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Filo Rings

1. November 2025
Indian wildlife

Indian Wildlife – Eye to Eye
Canon 2,8/70-200 mm L IS II f:2,8
 
 
Willkommen!

Seit 16 Jahren ist Harrys Photo-Tagebuch online
24 Jahre war davor HarrysInFocus online. HarrysInFocus habe ich inzwischen still gelegt.
Über 930 Beiträge nur auf dieser Homepage.

Dank Dr. Tilo Seeger (www.drtseeger.de) konnte ich eine große Homepage aufbauen und mein vielfältiges Wissen zahllosen Fotografen vermitteln.
Ich bin seit mehr als 35 Jahren immer mit den neuesten Objektiven und Kameras unterwegs. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich am liebsten Tiere und alles was lebt und sich bewegt. Man vermutet bei mir gerne eine besondere Leidenschaft für Fotografie und Fotogeräte – das ist aber aus meiner Sicht nicht ganz richtig, denn meine wahre Leidenschaft brennt für meine Motive, für Tiere, für Natur, für Menschen – der Rest ist nur Technik.
Meine große Homepage “HarrysInFocus” wurde gerne mal zu bunt und zu verwirrend empfunden – sie ist aber eben auch so wie ich. Ein bunter Vogel, gerne mal chaotisch und zerstreut, oft knallig und manchmal zu viel auf einmal.
Ich bin nicht geradlinig und angepasst und farblos vielleicht auch nicht.
Ein Mensch hat viele Facetten, viele Gesichter, er kann vieles sein, je nach dem auf welche Seele er trifft… man muß es nur versuchen.
Ich versuche – ich mag grau nicht und bin immer auf der Suche nach Farben, nach Licht. Ich fotografiere spannende Tiere und Menschen – nicht nur einmal – immer wieder, mir fällt immer noch was ein. Mit einer Kamera kann ich zwar fast alles ablichten und doch verwende ich immer wieder andere Kameras und Objektive, und suche immer das Limit…
wie in meinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ (1982) bin ich gerne auf Messers Schneide.
Ich bin “Berlin – Herz & Schnauze”, gewagt und schüchtern, modern und hektisch und zugleich altmodisch mit viel grün, Wasser und Ruhe.
2010 fiel die Entscheidung, es mal mit ruhigen Farben und streng geordnet zu versuchen.
Dafür haben mir hier Andreas Klotz (www.Tipp4.de), Katrin Scheid und Sebastian Tänzer (www.Taenzer.me) eine ganz neue Plattform errichtet. Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Seiten mit massenhaft Fotos und Text gefüllt.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Vergnügen beim Stöbern, Entdecken und Lesen!

Per E-Mail (HarryPX@T-Online.de) bin ich jederzeit für Sie da und beantworte Fragen, Wünsche und Anregungen, biete Tests und
meinen Foto-Wissen auf USB-Stick. Rein ins Vergnügen…

Und bitte nichts mopsen und nichts ohne meine Zustimmung zitieren oder gar kopieren und ins Netz stellen!
Seien Sie lieber selbst kreativ!

Auf Anfrage – können Sie mich für eine Portrait-Session oder ihre Feierlichkeit buchen. Ich bin kein Freund von festen Preislisten, Preise ändern sich ständig.  Alles ist abhängig vom Aufwand, Nachbearbeitung und Zeit – deshalb einfach eine kleine Mail an mich und sie bekommen ein persönliches Angebot.

Dies ist KEINE Fan-Page – KEINE Werbung, KEINE Suchmaschinen-Links und Optimierung

Auch wenn hier auf meiner Seite Markennahmen wie Canon, Nikon, Novoflex, Olympus, Panasonic, Pentax, Leica, Zeiss & Apple häufiger als vielleicht sonst gewohnt auftauchen – bitte ich Sie herzlich – das nicht als Fan-Page miss zu verstehen. Diese Marken sind hier präsent, aufgrund langjähriger, oft positiver Erfahrungen. Canon und Sony werden wohl am häufigsten besprochen, weil Sony die innovativste Firma hat und Canon noch das größte System und die meisten Kunden hat, nicht weil ich es für die beste Herstellerfirma halte. Grundsätzlich sind mir Marken-Namen und Firmen egal und ich übe da keine Solidarität – denn das wäre zu kurzlebig. Es sind alles Hersteller die Produkte vertreiben und offensiv versuchen Geld zu verdienen. Nachdem ich nun seit 30 Jahren „InFocus“ schreibe und 15 Jahre lang meine Info-News „BlitzLicht“ heraus gegeben habe, werde ich mich ab jetzt auf diese Homepage konzentrieren – mit meinem gesammelten Fotowissen seit 30 Jahren und meinen regelmäßigen Tests aktueller Objektive und Kameras. Da ich unbedingt unabhängig bleiben will von einflussnehmenden Redaktionen (die zumeist über wenig Praxis-Wissen verfügen) den Herstellern, den Vertreibern und der Werbe-Industrie und ein Abo-Preis wie bisher vermutlich immer weniger Menschen interessiert – stelle ich hier mein gesamtes Wissen ab jetzt jedem zur Verfügung. Ich biete jedoch noch viel mehr, intensive Beratung per Mail – speziell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Objektive und Kameras und Zubehör, die ich zum fairen Preis gebraucht und neu beschaffe.
Als Honorierung erhoffe ich mir wie meine nordamerikanischen Kollegen eine jährliche Spende um diesen hohen Aufwand vor mir und meiner Familie zu rechtfertigen.
Sie können einen beliebigen Betrag ab 35 € HIER spenden.

Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass meine Leser durch meine Beratung und Tests viel Geld einsparen konnten, da ich immer als preisbewusster Berater und nie als “Anpreiser” von Marken fungiere. Oft genug rate ich auch vom Kauf ab. Auf meine gezielte Fachberatung per E-Mail können Sie immer zurückgreifen!)

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

1. Dezember 2014
USB-Stick & DVD

Seit 25 Jahren unabhängige Praxistests – für:
Fotografie draußen, NaturFoto, NaturBlick, FotoMagazin, Phototechnik International, Photographie, FotoPraxis, Markt&Technik, PhotoScala, HarrysInFocus, u.v.a.
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21. April 2026
Wald-Käuze 2024 – ROCHADE

Wir leben in der Versicherungs und Sicherheits-Blase – das sind alles nur Hirngespinste.
Wenn einer mit Macht und dicker Keule kommt, müssen wir uns bis auf’s Blut verteidigen.
In Wahrheit ist das Leben, unser aller Leben, in jeder Sekunde ein Überlebenskampf, ein Kampf um Stärke, einfaches Futter und Unversehrtheit!
Bei den Tieren ist das für geduldige Menschen auch jederzeit zu beobachten.
Weil ich den zappeligen Autofokus der Z9 leid war, habe ich sie auf manuelles Fokussieren eingestellt und zusätzlich die Farbe zurück genommen und nur das 6.3/800 mm verwendet. Allerdings lies das schwach Licht es nicht zu, wirklich kurze Zeiten zu wählen, meist mußte ich bei 1/500 oder maximal 1/1000 bleiben und RAW zusätzlich nutzen, um bei 20 BpS noch um 10.000 ISO zu bleiben.
Ich war früh um 5.30 Uhr bei den Wald-Käuzen und ihrem Nachwuchs, als sich folgendes entwickelte:

 

 

Ich habe mich an eins der schwierigsten Motive gewagt – Eulenvögel.
Nicht das sie meinen ich habe mich im Nordseestrand vergraben – ich habe ausgerechnet wieder ein neues Vogelprojekt begonnen, dem ich täglich bis zu 7 Stunden witme.
Nach Buntspecht, Grünspecht, Meise, Star, Bienenfresser, Rotkelchen, Haubentauchern, Eisvogel, Zaunkönig, Kleiber, Zwergtauchern, Austernfischer, Küstenseeschwalbe, Wasseramsel habe ich jetzt den Steinkauz im Visier.
Ausgerechnet ich, der mit Vögeln nie viel zu tun hatte und wie ein Pölking, Morris oder auch nur so gut wie die anderen Spitzen-Vogelfotografen, werde ich sicher nicht. Dafür weiß ich zu wenig, habe in der Jugend zu wenig über Vögel, Gesang, Reviere und Verhalten gelernt. Ich war immer Katzen- und jetzt auch Eichhörnchen-Mensch, das bleiben auch meine Lebens-Motive.
Aber ein Eulen-Vogel war immer ein Wunschprojekt.

Es ist vergleichsweise fotografisch gut zu aufzulösen, wenn wir bei wenig Licht fotografieren muss, immerhin stehen uns heute Teleobjektive mit f:1.2 und f:1.8 und dann noch f:2.8 und f:4.0 Lichtstärke und Empfindlichkeiten bis 6400 ISO plus Entrauschungssoftware zur Verfügung.
Und es ist auch nicht mehr so schwierig sehr lange Brennweiten für größere Distanzen zum Motiv zu verwenden, für gutes Licht gibt es 800 mm sogar schon unter 1000€. Nur jenseits 800 mm wird die Luft sehr dünn, dann helfen nur noch Konverter, Sensoren oder Spektive.
Jedoch die Kombination aus wenig Licht bei Entfernungen von 50-200m stellen eine weiterhin kaum überwindbare Hürde mit ständigen Kompromissen dar. Bewegungen sind fast gar nicht scharf einzufangen – außer mit Blitz oder Kunstlicht.

Extrem-Telefotografie
Wer noch denkt, 500-600 mm seien schon viel Brennweite und wer sich traut dann den Ausschnitt auf vergleichbar 900 mm zu nutzen, wähnt sich sicher am Ende der Telebrennweiten.
Doch trotz aller technischen Verbesserungen und hochauflösender Sensoren ist das Mitnichten das Ende der erhofften Reichweite.Auch 1200 mm, 1700 mm und sogar 2000 mm können bei kleinen Tieren mit hoher Fluchtdistanz durchaus wichtig werden – Ich sage nur Steinkauz!
Nur leider sind die Steigerungen der Vergrößerung und die sichtbaren Details keineswegs unbegrenzt steuerbar – zumindest nicht ohne Weltraum-Satelliten-Technik. Schon bei 600 mm kann kalte aufsteigende Luft, Fotos schnell unbrauchbar machen. Und auch die Unterschiede zwischen 1000 mm und 2000 mm sind vergleichsweise gering, viel geringer als die Zahlen vermuten lassen. Größtes Problem ist heute nicht mehr nur die ruhige Haltung der Kamera (da helfen IS, VR & IBIS sehr viel)sondern die vorhandene Lichtstärke, die noch kurze Belichtungszeiten und mittlere ISO-Push-Empfindlichkeiten zulässt. Ohne viel Licht gelingt meistens kein Telefoto. Nicht ganz umsonst werden die Objektive von Canon mit Anfangsöffnungen f:7.1, f:8 und f:11 so kritisch diskutiert und so oft als untauglich befunden. Das kommt aber zumeist von Fotomenschen, für die immer noch 800 ISO das Limit darstellt.
Trotzdem, für mein Projekt war die Canon R7 mit Canon 11/800 mm und erst recht mit 14x Konverter bei f:16 allenfalls an sehr klaren Tagen nach dem regen und sehr viel Licht brauchbar.
Denn bei der Kombination begegnen uns alle Hürden auf einmal. Die R7 rauscht wegen der 32 MP auf kleiner Fläche schon jenseits 1600 ISO stärker, f:11 lässt sehr wenig Licht durch und der RollingShutter der R7 kann durch Bewegungen des Objektivs oder Motivs schnell die Fotos verzerren.
Die anderen Eulenfreunde mussten mit 5.6/200-500 mm und 6.3/150-600 mm oft früher aufgeben, weil die Distanz von 60m bis 200m einfach zu groß war.
Ein 5.6/800 mm schien neben einem 4.0/600 mm plus TC die einzige Möglichkeit.

Ich hatte dann schnell die OM-1 zur Hand, denn bis zu 1600 mm bei f:4.5 sind konkurrenzlos. Aber nach ersten guten Fotos war ich trotzdem extrem limitiert durch fehlendes Licht, Abends nach 21.45 Uhr – da half dann auch irgendwann f:4.5 am kleinen MFT-Sensor nicht mehr und 800 mm sind noch deutlich zu wenig Brennweite um die scheuen und sehr kleinen Vögel nicht zu stören.
Weit entfernte Motive nah heran holen, klappt bestens, aber 16-20 cm kleine Vögel in mehr als 30-60 m Entfernung groß darzustellen und detailliert zu zeigen, ist etwas ganz anderes.
Deshalb wechselte ich notgedrungen auf Nikon Z9 mit 6.3/800 mm und 1.4x TC, Gleichzeitig eine gute Möglichkeit die Version 4.0 für die Z9 unter echten Wildlife-Bedingungen am Limit zu betreiben.
Eins wird sofort klar, ich weiß nicht, was die vielen anderen uns als Wildlife mit den tollen Nikon-Kameras verkaufen wollen, wo dann in Bildserien meist jedes Bild perfekt scharf auf dem Auge gespeichert wird – ich weiß nur, auch mit Version 4.0 habe ich weit mehr als 60% Ausschuss – wo der Fokus nicht sitzt. An schnelle Bildfolgen ist dabei gar nicht zu denken! Ganz oft wird ein Kauz gar nicht gefunden und erkannt, erst wenn ich auf Halbformat umschalte gelingt es etwas besser. Allerdings kein Vergleich zu OM-1 und erst recht nicht zu R7, R5 und 7RV, A1!
Wenn man an Menschen gewöhnte Vögel auf festgelegten Strecken abknipst, mag da mehr gehen – aber meine Steinkäuze geben einen Vogelschiss auf Internet, Nikon und Menschenvertrauen.
Mit allen 6.3/600 mm oder gar 7.1/500 mm Zoom-Objektiven braucht man da gar nicht anzutreten.
Somit bleiben für die Aufgabe aus meiner Sicht aktuell nur:
Sony A1 mit 4.0/600 mm +TC
Canon R5 mit 4.0/600 mm TC oder 5.6/800 mm – das 11/800 mm scheitert hier
Und das ist alles in der höchsten Preisschiene, da ist man mehr als 15-20.000 € los.
Deshalb kann hier nur die OM-1 mit 4.5/150-400 mm und die Nikon Z9 mit 6.3/800 mm in Frage kommen.
Die OM-1 zeigt Probleme bei 2x Digitalvergrößerung, wenn sich Motive schnell oder unregelmässig bewegen und wenn man jenseits 3200 ISO arbeitet – dann werden gute Fotos mehr zum Zufall. Und das Licht muß optimal sein.
Die Z9 zeigt immer wieder einmal seltsames AF-Verhalten, kann nicht folgen, bleibt nicht auf dem Motiv, findet die Augen nicht etc.
Wenn ich – wie sicher viele es tun – nur Vollformat nutze – dann versagt die Motiverkennung aus so grosser Distanz auf so kleine Motive häufig. Trotz der prägnanten Eulenaugen. Erst wenn ich in Halbformat wechsle und auch 1.4 x TC einsetze und das Motiv größer wird, ist der AF besser brauchbar – wenn auch weit entfernt von der “Werbe-Perfektion”.

Jeder Steinkauz kann seinen Kopf um bis zu 360° drehen – vor allem aber, er kann das schneller als eine Kamera es bisher festhalten kann – im kleinsten Bruchteil einer Sekunde wechselt der Blick von hinten nach vorne bei 180° Drehung des Kopfes.

Die Fotografie der 6 Steinkäuze unter schwierigsten Bedingungen… haben mein Wissen vertieft.
Ich weiß jetzt wieder, das alle optischen Objektivtests praktisch oft wertlos sind. Entscheidend ist nur das Licht.
Und heute auch der Sensor – mehr noch als das eigentliche Glas.
Das viel gescholtene Canon RF 11/800 mm kann ein ganz erbärmliches Objektiv sein, vor allem in hellem Sonnenlicht an der R7. Aber in anderer Lichtsituation eben auch ein sehr gutes, das den Vergleich mit 20 mal teureren Objektiven optisch kaum zu scheuen braucht.

Die OMDS OM-1 mit 4.5/150-400 mm überzeugt manchmal einfach nicht, schon gar nicht mit äußerster Brennweite und Bildausschnitt. Es hängt davon ab wie das Licht ist, der Bildstabilisator arbeitet und wie das Motiv oder ich selbst mich bewege/verwackle – dann kann es auch mal Mist abliefern. Aber meistens ist es fantastisch.

Die vielverbreitete Aussage, das Vollformatkameras immer bessere Qualität abliefert stimmt so einfach nicht. Es kann so sein, muß aber nicht – ich habe genug Beispiele mit OM-1, R7, Fuji X-H1 wo es nicht so ist und sehe fast jeden Tag Fotos mit der Nikon D500, die Vollformat sogar überlegen sind.

Ich habe inzwischen auch kein wirkliches Verständnis mehr für Menschen, die Tele-Fotografie und bewegte Motive mit Einzelbildmodus oder auch nur mit 5 B/Sec betreiben. Sie verpassen so viele atemberaubende Momente…

 

Erst wenn wir Menschen drastisch reduziert sind, wird es wieder mehr Tiere geben – das ist meine Erkenntnis.
Wo sollen die Tiere denn hin? Wenn wir alles betonieren oder fällen oder vergiften? Sicher gibt es jetzt spannende Begegnungen direkt in den Städten oder um unsere Häuser – aber dort wo die gebaut sind haben vorher viele Tiere und Pflanzen gelebt und jetzt suchen sich die letzten anderen Lebewesen nur einen Platz wo sie noch bleiben können.
Darüber können wir nicht froh sein!
Die Tierarten und Exemplare werden jetzt so schnell weniger, dass sich an jedem scheinbar spektakulären Motiv gleich dutzende Fotografen mit langen Tüten einfinden.
Und zu den langen Tüten gleich noch eins, Tamron, Sigma und Canon haben dafür gesorgt das Brennweiten wie 500 mm, 600 mm und jetzt sogar 800 mm und 1200 mm für fast jeden erschwinglich sind, der sich eine neue spiegelfreie Systemkamera kauft. Leicht, handlich, schnell, verwicklungsarm, scharf und preiswert – ist nur um 1000€. Was dazu führt, das Menschen wie ich immer mehr in der Horde stehen müssen und jedes Lebewesen schnell “totfotografiert” ist.
Es ist auch fast egal, welche Kamera dahinter ist, heute wird alles stabilisiert, enttäuscht und geschärft und fertig ist das Supi-Bild.
Schön ist das alles nicht mehr!

 

 

26. Oktober 2020
Canon R5 & 11/800 mm – Attacke

Wer denkt 600 mm Brennweite seien mehr als genug… das hier sind 800 mm + 1.6x Faktor plus Ausschnitt am PC:

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

24. Oktober 2020
Mensch sein 2020

Wir sehen wieder klar – klar was wir sind – Menschen auf der Erde – wie ein Blatt im reißenden, wirbelnden und sprudelnden Wasser – wir glauben nur etwas bewegen und ändern zu können und doch werden wir nur mitgerissen. Für eine Weile gibt es ruhige Plätze und alles scheint langsam, kontrolliert zu verlaufen und dann plötzlich ändert sich alles und wir sind haltlos.

Menschen lieben die Ordnung und Symmetrie, weil sie nur Chaos sehen und fürchten. Menschen suchen nach Regeln, nach Führung und Aufgaben. Das treiben lassen fällt ihnen unbeschreiblich schwer.

Camera: Canon EOS R5 & R 2.8/70-200 mm L IS – spiegelfrei – stativfrei – f:32

 

Veröffentlicht in General, News-Blitzlicht

24. Oktober 2020
Leica Q2 – 2020 – Ist unsere Welt so grau, mit ein bisschen schwarz und weiss?

Zur Vorweihnachtszeit einmal etwas ganz anderes – Leica!
Als ich heute in den Werks-Leica-Shop in Wetzlar stolperte und mich zur Q2 vortastete (Brille beschlagen) nahm mit ein jüngerer Berater gleich meine R5 ab und spielte damit herum, der fand die gut griffig und klasse Bedienung. Na dem habe ich einen eingeschenkt – dem klingen jetzt noch die Ohren.
Dann bekam ich das Wunderding Q2 mit. Die Anfrage eines lieben Lesers, der sich eine tolle Kamera leisten will, inspirierte mich dazu, mich mit dieser “Kompaktkamera” von Leica näher zu beschäftigen.
Die Kamera wird 4865€ Kosten  – Vorführmodell gibt es für rund 4600€ – 5% ist mein Name noch wert – zum heulen. Nein im Ernst, früher habe ich 35% und auf einiges sogar 45% bei Leica bekommen und auch rasch eine M6 mit Summiluxen gekauft. Heute sind die geizig, da würden Schwaben und Schotten noch gerne zur Schule gehen!
Ich finde Leica-Kameras inzwischen seit Jahrzehnten nicht nur überflüssig, scheußlich und unsinnig – ich bin eben auch gar kein Lokalpatriot, sondern Weltbürger – wenn Deutsche in Japan bei Panasonic Technik kaufen, die in China gefertigt wird und aus Portugal Gehäuse herstellen lassen, die dann hier in eine “deutsche” Kamera verwandelt werden – dann gibt es da auch rein gar keinen Grund um National-Stolz aufkommen zu lassen. Bei den Objektiven liegt das anders, da ist schon noch deutsches Glas und deutsche Ingenieurs-Master-Class gefragt.
Verärgert hat mich auch, dass hier keine Sonnenblende integriert wurde – das geht einfach nicht. Es kommt noch schlimmer – mir wurde gar keine Sonnenblende mit gegeben – witzig.

Die Q2 ist, wie viele Leica Kameras vor ihr, ein klassischer Bauchwackler. Sie will gezeigt werden.
Ich beurteile die Griffigkeit als schlecht, die Haptik der Bedienelemente für mich weitestgehend ungeeignet, den Sucher falsch platziert

Ich also los und ich lasse mich ja von dem schwarzen Bauvorsatz mit rotem Punkt und 1.7/28 mm Demi-Summilux nicht blenden. Es muß liefern. Die perfekte Kompaktkamera mit 47 MP und hohem Wetter und Regenschutz steht zur Verfügung und man kann zusätzlich 35 – 50 – 75 mm Ausschnitte bei reduzierter Auflösung wählen – also fast ein 3fach-Zoom. Nur seltsam das gegen Wind und Regen keine Sonnenblende mitgegeben wird.

Es ist alles so „schön“ grau da bei Leica, außer dem roten Punkt scheint Leica wirklich kaum Farben zu kennen. Das grüngelb des Schilfs sticht sehr in der grauen Einöde heraus – aber sonst mehr Tristesse als farbenfrohe Welt! Verstehe einer diese Firma Leica… die haben sich durch zahlreiche Höhen und Tiefen gedreht, jetzt habe sie seit einigen Jahren mal wieder ein Hoch, inspiriert durch Firmen wie Apple, liefern sie High-Tech mit Show. Für mich stellt sich das so dar. 1992 habe ich da meine Leica M6 gekauft – die besondere Kamera für alle die anders fotografieren wollen. Im Handel war klar, dass sie spätestens seit den 80ern Kameras für Zahnärzte und Jouristen herstellten. Den normalen Fotografen und Bildjournalisten mit dem kleinen Honorar können sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr bedienen und doch sollten sie genau das tun. Früher als neue Kameras alle 8 Jahre vorgestellt wurden, war das vielleicht noch eine „Investition“ doch dann kamen AF, CPUs, Bildsensoren und Prozessoren und selbst die legendären Objektive mussten immer schneller angepasst werden und verloren plötzlich sebst in der Summilux-Klasse rapide an Wert. Und deshalb sind es heute vorwiegend Lifestyle-Produkte für gelangweilte Leute mit schnellem Geld im Überfluss. Die haben sich dramatisch multipliziert und daher brummt der Laden Leica trotz unseriös hoher Preise. Für tolle Fotos oder den besonderen Look braucht heute niemand mehr Leica und selbst die Bedienung hat Fujifilm ganz gut imitiert.
Ein Präzisionswerkzeug kann auch mit große Freude bereiten, dennoch darf mich daran nicht viel ärgern. Bei der Fuji X100 Reihe ärgert mich zu viel, die Sony RX1 ist zu alt und die Leica ist nicht wirklich kompakt.
Und der Kompromiss mit f:1.7 anstatt f:1.4 ist schon bedeutsam. Da wollen mir die Berater weiß machen, dass ja ihr Summilux 1.4/28 mm 6150€ kostet und hier bekomme ich zu einem Summilux fast die Kamera geschenkt dazu für nur 5000€.
Ein Fingerschlaufe mit Griff (100€) und jede Menge Lederkram wird aber teuer angeboten.
Im Grunde sieht sie aus wie eine verkleinerte M ohne Messsucher mit elektronischem Sucher, festem Objektiv und “Macro”-Möglichkeit. Leica sollte wieder dahin zurück, daß Berufsfotografen zumindest einen Rabatt von 40% bekommen, denn so sie die Kameras und Objektive viel zu kostspielig. Leica steht auf dem Standpunkt: besser etwas weniger Brennweite, und dann die Füße verwenden, deshalb hier 28 mm anstatt 35 mm und bei den M-Leica-Objektiven werden die 75 mm jetzt angepriesen statt 90 mm. Mir gefällt es gar nicht, das Argument zählt auch nicht – weil 28 mm wie 75 mm in der Nähe zum Motiv deutlich stärker verzeichnen bzw. eine geänderte Perspektive zeigen.

LEICA – Ist unsere Welt so grau, mit ein bisschen schwarz und weiss?

Leica Q2 1,7/28 mm Summilux bei 75 mm Bildausschnitt – vollständig geöffnete Blende!

Unsere Fahrzeuge und das Werksgelände von Leica-Wetzlar sind es jedenfalls:

Leica Q2 1,7/28 mm Gummilux bei 35 mm Bildausschnitt – vollständig geöffnete Blende!

Leica im Zerrspiegel – der Vernunft?

Leica Q2 1,7/28 mm Gummilux bei 35 mm Bildausschnitt – vollständig geöffnete Blende!

Canon EOS R6 & Canon R 7.1/24-105 mm bei 27 mm

Schade: Selbst Leica traut sich nicht an ein richtig tiefes, plastisches Sepia heran!
Der Sucher ist so weit sehr gut, nur eben links für mich komplett falsch angeordnet. Mir viel auf, das rechts ein rötlicher Blendstreifen auftauchte, leider konnte ich nicht sicherstellen wodurch der verursacht wurde, vielleicht durch das AF-Licht? Doch Einblick, Schärfe und Kontrast taugen gut zum fotografieren. Was ich gar nicht leiden kann, wenn mich ein Hersteller zu etwas zwingt, so wie hier Leica – ich soll gefälligst RAW verwenden um tolle Fotos zu bekommen. Das ist lächerlich und seit mehr als 10 Jahren überholt und ich teile diese Ansicht heute noch weniger als vor 5 Jahren.
Eine Kamera muß weitgehend fertige Bilder liefern – das kann Leica in keiner Kamera. Und dann sind sie noch so frech und bieten nicht einmal eine RAW Bearbeitung in der Kamera an und schon gar keine Umwandlung in schöne, farbige JPEGS. Wer es gewohnt ist mit RAW und Lichträumen herum zu prickeln, wird sich hier besonders freuen – für mich sind die JPEGs eher peinlich, da nützt das beste Objektiv nicht viel. Hier gilt: RAW oder gar nicht! Das Umschalten vom AF in manuelle Fokussierung ist nur durch einen extrem kleinen, fummeligen Schalter am Objektiv möglich – da hört der Spaß wirklich auf.

 

LICHT:

+ sehr leise, auch mechanische Auslösung
+ Regendicht
+ Blendenring vorne, super Feeling
+ Bildstabilisator
+ schneller 3,7 MP Sucher
+ 20 B/ sec bis 1/40.000 Sec elektronisch
+ mechanisch wunderbar versenkte Dioptrienschraube
+ schöne Leica-Zahlen
+ elektronische Auslösung bei 1/40.000
+ zuverlässige Technik von Panasonic
+ sehr gute BQ mit RAW-Dateien und Entwicklung am PC
+ Abbildungsmaßstab im Nahmodus: 1:4.1
+ größerer Akku mit mehr Kapazität
+ Speicherkartenfach und Akkufach gut abgedichtet

 

SCHATTEN:

– fester Monitor
– 
28 mm Objektiv für mich falsche Brennweite
– 35-75 mm Ausschnitt – keine 90 mm
– AF-MF Umschaltung sehr fummelig
– AF bei Nachführung eher unsicher und langsam
– unschönes Menü
– nur 3 – 5 – 10 Bilder/sec
– nur +/- 3 Belichtungsstufen einstellbar
– alberne Bedienung über Wischgesten
– Nur 2 programmierbare Tasten
– Keine Serieneinstellung mehr am Hauptschalter
– Kein echter mechanischer, manueller Fokus
– Scheußliche Rückseite und langwierige Bedienung
– Hohes Gewicht
– Kein echtes f:1.4 Summilux
– Farb-arme JPEGs
– keine RAW-Bearbeitung in der Kamera = höchst inkonsequent
– kein Gewinn bei 50 ISO – 25 und 12 ISO nicht realisiert
– Kein schönes, tiefes Sepia
– Verlangt praktisch nach RAW = veraltet
– Nicht so gut bei hohen Empfindlichkeiten – bis 12.800 brauchbar
– kann das JPEG-Bild nur mit Daten anzeigen…
– kein USB-Anschluß, kein 
Akkuladen oder USB-Betrieb
– kein Micro-Eingang

Von der beschworenen Perfektion sehe ich keine Spur!
Auch wenn das hier jetzt vielleicht so anklingen sollte – ich möchte niemandem die deutsche Leica ausreden, sie hat sicher ihre Berechtigung und es lassen sich zweifelsfrei erstklassige Fotos damit anfertigen. Sie ist aus den genannten Gründen nur keine Kamera für mich – nicht zu dem Preis – bei 2500€ würde ich da vielleicht selbst schwach werden… weil sie so anders ist als alles Andere. Immerhin ist sie auch weitgehend konkurrenzlos, Fuji kocht nur auf halbierter Sensorflamme mit sichtbar schwächerem Glas und Sony müßte die Technik überarbeiten-
Man sieht nur leider deutlich, wie veraltet die erste Q jetzt schon ist und 28 mm wären niemals meine Wahl.
Wir sollten die kostspielige Kamera nie als Investition betrachten, sie wird in 3-4 Jahren hoffnungslos veraltet sein – das muß einem klar sein.
Man muß die Brennweite, die Farben oder den Umgang mit RAW lieben, sonst wird die Kamera kein treuer Freund.

Im Leica Himmel:

Eine James Bond 007 Edition in scheußlichem Grün – das wohl ein britisches Klischee und Jagdfieber bedienen soll… wird anlässlich das mutlosen, 3x verschobenen Abgesang auf den Brutalo-Darsteller D.C. in “No time to die” vermarktet werden – wenn der den je in einem Kino läuft.

Mit der Leica Q2 aufgenommene Fotos:


 

 

 

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