Tresor  
Filo Rings

1. November 2025
Indian wildlife

Indian Wildlife – Eye to Eye
Canon 2,8/70-200 mm L IS II f:2,8
 
 
Willkommen!

Seit 16 Jahren ist Harrys Photo-Tagebuch online
24 Jahre war davor HarrysInFocus online. HarrysInFocus habe ich inzwischen still gelegt.
Über 930 Beiträge nur auf dieser Homepage.

Dank Dr. Tilo Seeger (www.drtseeger.de) konnte ich eine große Homepage aufbauen und mein vielfältiges Wissen zahllosen Fotografen vermitteln.
Ich bin seit mehr als 35 Jahren immer mit den neuesten Objektiven und Kameras unterwegs. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich am liebsten Tiere und alles was lebt und sich bewegt. Man vermutet bei mir gerne eine besondere Leidenschaft für Fotografie und Fotogeräte – das ist aber aus meiner Sicht nicht ganz richtig, denn meine wahre Leidenschaft brennt für meine Motive, für Tiere, für Natur, für Menschen – der Rest ist nur Technik.
Meine große Homepage “HarrysInFocus” wurde gerne mal zu bunt und zu verwirrend empfunden – sie ist aber eben auch so wie ich. Ein bunter Vogel, gerne mal chaotisch und zerstreut, oft knallig und manchmal zu viel auf einmal.
Ich bin nicht geradlinig und angepasst und farblos vielleicht auch nicht.
Ein Mensch hat viele Facetten, viele Gesichter, er kann vieles sein, je nach dem auf welche Seele er trifft… man muß es nur versuchen.
Ich versuche – ich mag grau nicht und bin immer auf der Suche nach Farben, nach Licht. Ich fotografiere spannende Tiere und Menschen – nicht nur einmal – immer wieder, mir fällt immer noch was ein. Mit einer Kamera kann ich zwar fast alles ablichten und doch verwende ich immer wieder andere Kameras und Objektive, und suche immer das Limit…
wie in meinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ (1982) bin ich gerne auf Messers Schneide.
Ich bin “Berlin – Herz & Schnauze”, gewagt und schüchtern, modern und hektisch und zugleich altmodisch mit viel grün, Wasser und Ruhe.
2010 fiel die Entscheidung, es mal mit ruhigen Farben und streng geordnet zu versuchen.
Dafür haben mir hier Andreas Klotz (www.Tipp4.de), Katrin Scheid und Sebastian Tänzer (www.Taenzer.me) eine ganz neue Plattform errichtet. Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Seiten mit massenhaft Fotos und Text gefüllt.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Vergnügen beim Stöbern, Entdecken und Lesen!

Per E-Mail (HarryPX@T-Online.de) bin ich jederzeit für Sie da und beantworte Fragen, Wünsche und Anregungen, biete Tests und
meinen Foto-Wissen auf USB-Stick. Rein ins Vergnügen…

Und bitte nichts mopsen und nichts ohne meine Zustimmung zitieren oder gar kopieren und ins Netz stellen!
Seien Sie lieber selbst kreativ!

Auf Anfrage – können Sie mich für eine Portrait-Session oder ihre Feierlichkeit buchen. Ich bin kein Freund von festen Preislisten, Preise ändern sich ständig.  Alles ist abhängig vom Aufwand, Nachbearbeitung und Zeit – deshalb einfach eine kleine Mail an mich und sie bekommen ein persönliches Angebot.

Dies ist KEINE Fan-Page – KEINE Werbung, KEINE Suchmaschinen-Links und Optimierung

Auch wenn hier auf meiner Seite Markennahmen wie Canon, Nikon, Novoflex, Olympus, Panasonic, Pentax, Leica, Zeiss & Apple häufiger als vielleicht sonst gewohnt auftauchen – bitte ich Sie herzlich – das nicht als Fan-Page miss zu verstehen. Diese Marken sind hier präsent, aufgrund langjähriger, oft positiver Erfahrungen. Canon und Sony werden wohl am häufigsten besprochen, weil Sony die innovativste Firma hat und Canon noch das größte System und die meisten Kunden hat, nicht weil ich es für die beste Herstellerfirma halte. Grundsätzlich sind mir Marken-Namen und Firmen egal und ich übe da keine Solidarität – denn das wäre zu kurzlebig. Es sind alles Hersteller die Produkte vertreiben und offensiv versuchen Geld zu verdienen. Nachdem ich nun seit 30 Jahren „InFocus“ schreibe und 15 Jahre lang meine Info-News „BlitzLicht“ heraus gegeben habe, werde ich mich ab jetzt auf diese Homepage konzentrieren – mit meinem gesammelten Fotowissen seit 30 Jahren und meinen regelmäßigen Tests aktueller Objektive und Kameras. Da ich unbedingt unabhängig bleiben will von einflussnehmenden Redaktionen (die zumeist über wenig Praxis-Wissen verfügen) den Herstellern, den Vertreibern und der Werbe-Industrie und ein Abo-Preis wie bisher vermutlich immer weniger Menschen interessiert – stelle ich hier mein gesamtes Wissen ab jetzt jedem zur Verfügung. Ich biete jedoch noch viel mehr, intensive Beratung per Mail – speziell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Objektive und Kameras und Zubehör, die ich zum fairen Preis gebraucht und neu beschaffe.
Als Honorierung erhoffe ich mir wie meine nordamerikanischen Kollegen eine jährliche Spende um diesen hohen Aufwand vor mir und meiner Familie zu rechtfertigen.
Sie können einen beliebigen Betrag ab 35 € HIER spenden.

Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass meine Leser durch meine Beratung und Tests viel Geld einsparen konnten, da ich immer als preisbewusster Berater und nie als “Anpreiser” von Marken fungiere. Oft genug rate ich auch vom Kauf ab. Auf meine gezielte Fachberatung per E-Mail können Sie immer zurückgreifen!)

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

1. Dezember 2014
USB-Stick & DVD

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22. September 2026
Reise in die Vergangenheit – 80er Jahre – Nikon gegen Pentax 1.4/85 mm

 

Neben dem lichtstarken 35 mm Objektiv zählt fraglos ein 85 mm Tele zu den bis heute begehrtesten Objektiven der bildgebenden Kunst.

Ich bin in einer Welt aufgewachsen in der die Tele-Perspektive sehr begehrt und sehr starke Bildwinkel noch kaum möglich oder nur mit eingeschränkter Qualität realisierbar waren.
Heute sind Weitwinkel besonders wichtig, alles soll scharf sein und die eigene Person mittendrin.
Anfang der 80er Jahre kamen die zwei besten Kameras des Weltmarktes fraglos von Nikon: F3 (1980) und Pentax: LX (1980).
(Ja es gab auch bald eine Leica R4 (1980) und M6 (1984) mit sehr guten Summiluxen, beide teuer und trotzdem veraltet
es gab die Contax RTS II (1982) mit dem Planar, mir zu anfällig
die Canon F1N (1981) mit dem 1.2/85 mm L, mir zu altmodisch und grob
die Minolta XD7 (1977) mit dem 1.7/85 mm Rokkor ist einiges lichtschwächer,
Olympus OM4 (1983) mit lichtschwächeren 2.0/85mm, und später einem der wichtigsten OM-Objektive, dem 2.0/90 mm Macro – um nur die wichtigsten zu nennen.
Die waren alle spannend, aber sein wir doch ehrlich, damals wollte jeder eine F3 und die Aussenseiter träumten von der LX.

So weit zu den Kameras.
Bahnbrechend war die Entwicklung des hochlichtstarken Nikkor 1.4/85 mm, so dachte ich bisher. Doch ich mußte bei der Recherche einiges lernen, auch Leica hatte schon sehr früh hochlichtstarkes 1.5/85 mm für M39 Schraubgewinde, Canon hatte 52 noch sein S 1.5/85 mm fremd eingekauft, doch schon 1976 mit dem 1.2/85 mm S.S.C. für FD-Bajonett noch vor Nikon seine Bestmarke gesetzt. Zeiss hat sich schon 1975 für Contax und Rollei stark gemacht und 1981 auch Canon mit seinem 1.2/85 mm Paroli geboten.

