamellen
14. Canon RF 4.0/24-105 mm L = 10 Lamellen – 10 Strahlen
15. Nikon F 3.5-4.5/18-35 mm = 7 Lamellen

Canon EF 2.8/14 mm L (5 L) – EF 2.8/15 mm Fisheye (5 L) – EF 4.0/8-15 mm L Fisheye (7 L) –  EF 4.0/17-40 mm L (7 L) – EF 3.5-4.5/20-35 mm (5 L) – EF 2.8/20 mm (5 L) –

Festbrennweiten:
1. Sigma 1,4/35 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
2. Sigma 1,4/85 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
3. Canon EF 2.8/14 mm L II = 6 Lamellen – 6 Strahlen
2. Canon EF 4.0/17 mm L TSE = 8 Lamellen – 8 Strahlen
3. Canon RF 1.8/35 mm Macro USM = 9 Lamellen – 18 Strahlen
4. Canon RF 1.2/50 mm L = 10 Lamellen – 10 Strahlen
5. Canon EF 1.2/50 mm L = 8 Lamellen
6. Nikon F 2.8/14 mm = 7 Lamellen – 14 Strahlen
7. Nikon 4.0/20 mm = 7 Lamellen – besonders tolle harte Strahlen
8. Nikon F 1.8/20 mm = 7 Lamellen
9. Nikon F 2.8/16 mm Fishere = 7 Lamellen
10. Pentax 4.0/20 mm = 7 Lamellen – besonders tolle harte Strahlen

Es ist müßig jetzt alle AF Nikkore im Weitwinkel- Normalbereich aufzuzählen, Nikon, wie viele andere Festbrennweiten der 70er, 80er Jahre haben fast immer einen 7 Lamellen-Blendenkörper und bei neueren Objektiven dann 9 Lamellen. Nikon war auf der anderen Seite bei den Objektiven an Langeweile kaum zu überbieten, nur selten waren sie die letzten 40 Jahre die ersten, die Innovationen voran getrieben haben.
Gerühmt werden auch die Zeiss-Touit/Loxia Objektive wie das 2.8/12 mm oder 2.8/21 mm alle haben 9-10 Lamellen und bilden einem 18/10er Stern und das sogar schon leicht abgeblendet  – ich mag sie trotzdem weniger.
Die Preisfahnder loben auch die manuellen Samyang Superweitwinkel – kann man machen – aber gegen alle vorher gelisteten tun sich Samyang und chinesische Anbieter doch sehr, sehr schwer.
Venus Laowa  Objektive aus China haben meistens 7 Lamellen und 14 Strahlen, die erst weit abgeblendet gut sichtbar werden – also das würde mir am wenigsten gefallen.
Sigma 
verbaut bei seinen neuesten DG DN Objektiven für Sony und L vermehrt erstmals Blenden mit 11 Lamellen um zu Sony auf zu schließen. Vorher wurde bei der ART-Baureihe für DSLRs hauptsächlich Blenden mit 9 Lamellen verbaut.

Voigtländer will auch etwas vom Kuchen ab haben:
Voigtländer E 5.6/10 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 4.5/15 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 1.4/21 mm = 12 Lamellen!
Voigtländer E 1.2/35 mm = 12 Lamellen!
Voigtländer E 1.4/35 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 1.2/40 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 1.2/50 mm = 12 Lamellen!
Ich liebäugle ja schon lange mit dem 40er und jetzt wo es endlich modernes Design hat und nicht mehr diese Großvater-Einstellringe, fällt mir ausser leerem Konto auch keine Ausrede mehr ein (900€).

Ein 10er Stern kann aber auch etwas langweilig wirken, wie die Aufnahme eines B. Kratzke auf der Voigtländer-Seite von meinem Lieblings-Architekten CALATRAVA aus Santa Cruz, Teneriffa, zeigt:

Hier 2 Sony Bilder von mir aus Venedig – bei Sony geht es eben wegen der 9 und 11 Blendenlamellen Sterne mit 18-22 Strahlen.
Sehr schön zeichnet das Sony 2.8/16-55 mm für HF.

Norbert Zachenhuber hat mir einige tolle Fotos zur Verfügung gestellt, sie wurden mit Sony A6600 HF und 2.8/16-55 mm Objektiv kreiert und fallen unregelmäßiger aus:

 

Veröffentlicht in News-Blitzlicht, Praxis-Tests

16. Juli 2021
Lavender Queen

Song Anspieltipp: Marillion Lavender
(mal wieder hören: 1985 Misplaced Childhood – eines der beeindruckendsten Alben der 80er Jahre!)
Fotos realisiert mit Canon EOS R5 & Canon RF 7.1/100-500 mm L IS

In Gedanken gewidmet allen, deren Leben am 15.07.2021 weggerissen wurde, an den Bächen und Flüssen der Eifel, der Ahr, der Kyll und des Ruhrgebiets!
Und auf Madagascar – wo ich so gerne einmal hin wollte – essen die Kinder Schuhsohlen und Abfallreste und die Mütter nichts… das industrielle Zeitalter hat in nur 100 Jahren den Planeten kaputt gewirtschaftet und die Profiteure fliegen fett ins Weltall oder langweilen sich irgendwo mit Zahlen.
(Unschärfen und Überbelichtungen wie auch geringer Kontrast sind beabsichtigt und NICHT in der Bildbearbeitung erzeugt.)

Flieg…Flieg…Flieg
zum Lichte

Mach die Zeit…Zeit…Zeit
und sauge sie aus…
lebe tollkühn

 

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht