Tresor  
Filo Rings

1. November 2025
Indian wildlife

Indian Wildlife – Eye to Eye
Canon 2,8/70-200 mm L IS II f:2,8
 
 
Willkommen!

Seit 16 Jahren ist Harrys Photo-Tagebuch online
24 Jahre war davor HarrysInFocus online. HarrysInFocus habe ich inzwischen still gelegt.
Über 930 Beiträge nur auf dieser Homepage.

Dank Dr. Tilo Seeger (www.drtseeger.de) konnte ich eine große Homepage aufbauen und mein vielfältiges Wissen zahllosen Fotografen vermitteln.
Ich bin seit mehr als 35 Jahren immer mit den neuesten Objektiven und Kameras unterwegs. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich am liebsten Tiere und alles was lebt und sich bewegt. Man vermutet bei mir gerne eine besondere Leidenschaft für Fotografie und Fotogeräte – das ist aber aus meiner Sicht nicht ganz richtig, denn meine wahre Leidenschaft brennt für meine Motive, für Tiere, für Natur, für Menschen – der Rest ist nur Technik.
Meine große Homepage “HarrysInFocus” wurde gerne mal zu bunt und zu verwirrend empfunden – sie ist aber eben auch so wie ich. Ein bunter Vogel, gerne mal chaotisch und zerstreut, oft knallig und manchmal zu viel auf einmal.
Ich bin nicht geradlinig und angepasst und farblos vielleicht auch nicht.
Ein Mensch hat viele Facetten, viele Gesichter, er kann vieles sein, je nach dem auf welche Seele er trifft… man muß es nur versuchen.
Ich versuche – ich mag grau nicht und bin immer auf der Suche nach Farben, nach Licht. Ich fotografiere spannende Tiere und Menschen – nicht nur einmal – immer wieder, mir fällt immer noch was ein. Mit einer Kamera kann ich zwar fast alles ablichten und doch verwende ich immer wieder andere Kameras und Objektive, und suche immer das Limit…
wie in meinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ (1982) bin ich gerne auf Messers Schneide.
Ich bin “Berlin – Herz & Schnauze”, gewagt und schüchtern, modern und hektisch und zugleich altmodisch mit viel grün, Wasser und Ruhe.
2010 fiel die Entscheidung, es mal mit ruhigen Farben und streng geordnet zu versuchen.
Dafür haben mir hier Andreas Klotz (www.Tipp4.de), Katrin Scheid und Sebastian Tänzer (www.Taenzer.me) eine ganz neue Plattform errichtet. Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Seiten mit massenhaft Fotos und Text gefüllt.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Vergnügen beim Stöbern, Entdecken und Lesen!

Per E-Mail (HarryPX@T-Online.de) bin ich jederzeit für Sie da und beantworte Fragen, Wünsche und Anregungen, biete Tests und
meinen Foto-Wissen auf USB-Stick. Rein ins Vergnügen…

Und bitte nichts mopsen und nichts ohne meine Zustimmung zitieren oder gar kopieren und ins Netz stellen!
Seien Sie lieber selbst kreativ!

Auf Anfrage – können Sie mich für eine Portrait-Session oder ihre Feierlichkeit buchen. Ich bin kein Freund von festen Preislisten, Preise ändern sich ständig.  Alles ist abhängig vom Aufwand, Nachbearbeitung und Zeit – deshalb einfach eine kleine Mail an mich und sie bekommen ein persönliches Angebot.

Dies ist KEINE Fan-Page – KEINE Werbung, KEINE Suchmaschinen-Links und Optimierung

Auch wenn hier auf meiner Seite Markennahmen wie Canon, Nikon, Novoflex, Olympus, Panasonic, Pentax, Leica, Zeiss & Apple häufiger als vielleicht sonst gewohnt auftauchen – bitte ich Sie herzlich – das nicht als Fan-Page miss zu verstehen. Diese Marken sind hier präsent, aufgrund langjähriger, oft positiver Erfahrungen. Canon und Sony werden wohl am häufigsten besprochen, weil Sony die innovativste Firma hat und Canon noch das größte System und die meisten Kunden hat, nicht weil ich es für die beste Herstellerfirma halte. Grundsätzlich sind mir Marken-Namen und Firmen egal und ich übe da keine Solidarität – denn das wäre zu kurzlebig. Es sind alles Hersteller die Produkte vertreiben und offensiv versuchen Geld zu verdienen. Nachdem ich nun seit 30 Jahren „InFocus“ schreibe und 15 Jahre lang meine Info-News „BlitzLicht“ heraus gegeben habe, werde ich mich ab jetzt auf diese Homepage konzentrieren – mit meinem gesammelten Fotowissen seit 30 Jahren und meinen regelmäßigen Tests aktueller Objektive und Kameras. Da ich unbedingt unabhängig bleiben will von einflussnehmenden Redaktionen (die zumeist über wenig Praxis-Wissen verfügen) den Herstellern, den Vertreibern und der Werbe-Industrie und ein Abo-Preis wie bisher vermutlich immer weniger Menschen interessiert – stelle ich hier mein gesamtes Wissen ab jetzt jedem zur Verfügung. Ich biete jedoch noch viel mehr, intensive Beratung per Mail – speziell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Objektive und Kameras und Zubehör, die ich zum fairen Preis gebraucht und neu beschaffe.
Als Honorierung erhoffe ich mir wie meine nordamerikanischen Kollegen eine jährliche Spende um diesen hohen Aufwand vor mir und meiner Familie zu rechtfertigen.
Sie können einen beliebigen Betrag ab 35 € HIER spenden.

Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass meine Leser durch meine Beratung und Tests viel Geld einsparen konnten, da ich immer als preisbewusster Berater und nie als “Anpreiser” von Marken fungiere. Oft genug rate ich auch vom Kauf ab. Auf meine gezielte Fachberatung per E-Mail können Sie immer zurückgreifen!)

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

1. Dezember 2014
USB-Stick & DVD

Seit 25 Jahren unabhängige Praxistests – für:
Fotografie draußen, NaturFoto, NaturBlick, FotoMagazin, Phototechnik International, Photographie, FotoPraxis, Markt&Technik, PhotoScala, HarrysInFocus, u.v.a.
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21. April 2026
Wald-Käuze 2024 – ROCHADE

Wir leben in der Versicherungs und Sicherheits-Blase – das sind alles nur Hirngespinste.
Wenn einer mit Macht und dicker Keule kommt, müssen wir uns bis auf’s Blut verteidigen.
In Wahrheit ist das Leben, unser aller Leben, in jeder Sekunde ein Überlebenskampf, ein Kampf um Stärke, einfaches Futter und Unversehrtheit!
Bei den Tieren ist das für geduldige Menschen auch jederzeit zu beobachten.
Weil ich den zappeligen Autofokus der Z9 leid war, habe ich sie auf manuelles Fokussieren eingestellt und zusätzlich die Farbe zurück genommen und nur das 6.3/800 mm verwendet. Allerdings lies das schwach Licht es nicht zu, wirklich kurze Zeiten zu wählen, meist mußte ich bei 1/500 oder maximal 1/1000 bleiben und RAW zusätzlich nutzen, um bei 20 BpS noch um 10.000 ISO zu bleiben.
Ich war früh um 5.30 Uhr bei den Wald-Käuzen und ihrem Nachwuchs, als sich folgendes entwickelte:

 

 

Ich habe mich an eins der schwierigsten Motive gewagt – Eulenvögel.
Nicht das sie meinen ich habe mich im Nordseestrand vergraben – ich habe ausgerechnet wieder ein neues Vogelprojekt begonnen, dem ich täglich bis zu 7 Stunden witme.
Nach Buntspecht, Grünspecht, Meise, Star, Bienenfresser, Rotkelchen, Haubentauchern, Eisvogel, Zaunkönig, Kleiber, Zwergtauchern, Austernfischer, Küstenseeschwalbe, Wasseramsel habe ich jetzt den Steinkauz im Visier.
Ausgerechnet ich, der mit Vögeln nie viel zu tun hatte und wie ein Pölking, Morris oder auch nur so gut wie die anderen Spitzen-Vogelfotografen, werde ich sicher nicht. Dafür weiß ich zu wenig, habe in der Jugend zu wenig über Vögel, Gesang, Reviere und Verhalten gelernt. Ich war immer Katzen- und jetzt auch Eichhörnchen-Mensch, das bleiben auch meine Lebens-Motive.
Aber ein Eulen-Vogel war immer ein Wunschprojekt.

Es ist vergleichsweise fotografisch gut zu aufzulösen, wenn wir bei wenig Licht fotografieren muss, immerhin stehen uns heute Teleobjektive mit f:1.2 und f:1.8 und dann noch f:2.8 und f:4.0 Lichtstärke und Empfindlichkeiten bis 6400 ISO plus Entrauschungssoftware zur Verfügung.
Und es ist auch nicht mehr so schwierig sehr lange Brennweiten für größere Distanzen zum Motiv zu verwenden, für gutes Licht gibt es 800 mm sogar schon unter 1000€. Nur jenseits 800 mm wird die Luft sehr dünn, dann helfen nur noch Konverter, Sensoren oder Spektive.
Jedoch die Kombination aus wenig Licht bei Entfernungen von 50-200m stellen eine weiterhin kaum überwindbare Hürde mit ständigen Kompromissen dar. Bewegungen sind fast gar nicht scharf einzufangen – außer mit Blitz oder Kunstlicht.

Extrem-Telefotografie
Wer noch denkt, 500-600 mm seien schon viel Brennweite und wer sich traut dann den Ausschnitt auf vergleichbar 900 mm zu nutzen, wähnt sich sicher am Ende der Telebrennweiten.
Doch trotz aller technischen Verbesserungen und hochauflösender Sensoren ist das Mitnichten das Ende der erhofften Reichweite.Auch 1200 mm, 1700 mm und sogar 2000 mm können bei kleinen Tieren mit hoher Fluchtdistanz durchaus wichtig werden – Ich sage nur Steinkauz!
Nur leider sind die Steigerungen der Vergrößerung und die sichtbaren Details keineswegs unbegrenzt steuerbar – zumindest nicht ohne Weltraum-Satelliten-Technik. Schon bei 600 mm kann kalte aufsteigende Luft, Fotos schnell unbrauchbar machen. Und auch die Unterschiede zwischen 1000 mm und 2000 mm sind vergleichsweise gering, viel geringer als die Zahlen vermuten lassen. Größtes Problem ist heute nicht mehr nur die ruhige Haltung der Kamera (da helfen IS, VR & IBIS sehr viel)sondern die vorhandene Lichtstärke, die noch kurze Belichtungszeiten und mittlere ISO-Push-Empfindlichkeiten zulässt. Ohne viel Licht gelingt meistens kein Telefoto. Nicht ganz umsonst werden die Objektive von Canon mit Anfangsöffnungen f:7.1, f:8 und f:11 so kritisch diskutiert und so oft als untauglich befunden. Das kommt aber zumeist von Fotomenschen, für die immer noch 800 ISO das Limit darstellt.
Trotzdem, für mein Projekt war die Canon R7 mit Canon 11/800 mm und erst recht mit 14x Konverter bei f:16 allenfalls an sehr klaren Tagen nach dem regen und sehr viel Licht brauchbar.
Denn bei der Kombination begegnen uns alle Hürden auf einmal. Die R7 rauscht wegen der 32 MP auf kleiner Fläche schon jenseits 1600 ISO stärker, f:11 lässt sehr wenig Licht durch und der RollingShutter der R7 kann durch Bewegungen des Objektivs oder Motivs schnell die Fotos verzerren.
Die anderen Eulenfreunde mussten mit 5.6/200-500 mm und 6.3/150-600 mm oft früher aufgeben, weil die Distanz von 60m bis 200m einfach zu groß war.
Ein 5.6/800 mm schien neben einem 4.0/600 mm plus TC die einzige Möglichkeit.

Ich hatte dann schnell die OM-1 zur Hand, denn bis zu 1600 mm bei f:4.5 sind konkurrenzlos. Aber nach ersten guten Fotos war ich trotzdem extrem limitiert durch fehlendes Licht, Abends nach 21.45 Uhr – da half dann auch irgendwann f:4.5 am kleinen MFT-Sensor nicht mehr und 800 mm sind noch deutlich zu wenig Brennweite um die scheuen und sehr kleinen Vögel nicht zu stören.
Weit entfernte Motive nah heran holen, klappt bestens, aber 16-20 cm kleine Vögel in mehr als 30-60 m Entfernung groß darzustellen und detailliert zu zeigen, ist etwas ganz anderes.
Deshalb wechselte ich notgedrungen auf Nikon Z9 mit 6.3/800 mm und 1.4x TC, Gleichzeitig eine gute Möglichkeit die Version 4.0 für die Z9 unter echten Wildlife-Bedingungen am Limit zu betreiben.
Eins wird sofort klar, ich weiß nicht, was die vielen anderen uns als Wildlife mit den tollen Nikon-Kameras verkaufen wollen, wo dann in Bildserien meist jedes Bild perfekt scharf auf dem Auge gespeichert wird – ich weiß nur, auch mit Version 4.0 habe ich weit mehr als 60% Ausschuss – wo der Fokus nicht sitzt. An schnelle Bildfolgen ist dabei gar nicht zu denken! Ganz oft wird ein Kauz gar nicht gefunden und erkannt, erst wenn ich auf Halbformat umschalte gelingt es etwas besser. Allerdings kein Vergleich zu OM-1 und erst recht nicht zu R7, R5 und 7RV, A1!
Wenn man an Menschen gewöhnte Vögel auf festgelegten Strecken abknipst, mag da mehr gehen – aber meine Steinkäuze geben einen Vogelschiss auf Internet, Nikon und Menschenvertrauen.
Mit allen 6.3/600 mm oder gar 7.1/500 mm Zoom-Objektiven braucht man da gar nicht anzutreten.
Somit bleiben für die Aufgabe aus meiner Sicht aktuell nur:
Sony A1 mit 4.0/600 mm +TC
Canon R5 mit 4.0/600 mm TC oder 5.6/800 mm – das 11/800 mm scheitert hier
Und das ist alles in der höchsten Preisschiene, da ist man mehr als 15-20.000 € los.
Deshalb kann hier nur die OM-1 mit 4.5/150-400 mm und die Nikon Z9 mit 6.3/800 mm in Frage kommen.
Die OM-1 zeigt Probleme bei 2x Digitalvergrößerung, wenn sich Motive schnell oder unregelmässig bewegen und wenn man jenseits 3200 ISO arbeitet – dann werden gute Fotos mehr zum Zufall. Und das Licht muß optimal sein.
Die Z9 zeigt immer wieder einmal seltsames AF-Verhalten, kann nicht folgen, bleibt nicht auf dem Motiv, findet die Augen nicht etc.
Wenn ich – wie sicher viele es tun – nur Vollformat nutze – dann versagt die Motiverkennung aus so grosser Distanz auf so kleine Motive häufig. Trotz der prägnanten Eulenaugen. Erst wenn ich in Halbformat wechsle und auch 1.4 x TC einsetze und das Motiv größer wird, ist der AF besser brauchbar – wenn auch weit entfernt von der “Werbe-Perfektion”.

Jeder Steinkauz kann seinen Kopf um bis zu 360° drehen – vor allem aber, er kann das schneller als eine Kamera es bisher festhalten kann – im kleinsten Bruchteil einer Sekunde wechselt der Blick von hinten nach vorne bei 180° Drehung des Kopfes.

Die Fotografie der 6 Steinkäuze unter schwierigsten Bedingungen… haben mein Wissen vertieft.
Ich weiß jetzt wieder, das alle optischen Objektivtests praktisch oft wertlos sind. Entscheidend ist nur das Licht.
Und heute auch der Sensor – mehr noch als das eigentliche Glas.
Das viel gescholtene Canon RF 11/800 mm kann ein ganz erbärmliches Objektiv sein, vor allem in hellem Sonnenlicht an der R7. Aber in anderer Lichtsituation eben auch ein sehr gutes, das den Vergleich mit 20 mal teureren Objektiven optisch kaum zu scheuen braucht.

Die OMDS OM-1 mit 4.5/150-400 mm überzeugt manchmal einfach nicht, schon gar nicht mit äußerster Brennweite und Bildausschnitt. Es hängt davon ab wie das Licht ist, der Bildstabilisator arbeitet und wie das Motiv oder ich selbst mich bewege/verwackle – dann kann es auch mal Mist abliefern. Aber meistens ist es fantastisch.

Die vielverbreitete Aussage, das Vollformatkameras immer bessere Qualität abliefert stimmt so einfach nicht. Es kann so sein, muß aber nicht – ich habe genug Beispiele mit OM-1, R7, Fuji X-H1 wo es nicht so ist und sehe fast jeden Tag Fotos mit der Nikon D500, die Vollformat sogar überlegen sind.

Ich habe inzwischen auch kein wirkliches Verständnis mehr für Menschen, die Tele-Fotografie und bewegte Motive mit Einzelbildmodus oder auch nur mit 5 B/Sec betreiben. Sie verpassen so viele atemberaubende Momente…

 

Erst wenn wir Menschen drastisch reduziert sind, wird es wieder mehr Tiere geben – das ist meine Erkenntnis.
Wo sollen die Tiere denn hin? Wenn wir alles betonieren oder fällen oder vergiften? Sicher gibt es jetzt spannende Begegnungen direkt in den Städten oder um unsere Häuser – aber dort wo die gebaut sind haben vorher viele Tiere und Pflanzen gelebt und jetzt suchen sich die letzten anderen Lebewesen nur einen Platz wo sie noch bleiben können.
Darüber können wir nicht froh sein!
Die Tierarten und Exemplare werden jetzt so schnell weniger, dass sich an jedem scheinbar spektakulären Motiv gleich dutzende Fotografen mit langen Tüten einfinden.
Und zu den langen Tüten gleich noch eins, Tamron, Sigma und Canon haben dafür gesorgt das Brennweiten wie 500 mm, 600 mm und jetzt sogar 800 mm und 1200 mm für fast jeden erschwinglich sind, der sich eine neue spiegelfreie Systemkamera kauft. Leicht, handlich, schnell, verwicklungsarm, scharf und preiswert – ist nur um 1000€. Was dazu führt, das Menschen wie ich immer mehr in der Horde stehen müssen und jedes Lebewesen schnell “totfotografiert” ist.
Es ist auch fast egal, welche Kamera dahinter ist, heute wird alles stabilisiert, enttäuscht und geschärft und fertig ist das Supi-Bild.
Schön ist das alles nicht mehr!

 

 

19. Juli 2021
*Blendensterne – Sonnensterne* oder Ein Objektiv für alles?

Liebe Leser, ich war mal wieder geneigt mir ein neues Spezialobjektiv zu kaufen… weil ich Freude an so etwas habe und mein Wissen vertiefen und einfach gerne mit Fotomotiven und Licht experimentieren mag. Wenn Amerikaner etwas speziell “neues” vorstellen, werde ich immer sehr neugierig und zugleich vorsichtig.
Auch in der Fotoscene ticken die “Erfinder” aus den USA so, dass sie immer die besten und größten mit dem höchsten Profit sein wollen. Das belegen Beispiele wie GoPro, LensBaby, RRS – viele dieser Firmen sind für mich einfach wahnsinnig überteuert (gemessen am Materialwert – was auf Apple im Besonderen zutrifft und auf Filter und einfache Gläser sowieso).
Wenn so ein Spezialobjektiv vorgestellt wird, ist das für mich meistens der Moment, in dem ich Spaß habe zu graben. Erst in meinem Wissensschatz, dann in meinen Büchern, Bildern, im Internet und ich gehe auf Meinungssuche und versuche meine eigene Meinung zu festigen.
Wir Menschen neigen häufig dazu, alles in einem haben zu wollen, vor allem in der Technik (obwohl es selbst den perfekten, für alles gleich gut geeigneten Partner oder auch nur technischen Begleiter niemals geben soll und kann – (Natur basiert immer auf Diversität). Dem halte ich immer ganz klar entgegen, es existiert keine Perfektion und sie ist unerreichbar und selbst das Streben danach, ist bisweilen grober Unfug. Und es gibt schon gar keine perfekte Technik, die für Vieles gleich gut geeignet ist.
Nicht einmal das Taschenmesser oder das heutige Smartphone sind kompromisslos gut für alles geeignet (das glauben die allermeisten nicht, glauben lieber ans Gegenteil und so wird es immer laut heraus geschrien). Dann sollten die mal versuchen, intensiv mit dem Smartphone zu fotografieren und dann nehmen Sie mal ihre alte Canon G, Sony RX100 oder sogar die alte Rollei, Pentax in die Hand und dann sollte sofort glasklar werden, dass keiner so ein flaches Teil auch nur halbwegs richtig halten kann, um damit beste Fotos zu realisieren. Selbst für das Telefonieren ist es weniger gut geeignet, nicht umsonst quasseln immer mehr Menschen einfach so vorne hinein, so als ob sie in eine Tafel Schokolade beißen wollen. So weit mein kleiner Ausflug zu “perfekten” US-Amerikanischen-Erfindungen.
Es kommt eben immer darauf an!
Das gilt selbstverständlich auch für die NISI Objektive, entworfen vermutlich in den USA, aber komplett Made in China.

Und jetzt tritt da plötzlich ein seit kurzem agierender Filterhersteller an und präsentiert uns inzwischen zwei neue Spezialobjektive zum scheinbar verführerischen Preis:
NISI 4.0/15 mm Sunstar & NISI 2.8/9 mm Asph.
Die US-Marke NISI gibt es erst seit 2005. Sie sind mit Filtern für Superweitwinkel bekannt geworden.
Im Januar 2021 wagte sich NISI dann erstmals an ein Spezialobjektiv, das 4.0/15 mm Sunstar. Beide Objektive sind nur manuell zu fokussieren und übertragen keinerlei elektronische Informationen an die Kamera und sind auch nicht Update-fähig.
Ich hatte zunächst wenig Gelegenheit ein Exemplar ausgiebig zu testen, da es in Deutschland kaum beim Händler anzutreffen war. Inzwischen haben es meine bekannten Händler in Düsseldorf oder Frankfurt öfter greifbar.
Das besondere hier ist, das auch schon bei offener Blende f:2.8 oder f:4 ganz ansehnliche Blendensterne entstehen sollen, mit 10 Strahlen!
Ein Objektiv für Blendensterne zu entwerfen ist schon etwas gewagt und ich wollte sofort wissen, ob das Sinn macht.
Da stößt man gleich auf die allgemeinen Tipps und Empfehlungen:

Das legendäre Foto von Andreas Feininger (all copyrights A.F.)
zeigte schon damals sehr gut die Metall-Iris-Blende mit Blendenstern

hier sehen wir gut was die Anzahl und Bauart der Lamellen für die resultierende Öffnung bedeuten

Die Form im NISI wirkt eher wie das Beispiel mittlere Reihe rechts, nur mit eben 10 Lamellen!

Blendensterne
Schon die Definition des Effekts ist schwierig. Was sehen wir im Foto wenn wir ein Bild  der Sonne oder einer hellen Lichtquelle zugewandt machen?
Einen Blendenstern, einen Sonnenstern, einen Lichtstern,
Optisch findet im Objektiv eine Lichtbeugung an der Iris der Lamellenblende statt. Deshalb sah man die Lichtsterne erst weit abgeblendet, wenn eine starke punktförmige Lichtquelle im Bild war. Das Licht überstrahlt die feinen Lamellen und bildet den Stern.
Deshalb kann es kaum richtig sein von Sonnen- oder Licht-Sternen zu sprechen – das Licht kann auch ohne den Effekt der Beugung aufgezeichnet werden. Erst die Blende, ein Stern-Filter oder eine Software verursachen diese Lichtbeugung und das Strahlen. Das ist die Quelle – deshalb trifft es BLENDENSTERN für mich am Besten.
Früher hatten wir speziell behandelte Sternfilter um sie vor dem Objektiv einzusetzen. Heute kann das sogar eine gute Software.
Die Fotografen betrachten einen Blendendsten oder Sterne im Bild natürlich völlig unterschiedlich.
Die einen stört der Effekt kolossal und lenkt sie vom eigentlichen Motiv ab, er hält es für verspielt und realitätsfern –
Der andere Fotograf liebt die Blendensterne, weil sie etwas Zauber ins Bild bringen, dem Licht mehr Wirkung verleihen,
den Himmel mit dem Land verbinden, kann die langweilige Horizontlinie unterbrechen, das Auge des Betrachters mit lenken und die Bildkomposition deutlich verbessern.
Sie zeigen die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Blende im Bild.

Es gibt sogar einige alte Objektive mit 20 Lamellen-Blende und hier im Zeiss Planar zeigt sich gut wie das Licht geschnitten und gebeugt werden kann

Lamellen und Sterne – kleine Blendenkunde
Fotografierende Menschen neigen schon seit Anfang an dazu, die Sonne als Stern darzustellen. Zuletzt war das mit Sternen-Gitterfiltern beliebt. Heute wo wir alle filmen sollen, braucht es etwas anderes. Mancher entdeckte, das sich mit alten Objektivkonstruktionen, die noch über eine scharfe Blendenlamelle aus wenigen, geradzahligen Lamellen bestand, bessere Sterne erreichen liesen. Objektive die mit 6, 8 oder 10 Lamellen auskamen, lieferten stark abgeblendet, präsentere Sterne von der Sonne und Lichtreflexionen. Seit Minolta in den 80er Jahren besonders gerundete Blendenlamellen forcierte, sind praktisch alle Blendenlamellen nicht mehr scharfkantig. Und lassen damit oft einen schönere, fast kreisrunde Blendenöffnung und damit eben auch ruhigeres Bokeh zu – allerdings nur abgeblendet. Das spricht zuerst einmal komplett gegen scharf und schön begrenzte Blendensterne, also die meisten 28 mm, 35 mm, 50 mm und besonders 85 mm Porträtobjektive sind kaum geeignet.
Dazu braucht es Objektive mit scharfen Blendenlamellen – was tatsächlich im Foto besser aussieht.
Es sollten Blendenkonstruktionen mit 6, 8 oder mehr Blendenlamellen sein, in gerader Anzahl.
Jetzt sind wir genau bei dem Punkt, den ich etwas in Frage stellen möchte.
NISI und Voigtländer konstruieren mit 10 Blendenlamellen, üblich sind heute 7 bei WW-Zooms und 9 bei besseren Festbrennweiten und sogar 11 bei den extrem gut konstruierten Objektiven (Sony).
Also gerade Anzahl gegen ungerade Anzahl – runde Blendenlamellen gegen scharf abgrenzende Lamellen.
Was ist besser?
Vieles unterliegt der Geschmacksfrage, eine Frage der Denkweise und Konditionierung. Ich gehöre ja heute leider auch schon zu den Foto-Oldies, oder den alten Foto-Hasen mit knapp 40 Jahren experimentierfreudiger Fotoleidenschaft im Kreuz. Ich habe Fototechnik studiert und 2 Fotoausbildungen und noch zahlreiche Lehrbücher, die in den 80ern und 90ern und weitgehend unangefochten wissensbildend waren. Sind sie heute komplett veraltet? Ich neige immer dazu, so etwas zu überprüfen!


Fotografisch aufgewachsen bin ich mit diesen Effektfiltern – sogenannten Sternen-Filtern. Diese berüchtigten Effektfilter von früher gibt es auch heute noch. Sie zeigen 4, 6 oder 8 gleichmäßig lange Strahlen der Lichtquellen – aber das wird man schnell satt.
Mit Blenden bzw. mit dem Abblenden ist es schwierig den Beugungseffekt groß und deutlich sichtbar zu machen. Ohne starke Lichtquellen gelingt es gar nicht und selbst mit, braucht es oft noch eine stärkere Beugung durch Wolken, Blätter oder Gebäude-Fluchten und Ecken um schöne Blendensterne zu bekommen.
NISI dreht das altbewährte Prinzip um: Nicht durch abblenden entstehen die Sterne, sondern schon ganz aufgeblendet, also genau genommen nicht an einer Blende!
Der Nachteil war bisher immer, das man auf f:11 bis 22 abblenden mußte, damit große Schärfentiefe bekam und schon recht starke Detailverluste und Weichheit durch die starke Beugung – vor allem an höher auflösenden und kleineren Digital-Sensoren.
NISI kann das also auch mit geringer Schärfentiefe und auch am Abend ohne Stativ. Allerdings bisher nur mit Superweitwinkel-Brennweiten.
Legendär ist das Canon EF 4.0/16-35 mm L II mit den schönen Blendensternen und damit ist man an der Kamera auch sehr flexibel, so lange man bereit ist auf mindestens f:8 ab zu blenden.

Unabhängig von den Blendensternen gilt es zu bedenken:
Es handelt sich bei beiden Objektiven um vollmechanische Objektive.
Das bedeutet nicht alleine eine manuelle Scharfeinstellung ohne Autofokus, auch ohne Bildstabilisierung, aber noch deutlicher ohne sämtliche Elektronik und Übertragung. In den Kameras ist keine Blende zu sehen!
Nur 4 kleine Schrauben halten das Metallbajonett mit Dichtungsring. Vieles fühlbare an dem Objektiv ist aus kaltem Metall, auch die blütenförmige Sonnenblende. Sie rastet sauber ein und dreht sich nicht zu leicht lose. Ein halbwegs robuster Schutz-Beutel wird ebenfalls mitgeliefert.

NISI 4.0/15 mm SUNSTAR Asph. für spiegelfrei Vollformat – Neuheit 01-2021
für Canon RF, Nikon Z, Sony E = 112° – Fujifilm XF = 78° Halbformat
10-12 Linsen, Blende f:4.0 bis f:22
10 Blendenlamellen
72 mm Filter
8,1 cm lang
470g leicht
20 cm Naheinstellgrenze – 1:7,7
480€

NISI 2.8/9 mm Asph. für spiegelfreies Halbformat – Neuheit 09.2022

Zwei beidseitig asphärische Elemente und vier extrageringe Dispersionsgläser zeichnen die neuere Konstruktion aus. Der Schwerpunkt liegt deutlicher nicht mehr nur alleine auf den Blendensternen (SUNSTAR) sondern vor allem auf seiner hohen asphärischen Korrektur, daher die von Leica bekannte Bezeichnung
für Sony E = 113°, Canon RF, Nikon Z – Fujifilm XF = 78° Halbformat – MFT = 100° Viertelformat
12-14 Linsen, Blende f:2.8 bis f:16
10 Blendenlamellen
67 mm Filter
7,8 cm lang
360g leicht
20 cm Naheinstellgrenze – 1:12,5
460€

So kann das NISI 15 mm abbilden:

 

Beide haben 10 Blendenlamellen, wobei ich mich frage, wie der Effekt bei “Offenblende” zustande kommt.
Weil die Blende kommt ja nur zum Einsatz, wenn auch abgeblendet wird – weshalb das ja bei allen anderen Objektiven erst stark abgeblendet die Lichtbeugung sichtbar wird. Sicherlich wird hier eine spezielle Blendenkonstruktion verwendet, die nicht ganz lichtundurchlässig an den Lamellen ist. Entweder sind die NISI Objektive von der Berechnung noch lichtstärker, so dass die Blende immer ein Stück geschlossen ist oder es wird ein anderer Trick angewendet.

NISI 2.8/9 mm Asph. – Nicht nur für Blendensterne!
Auch für Astro-Fotografie bietet sich eins der NISI-Objektive an, denn hier wird meistens mit weit geöffneter Blende, für kürzere Zeiten und mehr Lichtausbeute gearbeitet. Die NISI-Konstruktionen sind zusätzlich sehr stark von dem COMA-Fehler befreit, was schärfere Himmelsfotos erlaubt.
Bei hohen Kontrastwerten und starken Reflexionen oder Überstrahlungen entstehen häufig violette und grüne Farbsäume und diese CA macht eine sehr gute Schärfe zu Nichte. NISI hat vor allem das 9 mm dagegen berechnet und stark vergütet, so dass sie auch bei großer Blendenöffnung praktisch nie störend zu sehen sind.
Außerdem ist das 9 mm auch besonders gut abgedichtet und gegen Feuchtigkeit geschützt. Auch eine Verschiebung des Bildausschnitts findet beim Fokussieren nicht statt. Es ist speziell für Filmkameras entworfen und hat auch eine lautlose Blendeneinstellung. 67mm Filter oder 100 mm Filterhalter können verwendet werden. Trotz einer Naheinstellgrenze von nur 20 cm lässt es nur einen Abbildungsmaßstab von 1:12,5 im Halbformat zu.
Man muß es leider so sagen, bei der Konstruktion des 9 mm wurde fast nur an Filmer gedacht – sehr schade!

Die Schwierigkeiten der NISI Sunstar Objektive sind:
Bei stärkerem Abblenden als f:5.6 / f:8 wird die Abbildungsleistung merklich schwächer.
Das 2.8/9 mm ist eine deutlich aufwendigere Linsenkonstruktion- Was aber nicht gleichzeitig auf höhere Abbildungsleistung schließen lässt- Es ist Abends und bei weniger Licht fraglos besser einsetzbar.
Und es hat für mich neben dem Vorteil der doppelten Lichtstärke und dem kleineren Durchmesser aber deutliche Nachteile:
– hohe Lichtstärke nur für Halb- & Viertel-Format
– sichtbare Verschlechterung der Abbildung schon ab f:5.6 und f:8
– keine Blendenrastung!
– keine Datenübertragung!
– es ist manuell nicht einfach scharf zu stellen
– man hat nicht viel in der Hand, kurze Baulänge und dadurch noch mal schwieriger zu fokussieren

Viele Fotografen sind inzwischen Sterne mit mehr Strahlen gewohnt, weil ja schon bei nur 7 Lamellen 14 Strahlen entstehen können und bei 11 Lamellen sogar 22 Strahlen. Da sind die 10 Strahlen von NISI nicht wirklich viel.

So richtig zeigenswerte Fotos sind mir bisher mit den NISI Objektiven nicht gelungen.
Das liegt weniger an deren Güte, als viel mehr, das mir für Superweitwinkel meistens die Motive fehlen und ich es ausser in engen Stadtlandschaften und Schluchten gar nicht mehr gewohnt bin, solche Objektive noch einzusetzen. Himmelsfotografie habe ich bisher auch noch nicht besonders erfolgreich umgesetzt. Ich bin viel zu sehr auf Super-Tele und höchstlichtstarke-Tele fokussiert und auch die wenigsten Motive geben mir durch einen großen Bildwinkel betrachtet etwas. Ich mache ja Fotos von 12-50 mm fast ausschließlich mit dem Smartphone (klein, flach, immer dabei, Eindrücke schnell geteilt). Ich würde mir hier wirklich andere Bildwinkel von NISI mit dem Sterneffekt wünschen, warum nicht 24 mm, 40 mm, 90 mm, 135 mm?

Schlußendlich in Kurzfassung meine Ratschläge zum Thema Blendensterne:
– Sternen-Filter sind Spielzeug oder meistens fotografischer Murks
denn sie spalten das Licht vor dem Eintritt in das Objektiv, was zu meist scheußlichen Farbsäumen, sehr unterschiedlichen Strahlen und zu Verwischungen führt. Jeder Filter vor einem Objektiv – der nicht in die optische Rechnung mit einbezogen wurde – reduziert immer deutlich die optische Leistungsfähigkeit!

– alles in einem Objektiv gibt es nicht, schöne Hintergrundunschärfe/Bokeh und scharf begrenzte auffällige Blendensterne in einem Objektiv – kann es nicht geben. Dazu müssten 2 verschiedene Blendenkörper hinter einer Linsenkonstruktion zum Einsatz kommen.

– jede Blende mit ungerader Anzahl Lamellen verdoppelt die Anzahl der Lichtstrahlen! Eine gerade Anzahl von Blendenlamellen (wesentlich seltener heutzutage) bedeutet die selbe Anzahl von Strahlen, eine Überlagerung, im idealen Fall eine Verstärkung und schöne Wirkung der Blendensterne.  Aber was ist schon ideal? Bei 7 haben sie 14, bei 9 – 18 und bei 11 sogar 22 Strahlen, die sich überlagern (mit X und Y hat das gar nichts zu tun), das kann je nach Lichtquelle und Situation sehr gut aussehen, aber keinesfalls immer.

– Sterne entstehen durch Lichtbrechung an der Blende, dazu muß, ausser bei NISI, abgeblendet werden. Bei einem 2.8/16-35 mm wird man bei f:2.8 gar keine Wirkung der Blende sehen und bei f:4 und f:5.6 nur wenig, erst ab f:8 zeigt sich etwas strahlende Wirkung und bei f:11 und f:16 ist sie am stärksten, ohne das Bild in seiner Gesamtheit zu stark optisch zu beeinträchtigen. Letzteres geschieht mit f:11 und f:32 und weiter abgeblendet, da hier die Gesamtleistung durch Lichtbeugung an der Blende stark beeinflusst wird.

– besonders wichtig für beeindruckende Sterne sind auch die Glaseigenschaften, es darf kein verschmierter Stern werden, auch sollten keine matschigen Farbreflexe den Bildeindruck zu sehr stören

– zu weit abblenden ist keine gute Idee – Blende f: 16 sollte reichen – wer stärker abblendet riskiert unschärfere, weniger detaillierte Fotos durch die auftretende Licht-Beugung

– weit entferne Lichtquellen und Reflexe ergeben schönere Sterne, sind sie zu dicht, ist es besser sie durch Bäume oder einen anderen Vordergrund zu kaschieren.

– welche Brennweite man braucht, ist sehr individuell unterschiedlich, daher würde ich gerne auch ein Zoom nutzen wollen. Selbst wenn es am häufigsten bei seiner kürzesten Brennweite zum Einsatz kommt, für mich sind 14 oder 15 mm sehr wichtig, ein 16-35 mm brauche ich und auch beim 35er bis 50er kann es spannend sein.

– Je nach Blendenbauart und ob sie gerundete oder kantigere Lamellen hat, entstehen kürzere oder  längere Strahlen – zu kurze Strahlen wirken nicht.

– Es gibt besondere Zoom-Objektive, die tolle Sternen-Bilder erlauben.

Sony erlaubt sich hier auch wieder Besonderheiten – die meisten Objektive haben 9 Lamellen, viele sogar 11 Lamellen und der Blendenkörper ist so konstruiert, dass schöne Sterne bereits wenig abgeblendet bei f:5.6 – 8 & 11 entstehen!

Tipps – nicht zwingend in der Reihenfolge am prägnantesten und schönsten, aber eben sehr häufig genannt und etwas favorisiert.

ZOOMS:
1. Canon EF 2.8/16-35 mm L II = 7 Lamellen – 14 Strahlen
2. Canon EF 4.0/16-35 mm L = = 9 Lamellen – 18 Strahlen
3. Canon EF 2.8/16-35 mm L III = 9 Lamellen
4. Nikon Z 4.0/14-30 mm = 9 Lamellen
5. Canon RF 2.8/15-35 mm L = 9 Lamellen
6. Sony E 2.8/12-24 mm GM = 9 Lamellen – 18 Strahlen
7. Sony E 2.8/16-35 mm GM = 9 Lamellen
8. Sony E 4.0/24-105 mm G = 9 Lamellen
9. Nikon F 2.8/14-24 MM = 9 Lamellen
10. Sony E 4.0/12-24 mm GM = 7 Lamellen
11. Sigma 2.8/14-24 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
12. Sigma 2.8/24-70 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
13. Canon RF 4.0/24-105 mm L = 9 Lamellen
14. Canon RF 4.0/24-105 mm L = 10 Lamellen – 10 Strahlen
15. Nikon F 3.5-4.5/18-35 mm = 7 Lamellen

Canon EF 2.8/14 mm L (5 L) – EF 2.8/15 mm Fisheye (5 L) – EF 4.0/8-15 mm L Fisheye (7 L) –  EF 4.0/17-40 mm L (7 L) – EF 3.5-4.5/20-35 mm (5 L) – EF 2.8/20 mm (5 L) –

Festbrennweiten:
1. Sigma 1,4/35 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
2. Sigma 1,4/85 mm DG DN Art = 11 Lamellen – 22 Strahlen
3. Canon EF 2.8/14 mm L II = 6 Lamellen – 6 Strahlen
2. Canon EF 4.0/17 mm L TSE = 8 Lamellen – 8 Strahlen
3. Canon RF 1.8/35 mm Macro USM = 9 Lamellen – 18 Strahlen
4. Canon RF 1.2/50 mm L = 10 Lamellen – 10 Strahlen
5. Canon EF 1.2/50 mm L = 8 Lamellen
6. Nikon F 2.8/14 mm = 7 Lamellen – 14 Strahlen
7. Nikon 4.0/20 mm = 7 Lamellen – besonders tolle harte Strahlen
8. Nikon F 1.8/20 mm = 7 Lamellen
9. Nikon F 2.8/16 mm Fishere = 7 Lamellen
10. Pentax 4.0/20 mm = 7 Lamellen – besonders tolle harte Strahlen

Es ist müßig jetzt alle AF Nikkore im Weitwinkel- Normalbereich aufzuzählen, Nikon, wie viele andere Festbrennweiten der 70er, 80er Jahre haben fast immer einen 7 Lamellen-Blendenkörper und bei neueren Objektiven dann 9 Lamellen. Nikon war auf der anderen Seite bei den Objektiven an Langeweile kaum zu überbieten, nur selten waren sie die letzten 40 Jahre die ersten, die Innovationen voran getrieben haben.
Gerühmt werden auch die Zeiss-Touit/Loxia Objektive wie das 2.8/12 mm oder 2.8/21 mm alle haben 9-10 Lamellen und bilden einem 18/10er Stern und das sogar schon leicht abgeblendet  – ich mag sie trotzdem weniger.
Die Preisfahnder loben auch die manuellen Samyang Superweitwinkel – kann man machen – aber gegen alle vorher gelisteten tun sich Samyang und chinesische Anbieter doch sehr, sehr schwer.
Venus Laowa  Objektive aus China haben meistens 7 Lamellen und 14 Strahlen, die erst weit abgeblendet gut sichtbar werden – also das würde mir am wenigsten gefallen.
Sigma 
verbaut bei seinen neuesten DG DN Objektiven für Sony und L vermehrt erstmals Blenden mit 11 Lamellen um zu Sony auf zu schließen. Vorher wurde bei der ART-Baureihe für DSLRs hauptsächlich Blenden mit 9 Lamellen verbaut.

Voigtländer will auch etwas vom Kuchen ab haben:
Voigtländer E 5.6/10 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 4.5/15 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 1.4/21 mm = 12 Lamellen!
Voigtländer E 1.2/35 mm = 12 Lamellen!
Voigtländer E 1.4/35 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 1.2/40 mm = 10 Lamellen
Voigtländer E 1.2/50 mm = 12 Lamellen!
Ich liebäugle ja schon lange mit dem 40er und jetzt wo es endlich modernes Design hat und nicht mehr diese Großvater-Einstellringe, fällt mir ausser leerem Konto auch keine Ausrede mehr ein (900€).

Ein 10er Stern kann aber auch etwas langweilig wirken, wie die Aufnahme eines B. Kratzke auf der Voigtländer-Seite von meinem Lieblings-Architekten CALATRAVA aus Santa Cruz, Teneriffa, zeigt:

Hier 2 Sony Bilder von mir aus Venedig – bei Sony geht es eben wegen der 9 und 11 Blendenlamellen Sterne mit 18-22 Strahlen.
Sehr schön zeichnet das Sony 2.8/16-55 mm für HF.

Norbert Zachenhuber hat mir einige tolle Fotos zur Verfügung gestellt, sie wurden mit Sony A6600 HF und 2.8/16-55 mm Objektiv kreiert und fallen unregelmäßiger aus:

 

Veröffentlicht in News-Blitzlicht, Praxis-Tests

16. Juli 2021
Lavender Queen

Song Anspieltipp: Marillion Lavender
(mal wieder hören: 1985 Misplaced Childhood – eines der beeindruckendsten Alben der 80er Jahre!)
Fotos realisiert mit Canon EOS R5 & Canon RF 7.1/100-500 mm L IS

In Gedanken gewidmet allen, deren Leben am 15.07.2021 weggerissen wurde, an den Bächen und Flüssen der Eifel, der Ahr, der Kyll und des Ruhrgebiets!
Und auf Madagascar – wo ich so gerne einmal hin wollte – essen die Kinder Schuhsohlen und Abfallreste und die Mütter nichts… das industrielle Zeitalter hat in nur 100 Jahren den Planeten kaputt gewirtschaftet und die Profiteure fliegen fett ins Weltall oder langweilen sich irgendwo mit Zahlen.
(Unschärfen und Überbelichtungen wie auch geringer Kontrast sind beabsichtigt und NICHT in der Bildbearbeitung erzeugt.)

Flieg…Flieg…Flieg
zum Lichte

Mach die Zeit…Zeit…Zeit
und sauge sie aus…
lebe tollkühn

 

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

16. Juli 2021
3 bis 8 Jahre Vollformal Spiegelfrei!

 

Bajonette
3 Jahre nach Z, nach R und L – 8 Jahre nach FE sind 48 Vollformatkameras (Leica M mal mit eingerechnet und alleine 15 Sony Kameras) ohne den lästigen Spiegel erschienen!
Wo stehen wir jetzt?
Wenn Sie die Freiheit haben – schauen Sie sich mal genau an, was da geboten wird. Nicht nur die Kameras – sondern die gesamten Systeme und vor allem wie die Objektive aufgebaut sind.
Wenn ich nur die Kameras anschaue und in die Hand nehme (und nicht detailliert Technik vergleiche) –

Ist die Reihenfolge fast schon einfach:
1. NIKON Z
2. Canon RF
3. Sony FE
4. Panasonic L
5. Leica M
6. Leica SL
7. Sigma L

Die Objektive mechanisch und ausstattungsmäßig, wie haptisch genau angeschaut, ist es auch nicht so schwer:
1. SONY
2. Sigma L
3. Canon RF
4. Leica M
5. Panasonic L
6. Nikon Z
7. Leica SL

Sie sehen, nach meinem Geschmack bleiben sich Leica und Canon am ehesten selbst treu, Sony sollte weiter an seinen Kameras feilen, Sigma setzt bei den Kameras einen filmischen Schwerpunkt, Panasonic bleibt bei den Objektiven sehr unentschlossen, aber Nikon patzt aus meiner Sicht bei den Objektiven total.
Das liegt nicht primär an der optischen Leistung. Es liegt an den langen Konstruktionen, am teilweise improvisierten “Blenden”-Ring, der mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann – aber er ist nur bei 5 von 17 Objektiven realisiert. Und besonders bei den lichtstarken Festbrennweiten fehlt er – also damit hat sich Nikon bei mir für das nächste Jahrzeht (also praktisch für immer) ins Aus geschossen. Die Objektive sind in Aufbau und Funktion im Vergleich eher peinlich.
Selbst Sigma ist jetzt endlich konsequenter und Canon bietet einen brauchbaren Kompromiss und letztlich macht es Sony seit einigen Jahren noch besser als Leica M – alle GM und viele G Objektive haben einen Grad der Perfektion, den ich einfach bei Canon und Nikon und allen anderen vermisse. Wer das jetzt bei Nikon Z Objektiven besonders gut findet, was Nikon da zusammenbackt, der wird sich schwer tun, dass vor mir zu verteidigen. Und ich habe viele Nikkor-Objektive in den letzten 35 Jahren genossen, die letzten AF-S und die frühen AIS-Konstruktionen haben jedes Lob verdient – Z Objektive aus China leider gar keins.

Die folgenden Fotos der aktuellen 35er Objektive zeigen sehr gut was ich meine – auch wenn leider bisher immer noch nicht alle auch die gleichen Lichtstärken anbieten.

Sigma 1.4/35 mm – sehr gelungen

Sigma 2.8/45 mm – lichtschwach, aber trotzdem sehr gelungenCanon 1.8/35 mm Macro – noch preiswert, leider ohne echten Blendenring, aber programmierbarer Ring und durch den Abbildungsmaßstab von 1:2 sehr gelungen

Sony 1.8/35 mm – Metallfassung, leider ohne Blendenring, aber trotzdem fühlt es sich fertig an und zeichnet einwandfrei

Leica 1.4/35 mm – kein Blendenring, Klangbauweise, für das verlangte Geld ist die Fassung schon dürftig und optisch ist auch kein Vorteil erkennbar

 

Panasonic 1.8/50 mm – Blendenring fehlt, weder mechanisch noch optisch gelungen, viel zu teuer

Nikon Z 1.8/35 mm – optisch sehr gut – aber mechanisch eine billige Plaste-Konstruktion ohne Blendenring zum Premiumpreis

Ein Objektiv das jeden Tag Freude macht und alle anderen in den Schatten stellt: Sony 1.4/35 mm GM

 

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