Und dann gab es noch 1.0/50 mm L von Canon und das Zeiss 0.7/50 mm Planar!
Leica ging am liebsten eigene Brennweitenwege, wie mit dem M 1.4/75 mm.
Dann gab es hochlichtstarke f:1.2 Objektive für das halbe- und Viertel-Format:
Leica MFT 1.2/42,5 mm, Olympus MFT 1.2/45 mm, Fuji XT 1.2/56 mm, bei offener Blende unterscheiden sie sich jedoch in der Bildwirkung von Kleinbildobjektiven, denn sie würden bei MFT ein 0,7/45 und bei Halbformat ein 1.0/56 mm erfordern.
Immerhin gibt es Voigtländer (Cosima Japan) mit MFT 0,95/42.5 mm und 1.5/75 mm für Kleinbild.

Das 85er ist bis heute meine große Objektiv-Leidenschaft, auf alles könnte ich verzichten, aber darauf nicht.
Ich lasse sie alle schwärmen vom 50er, 35er oder gar 28er, nichts kommt meiner favorisierten Bildsprache eines 85er nah genug.
Nur das Nikon AF-S 1.4/105 mm hat mich schwach werden lassen und hätte ich gerne heute wieder als Z-Version.
Bei Blende f:1.4 im Porträt-Telebereich ist ein schneller Verfolgungs-Autofokus praktisch unverzichtbar oder man arbeitet mit sehr großer Ruhe und verlässt sich auf sein Glück. Sicherlich wurden auch vor Sony Alpha schon scharfe Aufnahmen bei offener Blende belichtet. Auch mir ist das schon gelungen. Aber sobald ich und das Modell ungezwungen, frei beweglich sein wollten, war ohne stärkeres Abblenden kaum ein scharfes Bild zu erzielen.

Was gab es nicht alles:
Canon S 1.5/85 mm (1952)
Canon FD 1.2/85 mm (1976)
Canon NFD 1.2/85 mm (1980)
Canon 1.2/85 mm L (1989)
Canon 1.2/85 mm L II (2006)
Canon 1.4/85 mm L (2017)
Canon R 1.2/85 mm L (2019)
Canon R 1.2/85 mm L DS (2019)
Leica 1.5/85 mm Summarex M39  (1943)
Leica R 1.4/80 mm Summilux
Leica M 1.4/75 mm Summilux
Leica 1.5/90 mm Summilux (2019)
Nikkor M 1.5/85mm (Anfang der 60er)
Nikkor AI-S 1.4/85 mm (1981)
Nikkor AF-D 1.4/85 mm (1995)
Nikkor AF-S 1.4/85 mm (2010)
Es handelte sich immer um die gleiche Version, bei der nur die Außenhülle, die Vergütung und beim AF-S die 9 Blendenlamellen abgerundet wurden.
Nikkor AF-S 1.4/105 mm (2016)
Nikkor Z 1.2/85 mm (2023)
Minolta AF 1.4/85 mm
Pentax A* 1.4/85 mm (1984)
Pentax FA 1.4/85 mm (1992)
Pentax DFA* 1.4/85 mm (2020)
Sigma 1.4/85 mm EX (2010)
Sigma 1.4/85 mm ART (2016)
Sigma 1.4/85 mm ART DN (2020)
Sony A 1.4/85 mm GM (2016)
Sony A 1.4/85 mm GM II (2024)
Zeiss – Contax 1.4/85 mm Planar (1975)
Zeiss – Contax 1.2/85 mm Planar (1981)
Zeiss 1.4/85 mm Milvus
Zeiss 1.4/85 mm Otus
Vivitar 1.4/85 mm
Meike AF 1.4/85 mm
TTArtisan 1.25/90 mm M

Einige habe ich vermutlich vergessen, aber die wichtigsten sind hier aufgelistet.

Heute gibt es vor allem eine Besonderheit, Nikon verzichtet auch in neueren Konstruktionen auf aspherische Linsenelemente, wie beim 1.4/85 mm (alle Versionen), beim 1.4/105 mm und sogar beim Z 1.8/85 mm. Erst das Z 1.2/85 mm S verfügt erstmals 2 aspherische Linsen – weil es alle machen und an den Bildrändern heute oft mehr Schärfe verlangt wird. Damit ist es jetzt auch vorbei mit dem einzigartigem Nikon-Look. Denn um absolute Schärfe über das komplette Bild, wie auch über komplette vignettierungs-freiheit ist es ja bei Porträts noch nie gegangen – also ich lehne das ab. Schon das Zeiss OTUS war viel zu scharf an den Rändern.

Doch das zielsichere Scharfstellen auf die Pupille mit f:1.4 war weit schwerer als erträumt. Bis heute ist es schwer an einer Spiegelreflex ohne elektronische Bildvergrößerung und farbigen Konturen ein superscharfes Bild bei offener Blende mit einem dieser Objektive einzufangen. Das liegt nicht alleine an der Blende, sondern daran, dass die Schärfentiefe aus 1-2 m Abstand so gering ist, dass schon kleinste Bewegungen von Modell oder Fotograf die exakte Schärfe zunichte machen. Da hilft nur, Stativ einsetzen und Modellkopf gegen eine Wand lehnen. Oder eben heute zur Not die Augenverfolgung bei Schärfennachführung und 5-10 BpSekunde verwenden. Oder auch das Bild am Monitor oder im Sucher so stark vergrößern, dass endlich auffällt wann die Schärfe nicht sitzt – trotzdem muss man dann unbeweglich bleiben.

Nur mit wenigen dieser Objektive habe ich bis heute nicht fotografiert.
Früher war die Farbzeichnung sehr wichtig, vor allem Zeiss Objektive und auch Canon Objektive waren eher ausgesprochene “Kaltzeichner” und überzeugten mich weit weniger als die optischen Konstruktionen von Nikon, Pentax, Minolta und Leica. Besonders mit Canon, deren Kameras mich jetzt seit immerhin fast 40 Jahren begleiten, war ich aufgrund der Farbsäume immer sehr unglücklich. Heute lassen sie sich endlich herausrechnen, doch Canon hat mir mit seinen Asphären und f:1.2 nie beim fotografieren die benötigte Sicherheit gegeben. Wenn es auf jeden Millimeter ankommt brauche ich die beste Linsenkonstruktion, die machbar ist. Zeiss war mit OTUS, der erste der eine neue Qualität brachte, sogar Sigma hat sich mit der ART-Serie angestrengt

Wenn ich mir für 2025 ein einziges Objektiv auswählen müßte, wäre es zweifelsfrei das 640g leichte und wunderbar abbildende Sony A 1.4/85 mm GM II. Denn Sony verfügt auch über den besten Pupillen-Erkennungs-AF aller modernen Kameras. Alle Objektive mit Lichtstärke f:1.2, die nur ½ Blende mehr Licht bringen und erheblich schwerer und dicker sind, führen aus meiner Sicht in die falsche Richtung.
Tatsächlich fotografiere ich am liebsten mit einer Fujifilm GFX 100II und dem 2.0/110 mm Menschen. Das ist das bei weitem beste Objektiv, die Kamera hat den besten Sucher aller Kameras und bittet mit 100 MP Sensor, was kein anderer so überzeugend bieten kann.

Was fällt im direkten Vergleich auf?
– Nikon baut deutlich dicker: 7,3cm und schwerer: 608g nackt
– Pentax bleibt schlank: 6,6cm und mit 545g nackt spürbar leichter
– Nikon verzichtet auf f: 22 und hat aber 9 Blendenlamellen
– Pentax kann auch f:22 und hat auch die 9 Lamellen
– beide verwenden eine gerundete 9 Lamellen-Blende, die vermutlich zugekauft wurde
– Nikon größter Glasdurchmesser: 8,0cm
– Pentax größter Glasdurchmesser: 7,32cm
– Nikons Hinterlinse ist etwas kleiner als die von Pentax
– Nikon nimmt sich 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer
– Pentax gravierte alles auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm
– Nikon braucht 72 mm Filter und Pentax kommt mit 67mm Filtern aus
– Nikon verwendet eine schöne, kompakte Einschschraub-Sonnenblende
– Pentax verwendete leider eine gut 2 cm breitere, lange Metallblende, die die ganze Erscheinung hässlich machte
– Nikon Hartplastik Blendenring nur in ganzen Stufen
– Pentax Metallring in halben Stufen

Hier erklärt sich auch, das ich die Bezeichnung oft anders angebe als heute oft praktiziert wird. Mit Pentax aufgewachsen, kommt bei mir immer zuerst die Lichtstärke un danach erst die Brennweite, Nikon graviert es umgekehrt.
– beide fokussieren zum Glück anders als Canon in die gleiche Richtung – Drehung nach links für mehr Naheinstellung!
Deshalb haben mich Canon, Tamron, Sigma und Co meistens genervt!

Das Material:
Beide Objektive sind sehr, sehr wenig gebraucht und man sieht nur kleinste Gebrauchsspuren und etwas feinen Staub zwischen den Linsen. Beide wurden offensichtlich bewegt, denn auch nach gut 40 Jahren ist kein Verschleiß, kein Ruckeln, kein Stocken und erst recht keine Verharzung feststellbar!
Beide Lichtriesen verwenden viel Metall (eine Aluminium- oder Magnesiumlegierung vermute ich).
Der Rand des inneren Tubus bei Nikon wirkt dicker und solider, er fährt aber nur 1,0cm aus und die schnell Drehung legt nur rund 120° zurück.
Pentax hingegen fährt um 1,8cm aus und vollzieht eine rund 160° Drehung.
Daraus lässt sich schließen, das dieses Pentax Objektiv sich genauer und etwas feinfühliger fokussieren lässt.
Speziell den Pentax Takumaren mit Schraubbajonett sagen Experten einen besonders seidenweichen Lauf nach. Ich habe ein SMC Takuma 2.5/135 mm da und gefühlt fährt dieses 1.8/85 mm A* noch zeitiger, noch flüssiger zur Schärfelinie. Dagegen läuft das Nikkor mit leichter “Delle” im letzten Drittel der Naheinstellung und in den ersten beiden Drittel weniger weich und gar nicht seidig.
Zum manuellen Fokussieren ziehe ich das Pentax A* in jedem Fall dem Nikon und allen anderen Pendants dieser Lichtstärke und Brennweite vor.

Nikon nimmt sich weiterhin 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer, alles ist vorne im Objektiv zu sehen, auch von jedem Modell. Pentax hatte früher genauso innen graviert, doch seit den M-Objektiven ist das anders. Alles wird auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm graviert. Vom Modell aus gesehen ist kein Schriftzug mehr zu sehen, nichts kann reflektieren.

Beide verwenden einen genarbten, dicken Gummi anstelle der früher üblichen aus metall gefrästen Fokussierhilfe. Bis heute kann ich die Metall-Fokussierringe nicht leiden, auch nicht am modernen Voigtlönder. Sie zerkratzen zu schnell und sehen schnell gebraucht aus. Auch wenn Viele das reine Metall mehr schätzen, ich brauche meinen Gummiring!
Ganz anders sieht es mit dem Blendenring selbst aus. Pentax verwendete ihn noch sehr lange, Sony hat ihn wieder eingeführt, obwohl er Ende der 80er von Minolta und Canon verdammt wurde. Nikon mußte spät nachziehen und das zählt zu den Dingen, die einen gegen Nikon aufbringen können. Der heutige, programmierbare und gefühllose (knickfreie) Ring am Objektiv, den uns Canon und Nikon schön reden wollen, hat alles vom Charme eines Blendenrings, einer Präzision verloren! Hier noch mal ein Hoch auf Sony und Panasonic/Leica – die wissen wie es geht!
Schon damals waren Blendenringe häufig aus Hartplastik, Canon, Minolta und auch an diesem 85er Nikkor ist er plante und relativ gefühllos. Er rastet nur in ganzen Stufen ein – peinlich!
Pentax lässt außer beim größten und kleinsten Wert alle Blenden halbstufig einrasten – nur so kann es sein. (⅓ Stufen finde ich schon wieder lästig, man kommt nicht so schnell manuell auf den gewollten, richtigen Wert!). Nikon liefert hier keine Präzision, die Blende ratscht einfach laut hörbar durch. Der Plendenring am Pentax Objektiv lässt sich sanft, präzise und deutlich leiser einstellen. Auch verfügt Pentax über einen satten Stift, der die Blende in A-Stellung bringt. Bei Nikon “gilt” f:16 als A-Stellung und bei späteren Modellen kam ein kleiner Plasteschieber hinzu.
Aber Nikkor hat den von vielen geliebten Chromring, so ist es auffällig und leicht als Nikkor zu identifizieren. Das Pentax bleibt unauffällig und verzichtet auf jeden Chrom, nur der kleine grüne Stern mußte sein.
Zu den verwenden Farben:
Bei Pentax ist auch das gravierte A am Blendenring grünend ft und m Skalen haben unterschiedliche Farben, Ft in hellblau und m in zartem sandgelb. Im gleichen Farbton ist eine Halbkugel 2cm rechts von der orangeroten, sehr gut sichtbaren Arretierung angebracht. Die sandgelbe Knubbel (früher weiß) rechts am Objektiv dient der Orientierung des Daumens beim Ansetzen des Objektives. Mit ihm kann man sich bei wenig Licht orientieren, beim Ansetzen muß er auf einer Höhe mit dem Entriegelungsknopf rechts an der Kamera sein! Pentax lässt hier gar keinen Zweifel wo und wie das Objektiv an der Kamera arretiert werden soll, absolute Liebe zu Detail.
Nikon hat nur einen kleinen weißen Punkt zum ansetzen, sehr spartanisch.

Die Optik:

 

 

Keine Sorge, ich werde jetzt nicht alle 80er Jahre Objektive vergleichen und jüngere aus den 90ern oder vor Sony GM schon gar nicht, ab da wurde alles nur schlechter. Auch bei Pentax folgte nach der A-Serie, von den Limited-Objektiven abgesehen, nur noch Plaste. Und auch bei Canon, Minolta, Nikon und Co wurde es eher gruselig. AIS und A waren die mechanische Krone der manuellen SLR-Objektive.
Es lohnt sich auch nur selten noch ältere Objektive zu suchen, oft sind die Linsenrechnungen identisch, aber die Vergütung erheblich schlechter. Also begann gut auszusehen mit Pentax Takuma Super Multi Coating, davon war weitgehend Lichtverlust bis sogar neben im Sumpf. Das kann mal schön aussehen, erreicht man aber auch durch anhauchen, wie schon Herr Hamilton wußte.

 

2. Dezember 2020
Canon RF 4.0/24-105 mm L IS

Die Zeit mit dem Spiegel in den Kameras geht für mich zu Ende, zumal allenfalls noch Nikon D850, Nikon D500, Pentax K1, Pentax 645 für mich eine echte Daseinsberechtigung haben, Canon hat da sein Pulver verschossen.
Trotzdem bekommt jeder Anbieter von mir immer wieder auf’s Neue eine Chance in meiner Fototasche zu landen.
Abgesehen von der Canon EOS RP und den für mich gravierenden Schwächen der EOS R habe ich mir natürlich die neuen RF-Objektive genau angesehen und ausprobiert, hier mein Eindruck vom:
CANON RF 4.0/24-105 mm L IS USM

Weil der bisherige Marktführer keineswegs mehr in allen Belangen zufrieden stellen kann, nutze ich derzeit folgende Kameras:
Sony Alpha 7RIV, 9
Nikon D850
– weil Canon damit im Vollformat nur schwer konkurrieren kann!
Fujifilm X-H1
– weil Canon keine moderne Halbformatkamera ohne Spiegel in der Leistungsklasse hat!
Panasonic GH9
Olympus E-M1III
– weil Canon APS-C nicht sichtbar besser ist als mFT und nicht über vergleichbare Objektive und Lichtstärken verfügt!

11 Jahre hat Canon für die Neuversion des 4/24-105 mm L IS gebraucht, doch Version II hat die wenigsten zum Umstieg ermuntert, zu klein waren die optischen Vorteile und der Verlust im Telebereich immer noch deutlich sichtbar. Nur der IS war deutlich besser und der AF etwas präziser.
Doch jetzt für das neue RF-Bajonett mußte es ganz schnell gehen, nur 2 Jahren nach dem L IS II ist die neue Version des Allround-Zooms für Vollformat schon für das RF-Bajonett lieferbar.
Es ist schärfer, es ist besser verarbeitet, es ist deutlich schwerer: 800g – das sind satte 130g mehr als beim Vorgänger!
Mit 12 cm ist es 1,3 cm länger geworden, der Filterdurchmesser ist bei 77 mm geblieben.
Der Listenpreis 1259€ ist nicht so drastisch gestiegen im Vergleich zum Vorgänger, auch wenn das schon für 750€ verkauft wurde. Es wird im Handel schon bald für unter 1000€ angeboten.
Der Abbildungsmaßstab hat sich nicht verbessert – ist bei unspektakulären 1:4.3 bei 105 mm geblieben.
Die Brennweite unverändert – ein Allrounder

EOS EF-II Version:
800g
12 cm lang
1:4.3 aus 0,45 m Entfernung
aufwendige 10 Lamellen-Blende (aber keine schönen Blendensterne!)
1260€ Listenpreis

RF-Version:
700g
11 cm lang
1:4.2 aus 0,45 m Entfernung
9 Lamellen-Blende
1200€ Listenpreis

Damit hat sich Canon bei den Daten wieder dem ersten 24-105 mm L IS angenähert und bietet trotzdem eine komplett veränderte optische Berechnung.
Sogar der Preis bleibt im Rahmen – es ist ganz offensichtlich, dass Canon hier einen starken Kaufanreiz setzen will.
Bisher liefert nur Sony eine direkte Konkurrenz mit seinem 24-105 mm G, dass zwar mit 1500€ LP deutlich teurer ist, aber dafür 40g leichter und mit 1:3,2 den erheblich besseren Abbildungsmaßstab bietet und wesentlich schneller fokussiert als Canon mit der EOS R (was sich hoffentlich mit weiteren RF-Modellen ändert).

trotzdem
ist es auch langweilig.

OPTISCH:
Trotz oder wegen des dicht am Sensor liegenden Bajonetts fällt die Vignettierung bei 24 mm, 28 mm, 70 mm und 105 mm deutlich negativer auf, als bei der EF-Version. Oder Canon hat sich hier einfach nicht so viel Mühe gegeben und überlässt alles der Softwarekorrektur – das kostet zwar deutlich an Randschärfe – aber das merkt ja eh keiner von dem Raw-Junkees. Auch bei f:5.6 ist die Randabdunklung bei 24 mm noch stark ausgeprägt.
Bei 24 mm ist die optische Leistung (abgesehen von der Randabdunklung!) erheblich besser als bei den EF-Versionen. Auch bei 105 mm schneidet es sichtbar besser und weniger matschig ab.
Bei der Blendenkonstruktion ist Canon zurück gerudert, denn die 10 Lamellen waren durchaus kontraproduktiv, wer weit abblendet eine Lichtquelle im Bild hat, sieht sofort was ich meine.

17-12 sind die Zahlen der neuen optischen Konstruktion (bisher 18-13)! Ein perfektes Zoom im Brennweitenbereich 24-50 mm!
Schon bei Offenblende scharf und kontrastreich, bei f:5.6 und f:8.0 nur einen Hauch besser.
Doch leider ab 70 mm und besonders bei 90-105 mm lässt es sichtbar Federn. Da hilft auch abblenden dann nicht mehr viel. Sie sollten es auch nicht stärker als f:11 abblenden, denn dann verliert es wieder sichtbar.
Es wirkt bei f:5.6 im Bereich 24-70 mm sehr knackig, da gibt es kaum etwas zu bemängeln. f: 4.0 und alles nach f:8.0 würde ich nur spärlich einsetzen.
Wer beste Ergebnisse bei mehr Lichtstärke braucht, kommt an festen Brennweiten nicht vorbei.
Letztlich bietet es dann nicht mehr Schärfe als das Canon 2.8/24-70 mm L II und die 105 mm sind nur ein Bonus für Porträts die nicht so knackig sein müssen.

MECHANISCH:
Unzweifelhaft gibt Canon bei den neueren Objektivkonstruktionen alles. Wie schon beim 100-400 mm L IS II und dem 16-35 mm L IS II ist dieses Objektiv eine Wucht.
Da kommt derzeit kaum anderer Hersteller heran, kein Zeiss, kein Leica, kein Sony, kein Nikon und selbst Fujifilm tut sich mit den Zoom-Objektiven schwerer.
Alles abgedichtet, alles solide, alles satt und sicher lange gut beweglich und präzise.
Die Sonnenblende sitzt endlich satt und alles ist wie es sein soll. Die gut 800g sind an den 900-1400g schweren Kameras allerdings auch kein Pappenstiel. Besser kann man es derzeit von Canon kaum erwarten.

IM VERGLEICH:
Selbst das Nikon 4/24-120 mm scheint spannender. Allerdings ist es optisch und mechanisch auf dem Niveau der Canon Version I. Es ist gerade noch brauchbar an einer D850,
aber letztlich nicht konkurrenzfähig zu dieser neuen Version von Canon.
Bei Nikon werden FX-Nutzer nicht gut bedient, auch die 2.8/24-70 mm Versionen mit und ohne VR überzeugen mich beide nicht.
Bei Sony gibt es auch nur ein gutes Zeiss 2.8/24-70 mm – dass an der 7RII schon Federn lässt – keine Konkurrenz für Canon Vollformat.
Pentax setzt ebenfalls gleich auf ein 2.8/24-70 mm ohne Bildstabilisierung (dafür in der Kamera) und hat derzeit das beste Objektiv in dieser Reihe! An der K1 ist man hier einer Nikon, Sony und sogar Canon überlegen.
Das Sigma 4.0/24-105 mm ist gut gemeint, wiegt 900g und kann weder optisch, mechanisch noch beim AF gegen das Canon überzeugen. Es ist durchgesackt auf rund 650€, weil es kaum überzeugt. So gut die Sigma-ART-Objektive auch ankommen mögen (mich überzeugen sie eher selten), hier hat sich Sigma wieder einen Flop geleistet.
Tokina und Tamron schauen hier leider tatenlos zu, Tamron hat nur das alte, sehr gute 2.8/24-75 mm mit dem langsamen, unzuverlässigem Autofokus.
Fujifilm enttäuscht hier auch mit 2.8/16-55 mm und 3.5-5.6/18-135 mm – da bleibt wirklich nur das 2.8-4.0/18-55 mm!
Das beste Zoom im Normalbereich, das ich kenne, gibt es nur für mFT – das Olympus 2.8/12-40 mm – mit sagenhaftem Abbildungsmaßstab und selbst Panasonic hat ein sehr gutes 2.8/12-35 mm.
Es ist deprimierend, dass Canon für sein Vollformat nicht mehr kann.
Vollformat hat letztlich einen Preis – entweder ist ein Zoom mit kleinem Brennweitenbereich gefordert oder feste Brennweiten!
Jede andere Behauptung wäre Augenwischerei.

Ich finde den Ansatz dieses Objektives eigentlich falsch.
Ich will und brauche ein sehr gutes 2.8/24-90 mm oder 2.8/24-105 mm!
Alles andere bringt mich nicht weiter und ich verwende lieber feste Brennweiten. Es macht für mich teilweise mehr Sinn 1.4/24 mm – 1.8/50 mm – 2.0/100 mm oder 2.0/135 mm mit zu nehmen.
Nur bei Porträts muss ich notgedrungen das 2.8/24-70 mm einsetzen.

Kurz und gut:
ich würde die erste Version heute nicht mehr benutzen wollen, ich habe sie mit Anschaffung der EOS 5D3 schon gegen das 2.8/24-70 mm ausgetauscht.
35 mm mehr Brennweite schön und gut, aber der Verlust einer vollen Brennweite wiegt für mich zu schwer.
Die Version II und das NeueRF sind mechanisch und optisch besser als der Vorgänger. Der Preis von etwa 1100€ scheint mir daher auch angemessen. Die alte Version würde ich zügig verkaufen, das Sigma 24-105 mm nicht in Betracht ziehen und an der R5 das RF 2.8/24-70 mm L  nutzen oder warten bis ein RF 2.0/70-140 mm L IS demnächst erscheint.
Doch Vorsicht, bei Nikon ist die Version mit VR erheblich, schwerer, dicker, größer, teurer und optisch weniger zufriedenstellend ausgefallen!
Kaufen Sie das 24-105 mm L IS II und nutzen Sie es wo nicht höchster Qualität-Anspruch gefragt ist – wenn Sie den brauchen, dann kaufen Sie eine 5DSR und die besten Festbrennweiten:
Canon 2.8/24 mm IS – Tamron SP 1.8/35 mm VC – Canon 1.8/50 mm STM – Tamron SP 1.8/85 mm VC – Canon 2.0/135 mm L für DSLR.
Die Sigma-Baureihe 2.0/24-35 mm ART – 1.4/24 mm ART – 1.4/35 mm ART – 1.4/50 mm ART – 1.8/85 mm ART könnten Alternativen sein – ich würde sie allerdings eher an Nikon einsetzen, als an Canon – Sigma und Canon AF vertragen sich bis heute nicht optimal. Ich finde die Preise hoch und den optischen Vorteil vor den oben genannten Objektiven zu gering.
Die ART-Reihe scheint mehr so einen Suchtgedanken zu wecken. Die langen, schweren Konstruktionen wie 35 mm – 50 mm und vor allem 85 mm konnten mich bisher allesamt nicht begeistern.
Für die R5 / R6 gibt es bisher noch wenige sehr gute Festbrennweiten.

Ich selbst bleibe Sony Vollformat treu. Die Fujifilm GFX wäre ein Aufstieg, aber die muß sich erst beweisen und es müssen bezahlbare Objektive folgen. Gegen eine Alpha 7RIV oder Alpha 9 ist für mich kein Kraut gewachsen.
Die R5 ist die erste spannende Canon-Kamera seit 10 Jahren.

 

 

30. November 2020
Canon R 2.8/70-200 mm L IS an Canon R5

Aktualisiert: 12.12.2020
Canon RF 2.8/70-200 mm L IS im Praxistest

Canon hat mit seinen 2.8/80-200 mm L & 2.8/70-200 mm L Konstruktionen vor 30 Jahren schnell Nikon überrumpelt, den schnelleren Autofokus, bessere Naheinstellgrenzen, Mechanik und bald auch den Bildstabilisator eingeführt. Noch vor 5 Jahren war dieses Reportagezoom wirklich in jeder Fototasche. Und wenn nicht von Canon, dann zumindest von Sigma, Tamron oder Nikon.
Brauchen wir 2020 noch ein lichtstarkes Reportage-Zoom? Die Antwort fällt mir nach einer Weile fotografie mit dem neuesten Canon R-Zoom für 2800€ leicht.
Canon hat hier etwas anderes ausprobiert, in der Kürze liegt die Würze, 15 cm Baulänge zusammen gedreht auf 70 mm, anstatt wie sonst üblich 20 cm und komplett innenfokussiert. Das war bei Vorstellung erst einmal ein Hingucker – ob die 5cm, die ja dann um 200 mm zu erreichen wieder heraus gedreht werden müssen und 340g weniger Gewicht, dann so einen Transportvorteil bedeuten?

Mechanik und Belastbarkeit:
Der gesamte Plaste-Mantel fühlt sich so weit gut an und auch der ausdrehbare Innentubus ist aus einem Polycarbonat. Er hat aber kein Spiel und sitzt angenehm fest. Die Bedienung ist fremd. Ein klickender Ring ist vorhanden, er bewegt aber nicht nur Blende, sondern auf Wunsch auch +/- Belichtungskorrektur oder andere Parameter. Es ist knapp 9 cm dick, wird aber mit notwendiger Sonnenblende fette 11,5 cm dick.
Unterschiedliche Fokussierbereiche sind nur bei 2,5m bis unendlich und komplett vorgesehen.
Auch mit Plaste-Fertigung bleibt es 1150g schwer und nimmt durch seine Dicke viel Platz weg. Da Konverter nicht einsetzbar sind, kann es auch kein Ersatz für ein 100-400 mm Zoom sein. Es liegt nahe, dass Canon auch deshalb sein bisheriges 100-400 mm jetzt so lichtschwach als 7.1/100-500 mm platziert, um die Kunden davon zu überzeugen, das ein FOTOGRAF beide Zooms braucht.
Die manuelle Fokussierung geschieht immer motorisch und gelingt nur wenn man vorher den kleinen MF-Schalter umstellt. Das ist praxisfern und ganz anders als von Canon gewohnt.
Die Brennweitenverstellung geschieht schwergängiger und langsamer, da ja anders als bei bisherigen Konstruktionen, eine ganze Menge Glas heraus gefahren werden muss. Man könnte mit der aufgesetzten Sonnenblende das Objektiv in ein zügiges Schiebezoom verwandeln – nur leider geht das nicht wirklich schneller, als es das langsame Drehen erlaubt. Da sollten sich alle einmal bei Sigma anschauen, wie es viel besser geht!
Mein Tipp, sofort bei Lifeguard eine LensSkin-Folierung bestellen, damit das ekelhafte Plastegefühl weniger auffällig wird und die Objektivoberfläche etwas geschützt ist.

Optische Eigenschaften, Kontrast, Auflösung und Vignettierung, Verzeichnung und Gegenlichtverhalten:
Optisch gibt es daran nur eins auszusetzen – keine Konverter!
Sonst ist es bei 70 mm vergleichbar scharf wie bei 200 mm und hat erstaunlicherweise keinen prägnanten Leistungshöhepunkt, auch nicht bei 135 mm wie viele andere dieser Zooms.
Mir missfällt der fühlbare mechanische Konstruktionsaufwand. Es dreht sich schwer Richtung 200 mm. Die Limits sehe ich hier weniger in seinen optischen Eigenschaften, Vignettierung und Verzeichnung werden hier kaum jemals auffallen und werden im JPEG sowieso ausgefiltert. Was auffällt, sind die geringen chromatischen Aberrationen – da diese L-Konstruktion dafür besonders anfällig sind

Bildstabilisierungs-Technik:
Hier kann der IBIS in Zusammenarbeit mit dem Objektiv IS einiges mehr als alle anderen Vollformat-Anbieter und reicht fast an mFT heran. Ich konnte falgende Flußaufnahmen mehrheitlich verwacklungsfrei mit ½ Sekunde realisieren!

 

Einsatz mit Konverter:
Nicht möglich. Ob es später einmal mit Fremd-Konvertern möglich sein wird, ist noch sehr fraglich, da die meisten modernen Gläser aus dem Konverter herausragen.

Hintergrundfreistellung:
Gelingt mit f:2.8 so lala, wenn man nahe am Motiv dran ist: Gut, wenn man 5m und mehr entfernt ist nicht mehr so toll. Da bleiben feste Brennweiten mit noch höherer Lichtstärke eben deutlich überlegen. Es kann sich weder mit 2.0/135 mm noch mit 2.0/200 mm oder 1.8/135 mm und auch nicht mit 1.4/85 mm messen. Wer Freistellung und Bokeh sucht wird hier nicht lange glücklich.

Nahkorrektur:
Die Naheinstellgrenze von 0,70 cm bleibt zum Glück bei jeder Brennweite erhalten. Abbildungsmaßstab 1:4.3 aus 0,70 m Distanz zum Sensor, das ist ok aber nicht besonders gut. Denn im Gegensatz zu anderen, die einen besseren Maßstab aus 1m Entfernung erreichen, muß man mit Canon immer dichter heran. Immerhin erlaubt die R5 den 1.6x Ausschnitt und dann kann sich die Vergrößerung durchaus sehen lassen.

Zubehör:
Die Sonnenblende wirkt trotz Verschraubungen, Feststellknopf und Filter-Schublade sehr billig. Sie vergrößert den Durchmesser auf stolze 11,5 cm und ist leider nicht integriert. Ein Weichbeutel liegt bei, aber nicht mehr der bisher bekannte Umhängebeutel, der so robust war.

In der Praxis:
Für mich wirkt es an den R-Kameras trotzdem schwer und nicht gut in der Balance. Außerdem fallen die nicht seltenen Belichtungssprünge und Änderungen des Weißabgleichs in Automatik mal wieder sehr unangenehm auf – das ist schon seit langem bei Nikon kaum so ausgeprägt und bei Sony auch nicht. Beim Vergleich gegen das Sony fällt auf, dass im Bereich 1,50 bis 3-4m die Vergrößerung erheblich schwächer ausfällt und hier nicht annähernd 200 mm geliefert werden.
Das früher übliche Sichtfenster für die Entfernung in m/ft und den Abbildungsmaßstab wurde in den Sucher und auf den Monitor verlagert und wird bei manueller Fokussierung automatisch eingeblendet. Das ist ok, aber es begeistert mich nicht. AF-Stopp-Tasten und weiteren Komfort sucht man vergeblich. Das die manuelle Fokussierung nur mit Strom und dem USM-Motor möglich ist, muß man wissen – mir machte hier das Umschalten und dann manuelle Scharfstellung kaum Freude. Da gibt es weit bessere Lösungen von fast allen anderen Herstellern.
Die Filterschublade der Sonnenblende klebt man am besten gleich ab, denn sie rutscht ständig auf und lässt fremdlicht in das Foto. Außerdem sollte man die Blende immer so anbringen, das die Schublade nach unten weist. Das sind Kleinigkeiten – aber Angesichts des Preises werden sie ärgerlich.

 

Resümee:
Sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich hier zu pingelig über Plaste-Material und Plaste-Feelings Beschwerde führe – doch ich denke, für 2800€ darf das nicht sein!
Das Objektiv wirkt in vielen Details wie eine Billig-Version bisheriger Canon Reporter-Zooms. Das passt nicht zum geforderten Preis und findet sich so weder bei Sony, Panasonic oder Nikon – das ist eigentlich Tamron-Niveau.
Die optische Leistungsfähigkeit steht selbstredend immer im Vordergrund – aber das ist zu kurz gedacht. Denn nur eine gute, ausgewogene Mechanik und Bedienung gewährt dauerhafte Freude an einem so teuren Objektiv.
Wofür brauchen wir 2020 noch ein lichtstarkes Reportage-Zoom?
Es ist zwar doppelt bis 4x so lichtstark wie andere Tele-Zoom-Konstruktionen und bisher vor der Erfindung spiegelfreien Kameras, wurde das unbedingt für schnelleren Autofokus und ein helleres Sucherbild benötigt, das fällt heute beides als Grund weg. Die modernen Sensoren liefern für mich allenfalls noch akademische Unterschiede zwischen 100 und 6400 ISO Push-Empfindlichkeit und selbst 20.000 ISO sehen oft noch sehr brauchbar aus. Also warum sollte man dem einst wichtigen Reportage-Zoom für Porträts, Hochzeiten, Events und allgemeine Fotografie heute noch nachhängen? Mir fällt kein Grund ein. Ein 4.0/70-200 mm oder besser ein 4.5/50-300 mm kann heute bevorzugt werden und Canon hat bereits ein 2.0/70-135 mm in Aussicht gestellt, dass dann für diese Motive mehr Nutzen bringt. Knapp 3.000 € ansammeln und ausgeben für ein letztlich eher lieblos produziertes Objektiv – nein Danke! Ich würde mich auf ein 100-500 mm beschränken und für Situationen mit sehr wenig Licht, in denen mir ein Zoom wichtig ist, auf eine Konstruktion mit doppelter Lichtstärke warten.

Vergleich & Kaufempfehlung:

Nikon hat mehr als 25 Jahre gebraucht, um mit der letzten DSLR-Konstruktion AF-S 2.8/70-200 mm E FL ED dann endlich Canon und alle anderen Anbieter zu überholen. Doch jetzt mit dem R-Bajonett hat Canon gleich wieder eine Keule ausgepackt und bringt wie Tamron eine Kurzbauweise mit spürbar reduziertem Gewicht. 2800 € wollen die Händler noch dafür haben. Nikon bekommt mit seiner gewohnt langen und eben auch schwereren Z-Version kaum genug Stückzahlen in den Handel. Erste Labortests zeigen bisher auch schwächere Auflösung als bei Canon R.
Das Sony 2.8/70-200 mm GM ist nicht so beliebt, ich habe es trotzdem gekauft und es gefällt mir optisch und mechanisch weit besser als die neuen Versionen von Canon und Nikon.
Kaufen für 2800€? Niemals! Da dürfte das 100-500 mm der wesentlich spannender Begleiter sein und dann kauft man sich sogar als Canon-Fan besser eine Alpha 7RIII und ein Tamron 2.8/70-180 mm dazu – daran hat man mehr spaß und Leistung für das Geld.

Seriennummer: 8620001334

LICHT:

+ kurz (15cm – 22 cm mit Sbl) & leichter 1150g mit Sonnenblende
+ optisch ausgewogen und sehr gut
+ schneller, lautloser Autofokus
+ leichter Stativring mitgeliefert (130g)
+ programmierbarer, klickender Blendenring
+ vollständig abgedichtet (aber Luftpumpe bei Zoomen)
+ Gerade geführt, fester Abstand bei allen Brennweiten
+ mechanisch angeblich beeindruckend & wegweisend gefertigt (lensrent)
+ Zoom-Verriegelungsschalter (nur bei 70 mm)
+ 2 Bohrungen (1 Gewinde) im Stativring
+ Made in Japan

 

SCHATTEN:

– extrem hoher Einführungspreis: 2850€
– sehr glattes, hautunsympathisches Plaste-Material

– starkes Fokus-breathing – Verlust von Vergrößerungsmaßstab im Nahbereich
– keine große Abbildung im Bereich 1,50m bis 3,0m
– Voll-Plaste-Konstruktion – auch der innere Tubus ist jetzt Polycarbonat

– kein Sichtfenster für Entfernung und Abbildungsmaßstab
– wirkt nicht gut balanciert an einer R5/R6
– keine Fokus-Stopp- oder Speicher-Tasten
– Zoomen etwas schwergängig und dadurch deutlich langsamer als gewohnt
– manuelles Fokussieren nur nach Umstellung
– Sonnenblende 90g mit Filterschublade die sich ständig öffnet
– keine eingebaute Sonnenblende
– nur noch einfache Weich-Tasche mitgeliefert
– Stativring rastet nicht in Quer- und Hoch-Format
– keine Arca-Swiss-Führung der Stativschelle

Also Perfektion und somit für mich anders aus, aber Lob ist für ein so innovatives Objektiv trotzdem gerechtfertigt.

Im Vergleich
,
die EF Versionen II und III sind zwar optisch nicht so deutlich schwächer und gebraucht schon ab 1000€ zu haben und taugen für Konverter, aber der AF an der R5 ist schwächer und wenn schon R5 – dann auch richtig. Außerdem verfüge ich über ein 2.8/70-200 mm aus meinem Hauptsystem, das ich bei 61 MP nutze und das zeichnet noch etwas schöner, ist aber im AF und IS/OSS auch deutlich unterlegen und das gilt auch für das Tamron 2.8/70-180 mm – dessen AF mich gar nicht überzeugen konnte (an Sony) und auf das es sich auch nicht für RF zu warten lohnt. Sigma lässt uns ja noch warten, bisherige Reportage-Zooms der Brennweite würde ich von Sigma an der R5 nicht mehr einsetzen wollen.
Ich schreibe immer von R5, es gibt ja auch noch die R und R6 – doch beide mag ich nicht besonders, 20 MP machen im Telebereich keinen Sinn mehr, da man nie genug Bildausschnitt hat und die R war nur ein Versuchsballon.
Nikon setzt nach seinem Klassenprimus 70-200 mm FL jetzt leider weiter auf hohes Gewicht, konventionelle Bauweise mit viel Polycarbonat und ist mit keiner Z-Kamera bisher für mich dicht an Alpha E oder RF dran.

Was wirklich nerven kann ist das langsame Zoomen – hier hätte Canon wirklich eine andere Lösung finden müssen.
Auch das Warten auf das RF 4.0/70-200 mm habe ich aufgrund der UVP von 1700€ aufgegeben, dann würde ich sofort lieber das sehr gute und sehr schnelle 4.0/70-200 mm L ISII adaptieren.
Lieber länger sparen und dieses Objektiv mit R5 kaufen.

 



 

Was ich hier gemacht habe ist verrückt und man erreicht mit Stativ und speziellen Techniken sicher bessere Fotos – allerdings sicher nicht so leicht, in sei kurzer Zeit – denn ich verwende meine Tage lieber für Tiere und Natur und nicht um Stative aufzubauen, Kameras einzustellen und Equipment zu schleppen. Ich habe einfach versucht das beste aus der Canon und dem leichteren 70-200 mm bei bewegtem Wasser heraus zu holen. Die allermeisten Fotos hier entstanden bei f:32 und 0,5 Sekunden – freihat – mit IS. Warum so verrückt? Weil Olympus mir beigebracht hat das es geht! Olympus kann sogar 1 Sekunde und manchmal – je nach Objektiv (12-100 mm) auch 2 Sekunden ohne Verwacklung. Ich habe einige Versuche mit Nikon Z7, die ein Kollege dabei hatte, Nikon D850 und Sony 7RIV gemacht – die schaffen alle bis zu 30 Sekunden, wenn man das Licht weit genug reduziert (schafft Canon nur mechanisch, aber nicht elektronisch!!!) – aber keine dieser Kameras kann bei 0,5 Sekunde weitgehend verwacklungsfreie Fotos liefern.

 

25. November 2020
2020 schleicht sich so langsam…


Mindestens 10 Bilder pro Sekunde bei 1/2000 Sekunde Verschlußzeit einer lautlosen Kamera – sonst können Sie solche Fotos nicht nachmachen.

Jetzt geht das gefährliche, durchgeknallte Jahr 2020 doch noch schleichend zu Ende.
Für mich war es kein wirklich schlechtes Jahr. Finanziell war es mau, das stimmt und im Moment mache ich lieber einen weiten Bogen um die Bank. Also Käufe und Spenden sind auch bei mir, zur Unterstützung, sehr willkommen.
Jenseits 50 hat man mit Twitter und Co nicht mehr viel am Hut, denn man kennt die Welt zum Glück ganz anders. Außer einige hirnamputierte Machtgeier braucht so etwas kein Mensch.
Ich hatte viele tolle Motive, nachdem nach 3 Jahren die Eichhörnchen-Mama nicht mehr zu sehen ist, hat sich eins ihrer Jungen an mich gewöhnt und ist bisher geblieben. Ich hatte erstmals einen Vogel, oder besser reichlich Vögel überall. Highlights waren meine Reisen nach Venedig und Portugal – also ohne Reisen ist schon eine große Lücke da. Das liegt an unserem Land, es hat zwar landschaftlich und kulturell extrem viel zu bieten, aber Tiere und Natur aber wir so stark gezwungen und ausgerottet, wie es in kaum einem meiner Reiseländer der Fall ist. Die Gewinnmaximierung die hier immer noch betrieben wird ist einfach unsagbar grausam.

Das Fotojahr war ebenso deutlich von Zurückhaltung und teils unerfüllten Erwartungen geprägt.
Außer Canon standen fast alle auf der Leitung und der ehemalige Platzhirsch kann die wirklich begehrten Geräte bisher gar nicht liefern, EOS EF-R Adapter, R5, 100-500 mm, 85 mm 11/800 mm und die Sonnenblenden und das liegt nicht an unerwartet hoher Nachfrage! Die Firma in Japan ist seit mehr als einem halben Jahr nicht in der Lage Schrauben oder Ersatzteile zu liefern.
Sony ist für mich nach dem AUS von Olympus der Innovationstreiber der Branche geworden, doch Sony stand 2020 ungewohnt auf der Bremse, nicht nur die erwarteten RX10 und 7III Nachfolger wurden nicht geliefert, überhaupt kamen nur 3 videorientierte Kameras und 3 Objektive. 2021 sollte da einiges aufregender werden, 2-3 neue Super-Tele, ein hochlichtstarkes Normal-Objektiv etc.
Nikon dagegen hat 5 Kameras vorgestellt, eine Supertelekompaktkamera Coolpix 950, eine DSLR D780 und drei Z-Vollformatkameras, wobei ich auch nur die Z7II halbwegs interessant finde. 6 angekündigte Z Objektive wurden Realität und ein überraschendes F-Telezoom 2.8/120-300 mm erschien mit Jahren Verspätung.
Panasonic hat den Pfad der Innovation bisher nicht entdeckt und bringt nur 2 weitere Lumix S Vollformatobjektive und dazu eine Vollformatkamera und eine leicht verbesserte mFT-Kamera. Nichts irgendwie spannendes.
Canon haute 6 unterschiedliche Kameras raus, eine seltsame Powershot Zoom, den Profi-Nachfolger EOS 1DXIII gering verbesserte 850D und M50III und die aufsehenerregenden R6 und R5 Kameras. Aber stolze 7 RF Objektive plus 2 neue gerechnete Konverter wurden real, eins spannender als das andere.
Fujifilm-Fans hatten auch kein tolles Jahr, es kam keine wirklich spannende Kamera und nur drei neue Objektive für ihr Halbformat. Davon ist für Wenige das teure 1.0/50 mm interesssant und vielleicht noch das renovierte 10-24 mm. Im Telebereich rührt sich ja bei Fuji gar nichts.
Tamron hat viel Geschrei um seine 2 weiteren Zoom-Objektive 28-200 mm und 70-300 mm veranstaltet, überzeugen kann mich kein einziges der neueren Objektive.
Sigma steht auch auf der Bremse und hat nur 3 neue Objektive vorgestellt, wovon nur das 1.4/85 mm wirklich innovativ und leicht ist. Da muss mehr kommen. Zum 1. Dezember kommen dann 3.5/24 mm DG, 2.0/35 mm DG, 2.0/65 mm DG – es erwartet hoffentlich niemand, das ich solche unsinnigen Objektive auch noch kommentiere? Mechanisch sicher schön, aber die braucht kein fotografierender Mensch!
EX-Olympus hat uns noch die E-M1III und das 4.5/150-400 mm und sogar das 6.3/100-400 mm zum Abschied geliefert. Alles drei weitgehend gelungene Produkte, die aber Olympus nicht mehr helfen.

 

Wer neueste Technik kaufen möchte, dem empfehle ich folgendes:

Der Canon-Fotograf bestellt die R5 und eins der beiden 70-200 mm, das 100-500 mm, das 1.8/50 mm und wenn er Teemotive bevorzugt, unbedingt das 11/800 mm.
Der Nikon Fotograf kann jetzt endlich auf eine weitgehend ausgereifte Z7II hoffen und sich dazu 4/14-30 mm, Z 24-200 mm, Z 35 mm oder Z50 mm bestellen.
Der Sony-Fotograf wurde die letzten Jahre bestens bedient, ein 100-400 mm, 200-600 mm oder ein 1.8/135 mm wie ein 1.8/20 mm sollten in keiner ambitionierten Fotoausrüstung fehlen. Das 2.8/70-200 mm wird gerne verunglimpft, liefert aber sagenhaft tolle Fotos und einen schnellen AF – Sony bietet weiterhin das System mit den ausgewogendsten Objektiven in einer Vielfalt, die kein anderer bieten kann.

Für mich war 2020 die wichtigste Anschaffung des Jahres: Canon 11/800 mm DO IS
und ich hätte vor einem Jahr niemals geglaubt, das ich das einmal sagen würde, sicher nicht von Canon und auch nicht so ein lichtschwaches Supertele. Leider mußte ich dazu eine teure R5 kaufen, denn die R6 kann mich nicht zufrieden stellen, auch wenn sie dank noch geringerem Bildrauschen perfekt darauf abgestimmt zu sein scheint.

Platz Zwei werde ich an das Sony 1.8/135 mm GM vergeben und dann folgt aus alter Gewohnheit noch eine Olympus E-M1III mit 6.3/100-400 mm – beides nicht perfekt, aber dafür leichter und handlicher als der Rest. Auch mein 6.3/70-350 mm G Sony hat mir in Portugal viel Vergnügen und schöne Bilder geliefert.

Die Kamera des Jahres gab es für mich eigentlich nicht.
Weder die in den Himmel gelobte R5, noch eine Z7II und schon gar keine Leica kann das sein – die Defizite zu Sony sind mir bei allen noch zu groß.
Aber es gab natürlich neben der Sony 7RIV und Alpha 9 noch eine neue Kamera die ich unglaublich oft verwendet habe, sie hat bei mir exzellente Objektive ersetzt . es klingt bekloppt das ausgerechnet bei mir zu lesen, doch die Apple IPhone 11 Pro Kameraeinheit hat mir zigtausende tolle Fotomomente fest gehalten, wie es kein 2.8/24-70 mm konnte!
Jetzt hat Apple wieder einen Sprung gemacht mit größerem Aufnahmesensor, aber eben nur die noch größere 12 PRO Max Version – also das ist mir einfach zu groß für die Hosentasche, das muß es bald auch in kleinerer Größe geben und wenn erst 5G läuft werden auch die 12 MP durch 48 MP ersetzt, dann sind die meisten Wechselobjektive reif für das private Museum und wir die letzten Technikfans.
Ich wünsche mir ein reines Kamera-Smartphone, was mich nicht verfolgt und ausspioniert, was mir nur als Kamera und Camera (Video) dient – aber da wünsche ich mir zu viel, das will uns keiner bauen.

Für 2021 hätte ich gerne eine Nikon Z7II, aber sie ist mir noch zu kostspielig und führt mich wieder in ein zusätzliches System…
Wenn Sony eine höher auflösende Alpa 9 bringt, wird mich das zwar sehr reizen aber dann müßte ich irgendwo Geld herzaubern. Von der Alpha 7IV erwarte ich nichts, was mir meine 7RIV nicht schon liefert, die RX10 ist verkauft, mal schauen was da noch neues kommt.
Auch Canon kann mich jetzt mit nichts mehr locken, eine R1 wird mich kaum überzeugen können, bei Teles bin ich eingedeckt und wechsle nicht auf den für mich schwächeren AF von Canon.
Bei mFT bin ich auch eingedeckt und kann damit noch Jahre gut fotografieren, da sehe ich keine großen Innovationen, mal schauen was ein neuer Sensor in einer GH6/G10 bringt – Panasonic ist am Zuge.
Asse:
Ich bin sehr gespannt, wer jetzt bei der Profikamera und bei den Super-Teles noch Asse im Ärmel hat! Sony ist vorgeprescht, was wird Canon jetzt an R-Objektiven auflegen, kommen wirklich 2.0/250 mm und 2.8/500 mm? Das wäre komplett gegen den Trend und sehr schwer, solange kein DO-Frontglas Verwendung findet. Kann Nikon da überhaupt noch mithalten, die waren immer 4-8 Jahre hinter Canon und wie will sich Sony da profilieren? Wagen sie ein 2.8/300 mm mit eingebautem 2x Konverter, bringen sie ein leichtes 4.5/400 mm oder ein 8.0/800 mm. Meine Gedanken sind: Mit 250 mm und 500 mm tut sich Canon vielleicht keinen Gefallen, denn was jeder Sport- und Tierfotograf besitzt ist ein 70-200 mm – da macht ein 250 mm keinen Sinn und 500 mm sind weit weg von erreichbaren 1200 mm, die Sony schon als Zoom und mit Festbrennweite und Konverter bietet. Denn ein 500 mm endet spätestens bei 1000 mm. Und insgesamt spricht dagegen, das schon 2021 superschnelle Kameras mit 40-50 MP und höchstauflösende Kameras mit 80 MP das Licht der Welt erblicken – dann braucht niemand noch mehr Brennweite als 400-500 mm maximal.
Und das hier will ich unbedingt – eine Spielerei, eine Spinnerei – aber die Idee ist klasse, anstatt einer großen Glaskugel vor dem Motiv (immer schön Staub putzen!) einfach einen Filter mit kleiner Glaskugel vor ein Objektiv schrauben: Rund 100€

 

Der ehrliche Mensch ist immer der Dumme – er zieht den kürzeren

Selbst wenn wir zu Gute halten, das jede WAHRHEIT auch immer eine Art Erfindung ist, die dem Faktor Zeit unterliegt
und weder endlos noch wirklich lange wahr bleibt
und sich ständig neuen Erkenntnissen anpassen muß –
so überwiegt trotzdem heute bei weitem die Lüge.

Wir machen uns und anderen permanent etwas vor und wenn wir das dann zum Zwecke unseres eigenen Vorteils tun…
– die Lüge einsetzen um uns in besseres Licht zu setzen, anderen ihre Position streitig zu machen, ihnen gar Geld und Sachwerte abzutrotzen oder sie in die Irre zu führen
und anderen zu schaden, dann sind das gemeinste Lügen.
Wir haben uns Gesetze dagegen einfallen lassen, doch nach meiner Auffassung greifen die eher selten und werden wiederum durch Lügen oder die Umverteilung von Sachwerten gebeugt. Das geschieht permanent, jede Sekunde.

Und auch die Natur, die Bäume und Tiere täuschen und verschaffen sich Vorteile – es gehört dazu – alles will LEBEN.
Doch wir Menschen zahlen offensichtlich bald, auch ohne Gerichte, den Preis dafür, wenn wir es so weiter übertreiben, sei es durch innere Reflektion, durch das was wir Gewissen nennen, dadurch das wir anderen plötzlich unangenehm auffallen oder wir die Lüge nicht durchhalten und sie uns überrollt, wir uns quasi selbst ein Bein stellen.
Deshalb habe ich für diese ganzen optimistischen Wahrheitsfanatiker wenig Zuneigung, denn auch deren Wahrheit ist ja nur eine Lüge.
Sie machen sich mit ihrem eigenen Anspruch allzugerne etwas vor. Die Lüge und Unwahrheit sind überall und machen vor niemandem wirklich halt. Sie reichen vom morgentlichen Gruß, über die Notlüge bis hinauf zum Präsidenten, Kaisern, Königen, allen die sich mächtig wähnen. Sie sind genau genommen oft, oder sogar immer, nur mächtig geworden durch Lug und Betrug.

Es ist so schwer, seine jetzige Wahrheit zu beschreiben und anderen mitzuteilen und wir müssen immer auf der Hut bleiben, wie lange diese Wahrheit bestand hält.
Wann halten wir etwas für wahr, wenn es plausibel und logisch klingt, wenn unserer Gefühl nicht dagegen spricht, wenn es sich schienbar durch unsere Sinne beweisen lässt.
Die offensichtliche Unwahrheit oder die nicht logisch beweißbare Wahrheit regt mich auf.

Das schlimmste Beispiel all dessen haben wir seit Jahren in unserem ehemaligen Befreier und Freund erkannt – in unseren modernen Zeiten könnte ich die USA und England geradezu als die „Mutterländer der Lüge“ sehen, der ganze Umgang dort miteinander basiert auf einem unbedingt gewollten positiven Gesamteindruck, den jeder hinterlassen will. Und dieser Präsident hat permanent mit Methoden agiert, der gehört für mich geteert und gefedert. Doch er ist wahrlich nicht der Einzige, auch wenn es in der Öffentlichkeit nur wenige bisher so exessiv betrieben haben.
Wir sollten uns immer klar machen, welcher Zweck steckt hinter einer Aussage, warum sollen wir wessen Wahrheit glauben? Wer hat Vorteile davon?
Zurück in die Fototechnik…
Mich regt es auf wenn behauptete „Fakten“ sich nicht beweisen lassen oder sogar offensichtlich jetzt– gefühlt für mich – technisch nicht stimmen!
– ein größeres Bajonett bietet Raum für bessere Objektive und daher bessere Bildleistung
– mehr Kontrakte führen automatisch zu schnellerer Signalverarbeitung
– mFT ermöglicht genauso gute Fotos wie Vollformat
– ein 4.5/150-400 mm mFT ist ein 4.5/300-800 mm
– uvm.

WAS sollen wir glauben – wo fehlt der SINN?

Jedes neue Gerät – ja tatsächlich jedes – aber ich beschränke mich hier mal hauptsächlich auf Fotokameras mit mehr als 30 MP und Super-Tele-Objektive jenseits 300 mm Brennweite stellen mich vor neue Herausforderungen. Verlangen mir Gedanken ab, ich beschäftige mich intensiv in Vergleichen und Tests damit und ziehe automatisch neue Schlüsse und sortiere meine Welt neu ein. Das fürt dann zur Neubeurteilung aller Objektive und Kameras die mir in die Hände kommen. Es gibt oft Produkte mit nur kleinen Verbesserungen, aber alle Jahre wieder kommen große Schritte, zuletzt Sony 2.8/400 mm, 4.0/600 mm und 6.3/200-600 mm in leichter Bauweise und jetzt Canon 600 mm und 800 mm so leicht wie noch nie, aber auch so lichtschwach wie noch nie.

Wer sich nicht intensiver mit Neuheiten auseinandersetzt bleibt stehen, verliert im „Wettbewerb“, kann nicht wirklich mitreden und fällt hinten runter. Das im Stillstand verharrende Denken und noch schlimmer, das in der Vergangenheit liebevoll, verwurzelte  Denken, ist mir relativ fremd. Ich verhalte mich wie ein Tier, Veränderte Umgebung und Bedingungen fordern Lösungen, Vermeidungen oder andere Herangehensweisen um zu überleben. Wer da heute noch ausschließlich gedanklich am Minolta A, Canon EF, Nikon F-Bajonett hängt, hat aufgegeben. Aufgeben ist nicht meine Art.

Sicher kann man sehr viel nicht mitgehen, weil einem das Geld dafür fehlt oder einfach anderes wichtiger ist – nur daraus folgernd dann Neues schlecht zu reden, ist schlimmer Unsinn der leider Tagespraxis von sehr vielen Menschen ist. Es gibt auch Technik, die einfach noch nicht so weit ist, dass sie für mich taugt, Tesla und Elektroautos allgemein, kompletter Umstieg auf elektronisches Geld, Windkraft und vieles mehr sind für mich einfach nicht ausgereift genug.
So wie es eine EOS R, Nikon Z6/Z7, Panasonic S1/S1R, Fujifilm X-T4 und vieles mehr sind.


 

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht