Tresor  
Filo Rings

1. November 2025
Indian wildlife

Indian Wildlife – Eye to Eye
Canon 2,8/70-200 mm L IS II f:2,8
 
 
Willkommen!

Seit 16 Jahren ist Harrys Photo-Tagebuch online
24 Jahre war davor HarrysInFocus online. HarrysInFocus habe ich inzwischen still gelegt.
Über 930 Beiträge nur auf dieser Homepage.

Dank Dr. Tilo Seeger (www.drtseeger.de) konnte ich eine große Homepage aufbauen und mein vielfältiges Wissen zahllosen Fotografen vermitteln.
Ich bin seit mehr als 35 Jahren immer mit den neuesten Objektiven und Kameras unterwegs. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich am liebsten Tiere und alles was lebt und sich bewegt. Man vermutet bei mir gerne eine besondere Leidenschaft für Fotografie und Fotogeräte – das ist aber aus meiner Sicht nicht ganz richtig, denn meine wahre Leidenschaft brennt für meine Motive, für Tiere, für Natur, für Menschen – der Rest ist nur Technik.
Meine große Homepage “HarrysInFocus” wurde gerne mal zu bunt und zu verwirrend empfunden – sie ist aber eben auch so wie ich. Ein bunter Vogel, gerne mal chaotisch und zerstreut, oft knallig und manchmal zu viel auf einmal.
Ich bin nicht geradlinig und angepasst und farblos vielleicht auch nicht.
Ein Mensch hat viele Facetten, viele Gesichter, er kann vieles sein, je nach dem auf welche Seele er trifft… man muß es nur versuchen.
Ich versuche – ich mag grau nicht und bin immer auf der Suche nach Farben, nach Licht. Ich fotografiere spannende Tiere und Menschen – nicht nur einmal – immer wieder, mir fällt immer noch was ein. Mit einer Kamera kann ich zwar fast alles ablichten und doch verwende ich immer wieder andere Kameras und Objektive, und suche immer das Limit…
wie in meinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ (1982) bin ich gerne auf Messers Schneide.
Ich bin “Berlin – Herz & Schnauze”, gewagt und schüchtern, modern und hektisch und zugleich altmodisch mit viel grün, Wasser und Ruhe.
2010 fiel die Entscheidung, es mal mit ruhigen Farben und streng geordnet zu versuchen.
Dafür haben mir hier Andreas Klotz (www.Tipp4.de), Katrin Scheid und Sebastian Tänzer (www.Taenzer.me) eine ganz neue Plattform errichtet. Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Seiten mit massenhaft Fotos und Text gefüllt.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Vergnügen beim Stöbern, Entdecken und Lesen!

Per E-Mail (HarryPX@T-Online.de) bin ich jederzeit für Sie da und beantworte Fragen, Wünsche und Anregungen, biete Tests und
meinen Foto-Wissen auf USB-Stick. Rein ins Vergnügen…

Und bitte nichts mopsen und nichts ohne meine Zustimmung zitieren oder gar kopieren und ins Netz stellen!
Seien Sie lieber selbst kreativ!

Auf Anfrage – können Sie mich für eine Portrait-Session oder ihre Feierlichkeit buchen. Ich bin kein Freund von festen Preislisten, Preise ändern sich ständig.  Alles ist abhängig vom Aufwand, Nachbearbeitung und Zeit – deshalb einfach eine kleine Mail an mich und sie bekommen ein persönliches Angebot.

Dies ist KEINE Fan-Page – KEINE Werbung, KEINE Suchmaschinen-Links und Optimierung

Auch wenn hier auf meiner Seite Markennahmen wie Canon, Nikon, Novoflex, Olympus, Panasonic, Pentax, Leica, Zeiss & Apple häufiger als vielleicht sonst gewohnt auftauchen – bitte ich Sie herzlich – das nicht als Fan-Page miss zu verstehen. Diese Marken sind hier präsent, aufgrund langjähriger, oft positiver Erfahrungen. Canon und Sony werden wohl am häufigsten besprochen, weil Sony die innovativste Firma hat und Canon noch das größte System und die meisten Kunden hat, nicht weil ich es für die beste Herstellerfirma halte. Grundsätzlich sind mir Marken-Namen und Firmen egal und ich übe da keine Solidarität – denn das wäre zu kurzlebig. Es sind alles Hersteller die Produkte vertreiben und offensiv versuchen Geld zu verdienen. Nachdem ich nun seit 30 Jahren „InFocus“ schreibe und 15 Jahre lang meine Info-News „BlitzLicht“ heraus gegeben habe, werde ich mich ab jetzt auf diese Homepage konzentrieren – mit meinem gesammelten Fotowissen seit 30 Jahren und meinen regelmäßigen Tests aktueller Objektive und Kameras. Da ich unbedingt unabhängig bleiben will von einflussnehmenden Redaktionen (die zumeist über wenig Praxis-Wissen verfügen) den Herstellern, den Vertreibern und der Werbe-Industrie und ein Abo-Preis wie bisher vermutlich immer weniger Menschen interessiert – stelle ich hier mein gesamtes Wissen ab jetzt jedem zur Verfügung. Ich biete jedoch noch viel mehr, intensive Beratung per Mail – speziell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Objektive und Kameras und Zubehör, die ich zum fairen Preis gebraucht und neu beschaffe.
Als Honorierung erhoffe ich mir wie meine nordamerikanischen Kollegen eine jährliche Spende um diesen hohen Aufwand vor mir und meiner Familie zu rechtfertigen.
Sie können einen beliebigen Betrag ab 35 € HIER spenden.

Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass meine Leser durch meine Beratung und Tests viel Geld einsparen konnten, da ich immer als preisbewusster Berater und nie als “Anpreiser” von Marken fungiere. Oft genug rate ich auch vom Kauf ab. Auf meine gezielte Fachberatung per E-Mail können Sie immer zurückgreifen!)

E-Mail-Kontakt – einfach hier auf Beratung- oder Bestellen-BonBons klicken.

 

1. Dezember 2014
USB-Stick & DVD

Seit 25 Jahren unabhängige Praxistests – für:
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22. September 2026
Reise in die Vergangenheit – 80er Jahre – Nikon gegen Pentax 1.4/85 mm

 

Neben dem lichtstarken 35 mm Objektiv zählt fraglos ein 85 mm Tele zu den bis heute begehrtesten Objektiven der bildgebenden Kunst.

Ich bin in einer Welt aufgewachsen in der die Tele-Perspektive sehr begehrt und sehr starke Bildwinkel noch kaum möglich oder nur mit eingeschränkter Qualität realisierbar waren.
Heute sind Weitwinkel besonders wichtig, alles soll scharf sein und die eigene Person mittendrin.
Anfang der 80er Jahre kamen die zwei besten Kameras des Weltmarktes fraglos von Nikon: F3 (1980) und Pentax: LX (1980).
(Ja es gab auch bald eine Leica R4 (1980) und M6 (1984) mit sehr guten Summiluxen, beide teuer und trotzdem veraltet
es gab die Contax RTS II (1982) mit dem Planar, mir zu anfällig
die Canon F1N (1981) mit dem 1.2/85 mm L, mir zu altmodisch und grob
die Minolta XD7 (1977) mit dem 1.7/85 mm Rokkor ist einiges lichtschwächer,
Olympus OM4 (1983) mit lichtschwächeren 2.0/85mm, und später einem der wichtigsten OM-Objektive, dem 2.0/90 mm Macro – um nur die wichtigsten zu nennen.
Die waren alle spannend, aber sein wir doch ehrlich, damals wollte jeder eine F3 und die Aussenseiter träumten von der LX.

So weit zu den Kameras.
Bahnbrechend war die Entwicklung des hochlichtstarken Nikkor 1.4/85 mm, so dachte ich bisher. Doch ich mußte bei der Recherche einiges lernen, auch Leica hatte schon sehr früh hochlichtstarkes 1.5/85 mm für M39 Schraubgewinde, Canon hatte 52 noch sein S 1.5/85 mm fremd eingekauft, doch schon 1976 mit dem 1.2/85 mm S.S.C. für FD-Bajonett noch vor Nikon seine Bestmarke gesetzt. Zeiss hat sich schon 1975 für Contax und Rollei stark gemacht und 1981 auch Canon mit seinem 1.2/85 mm Paroli geboten.

Und dann gab es noch 1.0/50 mm L von Canon und das Zeiss 0.7/50 mm Planar!
Leica ging am liebsten eigene Brennweitenwege, wie mit dem M 1.4/75 mm.
Dann gab es hochlichtstarke f:1.2 Objektive für das halbe- und Viertel-Format:
Leica MFT 1.2/42,5 mm, Olympus MFT 1.2/45 mm, Fuji XT 1.2/56 mm, bei offener Blende unterscheiden sie sich jedoch in der Bildwirkung von Kleinbildobjektiven, denn sie würden bei MFT ein 0,7/45 und bei Halbformat ein 1.0/56 mm erfordern.
Immerhin gibt es Voigtländer (Cosima Japan) mit MFT 0,95/42.5 mm und 1.5/75 mm für Kleinbild.

Das 85er ist bis heute meine große Objektiv-Leidenschaft, auf alles könnte ich verzichten, aber darauf nicht.
Ich lasse sie alle schwärmen vom 50er, 35er oder gar 28er, nichts kommt meiner favorisierten Bildsprache eines 85er nah genug.
Nur das Nikon AF-S 1.4/105 mm hat mich schwach werden lassen und hätte ich gerne heute wieder als Z-Version.
Bei Blende f:1.4 im Porträt-Telebereich ist ein schneller Verfolgungs-Autofokus praktisch unverzichtbar oder man arbeitet mit sehr großer Ruhe und verlässt sich auf sein Glück. Sicherlich wurden auch vor Sony Alpha schon scharfe Aufnahmen bei offener Blende belichtet. Auch mir ist das schon gelungen. Aber sobald ich und das Modell ungezwungen, frei beweglich sein wollten, war ohne stärkeres Abblenden kaum ein scharfes Bild zu erzielen.

Was gab es nicht alles:
Canon S 1.5/85 mm (1952)
Canon FD 1.2/85 mm (1976)
Canon NFD 1.2/85 mm (1980)
Canon 1.2/85 mm L (1989)
Canon 1.2/85 mm L II (2006)
Canon 1.4/85 mm L (2017)
Canon R 1.2/85 mm L (2019)
Canon R 1.2/85 mm L DS (2019)
Leica 1.5/85 mm Summarex M39  (1943)
Leica R 1.4/80 mm Summilux
Leica M 1.4/75 mm Summilux
Leica 1.5/90 mm Summilux (2019)
Nikkor M 1.5/85mm (Anfang der 60er)
Nikkor AI-S 1.4/85 mm (1981)
Nikkor AF-D 1.4/85 mm (1995)
Nikkor AF-S 1.4/85 mm (2010)
Es handelte sich immer um die gleiche Version, bei der nur die Außenhülle, die Vergütung und beim AF-S die 9 Blendenlamellen abgerundet wurden.
Nikkor AF-S 1.4/105 mm (2016)
Nikkor Z 1.2/85 mm (2023)
Minolta AF 1.4/85 mm
Pentax A* 1.4/85 mm (1984)
Pentax FA 1.4/85 mm (1992)
Pentax DFA* 1.4/85 mm (2020)
Sigma 1.4/85 mm EX (2010)
Sigma 1.4/85 mm ART (2016)
Sigma 1.4/85 mm ART DN (2020)
Sony A 1.4/85 mm GM (2016)
Sony A 1.4/85 mm GM II (2024)
Zeiss – Contax 1.4/85 mm Planar (1975)
Zeiss – Contax 1.2/85 mm Planar (1981)
Zeiss 1.4/85 mm Milvus
Zeiss 1.4/85 mm Otus
Vivitar 1.4/85 mm
Meike AF 1.4/85 mm
TTArtisan 1.25/90 mm M

Einige habe ich vermutlich vergessen, aber die wichtigsten sind hier aufgelistet.

Heute gibt es vor allem eine Besonderheit, Nikon verzichtet auch in neueren Konstruktionen auf aspherische Linsenelemente, wie beim 1.4/85 mm (alle Versionen), beim 1.4/105 mm und sogar beim Z 1.8/85 mm. Erst das Z 1.2/85 mm S verfügt erstmals 2 aspherische Linsen – weil es alle machen und an den Bildrändern heute oft mehr Schärfe verlangt wird. Damit ist es jetzt auch vorbei mit dem einzigartigem Nikon-Look. Denn um absolute Schärfe über das komplette Bild, wie auch über komplette vignettierungs-freiheit ist es ja bei Porträts noch nie gegangen – also ich lehne das ab. Schon das Zeiss OTUS war viel zu scharf an den Rändern.

Doch das zielsichere Scharfstellen auf die Pupille mit f:1.4 war weit schwerer als erträumt. Bis heute ist es schwer an einer Spiegelreflex ohne elektronische Bildvergrößerung und farbigen Konturen ein superscharfes Bild bei offener Blende mit einem dieser Objektive einzufangen. Das liegt nicht alleine an der Blende, sondern daran, dass die Schärfentiefe aus 1-2 m Abstand so gering ist, dass schon kleinste Bewegungen von Modell oder Fotograf die exakte Schärfe zunichte machen. Da hilft nur, Stativ einsetzen und Modellkopf gegen eine Wand lehnen. Oder eben heute zur Not die Augenverfolgung bei Schärfennachführung und 5-10 BpSekunde verwenden. Oder auch das Bild am Monitor oder im Sucher so stark vergrößern, dass endlich auffällt wann die Schärfe nicht sitzt – trotzdem muss man dann unbeweglich bleiben.

Nur mit wenigen dieser Objektive habe ich bis heute nicht fotografiert.
Früher war die Farbzeichnung sehr wichtig, vor allem Zeiss Objektive und auch Canon Objektive waren eher ausgesprochene “Kaltzeichner” und überzeugten mich weit weniger als die optischen Konstruktionen von Nikon, Pentax, Minolta und Leica. Besonders mit Canon, deren Kameras mich jetzt seit immerhin fast 40 Jahren begleiten, war ich aufgrund der Farbsäume immer sehr unglücklich. Heute lassen sie sich endlich herausrechnen, doch Canon hat mir mit seinen Asphären und f:1.2 nie beim fotografieren die benötigte Sicherheit gegeben. Wenn es auf jeden Millimeter ankommt brauche ich die beste Linsenkonstruktion, die machbar ist. Zeiss war mit OTUS, der erste der eine neue Qualität brachte, sogar Sigma hat sich mit der ART-Serie angestrengt

Wenn ich mir für 2025 ein einziges Objektiv auswählen müßte, wäre es zweifelsfrei das 640g leichte und wunderbar abbildende Sony A 1.4/85 mm GM II. Denn Sony verfügt auch über den besten Pupillen-Erkennungs-AF aller modernen Kameras. Alle Objektive mit Lichtstärke f:1.2, die nur ½ Blende mehr Licht bringen und erheblich schwerer und dicker sind, führen aus meiner Sicht in die falsche Richtung.
Tatsächlich fotografiere ich am liebsten mit einer Fujifilm GFX 100II und dem 2.0/110 mm Menschen. Das ist das bei weitem beste Objektiv, die Kamera hat den besten Sucher aller Kameras und bittet mit 100 MP Sensor, was kein anderer so überzeugend bieten kann.

Was fällt im direkten Vergleich auf?
– Nikon baut deutlich dicker: 7,3cm und schwerer: 608g nackt
– Pentax bleibt schlank: 6,6cm und mit 545g nackt spürbar leichter
– Nikon verzichtet auf f: 22 und hat aber 9 Blendenlamellen
– Pentax kann auch f:22 und hat auch die 9 Lamellen
– beide verwenden eine gerundete 9 Lamellen-Blende, die vermutlich zugekauft wurde
– Nikon größter Glasdurchmesser: 8,0cm
– Pentax größter Glasdurchmesser: 7,32cm
– Nikons Hinterlinse ist etwas kleiner als die von Pentax
– Nikon nimmt sich 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer
– Pentax gravierte alles auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm
– Nikon braucht 72 mm Filter und Pentax kommt mit 67mm Filtern aus
– Nikon verwendet eine schöne, kompakte Einschschraub-Sonnenblende
– Pentax verwendete leider eine gut 2 cm breitere, lange Metallblende, die die ganze Erscheinung hässlich machte
– Nikon Hartplastik Blendenring nur in ganzen Stufen
– Pentax Metallring in halben Stufen

Hier erklärt sich auch, das ich die Bezeichnung oft anders angebe als heute oft praktiziert wird. Mit Pentax aufgewachsen, kommt bei mir immer zuerst die Lichtstärke un danach erst die Brennweite, Nikon graviert es umgekehrt.
– beide fokussieren zum Glück anders als Canon in die gleiche Richtung – Drehung nach links für mehr Naheinstellung!
Deshalb haben mich Canon, Tamron, Sigma und Co meistens genervt!

Das Material:
Beide Objektive sind sehr, sehr wenig gebraucht und man sieht nur kleinste Gebrauchsspuren und etwas feinen Staub zwischen den Linsen. Beide wurden offensichtlich bewegt, denn auch nach gut 40 Jahren ist kein Verschleiß, kein Ruckeln, kein Stocken und erst recht keine Verharzung feststellbar!
Beide Lichtriesen verwenden viel Metall (eine Aluminium- oder Magnesiumlegierung vermute ich).
Der Rand des inneren Tubus bei Nikon wirkt dicker und solider, er fährt aber nur 1,0cm aus und die schnell Drehung legt nur rund 120° zurück.
Pentax hingegen fährt um 1,8cm aus und vollzieht eine rund 160° Drehung.
Daraus lässt sich schließen, das dieses Pentax Objektiv sich genauer und etwas feinfühliger fokussieren lässt.
Speziell den Pentax Takumaren mit Schraubbajonett sagen Experten einen besonders seidenweichen Lauf nach. Ich habe ein SMC Takuma 2.5/135 mm da und gefühlt fährt dieses 1.8/85 mm A* noch zeitiger, noch flüssiger zur Schärfelinie. Dagegen läuft das Nikkor mit leichter “Delle” im letzten Drittel der Naheinstellung und in den ersten beiden Drittel weniger weich und gar nicht seidig.
Zum manuellen Fokussieren ziehe ich das Pentax A* in jedem Fall dem Nikon und allen anderen Pendants dieser Lichtstärke und Brennweite vor.

Nikon nimmt sich weiterhin 4 mm Platz für seinen Namen und die Bezeichnung NIKKOR 85mm 1:1.4 plus Seriennummer, alles ist vorne im Objektiv zu sehen, auch von jedem Modell. Pentax hatte früher genauso innen graviert, doch seit den M-Objektiven ist das anders. Alles wird auf den Fokussierung: SMC PENTAX-A* 1:1.4 85 mm graviert. Vom Modell aus gesehen ist kein Schriftzug mehr zu sehen, nichts kann reflektieren.

Beide verwenden einen genarbten, dicken Gummi anstelle der früher üblichen aus metall gefrästen Fokussierhilfe. Bis heute kann ich die Metall-Fokussierringe nicht leiden, auch nicht am modernen Voigtlönder. Sie zerkratzen zu schnell und sehen schnell gebraucht aus. Auch wenn Viele das reine Metall mehr schätzen, ich brauche meinen Gummiring!
Ganz anders sieht es mit dem Blendenring selbst aus. Pentax verwendete ihn noch sehr lange, Sony hat ihn wieder eingeführt, obwohl er Ende der 80er von Minolta und Canon verdammt wurde. Nikon mußte spät nachziehen und das zählt zu den Dingen, die einen gegen Nikon aufbringen können. Der heutige, programmierbare und gefühllose (knickfreie) Ring am Objektiv, den uns Canon und Nikon schön reden wollen, hat alles vom Charme eines Blendenrings, einer Präzision verloren! Hier noch mal ein Hoch auf Sony und Panasonic/Leica – die wissen wie es geht!
Schon damals waren Blendenringe häufig aus Hartplastik, Canon, Minolta und auch an diesem 85er Nikkor ist er plante und relativ gefühllos. Er rastet nur in ganzen Stufen ein – peinlich!
Pentax lässt außer beim größten und kleinsten Wert alle Blenden halbstufig einrasten – nur so kann es sein. (⅓ Stufen finde ich schon wieder lästig, man kommt nicht so schnell manuell auf den gewollten, richtigen Wert!). Nikon liefert hier keine Präzision, die Blende ratscht einfach laut hörbar durch. Der Plendenring am Pentax Objektiv lässt sich sanft, präzise und deutlich leiser einstellen. Auch verfügt Pentax über einen satten Stift, der die Blende in A-Stellung bringt. Bei Nikon “gilt” f:16 als A-Stellung und bei späteren Modellen kam ein kleiner Plasteschieber hinzu.
Aber Nikkor hat den von vielen geliebten Chromring, so ist es auffällig und leicht als Nikkor zu identifizieren. Das Pentax bleibt unauffällig und verzichtet auf jeden Chrom, nur der kleine grüne Stern mußte sein.
Zu den verwenden Farben:
Bei Pentax ist auch das gravierte A am Blendenring grünend ft und m Skalen haben unterschiedliche Farben, Ft in hellblau und m in zartem sandgelb. Im gleichen Farbton ist eine Halbkugel 2cm rechts von der orangeroten, sehr gut sichtbaren Arretierung angebracht. Die sandgelbe Knubbel (früher weiß) rechts am Objektiv dient der Orientierung des Daumens beim Ansetzen des Objektives. Mit ihm kann man sich bei wenig Licht orientieren, beim Ansetzen muß er auf einer Höhe mit dem Entriegelungsknopf rechts an der Kamera sein! Pentax lässt hier gar keinen Zweifel wo und wie das Objektiv an der Kamera arretiert werden soll, absolute Liebe zu Detail.
Nikon hat nur einen kleinen weißen Punkt zum ansetzen, sehr spartanisch.

Die Optik:

 

 

Keine Sorge, ich werde jetzt nicht alle 80er Jahre Objektive vergleichen und jüngere aus den 90ern oder vor Sony GM schon gar nicht, ab da wurde alles nur schlechter. Auch bei Pentax folgte nach der A-Serie, von den Limited-Objektiven abgesehen, nur noch Plaste. Und auch bei Canon, Minolta, Nikon und Co wurde es eher gruselig. AIS und A waren die mechanische Krone der manuellen SLR-Objektive.
Es lohnt sich auch nur selten noch ältere Objektive zu suchen, oft sind die Linsenrechnungen identisch, aber die Vergütung erheblich schlechter. Also begann gut auszusehen mit Pentax Takuma Super Multi Coating, davon war weitgehend Lichtverlust bis sogar neben im Sumpf. Das kann mal schön aussehen, erreicht man aber auch durch anhauchen, wie schon Herr Hamilton wußte.

 

20. Februar 2022
Smartphone – Fotografie

Das IPhone 13 Pro soll es richten.

Es ist größer, schwerer und dicker als mein letztes IPhone 11 Pro.
Ich versuche es nur als Foto- und Filmgerät zu nutzen ohne 5G!
Auf lange Sicht soll es Brennweiten von 12-80 mm ersetzen und auch das Macro in schwierigen Situationen.
Es kann bisher 13 bis 80 mm und hat elektronisch sogar die Reichweite bis vergleichbar 400 mm. Besonders im Telebereich sollte man dann Ausschnitt unbedingt sein lassen und hier hält es am wenigsten mit echten Tele-Brennweiten mit. Also Porträts mache ich weiterhin viel lieber mit Vollformat und 1.4/85 mm oder 1.8/135 mm. Da möchte ich auch keinen kleineren Sensor mehr nutzen. Nicht wegen der Schärfe und Auflösung – im Gegenteil, heute sind alle Sensoren zu scharf und zu hochauflösend für Menschenbilder. Aber das Spiel mit der Schärfentiefe ist eben bei f:1.4 bis f:2.0 einfach einzigartig und auch nicht vom kleinen Mittelformat zu schlagen.
Vor allem zum Filmen im KINO-Modus wird es immer spannender.
Dadurch das keine Sonnenblenden vorgesehen sind, ist es immer noch sehr Streulichtempfindlich und bei Macro-Aufnahmen muss ich immer erst probieren welche Linse jetzt gerade aktiv ist. Mit den drei großen Linsen sieht es ja fast aus wie früher die Bajonettrevolver an Arri-Filmkameras.
Besonders schwierig scheint mir auch, das die Kalifornier es auf die Erkennung von Menschen getrimmt haben, sobald irgendwo ein Mensch im Bild auftaucht wird versucht darauf zu fokussieren. Im Makromodus geht der Fokus häufiger Richtung unendlich und nicht auf die große Blume im Vordergrund.

Hier einige Beispielsfotos zur Frühlingsblüte…

Die Frauenwelt verzweifelt tja immer gerne mit mir, von mir gibt es keine Blumengeschenke und nur böse Blicke wenn dann beim Discounter Schnittblumen gekauft werden. Für mich gehören Blumen in die Erde und nicht in die Wohnung. Ich behaupte einmal, diese folgenden Fotos wären sonst mit Kameras unmöglich, ohne die Schneeglöckchen auszureißen. So etwas tue ich nicht. Ich denke mir eine Technik aus, wie ich auch kleine Blüten wirksam ablichten kann.

 

Veröffentlicht in General, Kameras im Test, News-Blitzlicht

20. Februar 2022
Canon R5 Version 1.5 Firmware

Seit 18 Monaten fotografiere ich intensiv mit der Canon R5

Es hat sich viel getan in Canonien.
Ich bin selten der erste, der mit Software spielt oder gar sofort Firmware-Updates installiert (das ist ein Kreuz, wenn man 5 verschiedene Kamerahersteller mit komplett unterschiedlichen Update Vorgängen hat). Und die letzten Wochen war das Wetter fotografisch meist nicht toll und häufig wenig Licht – so habe ich erst spät angefangen die R5 mit neuer Firmware 1.5 intensiv draußen am bewegten Motiv zu nutzen. Und ich bin sehr überrascht, Canon hat einen riesigen Sprung gemacht, sich weit von Nikon und allen sonstigen entfernt und liefert jetzt endlich was von Anfang an versprochen war. Ich würde fast behaupten sie sind jetzt auf Sony-Niveau und für Vogel-Erkennung und Verfolgung sogar besser als alle anderen – aber das wäre nicht ganz richtig, denn auch bei Sony wird bald noch eine neue Firmware für die A1 kommen.
Hier jetzt eine Reihe Fotos, die demonstrieren was die R5 (& R6) jetzt kann.

Trotzdem bleiben für mich einige Hauptprobleme ungelöst, die heftigsten davon:
– zu wenig Akku-Kapazität, ich muß ständig Ein- und Ausschalten
– dadurch wird der linke Hauptschalter auch das Hindernis, man verpasst zu viel und ich will keine Akku-Sau mit 4 Klötzen in der Tasche sein
– der interne Speicher (Buffer) ist für VF unterdimensioniert, da sind in wenigen Sekunden 70-100 Fotos gespeichert und dann kommen Pausen, nur mit Faktor 1.6x ist die Kamera wirklich flott,
von RAW ganz zu schweigen – ich spreche immer nur von JPEG
– Staub-Probleme, trotz ständiger Reinigung beim Ein- u Aus-Schalten
– Rolling Shutter spielt immer wieder mal eine Rolle (in der Serie sehe ich es sofort wenn die kleinen Körper verformt aufgezeichnet werden)
– die dämlichen Bilddateien lassen sich nicht in das Datumsformat ändern und so tauchen immerfort mehrfach gleich benannte Dateien auf, die ganz andere Fotos sind.

Ich fotografiere zur Zeit Vögel fast immer mit R5 & Canon RF 7.1/100-500 mm L IS + 1.4x TC – immer Offenblende und bei kurzen Zeiten und hoher ISO.
Am Limit fühle ich mich einfach wohl 🙂
Sicher wäre ein 5.6/800 mm oder 8/1100 mm sicher noch besser, aber dann wäre es auch so schwer und unhandlich, das das Verfolgen von Motiven fast unmöglich wird.

Canon EOS R5 – Rolling Shutter?
Worüber beschwere ich mich überhaupt, hier ein gutes Beispiel aus der Praxis:
(ohne das ich es provoziert hätte, einfach ganz normal in langsamer Bildserie)

 

Canon EOS R5 – Verfolgung von sehr scheuem Fasan:
Inzwischen findet die R5 mit allen Messfeldern den Fasan im Dickicht und sogar das Auge und bleibt auch ganz gut dran, wenn es sich langsam weiter bewegt!

Das war bisher absolute Glückssache, funktioniert aber jetzt gut und häufiger.

Allerdings bleibt die Unvorhersehbarkeit! Auch wirkt manches im Sucherbild scharf – aber erst später der große Monitor zeigt unerbittlich, was wirklich zur Veröffentlichung geeignet ist. Daher lehne ich es meistens weiterhin ab auf dem kleinen Kamera-Monitor mit 5-10facher Vergrößerung etwas vor Ort sicher beurteilen zu wollen. Das mag bei Porträts und ruhigen Motiven ganz gut sein, in der Tierfotografie halte ich nichts davon, damit meine Zeit zu verplempern. Auch irgendwelche Belichtung- oder gar Farbdiagramme brauche ich da nicht, ich sehe im Sucher was geht und was nicht.
Die Zeiten wo mir der Sucher etwas anderes zeigt als später die Bild-Datei sind endgültig vorbei.

Man sieht hier schön, längst nicht jedes Bild ist scharf und das hier sind nur einige Aussagekräftige Fotos aus der Serie von letztlich 373 Fotos!

Also bitte nicht mit dem Anspruch an moderne Kameras heran gehen: Ab jetzt wird alles scharf, wenn ich nur schnell genug reagiere und eine kurze Zeit eingestellt habe. Dem ist leider noch längst nicht so . Und wer scharfe Fotos aus bewegten Motiven will, sollte vergessen, dass man die Kamera auch auf AF-S (ohne Nachführung) stellen kann!

Und was alle, die normale Motive fotografieren immer verneinen – für Vögel und Wildlife brauchen wir weit mehr Auflösung (Sensor und Objektive) als alle denen schon 12 – 16 – 20 MP schon genug sind. Es wird nie genug sein, wir haben auch nicht immer 800 mm, 1200 mm oder 2000 mm in der Hand. (und ja, ich weiß man sollte kleinen Baumläufern nicht den Schwanz abschneiden…)
Hier einige Fotos mit starken Ausschnitten zusätzlich zum 1.6x Faktor, den die R5 bietet:

Um Zaunkönige beim Abflug einzufangen braucht man doch noch Lichtschranken oder viel mehr Glück als ich…
Bei mir sichte ich auch öfter  Sommergoldhähnchen:

 

Veröffentlicht in General, Kameras im Test, News-Blitzlicht

19. Februar 2022
Spatz und Sperber

Vor 2 Tagen beobachtete ich vor meinem Wohnzimmerfenster wie “mein” Eichhörnchen sich beim Verzehr einer Walnuss erschreckte und schnell und selbstbewußt über das Garagendach flüchtete. Den Grund erkannte ich unmittelbar, ein kleiner, grauer Raubvogel kam mit erbeuteter Maus um die Ecke geflogen. Er segelte langsam und ruhig auch die engen Häuserfluchten unter dem Rotahornbaum des Nachbarn vorbei. Fast zum Greifen nahe, doch mit Kamera durch Glas zu folgen, dafür war die Situation viel zu schnell vorbei.
Nur einen Tag später ergab sich noch eine Gelegenheit, ich fotografierte wieder mein Eichhörnchen beim Nussraub, im Garten unter mir vergnügten sich gerade lautstark die Spatzen über dem Gebüsch. Wie ein grauer Blitz war er da, der Sperber und schlug einen unvorsichtigen Spatz in der Luft.

Der Vogel drückte sein Opfer zu Boden auf der Wiese, leider den Rücken zu mir gewandt. Doch dagegen kann ein Fotograf nichts tun, auch nicht gegen die schräge Perspektive von oben. Die ist nicht wirklich ideal. Ich muß hier allerdings zugeben, dass ich selten ein Freund der bodennahen Fotografie bin, nicht nur weil ich da in meiner Bewegung eingeschränkt bin, sondern auch besonders weil auf dem Boden immer 1000 Dinge stören, vom Gras angefangen, herumliegende Äste, nervige Hintergründe und so vieles mehr. So dass man die Tiere selten wirklich klar herausstellen kann.
Ich weiß nicht, wie manche das tricksen, denn ausser auf dem Wasser, auf der Straße, in der Wüste und im Gebirge mit abfallendem Gelände, kann ich mir da kaum optimale Bedingungen vorstellen.
Es beginnt ja schon bei Blümchen, die nur sehr selten so frei stehen, wie sie in Fotos meistens dargestellt werden. Also bei mir ist alles echt, ich habe keinen Taschenrasenmäher dabei und bereite keinen Fotoplatz vor.
Ich hatte die Sony A1 mit 2.8/70-200 mm GMII und TC2x am Motiv und mein Fenster offen, also abgesehen von der erhöhten Perspektive, die besten, technischen Bedingungen.
Was mich erschreckte, wie lange der kleine Sperber den noch kleineren Spatzen rücklings in die Wiese drückte und dessen Beinchen immer noch zuckten. Vögel scheinen mir im Unterschied von Katzen mit ihren Todesbiss, brutale Killer, die ihrem Opfer keinen schnellen Tod bereiten.

Fotogedanken-Exkurs: Wir können aktuell wieder überall die Meinungen zu den Sensorformaten der Kameras hören und das alles nur weil es zwei neue Semi-Professionelle Kameras für den kleineren MFT-Sensor gibt. Und vor allem die Firma Olympus hat in den letzten 18 Jahren werbemäßig alles getan um seine FT und dann mFT Systeme auf Profi-Niveau zu heben. Und dazu den Glauben in den Köpfen verankert, mFT lässt kleinere, leichtere und trotzdem sehr schnelle und professionelle Kameras und Objektive höchster Güte zu. Und seit etwa 6-8 Jahren hat man sich sogar speziell auf die Naturfotografen, Vogelfotografen eingeschossen, weil man mit Sport, Porträt und Event keinen Blumentopf gewinnen konnte.
Noch vor 4 -5 Jahren waren Olympus und Panasonic praktisch alternativlos, lautlos – sie boten den Einsatz vieler verschiedener Objektive mit vielen technischen Raffinessen an. Doch man war relativ unflexibel, im Telebereich sass man mit dem einzig guten Teleobjektiv auf 300 mm Brennweite und 600 mm Bildausschnitt fest und f:4 ist nicht wirklich lichtstark für 300 mm. Das Leica 2.8/200 mm mit Konvertern war da schon erheblich wichtiger und besser, kam aber zu spät, zumal bis heute noch keine Kamera mit gutem Sucher und leistungsfähigem Autofokus verfügbar war.
Die großen drei hatten zu lange gepennt und wurden dann spätestens 2017 von der A9 und 7RIII unsanft geweckt und damit begann auch MFT von Monat zu Monat immer uninteressanter zu werden. Mit der G9 wurden die Kameras vergleichbar groß und schwer wie Sony’s Vollformat und mit den ersten GM Objektiven fielen die Schwächen nicht weniger MFT-Objektive, die dagegen billig wirkten, aber teuer waren, auf. Nach dem Einbruch von FT, hat Olympus einfach bei vielen Objektiven gespart und Leica war mit den wichtigsten MFT Objektiven viel zu spät dran.
Auch die neuesten Sensoren von Sony haben nur ¼ der Fläche im oft günstigen 4:3 Verhältnis, im Vergleich zu KB-Vollformat. Und “nur” 20 MP oder sogar 25 MP (GH6) Auflösung. Die Kameras sind heute keineswegs mehr wesentlich kleiner oder leichter, denn auch diese Hersteller mußten erkennen, dass eine gute Kamera auch eine gute Größe und ein solides Gewicht brauchen. Hätte ich jetzt bei der Scene lieber eine OM-1 oder GH6 in der Hand gehabt, hätte mir das Vorteile gebracht, frage ich mich derzeit häufig.
Die Funktion Pre-Capture, also eine elektronische Vorauslösung, die sofort wieder überschrieben wird, so lange man die Fotos nicht speichern will, kann hier nützlich sein. Allerdings hält sie eine Scene nur 2-5 Sekunden fest und dann tritt eine Pause ein, vor allem wenn die Fotos als Bilddateien geschrieben werden. Wenn ich neben Bildrauschen in den letzten Jahren eins hassen gelernt habe, dann wenn meine Kamera Pausen macht, mich nichts einstellen und schon gar nicht auslösen oder gar Filmen lässt. Das ist immer der Punkt an dem mir Flüche zu jedem Hersteller einfallen.
Das Kameras nach einigen hundert Bildern im Serienmodus langsamer werden, damit kann ich noch leben, aber meine Sony oder auch meine Canon setzen praktisch nie ganz auf Pause und schreiben permanent Daten auf die Speicherkarte. Allerdings nur, wenn ich JPEG Dateien schreibe und keineswegs bei RAW, außerdem zwingt mich das vielgerühmte RAW-Dateiformat zum ständigen Neukauf von Computer-Hard- und Software. Ein gutes Bild ist ein gutes Bild und wenn die Kamera vorher sorgsam eingestellt und angepasst war, ist RAW in den meisten Fällen vermeidbar.
Also eine OM-1 mit 2.8/40-150 mm wäre letztlich selbst mit angesetztem Konverter nicht flexibel im Bildausschnitt, denn die 20 MP Sensorauflösung lässt allenfalls kleine Ausschnitt-Korrekturen zu. Ganz anders meine Sony mit 50 MP, die ich problemlos auf Faktor 1.5x umstellen kann und die auch danach noch später am PC deutliche Beschnitte zulässt.
Das ist für mich der Punkt, ich will und muß immer flexibel sein.
Alles Starre bremst mich aus und ist in meiner Praxis hinderlich: Fest integrierte Handgriffe, genauso wie unbewegliche Monitore, fest verzurrte Gurte nerven, keine Reserven bei der Auflösung, keine Reserven bei der Schreibgeschwindigkeit etc.
Es ist schon schlimm genug, dass ich zwar die Scene wie der Sperber auftaucht, den Spatzen schlägt und hinunter drückt und am Ende unerwartet plötzlich mit seinem gerupften Fleisch abhebt und verschwindet, nur vor meinem geistigen Auge sehen und hier nicht zeigen kann. Solche Aktion ist immer zu schnell, zu unerwartet, nur sehr wenige, glückliche, konnten sie je auch fotografieren oder Filmen. Und deswegen sind immer wir Fotografen das Limit – eine Kamera darf besser kein Limit sein.
Aber das sollen nur meine Gedanken sein – und kein schlechtreden von MFT, denn ich habe eine OM-1 vorbestellt und werde auch versuchen wieder an das 5.6/150-500 mm heran zu kommen – die Praxis ist besser als alle Überlegungen. Und wenn ich damit bei kurzen Salven gut zurecht komme, werde ich sie auch behalten, denn es gibt ja eben auch besondere Objektive wie 1.8/8 mm, 1.2/17 mm, 2.8/12-40 mm, 4.0/12-100 mm und andere, die ich nicht missen möchte und die manche Reise erst erträglich machen.

Also der Sperber trampelt endlose Minuten lang auf dem Spatz herum, bis er beginnt ihm Federn auszuziehen und schließlich den kleinen Kopf packt, um auch dort die kleinen Federn auszurupfen. Zum Glück dreht er sich doch noch und hält immer seinen Spatz fest. Meine Position kann ich nicht verändern und muß unbeweglich am offenen Fenster bleiben. Er weiß genau, dass ich da bin, aber verändern kann ich meine Position nicht mehr. Und trotzdem fliegt er dann unvermittelt mit seiner Beute auf und verzehrt sie an anderer Stelle. Auch das geschieht so schnell, das ich mit 400 mm Brennweite nicht schnell genug folgen kann.

20 Minuten vergingen bis der Sperber den Spatzen begannen zu rupfen – 20 Minuten in denen der Spatz langsam sein Lebenslicht verlohr.
45 Minuten dauerte es, bis der Sperber mit seiner Beute davon flog.

Und dazu dann wie mir scheint kompetenter Leserbrief:

Hallo Harry,
da hast Du ja ein “Sau-Glück” gehabt mit Deiner Sperber-Beobachtung. Und das auch noch mit der Kamera in der Hand – sowas ist ja quasi wie ein 6er im Lotto.
Du hast aber nicht nur mal wieder tolle Fotos gemacht, sondern auch gut beobachtet. Sperber gehören in die Gruppe der sog. “Grifftöter”. Diese Greifvögel töten ihre Opfer durch “Herumtrampeln” und durchbohren der kleinen Körper (und damit auch der inneren Organe) mit ihren langen, irre spitzen Krallen. Meist jedoch ist das Opfer schon durch den Aufprall tot oder zumindest betäubt. Bei Dir war dies offenbar nicht der Fall, daher dauerte es wirklich lange. Vom Gefieder her (und der Größe im Vergleich zum Spatz), glaube ich, war der Sperber ein Männchen und zwar ein vorjähriges, d.h. er war auch noch nicht so erfahren, wie ein adultes Tier, vielleicht ist dies mit ein Grund für den langen Tötungsvorgang.  Armer Spatz!

Bitte immer erst die Fotos per Klick im Monitorformat und mit dunklem Hintergrund vergrößern und dann mit klick auf den rechten Rand durchschauen – nur dann wirken sie.



 

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